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Sonntag, 15. August 2010

Wieviele Sünden passen eigentlich auf einen LKW?

"Wie lange leben wir normalerweise in dieser Welt? Sagen wir, so ungefähr 70 Jahre. Wenn wir die Sünden von den 70 Jahren zusammenzählen, wie schwer würden sie sein? Wenn wir sie auf einen 8 Tonnen schweren Lastwagen laden würden, würden wahrscheinlich mehr als 100 Lastwagen dabei herauskommen."


Aus einer Bibelarbeit von Rev. Paul C. Jong

Mittwoch, 14. Juli 2010

Überdeutlich

Fresko an der Außenmauer von Schloss Parz in Oberösterreich. Die evangelischen Herren schauten vor einer deutlich antikatholischen Positionierung nicht zurück: Die Israeliten haben das Rote Meer durchschritten, in den Fluten versinken die ägyptischen Truppen, aber der Pharao ist hier der Papst, an der Tiara deutlich zu erkennen. Diese Fresken von Schloss Parz waren Jahrhunderte lang übertüncht und wurden erst vor wenigen Jahren wieder freigelegt.

Dienstag, 13. Juli 2010

Wer war Jesus?

Ein Umfrageergebnis:

Das wichtige Abendmahl


Gerster: Gab es ein Ergebnis, mit dem Sie absolut nicht gerechnet hatten?
Prof. Herbst: Wir hatten nicht damit gerechnet, dass in so unterschiedlichen Gegenden Deutschlands bei unterschiedlichen Menschen so viele ausgerechnet auf das Abendmahl zu sprechen kommen. Das ist ein echter Knaller! Wir hätten uns manches denken können. Dass Glaubenskurse wichtig sind oder andere evangelistische Formate, die man so kennt. Aber so viele Leute haben gesagt: „Es war für mich eine Art Durchbruchserfahrung, da mal wieder aus der Bank zu treten und nach vorne zu gehen. Es sagte jemand zu mir ‚Christi Leib für dich gegeben.’ und ich konnte innerlich ‚Ja und Amen.’ dazu sagen.“ Das ist wirklich erstaunlich.
Gerster: Theologisch eigentlich nicht, weil mit der Zusage des Glaubens der Glaube erst beginnen kann.
Prof. Herbst: Ja, aber es ist deshalb erstaunlich, weil das Abendmahl eine recht anspruchsvolle kirchliche Veranstaltung ist. Sie ist nicht niedrigschwellig, sie ist für manche sogar ästhetisch problematisch, nach dem Motto: Will ich mir da gleich die nächsten Bazillen holen und muss ich denn ausgerechnet mit dem neben mir aus einem Kelch trinken? Ich finde die Hürden sind ziemlich hoch, auch die Verstehenshürden. Ist das jetzt irgendetwas Mysteriöses oder ist das nur ein Stück Brot?
Ich hatte in der Gemeinde in Münster mal einen Küstervertreter, der mit all diesen Dingen nicht viel anfangen konnte. Wir hatten zur Einsetzung des Abendmahls eine große Oblate und er sagte dann immer: "Den großen Keks habe ich auch mit auf den Teller gelegt." Da habe ich immer gemerkt, wie esoterisch für manchen Außenstehenden unsere Glaubensvorstellungen sind – gerade was das Abendmahl betrifft. Deshalb war ich einfach sehr überrascht.
Quelle: erf.de

Montag, 12. Juli 2010

Gebetsratschläge von Tiki Küstenmacher im Anschluss an Fulbert Steffensky

Das Projekt "simplify your life" befast sich mit allen Arten der Lebensentrümpelung, der Ordnung, der Steigerung des Lebensgenusses und des Erfolges durch Vereinfachung, Optimierung und klare Regeln für alles. Die verschiedenen simplify-Newsletters werde versandt vom Orgenda Verlag für persönliche Weiterentwicklung, einem Unternehmensbereich des VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. 
Aber im Hintergrund steht ja (auch) Werner Tiki Küstenmacher, der Pfarrer und bekannte christliche Karikaturist. Und mitunter kommen im Newsletter auch direkt Fragen des religiösen Lebens vor, freilich so formuliert, dass nicht nur Christenmenschen sich angesprochen fühlen. 

