
Krach mit Soße
Für viele Amerikaner ist es eine Glaubensfrage: Sollte eine Pizza eine dicke Kruste, viel Tomatensoße und viel Käse drauf haben, wie sie in Chicago serviert wird - oder sollte sie dünn, biegsam und sparsam belegt sein wie in New York? An dieser Frage scheiden sich die Geister oft noch eher als an Konflikten über Partei- und Religionszugehörigkeit.
Und ausgerechnet zu dieser Grundsatzfrage äußerte sich dieser Tage die First Lady der USA, Michelle Obama. In der New Yorker Pizzeria Grimaldi's soll sie verkündet haben, dass die dort produzierten Teigfladen besser seien als die aus Chicago.
Ein Verrat an der Heimat
Dicke Kruste und viel Käse oder dünner Teig und sparsam belegt - das ist mehr als eine Geschmacksfrage.Das alleine wäre schon schlimm genug. Doch die Obamas stammen aus Chicago - ihr Mann war dort sogar Senator. Ein Aufschrei ging durch die Medienlandschaft der "Windy City": "Pizzagate" war geboren. Korrespondenten wurden in die Pizzeria im Feindesland entsandt, um den umstrittenen Wortlaut der Restaurantkritik zu ergründen. Kommentatoren fragten, warum Michelle Obama überhaupt in der Öffentlichkeit die an Fett, Salz und Kohlehydraten reichen Teigfladen anpreist, während sie sich sonst doch so intensiv für gesunde Ernährung einsetze. (…)



