Montag, 31. März 2008

Im 15. Bezirk




Große Worte kleiner Leute

ALFRED Was haben wir aus unserer Natur gemacht? Eine Zwangsjacke. Keiner darf, wie er will.

MARIANNE Und keiner will, wie er darf.


Stille.


ALFRED Und keiner darf, wie er kann.


MARIANNE Und keiner kann, wie er soll -


Ödön von Horváth: Geschichten aus dem Wiener Wald I/4.

Lutherhof, von der Gartenseite






Freitag, 28. März 2008

Virtuelle Welten - gefährden sie die religiöse Empfänglichkeit?

Spaemann: "Virtuelle Welten sind Nichtwirklichkeiten. Und wenn wir in virtuellen Welten leben, wird Gott entbehrlich."

Der Wunsch des Menschen, aus dem Hier und Jetzt zu fliehen, sei daher im Grunde "ein Aussteigen aus der Dimension des Göttlichen", so Spaemann. "Virtuelle Welten sind auch eine Konkurrenz für die Frömmigkeit." Unter Frömmigkeit versteht er dabei eine "Aufmerksamkeit der Gegenwart". Wer den Fernseher einschalte, sei woanders, "nicht mehr in meiner eigenen Gegenwart. Und ich muss mir anschauen, was andere sich ausdenken."

Fernsehen und Internet lassen Wahrnehmung für unsichtbare Welt verkümmern

Dass dies schlimme Auswirkungen habe, könne man etwa bei Kindern sehen. Kinder, die regelmäßig fernsehen, malten Bilder, "die klein und kümmerlich sind, weil sie nur ein Viertel des Raumes auf dem Zeichenblatt ausnutzen. Kinder hingegen, die wenig oder gar nicht fernsehen, malen kraftvolle, großflächige Bilder. Im Grunde haben uns das Fernsehen und andere virtuelle Medien in eine atheistische Atmosphäre geführt, die tendenziell die menschlichen Organe für die unsichtbare Welt zum Absterben bringt."

Spaemann warnt: "Wenn wir keine Heiligkeit mehr kennen, sind wir den Gegebenheiten, dem Grau-in-Grau des Alltäglichen, ausgeliefert." Als "himmlische Rechenkunst", die den Menschen mehr und mehr verloren gehe, bezeichnet Spaemann die Fähigkeit, "unsere gewohnten Sichtweisen zu verrücken" und "Nachteile als Vorteile zu sehen: "Demütigung als Ehre, Verlust als Gewinn, (...) den eigenen Komfort als einen Überfluss, der in Wirklichkeit den Armen gehört". Er selbst bringe "den Alltag ins Gebet" und mache ihn "durchsichtig für das Einmalige unseres Daseins".

Aus einer Zusammenfassung eines Gespräches des populärwissenschaftlichen Magazins P.M. mit dem Philosophen Robert Spaemann (Ausgabe April 2008) im Medienmagazin "pro".

Alt und neu


In Ottakring.

Gefährliches Terrain

Die Mine

Wer sich der Worte bedient,
begibt sich in Gefahr.
Der Wortschatz ist vermint,
wie er seit je es war.

Er wird so überdauern.
Nur so bleibt er ein Schatz,
so lange in Worten lauern,
als ihrem rechten Platz

Gefahren, wie sie nur hier
bestehn: am geeigneten Ort,
auf beliebigem Papier -
die wartende Mine: Wort.

Karl Krolow

Zeichen an der Wand

Nicht ganz einfach zu verstehen: Piktogramme in einer öffentlichen Toilette in Ottakring.

Vorgeschmack der Auferstehung, drastisch...




Helga Wehrmann kam am Dienstag entrüstet in die Bergerkirche und fragte Pfarrer Thorsten Nolting: „Ist die Kirche jetzt total durchgeknallt?“ Nolting hatte zum Probeliegen im frisch aufgebuddelten Grab geladen. Die Auferstehungsübung in der Altstadt lief unter dem Motto: „Raus hier. Jedes Grab ist zu eng“.

