Montag, 8. Februar 2010

Semesterferien

Eine menschenfreundliche Einrichtung sind die österreichischen einwöchigen Schulferien nach Ende des ersten Halbjahres, "Semesterferien" genannt, wie ja auch die Schulhalbjahre hierzulande "Semester" heißen (und die Lehrer an höheren Schulen schon "Professoren" genannt werden). Natürlich ist das für alle Wintersportbegeisterten eine Gelegenheit, ihrem Hobby nachzugehen. Die Autobahnen sind entsprechend voll. Aber man kann ja auch wegfahren, ohne sich auf Skier zu stellen oder dergleichen.
Ältere Leute sprechen auch noch von den "Energieferien". Dabei war wohl in erster Linie an Energieeinsparung gedacht - so hat man ja auch die Einführung der Sommerzeit einmal begründet, ohne dass nennenswerte Einsparungen die Folge gewesen wären. Man kann das Wort aber auch anders deuten: Ferien, um neue Energie zu sammeln für die Zeit bis zu den Osterferien, bis zum Frühjahr. Und im heurigen Winter braucht man die wirklich.

Berufsspezifische Hoffnung

Gesehen in einer Auslage in Linz.

Popkulturelles Aschenputtel mit Blut im Schuh?

Steiler Aufstieg und jäher Absturz? Eben noch hatten die deutschen Feuilletons die 17-jährige Autorin Helene Hegemann als großes, ja überragendes Talent bejubelt ("Literarischer Kugelblitz"), nun stellt sich heraus, dass sie in ihrem vielgerühmten Buch "Axolotl Roadkill" sehr weitgehend aus einem anderen Werk abgeschrieben hat.

"Am vergangenen Wochenende meldete sich der Blogger Deef Pirmasens zu Wort. In seinem Blog
Die Gefühlskonserve verglich er Stellen aus Hegemanns Roman mit denen eines Berliner Bloggers namens Airen. Der hatte vor ein paar Jahren den Roman Strobo in dem kleinen Berliner Verlag SuKuLTur veröffentlicht, gänzlich unbeachtet von der Literaturkritik. Die Ähnlichkeit der etwa ein Dutzend verglichenen Stellen ist in der Tat frappierend. Nicht nur der Inhalt, sondern insbesondere die Sprache stimmt, bis auf ein paar Umstellungen im Satzbau, größtenteils überein – eben jene radikale Sprache, für die Hegemann in den hochtönenden Rezensionen so bewundert wurde." (Die Zeit)

Und die junge Dame streitet das auch gar nicht ab: "Inhaltlich finde ich mein Verhalten und meine Arbeitsweise aber total legitim und mache mir keinen Vorwurf, was vielleicht daran liegt, dass ich aus einem Bereich komme, in dem man auch an das Schreiben von einem Roman eher regiemäßig drangeht, sich also überall bedient, wo man Inspiration findet. Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit. Und mir ist es völlig egal, woher Leute die Elemente ihrer ganzen Versuchsanordnungen nehmen, die Hauptsache ist, wohin sie sie tragen. Von mir selber ist überhaupt nichts, ich selbst bin schon nicht von mir (dieser Satz ist übrigens von Sophie Rois geklaut) – ich habe eine Sprache antrainiert gekriegt als Kind und trainiere mir jetzt immer noch Sachen und Versatzstücke an, aber mit einer größeren Stilsicherheit. Das sind Formulierungen und Weltanschauungen und auch einfach bestimmte Floskeln, die mich prägen und weiterbringen in dem, was ich äußern und vermitteln will, und da beraube ich total schonungslos meine Freunde, Filmemacher, andere Autoren und auch mich selbst. Wenn da die komplette Zeit über reininterpretiert wird, dass das, was ich geschrieben habe, ein Stellvertreterroman für die Nullerjahre ist, muss auch anerkannt werden, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation. Ich selbst habe den Roman als „Lüge“ bezeichnet, das ist er auch, aber nur über die Lüge kommen wir der Wahrheit nahe. Das, was wir machen, ist eine Summierung aus den Dingen, die wir erleben, lesen, mitkriegen und träumen. Es gibt da ziemlich viel, was mit meinen Gedanken korrespondiert und sich in mein Gehirn einschreibt, dadurch aber gleichzeitig auch etwas komplett anderes wird. Ich bin nur Untermieter in meinem eigenen Kopf." buchmarkt.de)

