Samstag, 28. März 2009

Das Mysterium der zwei Naturen

Wir begegnen so menschlichen Zügen in Christus, dass sie sich in nichts von denen unterscheiden, die der menschlichen Schwachheit von uns Sterblichen zu eigen sind; gleichzeitig aber begegnen wir so göttlichen Zügen, dass sie nur der übergroßen und unfassbaren göttlichen Natur zustehen. Vor einem solchen Geheimnis wird das menschliche Verstehen, da es zu gering ist, von solcher Bewunderung ergriffen, dass es nicht weiß, an was es sich halten soll und wohin es sich zu wenden hat. Fühlt es doch, dass Christus Gott ist, sieht ihn aber doch sterben. Und nimmt sie ihn für einen Menschen, so ersteht er doch von den Toten mit siegreicher Beute, nachdem er die Herrschaft des Todes zerstört hat. Deshalb muss unsere Kontemplation sich üben in großer Ehrfurcht und Zurückhaltung, dass sie im selben Jesus die Wahrheit der zwei Naturen betrachtet und sich davor hütet, dem unfassbaren göttlichen Wesen Dinge zuzuschreiben, die seiner unwürdig sind oder sich nicht geziemen. Aber sie muss auch vermeiden, in geschichtlichen Ereignissen nur illusorische Trugbilder zu sehen.

Origenes, princ. 2,6,2

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich glaube die Frage der menschwerdung Gottes, ist wohl so gestrickt das man je mehr man sich damit beschäftigt umso weniger meint man es zu verstehn. Was mich dabei aber beschäftigt ist die Frage: Inwieweit Gott wirklich Mensch geworden ist wenn er doch ohne Sünde war, ja oft fällt es mir schwer mich mit Jesus zu identifizieren einfach deshalb weil er ohne Sünde war.