Dienstag, 11. August 2009

Wozu noch eine Lehre anfangen?












Die heimische Esoterik-Szene kennt derzeit nur mehr ein Prophezeiungsdatum: den 21. Dezember 2012. Weil an diesem Tag der Kalender der alten Mayaindianer endet, herrscht in der Esoterik-Szene bereits helle Aufregung: Weltuntergang und/oder Neubeginn, auf jeden Fall soll an diesem Tag ein welterschütterndes Ereignis eintreten.

Trend im Kino

Hollywood hat den Trend längst erkannt: Der Weltuntergangsblockbuster "2012" von Regisseur Klaus Emmerich mit Star John Cusack startet im Herbst in den heimischen Kinos.

"Jugendliche wollen wegen des Datums eine Lehre erst gar nicht beginnen, weil sowieso der Weltuntergang kommt", berichtet Roman Schweidlenka, Esoterik-Beauftragter der Jugendplattform Logo, anlässlich seines Eso-Jahresberichtes 2009. "Wir erleben eine neue Esoterikwelle. Viele junge Menschen um die 20 hätten mit der Gesellschaft abgeschlossen und suchen Zuflucht in abgeschotteten Gegenwelten. Resultat einer Verunsicherung durch die derzeitige Wirtschaftskrise", so Schweidlenka.

Die Drähte, die das Land überspannen

Glaube und Politik in Berlin

Evangelikale – das Wort hört jemand wie der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Volker Kauder, über sich selbst nicht so gern. Es klingt zu sehr nach gefährlichem Irrsinn, nach Fernsehpredigern, die im Keller eingelegte Gurken für das Jüngste Gericht deponieren.

Aber es gibt in der deutschen Politik quer durch das Parteienspektrum Menschen, die nicht einfach nur „evangelisch“ sind, sondern ein bisschen mehr als das. „Wenn es eine aufsteigende Linie gibt von ‚gläubig' bis ‚evangelikal'“, sagt der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke über sich, „dann bin ich da irgendwo am oberen Ende.“

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt von den Grünen, kürzlich zur Präses der EKD-Synode gewählt, hält nichts von den „Evangelikalen“. Sie bezeichnet sich aber selbst als „fromm“. Auch die Kanzlerin ist gläubig, aber sie ist nicht „fromm“.

Niemand weiß genau, wie viele Evangelikale es in Deutschland gibt. Sie können lutherisch, reformiert oder baptistisch sein. Manche gehören zu den evangelischen Landeskirchen, andere zu Freikirchen. In der rund 160 Jahre alten „Deutschen Evangelischen Allianz“ sind angeblich 1,3 Millionen Menschen Mitglied.

Es ist keine Frage, dass die „Allianz“ der Union am nächsten steht. Bei Bundestagungen des Evangelischen Arbeitskreises der CDU stehen regelmäßig ihre Stände. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und der Vorsitzende der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Steffen Flath, gehören zum Kuratorium des Evangelisten-Netzwerks „Pro Christ“.

"ERBAUUNG, ERMAHNUNG, TROST"

Nur Passanten hat es gewundert, als im Sommer 2007 mitten auf der Berliner Prachtmeile Unter den Linden der CDU-Abgeordnete Hans-Joachim Fuchtel mit einer kompletten Schwarzwälder Trachtenkapelle und zahlreichen evangelikalen Organisationen für die Besserstellung von Familien demonstrierten. Die Vorsitzende der Frauen-Union, Maria Böhmer, und der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, schickten Grußworte, als christliche Lebensschützer mit tausend weißen Holzkreuzen in der Berliner Innenstadt gegen Abtreibungen protestierten.

Volker Kauder findet zwar, dass sein Glaube mit der Bezeichnung „Evangelikaler“ nicht ausreichend beschrieben ist. Aber er fühlt sich wohl bei der „Evangelischen Allianz“. Er spricht von „Erbauung, Ermahnung und Trost“ als Hauptsäulen des Evangelikalen. Die Bibel als Gottes unmittelbares Wort, der Auftrag zur Mission, die große Bedeutung des Lebens Jesu für den eigenen Alltag, die Sündhaftigkeit des Menschen, die nur durch einen Gnadenakt Gottes und durch den Opfertod Jesu erlöst werden kann – all das lässt Kauder für sich selbst gelten.