Tatsächlich scheint sich in Zeiten des "Copy and paste" unser Begriff von Originalität und Echtheit zu relativieren, die Autorin hat schon nicht ganz unrecht. Ganz neu ist eine solche Berufung auf den Zeitgeist freilich nicht: "Im frühen 18. Jahrhundert konnte man bereits diese Haltung finden, der nach künstlerische Echtheit und ein lässiger Eigentumsbegriff sich nicht widersprechen. Der Dichter Christoph Martin Wieland schrieb dazu, den wahren Meister mache 'nicht die Erfindung eines unerhörten Sujets, unerhörter Sachen, Charaktere, Situationen usw., sondern der lebendige Odem und Geist, dem er seinem Werke einzublasen vermag'. Sein Zeitgenosse Lessing schrieb ähnliches in seiner Hamburger Dramaturgie: 'Ich würde so arm, so kalt, so kurzsichtig sein, wenn ich nicht einigermaßen gelernt hätte, fremde Schätze bescheiden zu borgen.' Das war 1768. Wenig später begann man, den Gedanken des Urheberrechts weitaus strenger zu achten." So zu lesen in der Zeit.

Und heute und in Zukunft? Man wird es abwarten müssen.

Das Schloss über der Moldau in Český Krumlov

Journalistisch und mit Augenzwinkern formuliert...

Dafür braucht man Expertinnen und Kenner, Leute, die wissen, welcher Theo in „Theologie“ steckt, Reformation nicht für eine Margarine halten oder Ethik von Esoterik unterscheiden können.

Aus einem Artikel im "Tagesspiegel" zum 100-jährigen Jubiläum des Evangelischen Pressedienstes epd

Schumanngasse

Wir, die Vielseitigen

"Wir bauen unsere Möbel zusammen, wiegen unser Obst, packen es ein und ziehen ohne zu murren den Einkauf über den Scanner an der SB-Kasse. Außerdem holen wir uns im Restaurant unser Essen selbst, daheim buchen wir unsere Fahrkarten im Internet und überweisen online die angefallenen Rechnungen. Wir sind Handwerker, Banker, Paketbote, Reisekaufmann, Kellner und Sekretär. Der Unterschied zu unseren professionellen Kollegen: Wir streiken nicht, wir nehmen keinen Urlaub, wir werden nicht bezahlt. Kunden ersetzen in zahlreichen Unternehmen längst die Mitarbeiter."

Informationstext für eine Sendung auf 3sat ("Der Kunde als Knecht? Warum wir alles selber machen", 8.2.2010, 20.15 Uhr)

Linz

"Esos für Jesus" - Jesus für Esos

'Esos für Jesus'

Esoterikern das Evangelium bringen - „Esos für Jesus“ gehen auf Esoterik-Messen - Vor allem Frauen zwischen 30 und 40 Jahren fühlten sich von der Esoterik angezogen.

Esoterik ist in Deutschland zu einer breiten Bewegung mit Millionen Anhängern geworden. Wie kann man sie mit der christlichen Botschaft erreichen? Die „Esos für Jesus“ versuchen unter anderem, auf Esoterik-Messen Kontakte zu knüpfen. Leiter der vor etwa fünf Jahren im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) gegründeten Gruppe ist Pastor Wilhelm Trienen (Steinburg bei Hamburg).

Wie er gegenüber idea erläuterte, sei man mit einem Stand auf Messen vor allem in Hamburg und Lübeck, aber auch in Köln vertreten. Dabei versuchten die Mitglieder nach biblischem Vorbild, „Esoterikern ein Esoteriker zu werden“, soweit es geistlich vertretbar sei.

Auf solchen Messen begegne man vielen suchenden Menschen, die christlichen Gemeinden distanziert gegenüber stünden. Esoterik sei zu einer Massenbewegung geworden, wie ein Blick in Volkshochschulprogramme oder in das Angebot von Buchhandlungen zeige.

