Dienstag, 4. Dezember 2007

Das Böse und das Gute

Das Böse ist sexy und interessant, es verkörpert alles Schlechte
Das Gute singt die schönsten Lieder, das Böse besitzt die Rechte
Das Gute sagt: 'Nichts überstürzen, wir überlegen noch.'
Das Gute ist ein Suppenhuhn, das Böse ist der Koch

Das Böse kämpft gegen das Gute
Das Gute sehnt sich nach Frieden
Es gibt tatsächlich Leute
Die glauben es steht unentschieden

Funny van Dannen

Der Ersatzwotan verzichtete auf die Pizza

"Was sich Sonntag Nacht in der Staatsoper ereignete, sucht nicht nur in Wien, sondern auch international seinesgleichen.

Juha Uusitalo, der Premieren-Wotan in der Neuproduktion von Richard Wagners "Walküre", klagte am Nachmittag über eine leichte Indisposition. Ein Arzt meinte: Alles okay, er könne singen. Bereits Mitte des zweiten Aufzuges hatte der finnische Bassbariton aber mit massiven Problemen zu kämpfen und hustete immer wieder. Die letzten Sätze dieses Aktes sang er gar nicht mehr.

Dass die Premiere überhaupt zu Ende geführt werden konnte, ist dem Deutschen Oskar Hillebrandt zu verdanken. Dieser war gerade am Westbahnhof Pizza kaufen, als ihn der Anruf aus der Oper erreichte. Sofort eilte er ins Haus am Ring und sang den Akt von einem Podium neben der Bühne aus, während Uusitalo spielte. Hillebrandt, der wegen eines Volksopern-Engagements in Wien war, hatte die Rolle schon in der Staatsoper gesungen, freilich in der alten Produktion." (Kurier)

"Am Tag danach, am Montag, war er schon wieder unterwegs nach Deutschland, und er konnte ein bisschen die Nachwehen seiner spontanen Opernaktion genießen. SMS-Glückwünsche und Anrufe vertrieben Oskar Hillebrandt auf seiner Reise die Zeit, und das hat schon seine Berechtigung - immerhin hat der deutsche Heldenbariton, der aus Schopfheim stammt, eine Premiere gerettet, indem er im dritten Akt für den indisponierten Kollegen eingesprungen war.

Für diese Spontanrolle vorgesehen war er nicht. Wie auch sonst niemand ... So begab es sich am Sonntag (etwa um 18.30 Uhr), dass sich die Staatsoper bei ihm meldete, als er gerade Richtung Restaurant unterwegs war, um sich eine Pizza zu gönnen - Wotan hätte gröbere Probleme, hieß es, ob er, Hillebrandt, nicht einspringen könnte. 'Das war schon heftig, aber ich hätte nie Nein gesagt, das bin ich der Staatsoper schuldig!'

Und so kam es: Man steckte ihn in Anzug und Krawatte und postierte ihn rechts von der Bühne, während Juha Uusitalo den szenischen Part stumm zu Ende absolvierte. Kurz zuvor noch ein Paar Worte mit Dirigent Franz Welser-Möst, dann ging's los: 'Welser-Möst hat mir wirklich geholfen. Bei jedem Einsatz hat er geschaut, ob ich so weit bin.' Nervös war er nicht, dazu wäre auch keine Zeit gewesen. 'Eigentlich werde ich mir jetzt erst bewusst, was ich da getan habe. Und das ist gut so ...'" (Standard)

Ein Stück Opergeschichte...

Todesarten

In den letzten Tagen gab es ein paar Nachrichten über besondere Todesfälle in Österreich. Am Samstagabend fiel in Böheimkirchen in Niederösterreich ein 72-jähriger Pensionist beim Verrichten seiner Notdurft in einen Teich und ertrank. Am Sonntag erstickte ein 56-Jähriger in Thalheim (Oberösterreich) im Lokal an einem Schweinsbraten. Und nicht nur für Pensionisten sind dieses Jahr unbeschrankte Bahnübergänge in Österreich eine besondere Todesfalle, fast jede Woche kommt es da zu tödlichen Unfällen. Unter dem Titel "Hotspots" hat die ÖBB sogar eine Liste der 55 gefährlichsten Bahnübergänge im Land ins Netz gestellt. "Als Sofortmaßnahmen werden im Moment alle 55 'Hotspots' und weitere rund 3.100 Bahnübergänge mit neuen Andreaskreuzen und Bodenmarkierungen ausgestattet. Begonnen wurde damit bereits in Niederösterreich, die anderen Bundesländer folgen (...). Die 55 jetzt gelisteten Übergänge werden durch die zuständige Eisenbahnbehörde überprüft. An 22 weiteren Orten wurden bereits in Zusammenarbeit zwischen der ÖBB und den zuständigen Ländern sowie Gemeinden entsprechende Sicherheitsmaßnahmen gesetzt, bei zusätzlichen 18 werden diese zurzeit durchgeführt oder sind in Planung, hieß es in einer Aussendung der ÖBB." (oe24.at)
Bei den heuer bislang 73 Banküberfällen in Wien gab es dagegen immerhin anscheinend noch keinen Toten.

Morgen und Abend in Wien-Währing
















Selbst wenn am Tage der winterliche Hochnebel dominiert, tragen Morgen und Abend da oft ein zauberhaftes Gewand.