Montag, 30. März 2009

Sich selbst nicht vergeben können

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde!

Psalm 51, 3f.

Nicht wenige Menschen glauben, dass Gott ihnen ihre Sünde vergeben hat, aber sie können sich selbst nicht vergeben. So wollen sie päpstlicher als der Papst oder göttlicher als Gott sein. Ein schweres Problem in der Seelsorge, mit dem ich immer wieder zu tun habe.

Sonntag, 29. März 2009

Die Kaaba der Kunstreligion

Wie ein Meteorit, eingeschlagen aus fremden Welten: Das Museum der Sammlung Ludwig im Wiener Museumsquartier.

Traut sich noch jemand vom Bösen zu sprechen?

Wer sich fragte, ob in dem Amoklauf von Winnenden auch Grundsätzlicheres zum Vorschein gekommen sein könnte als eine laxe Handhabung der Waffengesetze oder eine Überforderung des Täters durch seine Eltern – etwa das, was Theologen das Böse oder die Sünde nennen – sah sich weitgehend alleingelassen.

Das stellte Thomas Jansen am 20. März in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ fest.

Der Journalist weist darauf hin, daß der protestantische baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau als erster Politiker in einer größeren Öffentlichkeit den Amoklauf als Manifestation des Bösen bezeichnete.

Jansen versteht, daß der Politiker unter seinen Berufskollegen keine Nachahmer fand: Das Eingeständnis der eigenen Ohnmacht sei bei Politikern mit einem Risiko behaftet.

Dagegen wundert sich Jansen, daß auch Kirchen und Theologen in ihren Äußerungen den Begriff des Bösen meist übergingen oder allenfalls am Rande erwähnten.


Kirchenfunktionäre reden um den heißen Brei

In kirchliche Stellungnahmen auf die tragischen Ereignisse finde sich kein Hinweis darauf, „daß es in beiden Kirchen durchaus so etwas wie eine Lehre vom Bösen gibt.“

Jansen zitiert einige Beispiel:

• Der Ratsvorsitzende der ‘Evangelischen Kirche Deutschlands’, Wolfgang Huber, rhapsodierte, daß man Schmerz und Fassungslosigkeit „Raum geben“ wolle.

• Die Tragödie übersteige die „menschliche Vorstellungskraft“ – suchte der Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, Zuflucht im Hyperbolischen.

• Der Württembergische Landesbischof Otfried July erinnerte an die Vaterunser-Bitter von Schuld und Vergebung. Er ließ aber – wie Jansen bemerkt – die Erlösung von dem Bösen unerwähnt.

• In dem ökumenischen Gedenkgottesdienst für die Opfer in Winnenden entdeckte Jansen den Begriff des Bösen nur einmal kurz, die Sünde gar nicht.

• Auch im „Wort zum Sonntag“ kam eine evangelische Pfarrerin beim Thema Winnenden ohne das Böse und die Sünde aus.

• Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann forderte mehr schulische Sozialpädagogen und eine Verringerung der Klassenstärken.

Die Frage nach dem Warum

Diese Wortmeldungen lassen Jansen ratlos: „Warum machten Vertreter beider Kirchen nach dem Amoklauf von Winnenden einen solch großen Bogen um den Begriff des Bösen?“

Seine Antworten kleidet er in Frageform: „Weil er für die christliche Botschaft eben doch nicht entscheidend ist? Weil sie den richtigen Zeitpunkt noch nicht für gekommen hielten oder weil sie fürchteten, das Vokabular könne die Menschen abschrecken?“

Der fehlende Anlaß kann es jedenfalls nicht gewesen sein – so Jansen.

kreuz.net

Die Beobachtung ist richtig. Das Böse steht noch im Vaterunser. Und damit scheint es gut zu sein. Und der Böse? Von dem wagt sowieso niemand mehr zu reden.

Samstag, 28. März 2009

Schule: das große Durcheinander

Wandbild im Stiegenhaus der AHS Maroltingergasse.

Das Mysterium der zwei Naturen

Wir begegnen so menschlichen Zügen in Christus, dass sie sich in nichts von denen unterscheiden, die der menschlichen Schwachheit von uns Sterblichen zu eigen sind; gleichzeitig aber begegnen wir so göttlichen Zügen, dass sie nur der übergroßen und unfassbaren göttlichen Natur zustehen. Vor einem solchen Geheimnis wird das menschliche Verstehen, da es zu gering ist, von solcher Bewunderung ergriffen, dass es nicht weiß, an was es sich halten soll und wohin es sich zu wenden hat. Fühlt es doch, dass Christus Gott ist, sieht ihn aber doch sterben. Und nimmt sie ihn für einen Menschen, so ersteht er doch von den Toten mit siegreicher Beute, nachdem er die Herrschaft des Todes zerstört hat. Deshalb muss unsere Kontemplation sich üben in großer Ehrfurcht und Zurückhaltung, dass sie im selben Jesus die Wahrheit der zwei Naturen betrachtet und sich davor hütet, dem unfassbaren göttlichen Wesen Dinge zuzuschreiben, die seiner unwürdig sind oder sich nicht geziemen. Aber sie muss auch vermeiden, in geschichtlichen Ereignissen nur illusorische Trugbilder zu sehen.

Origenes, princ. 2,6,2

Gastspiel des Frühlings

Neben den Gleisen des Fortschritts

Vieles haben wir Menschen zu zähmen gelernt,
Rinde und Pferde und Hunde,
Wasser und Wind,
sogar Elektrizität und Magnetismus,
eine erstaunliche species sind wir.

Doch unsere eigene Seele
kam leider nicht nach mit dem Fortschritt,
blieb auf der Strecke,
irrt neben den Gleisen dahin,
wild, suchend und durchaus ungezähmt.

Lutherhof

Vom lebensnotwendigen Müssen

Jeder Teilnehmer unserer Kultur arbeitet sich doch unentwegt an seiner To-do-Liste ab: Ich muss ein Waschmittel kaufen, ich muss meine vernachlässigten Freunde wiedertreffen, ich muss geistig rege bleiben. (...) In dem Moment, in dem ich glaube, alles auf Erden erledigt zu haben, ob Triviales oder Philosophisches, ereignet sich eine gewisse Restlosgkeit. Der Traum vom stressfreien Leben wäre identisch mit dem Tod - und den können wir doch nicht ernsthaft herbeisehnen wollen.

Joachim Lux, der scheidende Chefdramaturg des Burgtheaters, nach einem Artikel des Standard (Ronald Pohl: Der Theaterkistenstemmer), 27. März 2009, S. 25.

Der Osterhase trägt sein Kreuz

Werbung für den katholischen Schülergottesdienst der AHS Maroltingergasse.

Krise als Chance? Wohl kaum.

Auch die Weltwirtschaftskrise hat gewiss ihr Gutes, raunen Onkel aller Art; am liebsten möchte man schmallippig mit einer Variation des Diktums einer berühmten Tante antworten: Gott möge einen hüten vor allem, was auch sein Gutes hat.

Und was soll sie Gutes haben? Dass sich die „Tüchtigen“ durchsetzen? Aber was, das tun sie doch immer. Die Gesellschaft werde in der Krise kooperativer, sagen manche, doch davon ist nicht viel zu sehen: Armut macht die Menschen nicht besser, nein, Armut stinkt und macht brutal. Not kennt kein Gebot. Die inneren Werte blühen nicht, wenn die äußeren knapp werden. Auch das Loblied der Faulheit singt sich leichter, wenn man ein Sparbüchlein in der Lade und ein Häuschen auf dem Lande hat, als wenn man nicht weiß, wie man die nächste Miete zahlen soll.

