Sonntag, 22. März 2009
Alle Jahre wieder
November 2007: Ein Elfjähriger schießt im Osthessischen Hosenfeld absichtlich mit einer Pistole auf seinen Stiefvater und verletzt den 49-Jährigen. Die Tatwaffe gehörte dem Opfer.
März 2007: Ein 21-Jähriger verletzt seine 87 Jahre alte Großmutter im Streit schwer. Der Mann, der in Taunusstein im selben Haus wie seine Oma wohnte, soll diese schon zuvor mehrfach angegriffen haben.
Juli 2006: Ein 19-Jähriger erschlägt im Wetterau-Ort Petterweil seine Mutter mit einem Hammer. In dem Streit ging es um Geld.
Januar 2005: Eine 26 Jahre alte Frau verletzt den Freund ihrer Mutter während eines Familienstreits in Frankfurt mit einem Brotmesser lebensgefährlich.
November 2004: Ein 33-Jähriger sticht nach einem Streit mit seiner Mutter seinen zwei Jahre jüngeren Bruder im mittelhessischen Stadtallendorf nieder. Der Jüngere hatte die Mutter in dem Streit unterstützt.
Januar 2004: Eine 15-Jährige sticht ihre Mutter im nordhessischen Witzenhausen mit einem Steakmesser nieder und verletzt sie schwer. Der Tat war ein handgreiflicher Streit vorausgegangen.
Oktober 2003: Ein 17-Jähriger tötet in Frankfurt seine Mutter, eine 46 Jahre alte Antiquitätenhändlerin, mit mehreren Messerstichen in Hals und Kopf. Der Jugendliche, der älteste von drei Söhnen, gibt familiäre Probleme als Grund an.
Mai 2002: Ein 20-Jähriger ersticht im osthessischen Heringen seine Mutter mit einem Butterflymesser im Streit. Es geht um den Drogenkonsum des Heranwachsenden.
Februar 2002: Ein 16-Jähriger ersticht seine Stiefmutter mit einem Fleischermesser im Streit.
So macht man Politik interessant

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat in mehr als 90 Städten 150.000 gefälschte Ausgaben der Wochenzeitung "Die Zeit" verteilt. Die Schlagzeile auf dem Titelblatt lautet "Am Ende des Tunnels". Als Erscheinungsdatum ist der 1. Mai 2010 angeben. Statt Meldungen von gestern enthalte das täuschend echte Plagiat die "Nachrichten der Zukunft", teilte Attac mit.
Die aktuellen Berichte über die "globale Wirtschafts-, Finanz- Hunger- und Klimakrise" ließen viele Menschen hilflos zurück, erklärte Attac-Aktivistin Jutta Sundermann. Die Autoren hätten deshalb "die Zeit weitergedreht" und "die Nachrichten verfasst, die wir morgen lesen wollen". Alles, was in den Artikeln geschrieben sei, könne man "innerhalb von 13 Monaten umsetzen". Ziel sei es, die Vorstellungskraft der Leser zu erweitern und ihnen Mut machen, sich politisch zu engagieren.
Kühne Phantasien bekannter Autoren
Zu den Autoren der sogenannten Zukunftsausgabe zählt etwa der Journalist und Buchautor Harald Schumann, der unter der Überschrift "Zeit der Abrechnung" von einem imaginären G20-Treffen in Brasilia berichtet, bei dem sich die Industrie- und Schwellenländer auf eine weitreichende Besteuerung großer Privatvermögen und internationaler Konzerne geeinigt haben.
[Bildunterschrift:Nachrichten von morgen: Attac-Mitglied mit "Zeit"-Plagiat in Duisburg]
Der Wirtschaftsjournalist Lucas Zeise beschreibt in "Ende einer Ära" die Veränderung der deutschen Bankenlandschaft nach einem Untergang zahlreicher Privatinstitute, der Kabarettist Matthias Deutschmann ein von der Bevölkerung herbeigeführtes Ende des "Kasinokapitalismus". Weitere Artikel berichten über das imaginäre Ende der NATO, von Schuldenerlassen für arme Länder und einer dezentralen Konferenz der Weltgesellschaft gegen Hunger. Unter die-zeit.net ist zudem eine Attac-Website online, die der Originalseite zeit.de bis ins Detail nachempfunden ist.
Trauer macht lebendig
Wenn die Menschen heute [sc. bei der Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufes von Winnenden] beten, singen und sich erinnern, dann ist das doch auch ein Ausdruck von Gefühlen.
Canacakis: Das ist für unsere Kultur in Ordnung, weil es die Menschen so gewohnt sind. Viele werden nach der Trauerfeier aber noch trauriger sein als vorher, weil sie viele Möglichkeiten verpasst haben, einen Ausdruck zu finden. Ich würde was anderes machen.
Und zwar?
Canacakis: Man darf die Gefühle nicht tot beten oder tot schweigen. Der liebe Gott wird wütend, wenn wir unsere Gefühle nicht ausdrücken, die er uns geschenkt hat.
Der Trauerforscher Dr. Jorgos Canacakis in einem Interview auf derwesten.de