Mittwoch, 24. Juni 2009
Regen zum Sommerbeginn
Schreiben, Bleiben, Glauben, Weinen
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Gnadenlos muss ich die Menge des von mir zu verschriften Wollenden tun. Viermal täglich twittern und einmal pro Woche predigtdiensten. Aber wer sollte denn das alles derlesen? Alle schreiben, keiner liest mehr! Zu Papyruszeit war’s exakt umgekehrt. In Ägypten soll gelebt worden sein mit gerade einem Satz pro Woche, in Stein gemeißelt!
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In der Vorabendmesse wurde kürzlich ein Lied angestimmt, worin eine Stelle ungefähr so lautet: „All Sünd hast du getragen, sonst müssten wir verzagen ...“ Da begann ich sofort stumm zu heulen, denn dass es so schön wär, wenn es ein ewiges Leben gäbe – das haben wir, die nicht glauben KÖNNENDEN, und die innigsten geistigen Schwestern gemeinsam.
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Aus Phettbergs Predigtdienst (845)
"Hermes Phettberg und der Katholizismus, das gehört zusammen wie Hostie und Monstranz", sagte der Dichter Franzobel, als ich ihn im Rahmen meines prälaudatorischen Rundrufs zu Ihren Qualitäten befragte, sehr geehrter Herr Phettberg. Was soll ich an Phettberg loben, fragte ich Franzobel, den Verfasser eines vielbeachteten Theaterstücks über Sie. "Stell eine Beziehung her zwischen Phettberg und den großen katholischen Schriftstellern dieses Landes", riet Franzobel: "Rück ihn in eine Linie mit den beiden bedeutendsten Bußpredigern des süddeutsch-österreichischen Raums, mit Abraham a Sancta Clara und Adolf Holl." Aus der Laudatio von Günter Kaindlstorfer auf Hermes Phettberg anlässlich der Verleihung des Wiener Publizistikpreises der Stadt Wien, gehalten am 15. Mai 2003 im Wiener Rathaus