Die simplify-Regeln fürs Beten
Beten ist Arbeit
Rechnen Sie nicht mit großen inneren Erlebnissen. Beten ist zunächst Anstrengung. Gebetsarbeit ist manchmal schön und erfüllend, oft aber auch langwierig und trocken. Meditieren, Beten, Lesen sind Bildungsvorgänge. Bildung ist ein langfristiges Unternehmen. Doch langfristig ist der Lohn groß.
Kleine Schritte
Entmutigen Sie sich nicht durch zu große Vorhaben. Gehen Sie in bescheidenen Schritten vorwärts: Sprechen Sie anfangs am Morgen einen Psalm, oder halten Sie am Abend einige Minuten Stille, mehr nicht. Wenn selbst das nicht möglich ist, liegt es nicht an der Hektik Ihres Berufs, sondern daran, dass Sie falsch leben!
Feste Zeit
Beten Sie nicht nur, wenn Ihnen danach zumute ist, sondern richten Sie sich eine feste Gebetszeit im Tageslauf ein. Beispiele: der frühe Morgen oder der nicht zu späte Abend. Regelmäßig beachtete Zeiten gliedern Ihr Leben und vermindern das Gefühl „Andere bestimmen über meine Zeit“.
Fester Platz
Geben Sie Ihrem Vorhaben einen festen Ort. Beispiele: eine Ecke in Ihrem Schlafzimmer, ein bestimmter Baum auf Ihrem täglichen Spazierweg, ein Parkplatz, auf dem Sie Ihr Auto auf Ihrem Weg zur Arbeit abstellen und im Wagen sitzend beten. Orte sprechen und bauen an Ihrer Innerlichkeit.

Festes Ritual
Koppeln Sie das Gebet ab von Ihrer Stimmung. Seien Sie streng mit sich: Machen Sie nicht Ihre momentanen Bedürfnisse zum Maßstab. Sie reinigen Ihr Herz, indem Sie nicht auf Ihre Empfindungen achten, sondern nur auf Zeit, Ort und Methode. Entwickeln Sie Ihren eigenen festen Ablauf und nutzen Sie die Kraft der Wiederholung. Beispiel: eine täglich gleiche Eingangsformel („Öffne mein Herz und meine Lippen“), eine Geste (Kreuzeszeichen), lesen Sie einen Psalm (täglich wechselnd), 3 Minuten Stille, Vaterunser. Legen Sie den Psalm vorher fest, damit Ihre Gebetszeit nicht durch Sucherei gestört wird.

Halten Sie eine Notration bereit
Besorgen Sie sich ein Buch mit Gebeten, aus dem Sie in Zeiten größerer innerer Müdigkeit einfach etwas lesen. Lernen Sie kurze Sätze, die Ihnen dort oder in den Psalmen besonders gut gefallen, auswendig. Bilden Sie Ihre eigenen Formeln. Feste Sätze helfen Ihnen, zur Passivität zu finden. Sie sind die Notsprache, falls Ihnen das Leben einmal die Sprache verschlägt.

Halten Sie durch
Wenn Sie zu bestimmten Zeiten nicht beten können, lassen Sie es. Aber halten Sie den Platz frei für das Gebet. Tun Sie nicht irgendetwas anderes, sondern verhalten Sie sich auf andere Weise still. Verlernen Sie nicht Ihren Gebetsort und Ihre Gebetszeit. Seien Sie nicht gewaltsam zu sich selbst. Wenn einmal gar nichts geht, sagen Sie sich: „Auch das Misslingen ist meine Schwester.“
Diese Gedanken wurden angeregt durch: Fulbert Steffensky, Der alltägliche Charme des Glaubens
Autor: Werner Tiki Küstenmacher


Das Christus-Zimmer

„Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35). Und weiter: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Da es sich um einen Glaubenden und noch dazu um einen Bruder handelt, und mag er auch noch so gering sein, so tritt Christus selbst mit ihm ein. Öffne dein Haus und nimm ihn auf. „Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten“ (Mt 10,41)... Das ist die Haltung, die man einnehmen muss, wenn man Fremde aufnimmt: Bereitwilligkeit, Freude, Großzügigkeit. Der Fremde ist immer schüchtern und verschämt. Wenn sein Gastgeber ihn nicht mit Freude aufnimmt, fühlt er sich gering geschätzt und zieht sich zurück. Es ist nämlich schlimmer, so empfangen zu werden als gar nicht.

Hab’ also ein Haus, in dem Christus eine Bleibe findet. Sag: „Das ist das Zimmer Christi. Das ist die Wohnung, die Ihm vorbehalten ist.“ Er wird sie nicht verschmähen, auch wenn sie sehr einfach ist. Er braucht nur ein Dach über dem Kopf. Sei nicht grausam und unmenschlich, und gib ihm wenigstens das. Du legst soviel Feuer an den Tag um der materiellen Güter willen, so bleibe auch nicht kalt, wenn es um geistige Güter geht... Du hast einen Platz für dein Fuhrwerk und hättest keinen für den umherziehenden Christus? 