Nicht abzuweisen dagegen ist die These, dass die bedrohte Natur in der Krise aufatme. Tatsächlich: Wenn aufgrund sinkender Realeinkommen weniger Autos produziert und gefahren, weniger Flugzeuge gebaut und geflogen werden, weniger Abfall produziert wird, ist das ein substanziellerer Beitrag zum Klimaschutz als alle Kyoto-Protokolle. Dass die Warnungen vor dem Treibhaus weniger Platz in den Medien einnehmen als noch vor einem Jahr, liegt ja schlicht daran, dass wir nicht darauf eingerichtet sind, mehrere Katastrophenszenarien auf einmal im Kopf zu haben. Die Rhetorik der Apokalypse ist ohnehin in beiden Fällen gleich: Es werde noch schlimmer kommen als befürchtet, liest man wieder und wieder und stumpft zusehends ab.

Aber wenn alle Trübes prophezeien, will ich mich auch als Unke versuchen: Die bedenklichste Langzeitauswirkung dieser Krise wird sein, dass die nächste Runde des globalen Monopoly-Spiels mit einer deutlich ungleicheren Verteilung von Grund und Boden beginnt. Denn die Immobilienpreise sinken vielleicht da und dort, wo die Spekulation zu irrwitzig war, aber tendenziell werden alle vernünftigen Reichen – und es gibt, man verzeihe die Incorrectness, unter den Reichen relativ viele Vernünftige, was einer der Gründe dafür ist, dass sie reich sind – in den nächsten Jahren ihr Geld in Immobilien anlegen. Auch in Äcker auf der ganzen Erde: Spätestens in der nächsten Nahrungsmittelknappheit kann das Gewinn bringen. (...)

Thomas Kramar: Wo ist denn das Gute an der Krise? Die Presse 26.03.2009

Im Burgtheater

Freundlich schaut Schnitzler im Treppenaufgang auf eine Reihe abgestellter Theateresessel...

Stiefmütterchen ud Großmütterchen

Die Annäherung ans Jenseits wirft Fragen auf: „Frieren die nicht da unten?”, rätselt Maurice und zeigt auf einen nassen Haufen mit Kränzen. „Nein, die haben ja eine warme Decke und ein Laken”, sagt Martin Struck. „Ach so.”

Zwischen Grabschaufel und Blumenschmuck: Die Jungen und Mädchen des St. Bonifatius-Kindergartens auf dem Schürener Friedhof. (Fotos: Klaus Pollkläsener) (Iris-MEDIEN)
Zwischen Grabschaufel und Blumenschmuck: Die Jungen und Mädchen des St. Bonifatius-Kindergartens auf dem Schürener Friedhof. (Fotos: Klaus Pollkläsener)

Maurice ist fünf. Struck ist Grabpfleger. Beide stehen vor einer Gruft. Eigentlich sind die Jungen und Mädchen des Kindergartens St. Bonifatius um diese Zeit auf dem Spielplatz. Heute sind sie auf dem Friedhof.

Sie wissen nicht, wie Leben beginnt. Und hier erzählt einer vom Sterben. Von Toten, die da unten liegen. Außenstehende irritiert das. Birgit Mattern nicht. „Die Ängste haben wir, nicht die Kinder”, sagt die Kulturpädagogin. Sie betreut das Projekt „Kinder, Tod und Lebensfreude”. Als die Eltern davon hörten, hätten sie erst einmal geschluckt. „Wie bitte? Mein Kind? Auf den Friedhof?” Mittlerweile sei die Resonanz ausnahmslos gut.

„Was ist denn ein Grab?” fragt Friedhofsgärtner Struck. Maurice weiß Bescheid. „Ein großes Loch, da ist `ne Kiste drin. Da werfen alle Blumen drauf.” – „Und was ist in der Kiste?” – „Ein Körper.”

Sechs davon ruhen in der Familiengruft. Zwei mächtige Grabsteine. Die Zahlen darauf berichten von Leben und Tod zwischen 1874 und 2007. Oben blüht das Stiefmütterchen, unten vergeht das Großmütterchen. Die Kinder bewegen sich so still und ruhig, als wollten sie sie nicht stören.

Friedhofsgärtner Martin Struck. (Iris-MEDIEN)
Friedhofsgärtner Martin Struck.

Eine neue Welt ist das. Spannend. Und gar nicht gruselig. Vielleicht liegt es daran, dass Sterben ja eigentlich körperlos ist. Es macht „Peng-Peng” aus der Pistole – und du bist tot. Im Kindergarten stehen sie danach wieder auf. Hier nicht. Wie weh das tut, steht im Gesicht eines alten Herrn geschrieben. Mit rot geweinten Augen kreuzt er den Weg, dreht sich weg.

„Da ist ein Motorrad drauf”, ruft ein Junge und zeigt auf einen hellen Grabstein. „Ja, der hat Motorräder gern gehabt”, sagt Struck. Aber nur bis zu seinem 39. Lebensjahr.

Unbekümmerte Annäherung ans Jenseits. (Iris-MEDIEN)
Unbekümmerte Annäherung ans Jenseits.

Auch dieses Brummen kommt von einer Maschine. Ein Bagger hebt Gräber aus. „Boah!” Maurice ist entzückt. Ein Loch nach dem andern schaufeln – das wäre was für ihn. „Es ist besser, in freudigen, unbelasteten Zeiten mit Trauer umzugehen”, sagt Birgit Mattern. „Im akuten Fall ist es zu spät, es den Kindern zu erklären.”

Emilia hat das erlebt. Vor zwei Wochen ist ihr Opa gestorben. „Ich hab ihm ein Bild gemalt und es reingeschmissen”, flüstert sie und schaut auf eine bronzene Engelsfigur. „Das ist der Schutzengel”, sagt Birgit Mattern. Den kennt Emilia gut. Aus ihrem Zimmer. Da wacht er jede Nacht über sie. Wenn sie schlummert, unter der warmen Kuscheldecke.

der westen.de

Ein gescheites Projekt. Im Vorschul- (und Volksschul-) Alter sind Kinder noch einfach neugierig. Und die Auseinandersetzung mit den Themen Tod und Sterben kann gar nicht früh genug beginnen. Die Zeiten der prinzipiellen Tabuisierung des Gegenstandes, als ich vor Beerdigungen oft von Angehrigen gefragt wurde, ob man es denn verantworten könne, Kinder von acht, zehn oder zwölf Jahren überhaupt mitzunehmen, scheinen zum Glück vorbei zu sein.

Mittwoch, 25. März 2009

Heute in der Früh

Christoph Schlingensiefs "Mea Culpa"

Ein Kulturererignis ersten Ranges. Und ein Erlebnis. Sechs Aufführungen nur im Burgtheater, man wünscht dieser Ready-made-Oper noch viele weitere Inszenierungen. Und man kann nur auf eine DVD hoffen, die vielleicht erscheint, um die Tiefe und den Witz dieses Werkes überhaupt angemessen würdigen zu können.