Mit so viel Aufregung bei Kirchengängern und der Presse hatte Pfarrer Nolting im Vorfeld der geistlichen Übung nicht gerechnet: „Das war auch gar nicht meine Absicht. Einige, die sich gerne ins Grab gelegt hätten, wollten warten, bis die TV-Teams und Fotoreporter weg sind.“ Der Presse-Rummel und das kalte Winterwetter führten jedoch dazu, dass sich bis eine Stunde vor Ende der Aktion nur sechs Personen ins Grab legten. Thorsten Nolting wollte warten, bis alle Reporter weg sind und sich dann selbst in das über ein Meter tiefe Loch legen.

Eine symbolische Auferstehung samt „Wandlung“ durfte der evangelische Pfarrer bei Helga Wehrmann erleben. Erst polterte die Gerresheimerin empört gegen das Probe-Liegen und erklärte sichtlich aufgebracht: „Ich kann auf mein richtiges Grab warten. Dort hinabzusteigen würde mich sehr beängstigen und ein Leben lang verfolgen.“ Nachdem sie jedoch ein Flugblatt mit Informationen zu dieser ungewöhnlichen Aktion durchgelesen hatte und den symbolischen Zusammenhang des Probe-Begräbnisses mit der Auferstehung Christi sah, kam sie ins grübeln.

Das bekam auch ihre Freundin Brigitte Lenk mit, und als beide auf das offene Grab schauten, sagte sie zu Helga Wehrmann: „Steig da rein. Das wird dir sonst keine Ruhe lassen.“ Und dann passierte das, womit Thorsten Nolting und alle Anwesenden nie und nimmer gerechnet hätten: Helga Wehrmann legte sich tatsächlich ins Grab: „Ich habe mich da unten wohl behütet gefühlt. Vielleicht hätte ich noch etwas länger liegen bleiben sollen. Allerdings bekam ich auch ein Gefühl der Enge und von oben bröckelte Erde auf mich hinab.“ So wartete Helga Wehrmann keine Minute bis sie rief: „Ich will auferstehen. Lasst mich raus!“

Wer anderen eine Grube gräbt...

Ganze sieben Minuten lag Peter Laux im Grab. Der 47-Jährige aus Haan hatte Samstag von der Aktion erfahren und sich über Ostern seelisch drauf vorbereitet. Schon über die Feiertage machte sich Laux Gedanken über den Sinn des Lebens und seine Lebensaufgaben. Nach sieben Minuten wurde ihm dann klar: „Junge, du gehörst hier nicht hin“, was ihm dazu veranlasste, aus dem Grab zu klettern. Selbst 20 Minuten nach der „Auferstehung“ fühlte sich Laux wie auf einer Wolke, hatte zittrige Beine und erklärte: „Ich habe mein Herz noch nie so laut pochen hören, wie da unten. Jetzt fühle ich mich richtig befreit.“

Vassilios Katsogridakis: Lebendig begraben, Rheinische Post, 25.03.2008

Evangelischen Pfarrern fällt doch immer noch etwas Neues ein, aber ob das nun sein musste?

Dienstag, 25. März 2008

Morgensonne im Wohnzimmer

Was sind schon hundert Jahre für die Geschichte der Mentalität?

"Die Wiener Frauen tragen die Fülle ihres Geschlechtes mit einer Unbefangenheit, die sich vor dem öffentlichen Bekenntnis nicht scheut: Ich bin ein Weib! Sie sind keine verschämten Mannsbilder, die ihre natürliche Artung vor der Welt verbergen möchten; nein, sie sind wie die Blumen, die nicht anders können, als sich in ihren Reizen zu offenbaren. Und wie die Wienerin begabt ist, das Leben durch alle Poren zu genießen, so ist ihr auch die Gabe der Aufopferung im höchsten Grade verliehen. Man kennt die Wiener Frauen nicht, wenn man sie nur im Glücke gesehen; ihre innere Schönheit wächst mit dem Unglücke."

Ludwig Speidel: Wiener Frauen, 1910 (Programmheft des Wiener Volkstheaters zu Horváths 'Geschichten aus dem Wienerwald', S. 18)

Nur ganz wenig Schnee...