Es erfüllt ihn mit einem gewissen Stolz, wenn sein Freund und Fraktionskollege Georg Brunnhuber von ihm sagt: „Der Kauder ist der katholischste Protestant, den ich kenne. Wenn´s ums C geht, wird der zur Dampfwalze.“

ABTREIBUNG? "NUR NACH VERGEWALTIGUNG"

An der Wand hinter dem Schreibtisch hat der Fraktionschef ein großes Foto von der Privataudienz stehen, die ihm Benedikt XVI. zu Pfingsten gewährte. Für ihn, Sohn einer Vertriebenenfamilie aus dem ehemaligen Jugoslawien, die vom baden-württembergischen Pietismus geprägt ist, gehört die Verbindung von wirtschaftlichem Erfolg und Prädestinationslehre quasi zum Lokalkolorit.

Aber ganz leicht ist es mit dem Glauben und der Politik nicht immer. Scheidung, Abtreibung, Homosexualität – da kann Kauder oft nicht so reden, wie er vielleicht gern würde. „Der einzige Fall, wo ich Abtreibung akzeptiere, ist nach einer Vergewaltigung“ – findet Kauder. Aber er spricht es nur selten aus. Bei der Homo-Ehe traut er sich schon mehr Offenheit. Mit der Privilegierung der Ehe sei diejenige zwischen Mann und Frau gemeint – wobei man natürlich auch andere Formen von Partnerschaft toleriere. Nicht alles lässt sich mit einer Dampfwalze erledigen.

Der CDU-Politiker Hermann Gröhe, als Staatsminister im Bundeskanzleramt zuständig für Bund-Länder-Beziehungen und Bürokratieabbau, kommt aus einer evangelischen Kirchengemeinde in Neuss. Am Niederrhein sind die Protestanten traditionell stark reformiert geprägt inmitten einer katholischen Mehrheitskultur.

"SCHON FAST KATHOLISCH"

Seine Eltern, Flüchtlinge aus Sachsen, sind lutherisch geprägt. Den Reformierten erschienen die lutherischen Flüchtlinge mit ihrer stärkeren liturgischen Prägung „schon fast katholisch“. Für einen heimlichen Katholiken hält er sich jedoch keineswegs. „Ich fühle mich sehr wohl in meiner Kirche, auch weil in ihr Frauen und Männer, ordinierte Theologen und Nicht-Theologen gemeinsam Leitungsverantwortung tragen.“

Herman Gröhe, der dem Rat und der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört, glaubt, dass man es sich in Deutschland mit den amerikanischen Evangelikalen zu leicht macht: „Zuerst wurden sie ignoriert, nun werden sie dämonisiert.“ Zu lange habe man bei uns „Gottvergessenheit für Aufgeklärtheit“ gehalten. „Natürlich ist es für uns befremdlich, wenn der Irak-Krieg in religiöser Sprache gerechtfertigt wird“, meint er, „aber bei Martin Luther King haben wir dann wieder gar nichts gegen die enge Verbindung von Religion und Politik.“

Gröhe ist nach Amerika gefahren, hat Gottesdienste in Chicago erlebt, in San Diego in einer afroamerikanischen Gemeinde mit über 2000 Menschen oder in einem Kino im Hauptbahnhof in Washington DC. Manches blieb ihm fremd. „Aber ich kann vielem meinen Respekt nicht versagen.“ Es gefällt Hermann Gröhe, dass sich die amerikanischen Evangelikalen in ihrem politischen Engagement nicht mehr nur auf Abtreibung und die Bekämpfung der Homo-Ehe beschränken, sondern inzwischen auch Armutsbekämpfung, Menschenrechte und der Klimaschutz auf ihrer Tagesordnung sind.

"RESPEKT VOR DER ÄLTEREN SCHWESTER-RELIGION"

Die Judenmission – für viele Evangelikale selbstverständlicher Teil ihres Glaubens – ist für Gröhe „kein Ziel“. Kürzlich hat er in Berlin beim Internationalen Rat der Christen und Juden vor Teilnehmern aus aller Welt gesprochen. „Ich habe großen Respekt vor der älteren Schwester-Religion. Und es macht mich froh zu sehen, dass in Deutschland das jüdische Gemeindeleben wächst. Das steht für mich an erster Stelle.“ Was Gröhe das „zum Christsein gehörende, einladende Glaubenszeugnis“ nennt, könne aber niemanden ausschließen. Explizit missionieren, nach allem was geschehen ist – das kommt ihm nicht über die Lippen.