Natürlich ist die persönliche Perspektive irritierend. Es geht um C.S. und seine Krebserkrankung und seinen Versuch, damit umzugehen. Der Autor hat in Wien Regie geführt und wirkt auch höchstpersönlich mit, das gibt dem Ganzen eine private Note einerseits. Andererseits bemüht C.S. ja das halbe Abendland mit seinen Traditionen, dadurch gewinnt das Werk an Allgemeingültigkeit, vor allem aber durch seine Thematik: Die Fragen von Schuld, Tod und Erlösung bilden einfach eine cantus firmus aller unserer Traditionen.

Dabei ist Schlingensiefs Werk alles andere als Mysterientheater oder ein Erlösungsdrama. In einem Interview mit der "Presse" hat der Autor gesagt: "Nein, ich will diese angelernte Erlösung nicht haben, ich brauche die nicht. Für mich ist das überhaupt kein Begriff, keine Suche. Ich will einfach die Situation des Hier-Lebens, des Bestimmens, die will ich haben." (Die Presse 19.03.2009

Schlingensief spielt mit den Traditionen, aber auch die Kunstreligion des Grünen Hügels bleibt eine scheiternde Möglichkeit.  

Einige Zuschauer sind zur Pause gegangen, nicht viele. Am Ende ist der Beifall langanhaltend, fast niemand verlässt seinen Platz, bevor nicht das ganze Ensemble (incl. Orchester und Chor) seine drei Vorhänge gehabt hat. Der Beifall ist hart, laut, intensiv. Beim Hinausgehen herrscht eine ganz ungewöhnliche Stimmung, der übliche Schmäh ist nicht zu hören, es ist eher wie beim Verlassen eines Gottesdienstes. Erst in der Garderobe werden die Handys wieder eingeschaltet, Erleichterung macht sich leicht über die Botschaft, mit der auch das Stück endet: Noch leben wir. Ein kathartischer Theaterabend, der sehr gekonnt die Ängste und Fragen der Zuschauer auf die Bühne bringt. Keine Antworten, aber Fragen. Nicht die Antworten machen uns zu Menschen, sondern die Fragen.

Wegen des großen Erfolgs hat das Burgtheater für Juni eine zweite Serie von Aufführungen angekündigt, sehe ich gerade.

Am Weg in die Stadt

Dienstag, 24. März 2009

Bitte keine Zukunft!

Drei Schülerinnenäußerungen von heute (aus drei verschiedenen Stunden):

"Bald geht ja doch die Welt unter. Ich werde es nicht mehr erleben, aber es kann nicht mehr lange dauern. Und alles Unheil haben wir Menschen angerichtet." (Kommentar einer Mitschülerin: "Ja, aber das ist mir egal, und ändern kann man sowieso nichts. Ich will nur mein Leben genießen. Und Schluss. Was nach mir kommt, interessiert mich nicht.")

"Ich hasse Kinder."

"Mit 69 Jahren gebe ich dann den Führerschein ab - und dann hat das Leben keinen Sinn mehr."

Sie haben nicht nur keine Lust auf Schule, sie haben keine Lust auf das Leben, unsere heutigen Jugendlichen. Sie sehen keine Perspektive, aber nicht einmal das ist ihnen Anlass zur Revolte.

Montag, 23. März 2009

Baumzier im Garten des Lutherhofes





Erstaunlich, wie die Bälle, die irgendwann einmal im Geäst gelandet sind, allen Wiener Stürmen widerstehen...

Damals und noch heute...

Die Gemeinde Fambach bei Schmalkalden gilt als einer der historisch am besten erforschten Orte in Deutschland. Mit dazu beigetragen hat das Kirchenbuch der evangelischen Kirchengemeinde, dass das älteste, noch erhaltene Kirchenbuch in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist. Darin haben die Pfarrer der Kirchengemeinde im Zeitraum von 1559 bis 1703 alles eingetragen, was ihnen im Gemeindeleben  wichtig erschien. Und dazu gehören nicht nur Hochzeiten, Geburten oder Todesfälle, sondern auch Berichte über Krankheiten und Seuchen, das Wetter und die damalige Lebensweise der Menschen.

Wie das Leben im 16. und 17. Jahrhundert in Fambach ausgesehen hat, können jetzt Interessierte in einem Buch des Fambacher Historikers Dr. Kai Lehmann nachlesen. Lehmann hat anhand des Kirchbuches und anderer  historischer Quellen eine kurzweilige Kulturgeschichte des Thüringer Ortes zusammengestellt, in der man manch Kurioses finden kann. So erfährt der Leser, dass der Februar des Jahres 1638 so warm war, dass man Schwimmen gehen konnte oder dass die Schulpflicht für Mädchen in Fambach schon 1604 eingeführt worden war. Außerdem wurden die Fambacher von einem Massenmörder in Angst und Schrecken versetzt und konnten schon vor dem 30jährigen Krieg Lotto spielen.

Menschen, die durch Alkohol zu Tode gekommen waren, durften laut Friedhofsordnung, nicht in geweihter Erde bestattet werden. Und trotzdem bestattet der Pfarrer eine Frau, die im Vollrausch die Treppe hinuntergestürzt und zu Tode gekommen war, auf dem Friedhof. Der Alkoholmissbrauch der damaligen Zeit sei daran schuld gewesen, dass es heute nur zwei Feiertage zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten gibt. Den jeweiligen dritten Feiertag schaffte Landgraf Carl von Hessen-Cassel im Jahr 1701 ab, da diese Tage «von dem gemeinen Volk fast zu anders nicht als Saufen, Schwelgen und anderer Üppigkeit missbrauchet worden» seien, zitiert Lehmann den Landgrafen in seinem Buch.

Gefunden auf ekkw.de

Der Alkoholmissbrauch ist in der Tat kein Problem unserer Tage, das ist bekannt. Aber er ist ein Problem der christlichen Kultur. Hätte man je Ähnliches aus jüdischem, muslimischem oder buddhistischem Kontext gelesen? Das Judentum verbietet den Alkohol auch nicht, aber unter den großen Religionen hat allein das Christentum seinen zentralen Kultakt (Eucharistie / Abendmahl) mit dem Alkohol verbunden.  

An der Kirche bauen...

Umkehr aus dem Murren

Als das Volk in der Wüste gesündigt hatte (vgl. Num 21,5 ff.) befahl Mose der Prophet den Israeliten, eine Schlange an einer Kreuzesstange aufzurichten, das heißt die Sünde hinzurichten... Eine Schlange musste man ansehen, denn durch Schlangen wurden die Israeliten als Strafe geschlagen. Warum durch Schlangen? Weil sie das Verhalten unserer Stammeltern erneuert hatten. Adam und Eva hatten beide gesündigt, indem sie die Frucht des Baums aßen; die Israeliten hatten über die Nahrung gemurrt. Sich mit Worten beklagen, weil einem Gemüse fehlt, das ist wirklich die höchste Stufe des Murrens. Und das sagt der Psalm dazu: „Sie trotzten in der Wüste dem Höchsten.“ (Ps 77,17). Aber auch im Paradies war die Schlange Ursprung des Murrens...
Die Kinder Israels mussten auch lernen, dass dieselbe Schlange, die Adam den Tod gebracht hatte, ebenfalls ihnen den Tod brachte. Mose hat sie also am Holz aufgehängt, damit sie bei ihrem Anblick durch die Ähnlichkeit dahin gebracht würden, sich des Baumes zu erinnern. Jene nämlich, die zu ihr aufblickten, waren gerettet, nicht durch die Schlange, sondern durch ihre Umkehr. Sie blickten zur Schlange und erinnerten sich ihrer Sünden. Weil sie gebissen worden waren, bereuten sie, und waren einmal mehr gerettet worden. Ihre Umkehr wandelte die Wüste in die Wohnung Gottes. Das sündige Volk wurde durch die Buße zur einer kirchlichen Versammlung, und besser noch: Es betete das Kreuz an, wider besseres Wissen. 