Johannes Chrysostomos, Predigt 45 zur Apostelgeschichte

Freitag, 9. Juli 2010

Das Verschwinden des Christentums

"Kommt man als Priester ins Klassenzimmer und sagt zu den siebenjährigen Kindern freundlich lächelnd 'Grüß Gott', kann man damit rechnen, daß – wie geschehen – der Gruß zurückkommt: 'Fick dich ins Knie, Du Arsch!'.


Die zur Rede gestellten Eltern verbünden sich dann mit der Klassenlehrerin, die den siebenjährigen Flegeln bescheinigt, die bravsten Kinder der Welt zu sein.


Der betreffende Bursche sei eben schon ein 'kleiner gestandener Mann'.


Folglich muß der Fehler bei Hochwürden liegen.


Dahinter steckt System – nämlich das seit 1968 einsetzende Großexperiment der Verdummung und Verrohung der Völker – nicht nur – des deutschen Sprachgebietes."

So beschreibt ein katholischer Religionslehrer seine Arbeit in Deutschland auf kreuz.net Weiterhin ist da zu lesen:

"Meine Aufgabe besteht darin, sogenannten Erstkommunion-Kindern, die sich im angeblichen Unterricht gegenseitig fast totschlagen und beschimpfen, 'Unterricht' zu erteilen, der nur zum allerkleinsten Teil Deckung durch praktizierende katholische Eltern erfährt.


Am Ende dieser Tragödie steht die sakramentale Zwangsbeglückung namens 'Erstkommunion'.


Manche der Achtjährigen weigern sich ausdrücklich, die Heilige Messe zu besuchen.


Fragt man sie, warum sie überhaupt die Erstkommunion wünschen, dann geht es ihnen um teure Rolex-Uhren (sic!) oder sonstige irdische Kostbarkeiten."

Schon vor zwanzig Jahren waren die Geschenke in meinen nordhessischen Gemeinden die wichtigste Motivation für die Konfirmation. Ich erinnere mich, wie mir ein Konfirmand vorrechnete, was er bei den zu erwartenden Geldgeschenken (er kalkulierte, wahrscheinlich ganz realistisch, mit einer vierstelligen Summe) für einen "Stundenlohn" pro Konfirmandenstunde habe.

"Wenn man aber nach der Heiligen Schrift oder nach einem Gebet- oder Gesangbuch fragt, bekommt man oftmals keine Antwort.


Solche Dinge besitzen in der Regel nicht einmal mehr die Eltern, die ihrerseits meist schon Opfer der liberalen antiautoritären Erziehung sind.


Die Kirche wird das in dieser Form nicht mehr lange praktizieren können."

Natürlich ein zugespitzter, drastischer Bericht, aber sehr ehrlich. Und es geht evangelischen Religionslehrern und -lehrerinnen in der Schule sowie Pfarrern und Pfarrerinnen im Konfirmandenunterricht kaum besser, in Deutschland wie in Österreich.

Beim Aufräumen wiedergefunden...


Diesen Prospekt finde ich jetzt wieder, als ich während meines Urlaubs das Arbeitszimmer in Ordnung bringe und viel räume (und wegwerfe). Das Motiv mit dem ostdeutschen Ampelmännchen ist einfach gut. Leider konnte ich nicht hinfahren. Ach ja: Österreich ist natürlich auch ein Missionsgebiet, vielleicht noch in viel höherem Maße als Deutschland ist dieses Land säkularisiert. Wenigstens in Wien kommt mir das so vor. In den Bundesländern spielt der traditionelle Katholizismus natürlich noch immer eine größere Rolle; in Wien aber ist Religion eine Privatangelegenheit, über die man am liebsten nicht spricht.

