Montag, 30. November 2009

Kaiserlich-knackig

Dieser Hamburger heißt in Deutschland zwar auch so, aber der Aufdruck auf der Schachtel scheint mir doch speziell dem österreichischen Geschmack angepasst.

Meine Berge...

Manche Aussagen hört man so oft, dass man sie vielleicht kaum noch wahrnimmt: "Ich finde meinen Gott im Wald; Natur ist mir mehr als jeder Gottesdienst; ich brauche die Berge, da habe ich religiöses Empfinden." Und so weiter und so ähnlich. Es gibt viele Gründe, nicht in die Kirche zu gehen. Und das sind einige.
Ich habe solche Äußerungen immer sehr ernst genommen. Meine Berge sind freilich die Konzertsäle, mein Wald ist das Opernhaus.
Mein Onkel sagte immer: "Wenn ich ein Problem habe und intensiv nachdenken muss, dann gehe ich ins Konzert." Vielleicht ging es ihm wirklich nur um die Konzentration. Aber möglicherweise doch auch um viel mehr. Und dann wäre ich ganz auf seiner Seite.
Wenn es keine Kirchen mehr gäbe, dann gibt es doch hoffentlich immer noch Aufführungen von klassischer Musik. Wenn ich ehrlich bin, habe ich von solchen Aufführungen meistens mehr als von einem Gottesdienst.
Auf dem Land, in der hessischen Einschicht, war ich natürlich nicht verwöhnt. Aber hier in Wien, in der Kulturhauptstadt der Welt, hat es die Kirche wirklich schwer, sich angesichts des allgemeinen Angebots zu behaupten.

Alser Straße

Alles in Ordnung?

Montag soll und darf mein freier Tag sein. Manchmal kommt es auch annähernd dazu. Heute war so ein glücklicher Tag. Abends im Konzert mit einigen Kolleginnen aus der Straßergasse. Prompt die Frage. "Was ist los? Alles in Ordnung?" - "Warum?" - "Du schaust so ernst..." Ach so, natürlich, ich bin ja privat und entspannt, habe mein dienstliches Gesicht zu Hause vergessen.

Die kleine Welt nebenan

Kleiner Gedanke

Liebe ist schön, aber kostet auch Zeit.

Bei gedämpftem Licht

Heilung einer Stadtseele

Ok, es klingt vielleicht großkotzig aber ich möchte gerne zur Heilung einer Stadtseele aufrufen

Ich wohne seit ein paar Monaten in Düren und merke, dass diese Stadt sehr krank ist. Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Stadt bis auf die Grundmauern niedergebombt und das Trauma ist hier dauerhaft spürbar. Es herrscht viel Wut und Zorn und dementsprechend verhalten sich die Menschen hier auch. Ich fühle mich nicht wohl aber ich weiß, dass ich in diese Stadt gerufen wurde um zu helfen. Ich soll nicht lange bleiben aber ich muss etwas schaffen. Heute kam ich aus Aachen zurück und es wurde mir klar, wie krank diese Stadt ist, denn sobald ich in ihre Nähe komme geht es mir schlecht. Ich werde gereizt, wütend, genau wie diese Stadt. Ich kann mich gut beherrschen, es macht mir auf Dauer auch nichts aus aber ich möchte, am besten mit viel Hilfe, was dagegen tun.

Es wimmelt hier von Geistern, die damals bei der großen Bombardierung gestorben sind und die alle Wut ausstrahlen. Es wimmelt von gefallenen Soldaten und es ist für mich ein bisschen zuviel auf einmal, daher möchte ich gerne ein paar Lichtarbeiter zusammenbekommen, damit wir uns gemeinsam dieser Stadt annehmen können. Es ist viel Arbeit, mehr als in jeder anderen Stadt die ich kenne aber es würde sich lohnen, da bin ich mir sicher.


Aufruf an "Lichtarbeiter" in einem Esoterikforum

Wien 17, Herz-Jesu-Sühne-Kirche

Freitag, 20. November 2009

Nahe Apokalyptik

Endzeitliche Perspektiven liegen dem neuzeitlichen Menschen offensichtlich nahe. Die Zeit wird allenthalben als kurz erfahren. Allen Dingen kommt nur ein verkürzter Aufenthalt in der Gegenwart zu. Es gibt ein Bewusstsein der Gefahr. Krisenzeiten waren häufig von euphorischen oder düsteren Zukunftserwartungen begleitet. Nicht als breite Strömung, aber in bestimmten säkularen und religiösen Milieus wird ein apokalyptischer Weltpessimismus gepflegt und gelebt. Amerikanische Wissenschaftler sprechen von "Kosmophobie", von Weltangst. Die Angst entzündet sich gleichermaßen an medialen und realen Phänomenen. Nahrung empfängt die düstere Weltbetrachtung von den Verwundungen der Welt und den inflationären Erfahrungen des Bösen. Sie kann an Stimmungslagen, Zeitströmungen und Unsicherheiten anknüpfen. Das allgemeine Krisenbewusstsein der westlichen Welt, die grundsätzlichen Veränderungen der politischen Landschaft mit dem Einschnittsdatum 1989, der 11. September 2001, die militärischen Auseinandersetzungen in Afghanistan und im Irak, die keineswegs überstandene Finanzkrise, der Klimawandel, … haben die Abgründe geschichtlicher Entwicklungen offen gelegt. Die Erfahrung des Bedrohtseins ist neu ins Bewusstsein gelangt. Apokalyptische Bilderwelten sind näher gerückt.

Reinhard Hempelmann, EZW-Newsletter 11/2009

An der Nussdorfer Straße

Freitag, 13. November 2009

So viel dazu

"Was machen Sie in den Weihnachtsferien?"
"Gottesdienste halten."
"Oh, Entschuldigung!"

Spiegelungen


Saisonwechsel

Werbetafel eines Massageinstituts auf der Martinstraße.

Tragisch

Wenn jemand einen Sprachfehler hat und erst als Erwachsener davon geheilt werden kann, aber nun nichts mehr zu sagen hat - das könnte man wohl tragisch nennen.

Sonne

Nach Tagen unter der Hochnebelglocke schien heute ein paar Stunden die Sonne, gerade auch noch, als ich eine Einsegnung auf dem Neustifter Friedhof hatte. Eine Wohltat für das Leben der Seele.

Mittwoch, 4. November 2009

Schwierige Beweislast

In der Justizvollzugsanstalt in Werl (Nordrhein-Westfalen) sitzt ein zu fünf Jahren Gefängnis verurteilter Bankräuber.
Der 46 Jahre alte Mann ist gläubiger Buddhist und hält die Gefängnisleitung mit diversen Forderungen auf Trab, unter anderem wollte er andere Nahrungsmittel haben.
Jetzt möchte der Gefangene, dass seine Katze in besuchen darf, weil er diese für die Wiedergeburt seiner verstorben Mutter hält. Allerdings entsprach das Amtsgericht seinem Anliegen nicht, weil er keinen Beweis für die Reinkarnation beibringen konnte.