Aus einer Ephräm dem Syrer zugeschriebenen Predigt "Über die Buße"

Sonntag, 22. März 2009

Technik am Wege

Alle Jahre wieder

Straftaten der letzten Jahre, bei denen Kinder ihre Eltern in Hessen verletzt oder getötet haben 

März 2009: Ein wahrscheinlich alkoholisierter 17-jähriger tötet in Linden bei Gießen mit zahlreichen Axthieben seine schlafende (geschiedene) Mutter von hinten. 

November 2007: Ein Elfjähriger schießt im Osthessischen Hosenfeld absichtlich mit einer Pistole auf seinen Stiefvater und verletzt den 49-Jährigen. Die Tatwaffe gehörte dem Opfer. 

März 2007: Ein 21-Jähriger verletzt seine 87 Jahre alte Großmutter im Streit schwer. Der Mann, der in Taunusstein im selben Haus wie seine Oma wohnte, soll diese schon zuvor mehrfach angegriffen haben. 

Juli 2006: Ein 19-Jähriger erschlägt im Wetterau-Ort Petterweil seine Mutter mit einem Hammer. In dem Streit ging es um Geld. 

Januar 2005: Eine 26 Jahre alte Frau verletzt den Freund ihrer Mutter während eines Familienstreits in Frankfurt mit einem Brotmesser lebensgefährlich. 

November 2004: Ein 33-Jähriger sticht nach einem Streit mit seiner Mutter seinen zwei Jahre jüngeren Bruder im mittelhessischen Stadtallendorf nieder. Der Jüngere hatte die Mutter in dem Streit unterstützt. 

Januar 2004: Eine 15-Jährige sticht ihre Mutter im nordhessischen Witzenhausen mit einem Steakmesser nieder und verletzt sie schwer. Der Tat war ein handgreiflicher Streit vorausgegangen. 

Oktober 2003: Ein 17-Jähriger tötet in Frankfurt seine Mutter, eine 46 Jahre alte Antiquitätenhändlerin, mit mehreren Messerstichen in Hals und Kopf. Der Jugendliche, der älteste von drei Söhnen, gibt familiäre Probleme als Grund an. 

Mai 2002: Ein 20-Jähriger ersticht im osthessischen Heringen seine Mutter mit einem Butterflymesser im Streit. Es geht um den Drogenkonsum des Heranwachsenden. 

Februar 2002: Ein 16-Jähriger ersticht seine Stiefmutter mit einem Fleischermesser im Streit.

hr-online, ergänzt von mir

Böser Sarkasmus

Diese Tafel findet sich in allen Erdgeschossfenstern eines frisch sanierten Gebäudes im 18. Bezirk.

So macht man Politik interessant

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat in mehr als 90 Städten 150.000 gefälschte Ausgaben der Wochenzeitung "Die Zeit" verteilt. Die Schlagzeile auf dem Titelblatt lautet "Am Ende des Tunnels". Als Erscheinungsdatum ist der 1. Mai 2010 angeben. Statt Meldungen von gestern enthalte das täuschend echte Plagiat die "Nachrichten der Zukunft", teilte Attac mit.

Die aktuellen Berichte über die "globale Wirtschafts-, Finanz- Hunger- und Klimakrise" ließen viele Menschen hilflos zurück, erklärte Attac-Aktivistin Jutta Sundermann. Die Autoren hätten deshalb "die Zeit weitergedreht" und "die Nachrichten verfasst, die wir morgen lesen wollen". Alles, was in den Artikeln geschrieben sei, könne man "innerhalb von 13 Monaten umsetzen". Ziel sei es, die Vorstellungskraft der Leser zu erweitern und ihnen Mut machen, sich politisch zu engagieren.

Kühne Phantasien bekannter Autoren

Zu den Autoren der sogenannten Zukunftsausgabe zählt etwa der Journalist und Buchautor Harald Schumann, der unter der Überschrift "Zeit der Abrechnung" von einem imaginären G20-Treffen in Brasilia berichtet, bei dem sich die Industrie- und Schwellenländer auf eine weitreichende Besteuerung großer Privatvermögen und internationaler Konzerne geeinigt haben.

Attac-Mitglied bietet in Duisburg gefälschte "Zeit"-Ausgabe an (Foto: dpa)Großansicht des Bildes[Bildunterschrift:Nachrichten von morgen: Attac-Mitglied mit "Zeit"-Plagiat in Duisburg]
Der Wirtschaftsjournalist Lucas Zeise beschreibt in "Ende einer Ära" die Veränderung der deutschen Bankenlandschaft nach einem Untergang zahlreicher Privatinstitute, der Kabarettist Matthias Deutschmann ein von der Bevölkerung herbeigeführtes Ende des "Kasinokapitalismus". Weitere Artikel berichten über das imaginäre Ende der NATO, von Schuldenerlassen für arme Länder und einer dezentralen Konferenz der Weltgesellschaft gegen Hunger. Unter die-zeit.net ist zudem eine Attac-Website online, die der Originalseite zeit.de bis ins Detail nachempfunden ist.


tagesschau.de


Eine geniale Aktion nach amerikanischen Vorbildern. Das Bestechende daran sind aber auch die Inhalte, die konkreten Visionen.

Die Musik - Rätsel oder Lösung?


"Kunst am Bau" an der Volksschule Gersthof

Trauer macht lebendig

Canacakis: Trauer ist das Lebendigste, was wir haben. Mit ihr gewinnen wir Gefühle, die von unserer Gesellschaft leider oft als Gefühle zweiter Klasse diskriminiert und mit Depression verwechselt werden. Viele wollen die Gefühle von Trauer und Schmerz loswerden, was genau das Falsche ist. Wir müssen lernen, sie auszudrücken. Somit gewinnt man Lebendigkeit. Tränen und Trauer wollen gesehen werden, nicht nur von Pfarrern und Psychologen.

Wenn die Menschen heute [sc. bei der Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufes von Winnenden] beten, singen und sich erinnern, dann ist das doch auch ein Ausdruck von Gefühlen.

Canacakis: Das ist für unsere Kultur in Ordnung, weil es die Menschen so gewohnt sind. Viele werden nach der Trauerfeier aber noch trauriger sein als vorher, weil sie viele Möglichkeiten verpasst haben, einen Ausdruck zu finden. Ich würde was anderes machen.

Und zwar?

Canacakis: Man darf die Gefühle nicht tot beten oder tot schweigen. Der liebe Gott wird wütend, wenn wir unsere Gefühle nicht ausdrücken, die er uns geschenkt hat.

Der Trauerforscher Dr. Jorgos Canacakis in einem Interview auf derwesten.de

Kreuzung

Samstag, 21. März 2009

Schlafen mit offenen Augen

Selbst an einem grauen und regnerischen Herbsttag unter freiem Himmel werden gut 8000 Lux erreicht. Hingegen herrschen in fast allen unseren Büros, Praxen und Werkshallen um 600 Lux. Was bei Nacht schon zu viel ist, um schlafen zu können, ist frühmorgens viel zu wenig, um hellwach und fit zu werden. Setzt man Schülern morgens während des Unterrichts spezielle helle Tageslichtlampen auf die Tische, verbessern sich ihre Schulnoten deutlich, wohingegen frühmorgendliche Hirnstromuntersuchungen bei normaler Klassenraumbeleuchtung zeigten, dass nicht wenige Schüler bei geöffneten Augen tatsächlich noch in mitteltiefen Schlafstadien verweilten.