... anders als gerade in Deutschland...

Es denkt

"Ich denke": wann stimmt das schon? Sicher in relativ wenigen Momenten angespannter Aufmerksamkeit, beim Problemlösen, sicher auch beim Sprechen. Aber die meiste Zeit stimmt es, wenigstens bei mir, nicht, vielmehr muss es heißen: "Es denkt." Und ich höre und schaue dem Es beim Denken zu, staune, amüsiere mich. Wenn es gut geht, dann sprudeln die Assoziationen, dann laufen die inneren Bilder: Träume im Wachzustand. Und das Ich sitzt auf dem Zaun und schaut zu, mischt sich manchmal ein, greift etwas auf - oder aber kann - in der Konzentration - jenes träumende Denken auch mehr oder weniger abblenden.

Montag, 24. März 2008

Wien XVIII, Kreuzgasse

Voyager

Sehnsucht nach Hessen, wo ich fast drei Jahrzehnte gelebt habe, kommt fast nie auf, am ehesten bei akustischen Reminiszenzen: Das Internet macht es möglich, auch in Wien hr2 zu hören, und das Programm dieser Kulturwelle weckt schon mitunter heimatliche Gefühle, etwa am späten Sonntagabend, wenn in der Stunde vor Mitternacht Robert Lueg das Programm "Voyager" mit elektronischer und psychedelischer Musik präsentiert, eine Sendung, die es schon seit Jahrzehnten geben muss...

U-Bahn-Station Universität/Schottentor

Eine fast religiöse Selbstinszenierung der Moderne in dieser Station der U 2.

Nach fast sieben Monaten...

Nach fast sieben Monaten ist die Frage, ob ich mich eingelebt habe und wohl fühle, leichter zu beantworten als nach vier Wochen: Die Antwort ist: Ja! Ich fühle mich sehr wohl, gut aufgenommen und gut aufgehoben in dieser Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Währing, so wohl, wie ich mich noch in keiner Gemeinde gefühlt habe.
Natürlich ist vieles anders als in Deutschland, als in Kurhessen-Waldeck. Aber das sind Unterschiede der Organisation, der Kirchenverfassung. Natürlich ist da die Minderheitensituation, die besondere Probleme mit sich bringt, insbesondere beim schulischen Religionsunterricht. Aber vor allem ist es doch eine christliche Gemeinde mit all den typischen Problemen und bekannten Konstellationen, mit den Gruppen und Grüppchen, mit den verschiedensten Richtungen und Ausprägungen der Frömmigkeit, wie das wohl überall ist. Aber selbst die Konflikte sind hier freundlich gedämpft durch die ganz besondere Wiener Mentalität...
Ich bin gerne Pfarrer in Wien-Währing, freue mich über das Engagement vieler Menschen und die Professionalität der Mitarbeiter. Es war eine gute und richtige Entscheidung, hierher zu wechseln. Und vor allem ist da der seltene Glücksfall, mich mit meinem Pfarrerkollegen wunderbar zu verstehen - und das vom ersten Kennenlernen an.

Am Abend in Währing


Samstag, 22. März 2008

Der höchste Feiertag, der keiner ist

Mir fällt auf (wieder einmal), dass ich derart christlich sozialisiert bin, dass ich es schon als Kind ganz unglaublich fand, dass Karsamstag und Gründonnerstag nicht auch allgemeine Feiertage sind. Und in Österreich ist nicht einmal der Karfreitag frei - nur die Evangelischen müssen nicht arbeiten... Vier Gottesdienste gibt es an diesem Tag in der Lutherkirche, mehr als an Heiligabend. Das ist einmalig in Wien, wahrscheinlich in Österreich, vielleicht weltweit, ich weiß es nicht. An Karfreitag (und am Reformationstag) in die Kirche zu gehen, das scheint ein ganz wesentliches Merkmal evangelischer Selbstdefinition in diesem katholisch geprägten Land zu sein.

Gleich am Gürtel



















Der Anton-Baumann-Park, zwei Straßenecken von mir, nachts, vor allem im Sommer, ein Treffpunkt für Jugendliche und manch zwielichtiges Volk, tagsüber eine kleine idyllische Oase gleich am Gürtel.

