Mein Herzblatt, was bist du so traurig,
nur weil dieser Tag
wieder nicht gehalten hat, was er versprach?
Mein Herzblatt, was bist du so traurig,
nur weil so wie Sand
das Leben zerrinnt aus unserer Hand?
Gott ist schon besoffen,
die Uhr zeigt fünf vor zwölf,
aber ich seh nicht mehr hin.
Solange die Zeiger rücken,
solange die Räder klicken,
ist noch alles drin.
Mein Herzblatt, was bist du so traurig,
nur weil so wie Sand
das Leben zerrinnt aus unserer Hand?
Mein Herzblatt, was bist du so traurig
nur weil keine Spur von uns beiden bleibt?
Wir rennen gegen die Uhr.
Wir hetzen auf der Suche
nach dem Futternapf
wie Ratten durch das Labyrinth.
Solange wir noch tanzen können
und richtig echte Tränen flennen,
ist noch alles offen,
ist noch alles drin.
Mein Herzblatt, was bist du so traurig,
nur weil dieser Tag
wieder nicht gehalten hat, was er versprach?
Mein Herzblatt, was bist du so traurig,
nur weil keine Spur von uns beiden bleibt?
Komm, wir schlachten die Uhr!
Gerhard Gundermann
Freitag, 10. Juli 2009
Schau doch mal im Internet!
(...) Google-Diagnosen und Forums-Therapien stellen Mediziner immer wieder vor erhebliche Probleme. "Es ist nicht leicht, einem Patienten seinen Hörsturz wieder auszureden, wenn das Internet ihn auf diese Diagnose gebracht hat", sagt Dieter Boland, niedergelassener Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Düsseldorf. Zu ihm kommen immer häufiger Patienten, die nicht nur ihre vermeintliche Diagnose schon kennen, sondern zur Absicherung auch bestimmte Blutanalysen und Röntgenuntersuchungen fordern.
Eine seiner Patientinnen, Mutter von zwei kleinen Kindern, hat immer wieder Phasen, in denen sie sich um ihre Gesundheit Sorgen macht. Dann setzt sie sich an den Computer und googelt ihre Symptome. Kurze Zeit später hat sie entweder einen Hirntumor, amyotrophische Lateralsklerose oder Multiple Sklerose.
"Die Medien haben für so einen Fall das Wort Cyberchonder erschaffen", sagt Gaby Bleichhardt vom Fachbereich Psychologie an der Philipps-Universität Marburg. Um ein echtes Krankheitsbild handelt es sich ihrer Meinung nach dabei nicht. "Aber sehr besorgte Menschen werden im Internet eher verunsichert", betont die Psychologin. (...)
spiegel.de
Eine seiner Patientinnen, Mutter von zwei kleinen Kindern, hat immer wieder Phasen, in denen sie sich um ihre Gesundheit Sorgen macht. Dann setzt sie sich an den Computer und googelt ihre Symptome. Kurze Zeit später hat sie entweder einen Hirntumor, amyotrophische Lateralsklerose oder Multiple Sklerose.
"Die Medien haben für so einen Fall das Wort Cyberchonder erschaffen", sagt Gaby Bleichhardt vom Fachbereich Psychologie an der Philipps-Universität Marburg. Um ein echtes Krankheitsbild handelt es sich ihrer Meinung nach dabei nicht. "Aber sehr besorgte Menschen werden im Internet eher verunsichert", betont die Psychologin. (...)
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