Aus: Michael Feld, Das dunkle Kapitel unserer Arbeitswelt, in der FAZ (10.12.2008)

Also trügt der Eindruck der Lehrer nicht...

Abend in Hernals

Von der Kaulquappe zum Hermelin

Tag und Nacht schrien die Eltern aufeinander ein, wie die Zähndbrecher. Das war ideal für mich, denn ich war zum Kriegsgewinner ausgebildet. Zum fanatischen Schläfer und Fresser kannst nicht besser ausgebildet zu werden. So wurde ich sensationell faul. Und bog in kein "Hobby" ein. Nur Pfarrer Schmeiser, der rührend weinte, als seine Haushältin starb. So hab ich leben verlernt. Nur die Sache mit einem Gott und S/M hörten nicht auf mich zu reizen. Ich wollte ja auch "wer" werden und es gab in dem 300 Seelen - Dorf Unternalb gab es ausser Bauersleute nur den Schmid, den Briefträger und 4 Lebensmittelläden. Und eben den Pfarrer. So lockte mich S/M und "Gott". Alles ganz logisch. Je tiefer du in den r.k. Sumpf greifst, desto mehr ins Grausen gerätst du. Ein Papst hat natürlich auch eine Geschichte vom Land. Und da wird es meistens sehr duster. Wie wir Kaulquappen aus dem Sumpf heraussprangen. So sicher auch im Bayern, wo der Nunige abstammt. Ich hab ja den Verdacht, das Ratzinger bereits versaute Bluejeans keinen lernte, wie wir Kaulquappen den Schleim generell lieben. Und er wollte alles nur keine neue Kirche. Da lieber die Juden wieder eine Generation als Sündenbock benützen. Dass Richard Willemsen hart näckig den Spitzhund spielen will, statt schön Bischof zu spielen, kann ich mir nur so deuten, dass er lieber sein eigener Papst ist, als eines anderen Papstes Untertan. Rechnen Sie mich Kaulquappe hoch. Lieber Shoa-Bestreiter als fröhnen. Wer findet schon ein Loch für sich allein? Spitzhunde lassen ihr Apportiertes nie los. Und haben sie "endlich" eines zu fassen gekriegt, ist es das Ihre. Oder der neue Bischof aus Linz Gerhard Maria Zauner will mich therapieren. Das gefiele mir! Ich hab eh nie ein Hobby für mich gefunden. Stellen Sie sich vor, Duhsub, beinahe wäre ich "Priester" geworden, hätte nur die Matura schaffen müssen. Sie müssen immer von der Kaulquappe hochrechnen dann mit den versautesten Bluejans die Wurzel daraus ziehen und ein Papst hängt an Ihrer Leine. Hauptsach der Name ist richtig geschrieben. Wenn du Jahre um Jahre dich nach "Gott" sehnst und "Godot" erschiene und als alte Kaulquappe kannst nimmer gut lesen, glaubst auch am ersten Blick du hast "ihn" Doch ich war keine Sekunde in einer S/M - oder generell in einer Liason. Dann kommt Bischof Gerhard Maria und will dich vom Angelhaken entfernen. Die Ziele der Menschen sind ein Gedicht. Dann kommt Richard Willemsen und "leugnet" dass es die Shoa gab. Schon hast Platz in den Nachrichten erobert. Und Baumeister Richard Lugner hat seinen Platz nun beim Opernball. Und wenn er Gespenstschnecken isst dafür. Oder war das seine Frau? Ist er nicht geschieden von ihr?
Ich hab so verdammte Angst, am Haken von wem zu landen und frass mich zum Schutze blad, bis mich der Hirnschlag erlöste und ich nun als rechtschaffen als körperbehindert betrachtet werden kann. So viele Wege, so viele Abzweigungen. Ich wette, Benedikt XVI. trägt Hermelin am Kragen. Von der Kaulquappe zum Hermelin. Was passte besser zum Faschingsonntag? "Richtige" Bluejeans müssen aus steifen Denim bestehen. Es gibt nun auch so weiche, "Schein - Bluejeans" Aber wenn du mit deinen Händen drüber streichst, weiss jeder Papst was damit gemeint ist. So müssen Sie sich den r.k. - Papst auch vorstellen, Hobby minus Wurzel aus usw... Andere haben Fussball als Hobby oder Skifahren. Wieder andere glauben im Shoa ihre Behausung gefunden zu haben. Sie bohren sich hinein Doch dass das Millionen Menschen ihr Leben verloren, die Menschenrechte sind für manche Rechtsfanatiker wie eben Levebrianer erscheinen müssen wie Hobby. Ich konnte nie irgentwo hineinbohren. Wenn ich riesen Glück hatte, durfte ich Sekunden am Arsch eines Gegenübers knien und riechen. Mehr ist mir niegelungen. Keine Matura, keine Priesterweihe. Derweil bin ich voll in den Menschenrechten gelandet. Voll Glück hatte ich die sexuelle Revolution erleben dürfen. Ich hatte nur versaute Bluejeans mir anschauen dürfen. Nie tief "bohren" Nirgendwohinein. Doch wer einmal sie kennenlernte wird sie nie wieder los. Also muss ich mich selber zu den Spitzhunden rechnen. Ist ein Satz einmal von "mir" ausgesprochen, bleibst du in ihm hängen. In die Mentalität, in die du dich verliebst, klammerst du wie ein Spitzhund. Doch dass Willemsen oder Wagner bis zur Priesterweihe damit durch drangen, wirft ein schreckliches Bild auf die r.k.Kirche. Es muss ein Leere in mir stecken, die trotzdem mich nun jeden Samstag in die Vorabendmesse strömen lässt. Da glauben dann die Gegenübers ich hätte, was gefunden. Ich kann Ihnen aber garantieren. Ich hab nur den Geruch der Heimat gefunden. Das braune Erdreich. Ich schäme mich und tue trotzdem so weiter. Denn längst sind alle ernsten Menschein aus der r.k. ausgetreten. Ich weine und finde umso weniger einen Halt. Aber es möge ja niemand denken, ich hätte was gefunden. Ein Zeremonienloch, statt Fernsehen, Ich habe eine durch Ernährung und Granulat-Tee bestimmte Woche gefunden, und da passte mir das Loch hinein. Und jetzt sitz ich da und kann nicht leben und kann nicht sterben. Was soll einer tun, den nie einer zum Mann nahm? Ich schreibe Gestionsprotokolle ohne Ende. Kein Management, kein Gespräch. Nur McGoohan aus der Schweiz ruft mich mittwochs um 17 Uhr an und jeden Sonntag frägt mich McGoohan um 14 Uhr, ob ich "eh" schon die Betten wechselte. Denn ich wohne allein, habe aber vier Bettgestelle, Und McGoohan frägt mich weiters ob ich die 14 Tabletten genommen habe und ob ich die nötige Menge Wasser getrunken habe. Ich habe keine Matura, kein Funktion, keine Hoffnung. Ich liebe nur meinen Körpergeruch.
