Dienstag, 17. Februar 2009

Montag

Der Montag ist der Tag der schlechten Laune. Man muss umschalten, vom Leerlauf des Feiertags in den großen Gang der Arbeit.

Das ist sein Verhängnis: dass er so nahe am Sonntag liegt. Zu Ende sind Freiheit, Sport, Lesen, Kathi, Geld. Das Sechstagerennen hat wieder begonnen, eine lästige Unterbrechung der Sonntagsruhe. Montag ist der Tag der Reue. Man hat eine Art von sanftem Katzenjammer: zu viel Geld ausgegeben, zu lange am Stammtisch gehockt, man hätte besser – Montag ist der Tag des Hättens. Montag beschließt man, ein anderer Mensch zu werden. Jeden Montag tut man das. Man macht sich klar, dass die Arbeit das Schönste auf Erden ist. Wenigstens das Zweitschönste. Diese hohe Moral hält exakt bis Dienstag. Am Mittwoch regen sich Zweifel. Ab Donnerstag schielt man aufs Wochenende. Freitags macht man Pläne. Und am Samstag – muss man zum Großeinkauf. Ein Rhythmus, der unser Leben zusammenhält. Am siebten Tage sollst du ruhen, dekretierte ER vor urdenklichen Zeiten. Immerhin haben wir IHM seit damals schon einen zweiten Tag abgeluchst.

Hans-Werner Scheidl, in: Die Presse (16.02.2009)

Karnevaleskes

Nichts bleibt tabu, auch der Tod nicht. So berät der Öcher Bestatter Hubert Schöppenstiel die Trauerdelegation der «KG Bure Rammele», deren trinkfestes Mariechen im Spagat verstarb («Sie braucht halt einen Dreieck-Sarg») und jetzt einen Fensterplatz im rechten Seitenschiff von St. Josef erhalten soll.

Ebenso schrill: In einem anderen Sketch erobert ein aalglatter Typ vom Schlage eines Versicherungsvertreters die Bühne, der einem Ehepaar die passende Religion zu dessen Lifestyle verkauft: «Mit Hinduismus wären Sie in Laurensberg ganz exklusiv.»


Aus einem Bericht der Aachener Zeitung über die "18. Aachener Strunxsitzung"