Die „Esos für Jesus“ suchten Anknüpfungspunkte, etwa in Gesprächen über Heilung. Resonanz finde oft ihr Angebot, für Interessierte zu beten. Die Kontakte mündeten in weiterführende Abende und Treffen, in denen man biblische Texte betrachte. Die „Esos für Jesus“ kämen nicht nur aus dem BFP, sondern auch aus anderen Gemeinden. Man biete auch Schulungen über die Begegnung mit Esoterikern an, so Trienen, der ferner die Gefangenen-Mission „Licht im Dunkel“ im BFP leitet.

EZW: „Esoterisierung“ der Gesellschaft

Nach Angaben der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) umfasst die Esoterik ein breites Spektrum okkulter Praktiken, etwa Pendeln, Tarot, Heilsteine, Bachblüten, Reiki bis hin zu Kontakten zu außermenschlichen Wesen. Gefragt seien vor allem Heilungspraktiken und Techniken zur Lebensbewältigung. Vor allem Frauen zwischen 30 und 40 Jahren fühlten sich von der Esoterik angezogen. Kritische Beobachter sprächen von einer „Esoterisierung“ der Gesellschaft und einem wachsenden Markt. Allein die Astrologie-Branche setze jährlich etwa 150 Millionen Euro um. Geistheiler und esoterische Lebensberater erwirtschafteten schätzungsweise eine Viertel Milliarde Euro pro Jahr.

kath.net

Den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche - den Esoterikern ein Esoteriker, den Atheisten ein Atheist. Nein, Spaß beiseite: Mission unter esoterisch interessierten Menschen ist tatsächlich wichtig und vielleicht auch erfolgversprechend, denn Esoteriker sind ja zumindest schon einmal keine platten Materialisten, sie wissen um die Transzendenz und sie sind auf der Suche.

Am Weg zum Wiener Konzerthaus

Alles eine Frage des Horizonts

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das ist Blödsinn!“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“

„So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.“

„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt’. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum.“

„Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt....“

Nach Henry Nouwen, gefunden auf kath.net

Zweierlei Bäume

Gesehen in Linz.

Werther und Enke

In der Medienforschung wird es der Werther-Effekt genannt: Wird über einen Selbstmord intensiv berichtet, steigen die Nachahmungstaten. Auch der Tod von Robert Enke bestätigte diese Theorie.

Nach der Selbsttötung von Fußball-Nationaltorwart Robert Enke hat es einem «Focus»-Bericht zufolge viele Nachahmungstaten gegeben. «In der Woche danach nahm die Zahl der Eisenbahnsuizide drastisch zu», zitierte das Nachrichtenmagazin den Leipziger Psychiatrieprofessor Ulrich Hegerl. Der Experte berief sich auf unveröffentlichte Zahlen der Deutschen Bahn.

Im Durchschnitt bringen sich dem Bericht zufolge täglich zwei bis drei Menschen in Deutschland auf Schienen um. Mitte November dürften es laut «Focus» vier Mal so viele gewesen sein. Enke hatte sich nach jahrelanger Depression am 10. November 2009 das Leben genommen.


Český Krumlov



Atatürkisches Schulwesen

"Du denkst, an den Schulen sollte die Wissenschaft im Vordergrund stehen, aber nein: Alles dreht sich nur um Atatürk." Im Geschichtsunterricht sei für die Antike kein Platz, für die Französische Revolution nicht, allenfalls für Hitler. Selbst in Fächern wie Mathematik und Biologie stehe Atatürk im Mittelpunkt: "Wir erklären sogar den Dreisatz am Beispiel Atatürks", sagt Türkmen sarkastisch. In Mathe komme Atatürk in jeder zweiten Sachaufgabe vor, etwa mit Anekdoten aus seinem Leben. Und gehe es um Größenordnungen, werde die Truppenstärke der türkischen Armee mit jener der Allierten im Ersten Weltkrieg verglichen.