Samstag, 22. Mai 2010

Mystische Neugnosis im Urantia-Buch

"Die Wahrheit kann nicht mit Worten definiert werden, sondern nur, indem man sie lebt. Wahrheit ist immer mehr als Kenntnis. Die Kenntnis bezieht sich auf beobachtete Dinge, aber die Wahrheit überschreitet solche rein materiellen Ebenen, indem sie sich der Weisheit zugesellt und so unwägbare Dinge wie menschliche Erfahrung und sogar geistige und lebendige Realitäten umfasst. Das Wissen entstammt der Wissenschaft; die Weisheit wahrer Philosophie; die Wahrheit der religiösen Erfahrung geistigen Lebens. Das Wissen beschäftigt sich mit Tatsachen; die Weisheit mit Beziehungen, die Wahrheit mit Werten der Realität.
Der Mensch neigt dazu, die Wissenschaft zu konkretisieren, die Philosophie zu formulieren und die Wahrheit in Dogmen zu fassen, weil sein Denken träge ist in der Anpassung an die fortgesetzten Existenzkämpfe und auch, weil er fürchterliche Angst vor dem Unbekannten hat. Nur langsam ändert der natürliche Mensch seine Denkgewohnheiten und Lebenstechniken.
Offenbarte Wahrheit, persönlich entdeckte Wahrheit ist das höchste Entzücken der menschlichen Seele; sie ist die gemeinsame Schöpfung des materiellen Verstandes und des innewohnenden Geistes. Das ewige Heil der die Wahrheit erkennenden und die Schönheit liebenden Seele wird durch dieses Hungern und Dürsten nach dem Guten gewährleistet, welches den Sterblichen dahin bringt, mehr und mehr dem einzigen Ziel zu leben, den Willen des Vaters zu tun, Gott zu finden und ihm ähnlich zu werden. Nie gibt es einen Konflikt zwischen wahrem Wissen und Wahrheit. Konflikte kann es geben zwischen Wissen und dem, woran der Mensch glaubt – seinen Anschauungen, die, von Vorurteilen getönt und durch Angst verzerrt, von der großen Furcht beherrscht werden, mit neuen Tatsachen materieller Entdeckungen oder geistigen Fortschritts konfrontiert zu werden.
Aber ohne die Ausübung des Glaubens kann Wahrheit nie menschlicher Besitz werden. Das ist wahr, weil die Gedanken des Menschen, seine Weisheit, Ethik und Ideale nie höher reichen werden als sein Glaube, seine erhabenste Hoffnung. Und ein solcher wahrer Glaube fußt ganz und gar auf tiefem Nachdenken, aufrichtiger Selbstkritik und kompromisslosem sittlichem Bewusstsein. Glaube ist die Inspiration der vergeistigten schöpferischen Vorstellungskraft.
Der Glaube bewirkt die Befreiung der übermenschlichen Tätigkeiten des göttlichen Funkens, des unsterblichen Keims, der dem menschlichen Verstand innewohnt und das Potential des ewigen Lebens darstellt. Die Pflanzen und die Tiere überleben in der Zeit durch die Technik der Weitergabe identischer Partikel ihrer selbst von einer Generation zur anderen. Die menschliche Seele (die Persönlichkeit des Menschen) überlebt den irdischen Tod durch die enge Verbindung ihrer Identität mit dem ihr innewohnenden Funken der Göttlichkeit, der unsterblich ist und die Aufgabe hat, die menschliche Persönlichkeit auf einer folgenden, höheren Ebene progressiven Daseins im Universum fortbestehen zu lassen. Der verborgene Keim in der menschlichen Seele ist ein unsterblicher Geist. Die zweite Generation der Seele ist die erste einer Abfolge von Erscheinungsformen der Persönlichkeit in geistigen und immer höheren Existenzen, die erst dann ihren Abschluss findet, wenn diese göttliche Wesenheit die Quelle ihrer Existenz, die persönliche Quelle aller Existenz, Gott, den Universalen Vater, erreicht."
Urantia Book IV 132, 3
Das neugnostische Urantia Book, dessen Ideen auch Karlheinz Stockhausen beeinflusst haben, liegt seit einigen Jahren auch in deutscher Übersetzung vor. Erstaunlicherweise sucht man in einen Verweis auf dieses Buch und die sich darum scharende Bewegung in deutschen Handbüchern über religiöse Sondergemeinschaft bislang vergeblich.
Der zitierte Abschnitt stammt übrigens aus der Lehrunterweisung Jesu in Rom, das er nach dem Urantia-Buch im Rahmen einer Mittelmeerrundreise in den frühen 20er Jahren, also vor seiner öffentlichen Wirksamkeit in Palästina bereits besuchte, um der späteren Ausbreitung seiner Gemeinschaft den Boden zu bereiten.
Manche der vorgetragenen Gedanken entbehren nicht einer gewissen Tiefe.

