Montag, 13. April 2009

Der Glaube der Österreicher

Gemäss einer am Karfreitag in Linz veröffentlichten Meinungsumfrage zum Thema "Ostern zwischen Brauchtum und Gläubigkeit" glaubt knapp die Hälfte der Österreicher an die Existenz Gottes. Ostern wird hingegen mehr als Brauchtum und weniger als religiöses Fest gesehen. Trotz Kirchenkritik und Evolutionstheorie blieben die christlichen Glaubenssätze in den vergangenen Jahren fast unberührt.

Wie das Linzer Institut für Markt- Sozialanalysen (IMAS) mitteilte, bekannten sich 47 Prozent der 1.000 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung befragten Personen zum Glauben an Gott. 42 Prozent beziehungsweise 34 Prozent sind überzeugt, dass es Wunder und ein Leben nach dem Tod gibt. Für jeweils 28 Prozent ist es glaubhaft, dass Jesus als Gottessohn geboren wurde, dass es Engel gibt und dass Jesus von den Toten auferstanden ist. 23 Prozent sind der Meinung, dass es einen Himmel gibt, in den man kommen kann.

22 Prozent der Österreicher glauben laut IMAS an Geisterscheinungen, 16 Prozent jeweils an eine Wiedergeburt, bei der man als eine andere Person neu auf die Welt kommt und, dass die Astrologie über das Schicksal von Menschen Auskunft geben kann. Die IMAS-Unfrage ergab ferner, dass jeweils 15 Prozent von der Existenz des Teufels sowie der Hölle überzeugt sind. Für 14 Prozent ist es plausibel, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde. Für elf Prozent existieren UFOs. Dass Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat, beziehungsweise daran, dass es Hexen gibt, glauben jeweils neun Prozent. Die IMAS-Umfrage weist auch auf den interessanten Aspekt hin, dass die Urknall-Theorie von 30 Prozent der Österreicher als Ausgangspunkt der Entwicklungsgeschichte akzeptiert wird, ohne dass der Gottesglaube dadurch rückläufig wurde.


jesus.de (epd)

Eine konfessionelle Spezifizierung ist anscheinend nicht vorgenommen worden. 

Auf der Stiege


Sehnsucht nach Verewigung

All die vielen Blogs und Twitter-Meldungen sind Flaschen-Post-Würfe. Rund um den Globus werden Milliarden Protokolle einsamster Herzen ausgestreut in der irrealen Hoffnung auf … ja auf was? Auf ewiges Leben à la Hypertext-Transfer-Protokoll? Dann endlich leben! Davon träumte Jesus Christus aus Nazareth. Er war nur einer von den Flaschenpost-Ausstreuern. Sie ist nur die best dokumentierte, von Homer und Odysseus an wird protokolliert ohne Ende. Jedes will, ja MUSS seine Summe notieren, damit http und Wikipedia nur ja alles ins „ewige Leben“ einbringen, damit nur ja kein einziger Funken Idee verkommt. Und dann die Mamas alle aus dem Zigaretten-Automat rauspurzeln und verkünden können: „I bin’s, dei Mama!“ Damit nur ja alle Lebewesen, die je existierten, in die Ewigkeit schlüpften, ob von der Fauna oder Flora ... oder den Pilzen, doch die gehören wahrscheinlich eher zur Welt der Flora, die Pilze. – Es ist alles parat, und die kybernetische http-Ewigkeitsarbeit kann begonnen werden, Duhsub! Damit alles in Erinnerung bleibt!

Aus Phettbergs Predigtdienst Nr. 836: Der Flaschenpost-Ausstreuer aus Nazareth

Sunset? Sunrise?

Atemberaubende Zahlen

Die Vermittlung von religiösen Werten in der Erziehung hat in Deutschland stark abgenommen. Das geht aus der aktuellen Studie "Generationen-Barometer 2009" des "Forum Familie stark machen" hervor, die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Berlin vorstellte.

Nur rund 32 Prozent der deutschen Bevölkerung legen Wert auf die religiöse Erziehung von Kindern, für 48 Prozent hingegen ist diese unwichtig. Die Studie, die sich mit den Themen Familie und Erziehung beschäftigt, zeigt zudem, dass 57 Prozent der 16- bis 29-Jährigen nicht viel von religiöser Erziehung halten. Nur 15 Prozent der Befragten empfindet sie als wichtig. Auch etwa die Hälfte der 30- bis 59-Jährigen erachtet religiöse Werte bei der Kindererziehung als unbedeutend, rund 30 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt. Lediglich bei Menschen ab 60 Jahren ist es umgekehrt. Dort stimmen rund 47 Prozent der religiösen Erziehung zu, 39 Prozent halten sie für unwichtig.

Schon bei Kindern dominiert der Computer

In Rahmen der Studie wurde auch der Medienzugang von Kindern befragt. Zwei von drei 14-Jährigen besitzen bereits einen eigenen Fernseher. Unter den 3- bis 5-Jährigen haben etwa 4 Prozent einen eigenen Fernseher. Auch die Nutzung von Computern liegt bei den 6- bis 9-Jährigen schon bei 43 Prozent. Bei den 14- bis 17-Jährigen gibt es nur 8 Prozent, die vom Computer gar keinen Gebrauch machen. In dieser Altersgruppe nutzen 85 Prozent der Jugendlichen das Internet, bei den 10- bis 13-Jährigen etwa die Hälfte.

Mit dem "Generationen-Barometer" will das "Forum Familie stark machen", der Auftraggeber der Studie, öffentliche und private Auseinandersetzungen mit der Veränderung der Generationenbeziehungen durch regelmäßige Studie begleiten. Der Verein bezeichnet sich selbst als überparteilich und überkonfessionell. Das Institut Demoskopie für Allensbach führte sowohl die erste Studie im Jahr 2006 als auch die aktuelle Studie durch. Vorsitzender von "Forum Familie stark machen" ist der Theologe Hubertus Brantzen. 



Ich lese diese Zahlen, fasse mich an den Kopf - und weiß zugleich, dass sie die Realität widerspegeln. 4 % der 3 - 5.Jährigen haben einen eigenen Fernseher? Ja, so ist das wohl. Und nicht einmal die Hälfte der älteren Menschen (über 60 Jahren) hält religiöse Erziehung für wichtig. Von den jüngeren Leuten ganz zu schweigen. Zudem wird zwischen "für wichtig halten" und eigener Praxis klar zu unterscheiden sein. Der schleichende Übergang in eine mehrheitlich religionslose Gesellschaft scheint unaufhaltsam.