Etwas in uns, griffe gerne vom Rad ins Rad. Industriell, sozusagen Rythmus liegt uns verdammt. Wenn aber nichts da ist, das Hand in Hand ineinander übergreift, dann - ja, was dann? Wenn wir ins Leere greifen? Ratzinger ist auch nur ein Industriearbeiter. Er denkt in Jahrhunderten und will unter keinen Umständen, dass im Lehrbuch über Kirchen geschichte dann nicht steht, "nach dem 2. Vatikanum kam es zur Gründung der Kirchenspaltnung unter den Levebrianern.
Die Opfer der Shoa sind schon gestorben, und Benedikt ist zuständig für das Grobe, denkt er sich. Doch wenn eine neue "mykath Kirche" entsteht, dann steht sie im Geschichtsbuch. Da ich persönlich jetzt spüre, wie weh es mir tut, das Zeitliche zu segnen. Noch nie bisher verstarb und daher eine gute Adresse fürs "Begleiten" bräuchte, versteh ich das Anliegen. der schwarzen Fraktion. Also zumindest deute ich es mir. Wo er hinblickt sind vom Hobeln des 2. Vatikanums Unebenheiten. Ich bin auch ein Verehrer des "Holländischen Katechismus" Und ich weiss dass es keine Gottheit gibt. (das lehrt kein Katechismus, ich weiss es einfach. Das macht aber das Verbleichen auch nicht leichter. Ich bin unter Pfarrverweser Meinrad Schmeiser 1959 zu mir gekommen. Und da die Mama einen unbändigen Hass auf die Nazis hatte, war aus ihrer Sicht eine Liebesgeschichte. In ihren ersten Mann, der kam im Krieg 1941 gefallen ist. Und daher hab ich kein "gutes Wort" über die Nazis gehört. Und da die Nazis verbrannten Boden hinterliessen, sah es auch in den Hirnen der Menschen nicht gut aus. Und industriell wurde aufgebaut nach 45. Jetzt wollen die allerletzten Spuren des des Braunen beseitigt werden. Und es soll nur nichts an die Shoa mehr erinnern. Denn was ist schrecklich, als eine neue Kirche, denkt Ratzinger. uviel der Ehre dem dem 2. Weltkrieg auch noch eine neue Kirche zu weihen. Es soll alles in die Duchent des Katholizismus hinein, denkt Ratzinger.
Sicher hat Hollywood bereits die Kleidung der Papstweihe Benedikt XVI. eingekleidet. Sieh jedenfalls aus wie aus Hollywood entsprungen. Und alle Oberbekleidung des Papstes sieht auch, wie wenn es PaulVI nie gegeben hätte. Päpste werden gemalt und hänen dann irgendwann im Vatikan herum. Und dann kommen die Museums gängys daher und studieren mit interessierter Miene. Sogar ich träum von einer guten Nachrede. Habe als Material nur das Wenige, dass ich zeit meines Lebens begriff. Spuren stehen frei, gedeutet zu werden. Nehmt alles in Allem: "Er weinte am Schluss" Er fand keinen Mann. Er hatte nie eine befriedigende S/M - Nummer. Nie keine je.
Alle Spuren Benedikt XVI. sind Kleider der alten Päpste. Und ich kann mir sogar vorstellen, dass der Stab des Papstes an Ostern und Weihnachten, das Kruzifix des Papstes, von Paul VI begonnene Ferula, aus Ratzingers Bild weg kommen wird. Vielleicht eine art Nachbildung des 1. Papstes Petrus? Denn die Ferula schaut Barock nich gut aus? Stört im glatten Bild, so wie Benedikt die Fürbitte am Karfreitag für "die Juden" dass sie sich doch endlich den wahren Gott anbeten mögen...
Während ich hinscheide muss ich ins Grab mit nehmen, dass Benedikt XVI verzweifelt zurückruderte. Und alles wieder zurück nehmen mag, das ab Johannes XXlll an "Neuerungen" unter dem 2. Vatikanum geschah. Denn wir lieben so, das schöne Gemälde eines Gott Vaters der über allem thront. Selbst ich gehe jeden Samstag in die Vorabendmesse der Krankenhauskapelle der Barmherzigen Schwestern. Vielleicht weil der Zelebrant so schön aus der Nase spricht. Ein bezauberndes Tremolo hat. Das ich davon ganz benommen bin und ich kann nur weinen, da ich weiss, es gibt keine Gottheit. Und ich habe nie befriedigenden Sex erlebt. Zuerst war ich blad dann stellte sich immer mehr und mehr meine Naivität heraus und nun bin ich altern wollend und körperbehindert.
Es reichte nicht einmal zur Matura. Als ich am Weg aufs Postamt war hat eine Frau am Vorbeigehen mir zugerufen, ich solle mir doch die Haare schneiden lassen, dann krieg ich wen zum Mann. Dass gerade das der Test wäre, ob er mich in meiner Nichtgewaschenheit nähme? Sich in einander zu velieben ist die Grosse Lebensprüfung. Ich habe keine Kraft mehr zum Mich - gestalten. Nimm mich oder lass mich. Ich bin eine Entwicklungsgeschichte total. Ein Nachfahre der Ur-Kaulquappe. Wenn der Falter durch hält und mich nicht rauswirft, dann erscheint vielleicht der letzte Predigtdienst nach meinen Ableben. Im Moment sieht alles wohlwollend aus.
Und ich trage versaute Bluejeans und nehm jeden Tag zum Frühstück eine Ernährungsmittel namens "Dr. Böhm-Haut-Haare-Nägel", eine Tablette am Morgen und eine am Abend. Und tatsächlich gefallen mir meine Nägel total immer riech ich an ihnen und spüre mit den Lippen wie kräftig sie gewachsen sind. Sie müssen sich den jetzigen Papst auch als so einen mit manikürten Nägeln vorstellen. Und ich schwöre, ich habm ich garantiert die ganze letzte Zeit nicht gewaschen. höchstens mit Hirsch-Seife mir die Hände gewaschen. Ob Papst ob Phettberg, wir sind industriell. Spuren hinterlassen wollend und faul. Wir sind Content nicht Software. Zur Marke "Mensch" malen wir ein winziges Bildnis bei. Dass ich eine 60 m² grosse Wohnung bewohnen darf und keinen Obdachlosen Ausländer darin als Untermieter wohnen lass, beweist eh alles und ich weine nicht zuletzt darob und ohne Ende.
Wenn Ratzinger so weiter, wie bisher mit dem Z'samm räumen weiter macht, "Ratzinger allein zu Haus" Schafft er auch noch das Fegefeuer ab. Durch das Studium meiner begreift er, dass das weinerliche Sterben meiner eh schon zu Lebzeiten vor sich geht. Die Vorhölle hat er abgehakt. Ausserdem ist ja auf 
www.wikipedia.com eh alles "fest geschrieben" Dass ganz viel österreichiche Postämter schliessen müssen ist ein Gewinn für Pfarrämter konstatierte Kardinal Schönborn. Jetzt nur noch Betten aufstellen und warm einheizen in den Kirchen. Vielleicht findet sich da einer mit versauten Bluejeans für mich.

Phettbergs Predigtdienst (829)

Hermes Phettberg, "Publizist und Elender", ist eine Institution im Wiener kulturellen Leben der anderen Art. 2007 avancierte er sogar zum Titelhelden eines Films, der in den hiesigen Kinos nicht ohne Erfolg lief.

