Aber im Hintergrund steht ja (auch) Werner Tiki Küstenmacher, der Pfarrer und bekannte christliche Karikaturist. Und mitunter kommen im Newsletter auch direkt Fragen des religiösen Lebens vor, freilich so formuliert, dass nicht nur Christenmenschen sich angesprochen fühlen.
Die simplify-Regeln fürs Beten
Beten ist Arbeit
Rechnen Sie nicht mit großen inneren Erlebnissen. Beten ist zunächst Anstrengung. Gebetsarbeit ist manchmal schön und erfüllend, oft aber auch langwierig und trocken. Meditieren, Beten, Lesen sind Bildungsvorgänge. Bildung ist ein langfristiges Unternehmen. Doch langfristig ist der Lohn groß.
Kleine SchritteRechnen Sie nicht mit großen inneren Erlebnissen. Beten ist zunächst Anstrengung. Gebetsarbeit ist manchmal schön und erfüllend, oft aber auch langwierig und trocken. Meditieren, Beten, Lesen sind Bildungsvorgänge. Bildung ist ein langfristiges Unternehmen. Doch langfristig ist der Lohn groß.
Entmutigen Sie sich nicht durch zu große Vorhaben. Gehen Sie in bescheidenen Schritten vorwärts: Sprechen Sie anfangs am Morgen einen Psalm, oder halten Sie am Abend einige Minuten Stille, mehr nicht. Wenn selbst das nicht möglich ist, liegt es nicht an der Hektik Ihres Berufs, sondern daran, dass Sie falsch leben!
Feste Zeit
Beten Sie nicht nur, wenn Ihnen danach zumute ist, sondern richten Sie sich eine feste Gebetszeit im Tageslauf ein. Beispiele: der frühe Morgen oder der nicht zu späte Abend. Regelmäßig beachtete Zeiten gliedern Ihr Leben und vermindern das Gefühl „Andere bestimmen über meine Zeit“.
Fester Platz
Geben Sie Ihrem Vorhaben einen festen Ort. Beispiele: eine Ecke in Ihrem Schlafzimmer, ein bestimmter Baum auf Ihrem täglichen Spazierweg, ein Parkplatz, auf dem Sie Ihr Auto auf Ihrem Weg zur Arbeit abstellen und im Wagen sitzend beten. Orte sprechen und bauen an Ihrer Innerlichkeit.
Festes Ritual
Koppeln Sie das Gebet ab von Ihrer Stimmung. Seien Sie streng mit sich: Machen Sie nicht Ihre momentanen Bedürfnisse zum Maßstab. Sie reinigen Ihr Herz, indem Sie nicht auf Ihre Empfindungen achten, sondern nur auf Zeit, Ort und Methode. Entwickeln Sie Ihren eigenen festen Ablauf und nutzen Sie die Kraft der Wiederholung. Beispiel: eine täglich gleiche Eingangsformel („Öffne mein Herz und meine Lippen“), eine Geste (Kreuzeszeichen), lesen Sie einen Psalm (täglich wechselnd), 3 Minuten Stille, Vaterunser. Legen Sie den Psalm vorher fest, damit Ihre Gebetszeit nicht durch Sucherei gestört wird.
Halten Sie eine Notration bereit
Besorgen Sie sich ein Buch mit Gebeten, aus dem Sie in Zeiten größerer innerer Müdigkeit einfach etwas lesen. Lernen Sie kurze Sätze, die Ihnen dort oder in den Psalmen besonders gut gefallen, auswendig. Bilden Sie Ihre eigenen Formeln. Feste Sätze helfen Ihnen, zur Passivität zu finden. Sie sind die Notsprache, falls Ihnen das Leben einmal die Sprache verschlägt.
Halten Sie durch
Wenn Sie zu bestimmten Zeiten nicht beten können, lassen Sie es. Aber halten Sie den Platz frei für das Gebet. Tun Sie nicht irgendetwas anderes, sondern verhalten Sie sich auf andere Weise still. Verlernen Sie nicht Ihren Gebetsort und Ihre Gebetszeit. Seien Sie nicht gewaltsam zu sich selbst. Wenn einmal gar nichts geht, sagen Sie sich: „Auch das Misslingen ist meine Schwester.“
Diese Gedanken wurden angeregt durch: Fulbert Steffensky, Der alltägliche Charme des Glaubens
Autor: Werner Tiki Küstenmacher
