Freitag, 10. Juli 2009

Schau doch mal im Internet!

(...) Google-Diagnosen und Forums-Therapien stellen Mediziner immer wieder vor erhebliche Probleme. "Es ist nicht leicht, einem Patienten seinen Hörsturz wieder auszureden, wenn das Internet ihn auf diese Diagnose gebracht hat", sagt Dieter Boland, niedergelassener Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Düsseldorf. Zu ihm kommen immer häufiger Patienten, die nicht nur ihre vermeintliche Diagnose schon kennen, sondern zur Absicherung auch bestimmte Blutanalysen und Röntgenuntersuchungen fordern.

Eine seiner Patientinnen, Mutter von zwei kleinen Kindern, hat immer wieder Phasen, in denen sie sich um ihre Gesundheit Sorgen macht. Dann setzt sie sich an den Computer und googelt ihre Symptome. Kurze Zeit später hat sie entweder einen Hirntumor, amyotrophische Lateralsklerose oder Multiple Sklerose.

"Die Medien haben für so einen Fall das Wort Cyberchonder erschaffen", sagt Gaby Bleichhardt vom Fachbereich Psychologie an der Philipps-Universität Marburg. Um ein echtes Krankheitsbild handelt es sich ihrer Meinung nach dabei nicht. "Aber sehr besorgte Menschen werden im Internet eher verunsichert", betont die Psychologin. (...)


spiegel.de

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