Dieser Aussätzige gibt uns einen sehr guten Rat, wie wir beten sollen. Er zweifelt nicht am Willen des Herrn, als würde er es zurückweisen, an seine Güte zu glauben. Doch da er sich der Schwere seiner Sünden bewusst ist, wagt er es nicht, diesen Willen vorauszusetzen. Indem er sagt, dass der Herr, wenn er nur will, ihn rein machen kann, bekräftigt er, dass diese Macht dem Herrn eigen ist, und zugleich bekräftigt er seinen Glauben... Wenn der Glaube schwach ist, muß er zuerst gestärkt werden. Erst dann wird er seine ganze Kraft enthüllen, die Seele und den Leib zu heilen.
Der Apostel Petrus spricht zweifelsohne über diesen Glauben, wenn er sagt: „... er hat ihre Herzen durch den Gauben gereinigt.“ (Apg 15,9)... Der reine Glaube, gelebt in Liebe, aufrechterhalten durch die Ausdauer, geduldig in der Erwartung, demütig in seiner Festigkeit, fest in seinem Vertrauen, respektvoll in seinem Gebet und weise in dem, was er erbittet, er ist sich sicher, in jeder Situation dieses Wort des Herrn zu hören: „Ich will es.“
Paschasius Radbertus (+ um 849) in seinem Kommentar zu Matth. 5,8