Freitag, 21. Mai 2010

Plakataktion in Deutschland

"Für Empörung sorgt derzeit ein großflächiges Plakat mit der Aufschrift 'Kirchenskandale ohne Ende: Jetzt reicht?s! Kirchenaustritt jetzt!'. Darin wird auf die aktuellen Missbrauchsskandale Bezug genommen. Doch es werden noch weitere Vorwürfe gegen die Kirchen laut: Schwelgen im Luxus und Praktizieren heidnischer Kulte. Als Urheber nennt das Plakat lediglich „Freie Bürger für Anstand und ethische Werte“. Für weitere Informationen wird auf eine Telefonnummer und eine Internetadresse verwiesen. Für die deutschlandweit angeblich 300 bis 400 verbreiteten Plakate zeichnet die Initiative 'Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche' verantwortlich, die dem Umfeld des Universellen Lebens (UL) zuzurechnen ist. Bei der Plakataktion handelt es sich um einen Missbrauch der zweifelsohne skandalösen Missbrauchsfälle zur pauschalen Stimmungsmache gegen die Kirchen. Stil und Inhalt offenbaren in drastischer Weise den Kirchenhass der Sekte und auch den inneren Druck, dem 'Urchristen' durch die Ideologie des UL ausgesetzt sind."

Matthias Pöhlmann im EZW-Materialdienst 5/2010

Mittwoch, 12. Mai 2010

Ökumene von unten

Ökumene beginnt vor Ort in konkreten Situationen, nicht an den Schreibtischen der Theologen oder bei den Kirchenleitungen. Das gilt für das gemeinsame Abendmahl in Strafanstalten und Spitälern und auch für den Religionsunterricht. In deutschen Berufsschulen wird seit Jahren schon gemeinsam konfessions-. ja religionsübergreifender Religionsunterricht erteilt; und im Beruflichen Gymnasium in Hessen gibt es zwar konfessionell getrennten Unterricht, aber die Schüler können frei wählen, ob sie in evangelischen oder katholischen RU oder in Ethik gehen möchten. So hatte ich in Gelnhausen mal eine Muslima im evangelischen Unterricht, Katholiken sowieso, und einige haben sogar in evangelischer Religionslehre Abitur gemacht (schriftlich oder mündlich), ohne dafür einer Sondergenehmigung zu bedürfen. Auf den Abiturzeugnissen stand freilich nur "Religion" - ohne konfessionelle Präzisierung...

Freitag, 9. April 2010

Einen weiten Weg gegangen, um endlich zu Jesus Christus zu finden

"Wenn wir als Christ Stille und Schweigen suchen, ist es immer an Jesus gebunden. Er bewirkt seinen Frieden und seine Stille in uns, nicht wie die Welt ihn gibt, sondern wie er ihn uns hinterlassen hat. Jede andere Form von Selbstentleerung führt zwangsweise zur Zerstörung der Persönlichkeit, weil sie uns blendet, so dass wir unseren wahren Zustand der Sünde nicht erkennen. In dem Moment, wo ich Jesus den Schlüssel gebe zu all meinen verborgenen und verschlossenen, inneren Räumen, wird er mich nicht in einen kosmischen Traum heben, auch nicht in Wohlgefallen auflösen; im Gegenteil: Er wird anfangen, das auszumisten, was mich auf der Erde knechtet und gefangenhält; nämlich die Leidenschaften. In Jesus Christus ist die Freiheit, von der jeder Mensch träumt. Durch ihn wird aus einem Sklaven ein freier Mensch."

So schreibt der Schweizer Pädagoge Klaus Kenneth in einem Erfahrungsbericht. Eine zwölfjährige Weltreise ließ ihn Islam, Hinduismus und Buddhismus näher kennen lernen. Am Ende dieser Reise, die zugleich eine innere Suchbewegung war, fand Kenneth zum Christentum zurück und wurde ein Missionar des Evangeliums. Auslöser war übrigens die Erfahrung sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen: "Die Heuchelei eines 'Geistlichen', der mich als Junge während sieben Jahren sexuell missbraucht hatte, öffnete mir auf abstossendste Weise die Augen und trieb mich während zwölf Jahren zur Flucht um den ganzen Erdball."

Aber die Lebensodyssee führte ihn am Ende wirklich zu Jesus Christus. "Enttäuscht und verzweifelt kam ich zurück nach Europa. Christen in meiner Umgebung fingen an, für mich zu beten und mir von Jesus Christus zu erzählen. Sie brachten mich mit Maurice Ray zusammen, der mir liebevoll begegnete. Während unserer Gespräche begriff ich plötzlich, dass ich ein Leben lang Marionette war. Gab es noch Rettung für mich? 'Ja', meinte Maurice Ray, 'du bist frei, zu entscheiden, unter welcher Herrschaft du leben willst.' Ich wollte nicht mehr Marionette sein, sondern frei werden und unter der Führung von Jesus Christus leben. Wir knieten nieder und beteten. Dies war der Anfang eines neuen Lebens!"