Die Rosette der Lutherkirche

Die Lutherkirche ist nicht geostet, sondern gewestet. Aber damit erschöpfen sich die Eigentümlichkeiten nicht. Die Taube des Heiligen Geistes fliegt hier empor, nicht hinab. Und auch bei der Anordnung der Apostelfenster scheinen mir Lukas und Markus vbertauscht zu sein. [Foto: Ernst Berger]

Hessische Schulen - von vorgestern?

Veraltete Lehrmethoden dominieren hierzulande den Schulunterricht. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, deren Ergebnisse die "Frankfurter Rundschau" am Samstag veröffentlichte. Nur jede sechste Schule arbeitet demnach "effektiv".

Das Wiesbadener Institut für Qualitätsentwicklung untersuchte der Zeitung zufolge in den letzten beiden Jahren 614 hessische Schulen. Dabei wurden 12.000 Unterrichtsstunden besucht und die Kommunikation zwischen Lehrern, Schulleitung, Vereinen und Schulträgern analysiert. In 70 Prozent der Stunden herrschten noch immer Frontalunterricht und Einzelarbeit, heißt es in dem Bericht. (...)

Gruppenarbeit, Diskussionen und selbstständiges Erarbeiten von Inhalten seien dagegen eher die Ausnahme als die Regel, bemängelt die Studie. Es gebe außerdem kaum Austausch unter den Lehrenden über Unterrichtsmaterial und Lehrmethoden. Selbstkontrolle sei an den meisten Schulen ein Fremdwort. (...)



Wer sich über hessische Schulen aufregt, war offenbar noch nie in Österreich.

Reiz der Leere

Einfach - aber sicher richtig

Vor dem Hintergrund des Schulmassakers im baden-württembergischen Winnenden hat der frühere Jugendevangelist der sächsischen Landeskirche, Pfarrer Theo Lehmann (Chemnitz), Kirche und Christen zu verstärkten Anstrengungen aufgerufen, junge Menschen mit der Botschaft von Jesus Christus zu erreichen.

„Bekehrte schießen nicht“, sagte Lehmann bei einer Veranstaltung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea am 14. März auf der Buchmesse in Leipzig. Bei dem Amoklauf hatte ein 17-jähriger Schüler am 11. März 15 Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Danach war eine Debatte darüber entbrannt, ob Deutschland ein schärferes Waffenrecht braucht oder mehr Psychologen, die sich an Schulen um Kinder und Jugendliche kümmern. Ein Großteil der jungen Menschen heute kenne weder Gott noch die Zehn Gebote, sagte Lehmann. Dabei könne ein persönliches Verhältnis zu Gott den Menschen Selbstwertgefühl geben. „Wer zu Jesus gehört, kann sich geliebt und geborgen fühlen.“ Und genau dieses Gefühl vermissten viele junge Menschen heute.

idea.de

Das ganze Abendland...


In der Auslage eines Bastelladens in Hernals dampft die Titanic gleich neben dem Stephansdom dahin.

Mit dem Tod muss man immer rechnen

Durch den Tod ihrer Mitreisenden war der Norwegen-Urlaub einer Frau nicht erheblich beeinträchtigt, und die Fortsetzung der Ferien war ihr rechtlich gesehen zumutbar. So jedenfalls urteilten Richter des Amtsgerichts Bonn – moralisch für Laien womöglich nicht auf Anhieb verständlich.

Im betreffenden Fall war eine Frau durch einen Steinschlag getötet worden. Ihre Begleiterin, die unverletzt geblieben war, wollte nach dem tragischen Geschehen vorzeitig nach Hause zurück – formal war das eine Reise-Kündigung – und erwartete einen kostenfreien Rücktransport. Der Reiseveranstalter organisierte zwar diesen frühzeitigen Rückflug, verlangte aber von der betroffenen Kundin durch eine Klage die Mehrkosten in Höhe von rund 185 Euro zurück.

Zu Recht, so die Bonner Richter. Denn zur Kündigung mit kostenfreiem Rücktransport war die überlebende Urlauberin nach Juristen-Meinung nicht berechtigt, weil die Reise selbst nicht "mit Mängeln behaftet" und somit auch "nicht beeinträchtigt" war. Nüchtern formulieren die Juristen: "Die seelische Beeinträchtigung, die auf Seiten der Beklagten zweifellos vorlag, stellt kein Kriterium der Unzumutbarkeit…dar."

Urteil AG Bonn, Az.: 16 C 53/06  [Rheinische Post]

Kinderlärm oder Behinderte im Frühstücksraum können nach Ansicht deutscher Gerichte einen Reisemangel darstellen, nicht aber der Tod eines Mitreisenden. Gilt das auch für Eltern und Kinder? "Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen..." Diese mittelalterliche Weisheit bestimmt offenbar auch heute noch deutsche Rechtsprechung. Und da sage einer, wir lebten nicht im christlichen Abendland...

Kathedrale der Kunstreligion


Der Wiener Musikverein

Schlagzeile eines Artikels in der Wiener Zeitung (Wirtschaftsteil) vom 21. März 2009

Im Verlauf dieses Artikels ist u.a. folgendes zu lesen: "Nicht gespart wird hingegen bei allem, was den eigenen Körper schmückt." (...) Der Jugendforscher Philipp Ikrath kennt für das jugendliche Konsumverhalten einen simplem Grund: In ungewissen und immer komplexer werdenden Zeiten sei der Körper das einzige Kapital der Teenager (...). 
Parallel zur ökonomischen Krise zeichnen sich bei den Jugendlichen auch Sinnkrisen ab: Viele hätte Angst, dass sie den Lebensstandard ihrer Eltern nicht halten werden können, heißt es. Gefühle würden dann etwa durch Rebellion oder neue Lebensstile - wie etwa als "'Emo' oder 'Krocha' - ausgedrückt."



Grafik aus der "Presse"

Mit meinen Schülern spreche ich oft über die Fragen ihres Freizeitverhaltens, ihre Interessen und auch ihre finanziellen Möglichkeiten. Dabei tritt sehr oft eine nicht die sprichwörtliche "Wohlstandsverwahrlosung" zu Tage: "Meine Eltern kümmern sich nicht um mich. Sie geben mir aber 200 Euro Taschengeld." "Und was musst du davon kaufen?" "Nicht weiter, damit kann ich tun, was ich will. Das ist für Zigaretten und zum Weggehen." Es können auch mehr als 200 Euro sein, das kommt auf die Verhältnisse im Einzelfall an. 
Mein Eindruck ist: Eltern kaufen sich davon frei, sich um ihre Kinder noch kümmern zu müssen. Viel Freiheit und viel Geld - damit vermeidet man alle Konflikte und stiehlt sich aus der Erziehung und der Verantwortung einfach hinaus.

Ja, damals...

Zu fragmentarisch ist Welt und Leben!
Ich will mich zum deutschen Professor begeben,
Der weiß das Leben zusammenzusetzen,
Und er macht ein verständlich System daraus;
Mit seinen Nachtmützen und Schlafrockfetzen
Stopft er die Lücken des Weltenbaus.


Heinrich Heine

Natürlich zielt Heine hier auf Hegel. Lang, lang ist's her... 
Und heute? Globalisierung und Diversifikation aller Perspektiven. Eine einheitliche Welterklärung? Waren wir je weiter davon weg, so etwas auch nur für möglich zu halten? 