Alles ganz einfach...

"(...) Wenn Sie merken, dass der Missmut überhand nimmt, ziehen Sie die Notbremse. Steigen Sie dann bewusst aus Ihrer negativen Ge­dankenspirale aus und programmieren Sie sich in einer ruhigen Minute neu. Träumen Sie von Urlaub und Liebes­geflüster, von erhabenen Landschaften oder dem unermesslich weiten Meer. Jedenfalls von etwas, das Freude und Begeisterung in Ihnen auslöst. (...)

Beamen Sie sich deshalb kraft ihrer Gedanken immer wieder in eine höhere Schwingung (die niedrigste ist Trauer, die höchste Liebe). Im ganzen Universum gibt es nichts, was nicht schwingt, denn seine Grundsubstanz besteht aus lauter schnell oder langsamer schwingenden Par­tikeln (Atomen, Quarks & Co.) und alle sind miteinander verwoben. Sagen Sie einfach zu sich: 'Ich bin Freude'. Beobachten Sie mal, was da Magisches passiert. (...)

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit möglichst nicht auf Dinge, die Sie herunterziehen, sondern auf das, was schön ist in Ihrem Leben und was Sie erreichen wollen. Dann leuchten Sie von innen heraus. Und wenn Sie leichte Zukunftsangst beschleicht, die oft völlig unbegründet ist, versetzen Sie sich umgehend in die Gegenwart zurück. Was ist da meistens? Ein angenehmes Büro, eine Aufgabe, die Sie gut können, eine Tasse Kaf­fee - und bald wieder Feierabend.

Also knipsen Sie immer wieder ihren Sonnenschalter an und freuen Sie sich darauf, dass die ausgesendeten Signale irgendwann zu Ihnen zurückkommen. So funktioniert das mit der Schwingung, dem Gesetz der Resonanz und dem Charisma."

Ratschläge zur Verbesserung der Ausstrahlung (Susanne Helbach-Grosser: Positive Ausstrahlung - so wird sie verstärkt) im FAZJOB.net-Blog "Karriere im Takt".

Freitag, 21. März 2008

Schutzzone


Gesehen in Döbling

Wir, die Sünder

Alte Fotografien

Was ist unser je eigenes Antlitz anderes denn ein Kurzkapitel
in Gottes Schöpfungsschrift? Wir lesen es wie hinter
einem Spiegel, von wo das Erinnern zurückdriftet
zum Moment des Ersten Sündenfalls...

In der Rundung des Apfels, im Bausch der Meereswelle
küßt uns Gott mit seinem Windhauch,
mit Lichtgarben fährt er über unsere faltige Haut.
Jedes Gesicht kann nur in eigener Prägung

den freudigen, traurigen Augenblick erkennen,
wie sich über der Stirn schwere Schatten zusammenbrauen
und Gottes Schrift unleserlich wird.

Ist es das, was den Menschen so selbstvergessen macht? In den anderen
sieht er den eigenen Anteil an der allgemeinen Schuld
und liest zugleich alles, was überhöht dahintersteht.

Hadžem Hajdarević

Dienstag, 18. März 2008

Osterbusen

"Der Handel berichtet uns, dass die österliche Zeit bereits zum zweitwichtigsten Umsatzmotor gleich nach Weihnachten geworden ist. Gut, die Süßwarenerzeuger und die Legehennen waren seit jeher im Produktionsstress. Die Osterhasen sowieso. Aber dass jetzt auch Juweliere, Uhrenhändler, Antiquitätenläden, Reiseanbieter, Flachbildschirmproduzenten und Handyerzeuger jubeln – will das jemandem in den Sinn? Die selbstgebackene Osterpinze, das handbemalte Osterei – mein Gott, wie einfältig! Wie gestrig!
Wie immer in diesen Dingen ersinnen die Reichen (oder jene, die halt nicht aufs Geld schauen) besonders aparte Geschenkideen. So hat der Fußballer Lothar M. seiner 20-jährigen Freundin einen neuen Busen geschenkt. Und Herr Worseg im Evangelischen Krankenhaus hat nicht lang gefackelt und nachgefragt. So haben alle was davon: Der Schönheitschirurg sowieso, der alternde Kicker im Johannistrieb evtl. Und das Mädel? Da können wir nur hoffen, dass die Freud' Ostern überdauern möge."