Quelle: livenet.ch

Freitag, 12. Februar 2010

Vom Beten

Die Worte, die wir zu Gott sagen, sie können leise und arm und schüchtern sein. Wenn sie nur von Herzen kommen. Und wenn sie nur der Geist Gottes mitbetet. Dann hört sie Gott. Dann wird er keines der Worte vergessen. Dann wird er die Worte in seinem Herzen aufbewahren, weil man die Worte der Liebe nicht vergessen kann.

Karl Rahner

Montag, 5. Oktober 2009

Veränderung ist möglich!

Viele Menschen schauen auf ihre Vergangenheit, auf Fehlentscheidungen, Versagen, verpasste Chancen. Auf Dinge, die sich anders entwickelt haben, als erhofft. Aber du kannst einen Neuanfang machen. Die Botschaft des Evangeliums lautet: Ein Neuanfang ist möglich! Und doch leben Manche so, dass man über sie sagen kann: Den meisten Menschen ist eine bekannte Hölle lieber als ein unbekannter Himmel!

Manche Menschen bleiben lieber in dem, was sie kennen, mag es noch so beklemmend, schmerzhaft oder furchtbar sein, weil sie nicht bereit sind, etwas Neues zu empfangen, mag es auch noch so verheißungsvoll und vielversprechend sein.

Lass nicht zu, dass das Alte dich eingrenzt, dein Leben blockiert, dich erstickt und einengt. Schmeiß die Gedanken, dass alles sinnlos ist, dass alles immer so bleiben wird, wie es bisher war, und dass sich in deinem Leben nie etwas verändern wird, endlich über Bord. Es sind infame Lügen des Teufels.

Es muss nicht so bleiben wie es ist. Gott kann Neues schaffen. Jederzeit. Auch bei dir. Und ich bin gewiss: er kann es nicht nur tun, sondern er will es auch tun! Egal, welcher Lebensweg hinter dir liegt. Egal, wie deine Vergangenheit verlaufen ist. Egal, wie festgefahren deine Situation aussieht. Er kann eingreifen und Neues tun. Lass es zu!

Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
2.Korinther 5,17

Siehe, ich mache alles neu!
Offenbarung 21,5

Gefunden auf www.gottes-haus.de

Freitag, 11. September 2009

Schräg, fromm und frei - Ein Film in der ARD

Matthias Vernaldi leidet von Geburt an an Muskelschwund und ist auf den Rollstuhl angewiesen. 1978 gründeten er und nicht behinderte Freunde eine Landkommune im thüringischen Hartroda. Kennengelernt hatten sie sich in einer sozialdiakonischen Einrichtung. Nach Beendigung der 10. Klasse gab es für die Behinderten zwei Alternativen - zurück ins Elternhaus oder in ein Altenheim. Beides wollten sie nicht. Sie wollten frei und selbst bestimmt leben. So entstand die Idee einer christlichen Bruderschaft. Die evangelische Kirche unterstützte sie und stellte das verlassene Pfarrgehöft in Hartroda zur Verfügung. In der Ostthüringer Agrarsteppe fanden sie einen Ort, den sie mit ihren Ideen füllen konnten. Sie wollten wirklich fromm leben. Doch die Lebensrealität war stärker. Hartroda entwickelte sich von einer Hippie- zur Punk-Kommune. Die Kommunarden engagierten sich in der Umwelt- und Friedensbewegung. Matthias Vernaldi lebt heute in Berlin. Der Film begleitet ihn in die Vergangenheit. Diese findet sich in der MfS-Akte "Parasit" minuziös wieder. Die Staatssicherheit bezeichnet die jungen Leute als "Ausputzertruppe", denen man lieber "ein Ende mit Schrecken" als "Schrecken ohne Ende" bereiten sollte. Zwei Oberkirchenräte und der Hausarzt der Kommune waren Zuträger der Staatssicherheit - und auch der Mitbewohner Bertram. Doch er hielt dies nicht lange aus und offenbarte sich Matthias Vernaldi noch vor 1989. Auch Matthias' Schwestern Maria, ebenfalls an Muskelschwund erkrankt, und Claudia zogen in den 80er Jahren nach Hartroda. Die Eltern unterstützten die Freiheitssuche der Kinder. Ihr tiefer christlicher Glauben ließ sie einen Umgang mit ihren Existenzängsten finden. Claudias Familie lebt heute auf dem eigenen Bauernhof in Mecklenburg. Schon in Hartroda bewirtschaftete sie den Hof und trug so zur Versorgung der Kommune bei. Das Lebensmodell Hartroda basierte auf gemeinschaftlichem Eigentum. Die Renten der Behinderten finanzierten die nicht behinderten Pfleger mit. Die Kommunarden von Hartroda waren "Schräg, fromm und frei". Ihr Lebensentwurf, geprägt vom christlichen Glauben, gab den Beteiligten Lebenskraft. In der geistigen Enge der DDR bedeutete das viel: einen Freiraum für selbstbestimmtes Leben.