In der Pausenhalle begrüßt die Schüler jeden Morgen ein Atatürk-Schrein, groß wie ein Fußballtor: in der Mitte ein Bild des jungen Atatürk, dazu der Text des Unabhängigkeitsmarsches (eine Hymne auf den Befreiungskrieg des jungen Generals gegen die westlichen Alliierten im Ersten Weltkrieg), kemalistische Sinnsprüche und eine türkische Fahne. Eine Wanduhr steht immer auf fünf nach neun - da starb Atatürk am 10. November 1938 in Istanbul.

In den Klassenzimmern sind Schautafeln aufgestellt: Atatürk als Kind, als Soldat, als Feldherr, als Staatsmann. "Ne mutlu Türküm diyene" steht drüber, "wie froh dürfen wir sein, uns Türken zu nennen".

Diese Schule ist nicht etwa eine Ausnahme - Atatürk ist 70 Jahre nach seinem Tod allgegenwärtig in der Türkei. Straßen sind nach ihm benannt, Stadien, Flughäfen. In jedem Büro hängt sein Porträt an der Wand, in vielen Restaurants, in Wohnzimmern, an wichtigen Gebäuden. Sein Gesicht prangt auf jedem Geldschein. Die Atatürk-Fanpage auf Facebook hat über eine Million Anhänger. Winston Churchill bringt es auf gerade 3500.

spiegel.de

Winterliche Dächer in Linz

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Kühne Auslegung

„Der Stern, den die Weisen schon bei seinem Aufgehen beobachtet hatten, ging ihnen voraus. Genau über der Stelle, wo das Kind war, blieb er stehen.“

Eine solche Aussage kann von einem natürlichen Stern nicht gemacht werden.

Wir können nicht einmal ein hochfliegendes Flugzeug – dessen Flughöhe etwa zehn Kilometer beträgt – einem Haus zuordnen.

Wie sollte der Stern außerdem stehen bleiben?

Ein Komet ist von allen wissenschaftlich in Frage kommenden Objekten am dichtesten an der Erde. Aber seine Distanz beträgt immer noch minimal eine Million Kilometer, etwa 3fache Mondentfernung.

Auch eine Planetenkonjunktion von Jupiter und Saturn kann es nicht gewesen sein. Denn diese Planeten sind mindestens fünfmal weiter von der Sonne als wir.

Heutzutage kann man auch Satelliten als eine Art beweglichen Stern sehen. Der Abstand der Internationalen Weltraumstation ISS zur Erde beträgt etwa 350 Kilometer.

Es war ein Fluggerät

Der Stern, wie er im Matthäusevangelium beschrieben wird, könnte aber auch ein dem Hubschrauber vergleichbares Fluggerät in wenigen hundert Metern Höhe mit einem Scheinwerfer gewesen sein.

Fliegende Objekte dieser Art werden im Alten Testament genannt. In Genesis 15,17 ist während des Opfers des Abraham nachts von einem „rauchenden Ofen“ und von einer „Feuerflamme“ die Rede, die zwischen den Opferstücken dahinfuhren.

In Exodus 13,21 wird gesagt, daß der Herr seinem Volk beim Auszug aus Ägypten am Tag in einer Wolkensäule und nachts in einer Feuersäule vorausging.

Schon der Prophet Ezechiel berichtet am Anfang seines Buches von einer Art Raumschiff, das der NASA-Konstrukteur Josef F. Blumrich rekonstruierte.

Folglich sollte es zur Zeit der Geburt Jesu kein Problem gewesen sein, einen „Stern“, eine Wolken-, Feuer- oder Rauchsäule an der richtigen Stelle fliegen zu lassen.


Aus einem Artikel auf kreuz.net

Zum Nachdenken anregend

Eine Tafel im 9. Bezirk wirft bei mir die Frage auf, welche Arten von Sicherheit es denn noch geben kann... Der Glaube schenkt uns nicht Sicherheit, sondern nur Gewissheit. Sollte so etwas gemeint sein? Für das Seelenheil st die MA 48 jedenfalls nicht zuständig. Und gegen das innere Ausgleiten und Abrutschen hilft auch kein Streusalz.