Früher hat es in der EKD zwei Flügel gegeben: die sozial Engagierten und die missionarisch Aktiven. Durch den Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber, ebenfalls im Kuratorium von „Pro Christ“, sind die beiden Flügel enger zusammengerückt. Zwar gibt es im Kanzleramt keine Andachten, wie im Weißen Haus des George Bush. „Aber man spürt schon“, meint Gröhe, „dass hier Menschen zusammen arbeiten, deren Kompass der christliche Glaube ist.“

Kanzleramtschef Thomas de Maizière, im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags, würde unterschreiben, was Hermann Gröhe über sein Christsein sagt: „Der Glaube an Jesus Christus gibt mir Halt im Leben und – wie ich hoffe – auch im Sterben. Das würde ich von einem Parteiprogramm nie sagen.“

Mariam Lau: Evangelikale als eine Macht in der deutschen Politik, welt-online.de 11.08.2009

Bahnhofsidyll

Hildesheim Hbf

Immer dieser Stress mit dem Mond

Sie waren am Donnerstag beim Friseur und sind mit dem Ergebnis so gar nicht zufrieden? Kein Wunder, denn an diesem Tag stand der Mond im Zeichen des Skorpions - und da gelingen Frisuren nun einmal nicht, weiß man doch. Friseurmeisterin Angelika Giersch aus Norderstedt jedenfalls weiß genau um die Zusammenhänge zwischen der Position des Erdtrabanten und dem perfekten Sitz einer Dauerwelle. "Das beeinflusst sich alles", sagt die 51-Jährige, "und Kunden, die sich danach richten, haben mir bestätigt, dass es funktioniert." Wer also möchte, dass sein Haar nach dem Schneiden besonders kräftig wächst, der geht am 3. oder 4. August zum Friseur, dann nämlich haben wir Steinbockmond, und die Haarwurzeln werden es dem Mond danken.

Hamburger Abendblatt

Die Welt ist eine Brücke

Die Welt ist eine Brücke. Geh über sie hinüber, aber lass dich nicht darauf nieder. (Apokryphes Jesuswort, sehr weit aus dem Osten stammend, die Nähe zum indischen Denken ist unverkennbar.)

Dem Himmel näher

Gebetsflug gegen Schweinegrippe

JERUSALEM (inn) - Mit einer seltenen Maßnahme haben 50 Rabbiner und Kabbalisten in Israel am Montag der Schweinegrippe den Kampf angesagt: Sie ließen sich mit einem Flugzeug über das Land fliegen - während des Fluges sprachen sie spezielle Gebete und bliesen sieben Mal das Schofarhorn.

"Ziel unseres Fluges war es, die Epidemie zu stoppen, und somit weitere Todesfälle zu verhindern. Wir sind sicher, dass die Gefahr aufgrund unserer Gebete bereits hinter uns liegt", sagte Rabbi Jitzhak Batzri laut der Tageszeitung "Jediot Aharonot". Seine Vorfahren hatten während des Zweiten Weltkrieges das Konzept der Gebetsflüge entwickelt.

Es war erst das dritte Mal seit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948, dass ein solcher Flug veranstaltet wurde. Erstmals war 1991 während des Ersten Golfkrieges ein Gebetsflug durchgeführt worden. Im Jahr 1996 hatten Rabbiner aufgrund der Terrorwelle, die das Land erschütterte, ebenfalls über den Wolken gebetet.

Bislang sind in Israel fünf Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag sind mindestens 2.000 Menschen im jüdischen Staat mit dem H1N1-Virus infiziert.


Gefunden auf Israelnetz.com

Urlaub

Elf Tage war ich in Deutschland unterwegs. Dann wurde die Sehnsucht nach Wien wieder zu stark. Aber für einen Reisemuffel wie mich sind elf Tage schon ganz schön viel.