Schräg, fromm und frei! - Die Kommunarden von Hartroda. Reportage von Tom Franke in der Reihe "Gott und die Welt" am Sonntag, 13. September 2009 um 17.30 Uhr.


Dienstag, 8. September 2009

Mächtiger als aller Unsinn

In einem Hotel in den Dolomiten spricht mich ein sympathischer Kellner an. Es ist Abend, der ganze Abwasch ist gemacht. Wie immer habe ich ein Buch in der Hand.

"Sie lesen immer, schreiben Sie auch?" Meine Antwort: "Ja, hin und wieder." Der junge Mann "Ich möchte mal ein Buch schreiben, ganz für mich, so wie ich das Leben sehe, was ich fühle, im Innern spüre, auch mit Esoterik und diesen Sachen."

So schreibe ich jetzt für die Leserinnen und Leser des Hamburger Abendblatts kein Buch, sondern nur ein paar Zeilen. Was kann ich über den Sinn meines Lebens sagen? Was steht dahinter? Natürlich kann man nicht immer so fragen, wir sollen leben. Leben macht Freude. Leben stellt vor immer neue Aufgaben. Aber sollen wir ganz ohne Gedanken leben?

Leben ist immer etwas ganz Persönliches, mein eigenes Leben - und dann erst das Leben der anderen. Ich will entdecken, was Sache ist: Freundschaft, Spaß, Verantwortung, Trost, Befreiung, Zukunft. Als Geistlicher lerne ich viele Menschen kennen, sehe, wie sie leben und ihren persönlichen Weg gehen. Ich werde bereichert und oft genug beschämt durch ganz unterschiedliche Lebensgeschichten und kann immer nur sagen: Jeder soll seinen eigenen Kopf behalten; er bleibt unvertretbar und verdient Respekt. Als Mann der Kirche spreche ich von Gott und will immer selber an ihn glauben: an die Kraft, an die Liebe, an die Person, so unvorstellbar groß, dass das kleinste Menschenkind von ihr nicht vergessen wird. Gott muss mächtiger bleiben als aller Unsinn. Gott kennt gerade mich und gibt mir meine Würde, auch wenn ich kläglich versage. Gott weicht keinem von der Seite. Er bedrängt uns nicht, sondern wartet, bis uns das Herz für ihn aufgeht. Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt, hat der polnische Papst einmal gesagt, ein gutes Wort. (...)

Hans-Joachim Jaschke: Der Sinn meines Lebens, Hamburger Abendblatt 5.9.2009

Gegen Evangelikalenschelte

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat dem ZDF eine verzerrte und diffamierende Berichterstattung über evangelikale Christen vorgeworfen.

Beispiel sei der Beitrag «Sterben für Jesus - Missionieren als Abenteuer», der am 4. August 2009 im Magazin «Frontal 21» ausgestrahlt wurde, erklärte die EKD am Samstag in Hannover. Der Beitrag zeige einen undifferenzierten Umgang mit dem Phänomen des religiösen Fundamentalismus und bediene sich fragwürdiger journalistischer Mittel.

«Frontal 21» zeigte, wie evangelikale Jugendliche auf Missionseinsätze vorbereitet werden. Jugendliche hatten sich dazu bekannt, notfalls für Jesus zu sterben. Die EKD erklärte: «Die verantwortlichen Journalisten können sich unter einem 'Märtyrer' offenbar nur den islamistischen Selbstmordattentäter vorstellen. Sie scheinen keinerlei Kenntnis von der christlichen Märtyrervorstellung zu haben, nach der ein Märtyrer Gewalt erleidet, aber nicht anderen Gewalt zufügt.» Keiner der jungen Leute, die in der Sendung befragt wurden, sei auf den Gedanken gekommen, unschuldige Menschen mittels eines Selbstmordattentats mit in den Tod zu reißen, so die EKD.

Negativer Höhepunkt des Beitrags sei die Abmoderation: «Bereit sein, für Gott zu sterben. Das klingt vertraut - bei islamischen Fundamentalisten. Doch auch für radikale Christen scheint das zu gelten.» Ungeheuerlich ist nach Auffassung der EKD auch die Feststellung: «Für Gott als Märtyrer zu sterben hat eine lange, unheilige Tradition. Auf dem Missionarsfriedhof in Korntal liegen jene, die den Evangelikalen noch heute als Vorbild dienen.» Gemeint ist die Akademie für Weltmission im baden-württembergischen Korntal.