Von unten geschaut


Freitag, 20. März 2009

Der Ruf der Freiheit

And if you want to say no, say no
cause theres a million ways to go
You know that there are

And if you want to be me, be me
And if you want to be you, be you
cause theres a million things to do
You know that there are


Cat Stevens

Aus einem seiner Lieder für den ehemals berühmten Film "Harold and Maude", der in meiner Generation geradezu Kultstatus besaß.
Dieser Film ruft heute bei Jugendlichen nichts als Kopfschütteln und Unverständnis, ja Ekel und Abscheu hervor, so dass man ihn in der Schule eigentlich nicht mehr zeigen kann.
So ändern sich die Zeiten.

Neulich im Regen

 
 
 
 
Erstmals gab es heuer einen ökumenischen Jugendkreuzweg von der Votivkirche am Schottentor bis zur Kalvarienbergkirche im 17. Bezirk, und er machte auch im Lutherhof Station. Leider regnete es an diesem Abend, aber das tat dem Engagement der Teilnehmer keinen Abbruch.

Donnerstag, 19. März 2009

Buntes Stückwerk

Das menschliche Leben gleicht einem Gewebe, natürlich. Alles ist Text. Ein Bild, das ich gelegentlich bei Jubiläumstrauungen (und auch bei Beerdigungen) verwendet habe: Das Leben ist wie ein Teppich, bei dem wir nur die Unterseite mit den Knoten und vielen bunten Fäden sehen, erst sehr spät im Leben bekommen wir die Schauseite zu Gesicht, und dann wird das Bild klarer.
Aber neuerdings modifiziert sich mir das Bild noch einmal: Ja, das Leben ist ein Gewebe, aber es ist noch viel bunter und patchworkartiger: So, als ob viele Menschen die Handarbeitstechnik immer wieder einmal über der Arbeit wechseln: Geknüpftes schließt sich an Gewebtes an, Gestricktes an Gehäkeltes, im farbenfrohen Durcheinander. Stückwerk zwar, aber bunt und schön. Ein Gesamtkunstwerk. Manchmal irritierend. Nichts von der Stange, nichts nach Schablone. Ein Einzelstück.

Kinski - Jesus

Dienstag, 17. März 2009

Verschiebung der Perspektive

Es geht nicht mehr um ein Leben nach dem Tod – es geht um ein Leben nach der Rente.

Der deutsche Kabarettist Volker Pispers

Montag, 16. März 2009

Stillleben

Bibel

Die Bibel in 2479 Sprachen (RNA): Die Bibel, einzelne Bücher oder Teile der Bibel gibt es jetzt in 2479 Sprachen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der übersetzten Vollbibeln um 13 erhöht, die Zahl der Neuen Testamente um 17.

Die Bibel ist und bleibt ein Buch der Rekorde: Es ist das meistübersetzte und meistverkaufte Buch der Welt. Von den geschätzten 6900 Sprachen, wie sie weltweit gesprochen werden, liege die Bibel oder Teile davon im Jahre 2008 in 2479 Sprachen vor, wie die Schweizerische Bibelgesellschaft am 2. März mitteilte. Zurzeit arbeiteten die im Weltbund zusammengeschlossenen 145 nationalen Bibelgesellschaften an total 650 Übersetzungsprojekten.
Studie: Kinder älterer Väter sind weniger intelligent

Australische Forscher haben die Daten von 33.437 Kindern untersucht. Dabei entdeckten sie, dass die Kombination aus älterer Mutter und jungem Vater die klügsten Kinder produziert.
Kinder älterer Väter schneiden nach einer Studie schlechter bei Intelligenztests ab als der Nachwuchs junger Männer. Bei den Frauen verhält es sich dagegen umgekehrt: Je älter Mütter sind, desto klüger scheinen ihre Kinder zu sein. Das fanden australische Forscher bei der Auswertung der Daten von insgesamt 33.437 Mädchen und Buben heraus. Für diese Ergebnisse gibt es jedoch keine Erklärung, wie die Experten im US-Journal "PLoS Medicine" betonen

In meinen Jugendtagen...



... sangen wir das, wenn wir auf dem Mokick durch die Gegend fuhren. So harmlos war es, damals jung zu sein.

Sonntag, 15. März 2009

Früher ein Sport bei der Straßenbahn

Nach einer Amokdrohung gegen das Steinbeis Schulzentrum in Ilsfeld (Kreis Heilbronn) am Freitag hat die Polizei Haftbefehl gegen einen Tatverdächtigen erlassen. Es handele sich dabei um einen 19 Jahre alten ehemaligen Schüler, teilten die Beamten mit.

Der Vorwurf lautet auf Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Der mutmaßliche Täter soll laut Polizei in einem Online-Chat Drohungen gegen die Realschule und gegen eine Lehrerin geäußert haben. Der junge Mann bestreitet die Vorwürfe. Nachdem die Drohung im Internet entdeckt worden war, hatte die Polizei die Schule abgesperrt und durchsucht. Bei der Aktion fanden die Beamten keine verdächtige Gegenstände.

Weitere Trittbrettfahrer festgenommen

Am Freitagmorgen wurde ein 16 Jahre alter Junge festgenommen, nachdem er einen Amoklauf an einer Schule in Kippenheim (Ortenaukreis) angedroht hatte. Auch gegen einen 20-Jährigen aus Esslingen erging Haftbefehl. Er hatte im Internet eine Amokdrohung gegen eine Grund- und Hauptschule ausgesprochen.

In Ehingen (Alb-Donau-Kreis) nahm die Polizei einen 17 Jahre alten Jugendlichen fest, der im Internet einen Amoklauf angedroht hat. Der Jugendliche hatte auf einer Internetseite ein Foto veröffentlicht, auf dem er vermummt und mit einer Pistole zu sehen ist. Der 17-Jährige ist seit längerer Zeit in psychiatrischer Behandlung.

Makabrer Scherz: Amok-Drohung in Wendlingen

Ausgerechnet in Wendlingen, wo Tim K. bei seinem Amoklauf zwei Menschen erschossen hatte, nahm die Polizei während des Unterrichts einen 15-Jährigen fest. Er gab zu, mit roter Kreide eine Amok-Drohung auf dem Hof einer Realschule geschrieben zu haben.

Drohungen gingen seit dem Amoklauf von Winnenden auch gegen Schulen in Freiburg, Pforzheim und Schramberg (Kreis Rottweil) ein, sowie im Raum Stuttgart, in Metzingen und Ulm. Alle Ankündigungen erwiesen sich als leere Drohungen.

Trittbrettfahrern droht Gefängnis

Das baden-württembergische Justizministerium stellte angesichts der Trittbrettfahrer mit Nachdruck fest, dass die Täter mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren rechnen müssten. "Das ganze ist kein Spaß und die Konsequenzen sind bitterernst", sagte Oberstaatsanwalt Stefan Wirz. "Neben einer Gefängnisstrafe könnten in solchen Fällen erhebliche Schadenersatzforderungen" auf den Täter zukommen, sagte Wirz. "Der Polizeieinsatz und die Evakuierungskosten können sehr teuer werden und dann ist der Täter oft ein Leben lang damit beschäftigt, seine Schulden abzustottern."


Es gibt viele Methoden, sich seine Zukunft zu ruinieren. Ob eine solche Drohung wirklich solche Trittbrettfahrer abschreckt? Die Versuchung ist zu groß, es ist so leicht, Aufmerksamkeit zu erregen bzw. ein wenig Angst und Schrecken zu verbreiten - und das heutzutage, ohne überhaupt aus dem Haus zu gehen.