Die EKD kritisierte weiter, dass in jüngster Zeit evangelische Christen, die der evangelikalen Strömung zugehören, mit pauschaler Kritik überzogen und in den Medien verzerrt dargestellt werden: «Viele von ihnen gehören mit ihrer tiefen persönlichen Frömmigkeit, ihrem nachhaltigen Eintreten für eine missionarische Kirche und ihrem diakonischen Engagement zum Kern unserer evangelischen Gemeinden», betonte der EKD-Rat in der «Erklärung zur Diffamierung evangelikaler Christen.»

Zuvor hatte der sächsische evangelische Landesbischof Jochen Bohl den ZDF-Beitrag über evangelikale Missionseinsätze in islamischen Ländern als unverantwortlich bezeichnet. Der christliche Medienverbund KEP hatte wegen des Beitrags Programmbeschwerde beim ZDF eingelegt. Ein ZDF-Sprecher sagte, der Fernsehrat des ZDF werde sich mit der Programmbeschwerde beschäftigen.

Im Juni waren zwei deutsche Bibelschülerinnen aus Brake im Jemen ermordet worden. Dies hatte eine Debatte über christliche Missionare im Ausland ausgelöst. Nach Angaben der Bibelschule hatten die jungen Frauen allerdings nicht missioniert, sondern waren als Praktikantinnen im ausschließlich humanitären Dienst in einem staatlichen Krankenhaus eingesetzt.

jesus.de

Die EKD erhebt ihre Stimme für Evangelikale, das gab es lange Zeit nur sehr selten. Zwar dürften die meisten Evangelikalen inzwischen aus den Landeskirchen ausgewandert sein, aber man möchte die Verbindungen doch nicht abreißen lassen. Tatsächlich gibt es ja in den meisten landeskirchlichen Gemeinden einen kleinen evanglikalen Kern, den zu verlieren man sich nicht leisten kann. Aber der Riss, der durch die evangelische Christenheit geht, ist wohl weder zu bestreiten noch zu kitten.



Nein, nein, nein!



So bekehrt man wohl niemanden!

Auch Evangelische können beichten

Die Beichte sollte nach Ansicht des Leipziger evangelischen Theologen Peter Zimmerling auch im Protestantismus wieder wichtiger werden.

Luther habe die Beichte erneuern wollen und sich darüber geärgert, dass die Protestanten stattdessen nicht mehr beichteten, sagte Zimmerling in einem Interview der evangelischen Monatszeitschrift «Zeitzeichen» (September-Ausgabe). Durch den Wegfall der Beichte sei evangelischen Christen ein wesentliches Mittel der Seelenhygiene verloren gegangen.

Der Gang zum Therapeuten bietet für Zimmerling keinen wirklichen Ersatz, denn «Therapien stoßen an eine Grenze, wenn es um reale Schuld geht.» Das Schuldigwerden gehöre jedoch zum Menschen. Wenn ein Mensch in der Beichte zu seiner Schuld stehe, erhalte er dadurch seine Verantwortlichkeit zurück.

Der Reformator Martin Luther (1483-1546) habe den Angebotscharakter der Beichte wiederentdeckt und sie auf zwei Aspekte reduziert: Das Bekenntnis und den Zuspruch der Vergebung. In der Beichte «wird mir zugesprochen, dass ich trotz meines Versagens, trotz meiner Schuld, trotz meiner Unzulänglichkeiten ein von Gott geliebter Mensch bin, der umkehren darf», sagte der Autor eines neu erschienenen «Studienbuchs Beichte».

Um die Beichte unter Protestanten bekannter zu machen, schlug Zimmerling vor, sie im Konfirmandenunterricht zu behandeln und zumindest in Großstadtkirchen regelmäßige Beichtzeiten einzuführen. Nur wenn das Beichtgeheimnis wirklich geschützt sei, würden Menschen Vertrauen gewinnen.

Für unerlässlich hält der Professor für praktische Theologie, dass derjenige, der Beichte hört, selbst bei jemandem beichtet. Der 1945 von den Nazis ermordete evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, einer der Pioniere der Beichte im 20. Jahrhundert, habe das regelmäßig bei einem seiner Vikare getan.

Quelle: epd, zit. n. jesus.de

Zum Glück spricht es sich langsam herum: Ich habe im Monat durchschnittlich zwei bis drei Beichten.