Die Presse 18.03.2008

Lutherhof (Martinstraße 25)


Stadt der Gegensätze

Woran merkt man in Wien, dass es Frühling wird? Im Aufgang zu den Stationen der U6 (die alte Stadtbahnstrecke, eine Hochbahn) sitzen wieder die Bettlerinnen.

Wien ist eine Stadt extremer sozialer Gegensätze, die Armut vieler Menschen schreit einen geradezu an. Von dreiundzwanzig Bezirken gelten nur zwei oder drei als wirklich "gute" Bezirke, in denen "man wohnen kann", und auch die bei näherem Nachfragen nur zum Teil.

Auffällig auch die deutliche Spaltung der Gesellschaft in politischer Hinsicht. Ob einer "rot" oder "schwarz" gesinnt ist, hängt anscheinend sehr von der Familientradition ab, und eine solche Prägung wirkt unverrückbar. "Gemeindebau" ist für einen Teil der Wiener so etwas wie ein anderes Wort für die Vorhölle, ein ÖVP-Wähler sieht sich überall umzingelt von "Wiener Proleten".

Hoffentlich kann es nun bald beginnen...




Eigentlich ist nun alles vorgedacht und vorbereitet, die Gemeinde hat die nötigen Beschlüsse gefasst, die Renovierung der Lutherkirche könnte nun endlich beginnen. Was nur noch fehlt, ist die Genehmigung der kirchenleitenden Stellen.

Sonntag, 16. März 2008

Ostern und die Frühlingsgefühle

Wenn es schon so in den Zeitschriften steht...
Oft denke ich, dass es auf der Südhalbkugel leichter sein muss, den religiösen Gehalt des Osterfestes wirklich zu erfassen, wenn man nicht so abgelenkt ist durch Natur und Hormone.

Freitag, 14. März 2008

So schöne Träume...

"Ich habe auf Vergnügungen, wie sie heute üblich sind, verzichtet und meinen Schlaf verkürzt. Aber so schöne Träume, wie ich im Wachen habe, haben andere Träumer nicht einmal im Schlaf."

Samuel Joseph Agnon, Der Brief (in: ders., Buch der Taten, Frankfurt am Main 1998, S. 105).

Sonntag, 9. März 2008

Vorgeschmack des Frühlings in Ottakring




Zu den Jahreszeiten

Wenn die Jahreszeiten ihre Gesichter offenbaren
und über unserem Tal der Adler kreist,
wenn am Himmel seltene Lichter scheinen
und die blaue Blume reift:
dann ist es Zeit, der Unrast Mantel umzuhängen
und auf den Pfaden der Vergangenheit
den Weg nach Westen einzuschlagen.

Wir gehen Wege, die schon fast vergessen,
kaum von Wesen dieser Welt berührt
dorthin, wo das Licht den Schatten
in seiner tiefen Klarheit trifft.
Wo wir Gefährten treffen aus den alten Tagen
mit ihnen reden über die vergangene Zeit
um uns an dem Erlebten zu berauschen.

Wir erkennen, dass nicht Zahlen und Figuren
sind die Schlüssel aller Kreaturen.
Dass alle, die gern singen oder küssen,
mehr als die Tiefgelehrten wissen;
dass man in Märchen und in Gedichten
erkennt die alten Weltgeschichten:
Drum lasst uns diesen Tag besingen.

Witthüser und Westrupp

Sonntag, 2. März 2008

Sturm


















Die wohl spektakulärste Folge des Sturmtiefs "Emma" in Wien: Am Südbahnhof stürzte ein Kran quer über die Gleise. Es kam niemand zu Schaden, der Verkehr auf der Südbahn war beeinträchtigt, die Züge endeten zum Teil schon in Meidling.
(Foto des Kurier-Lesers Wolf-Dieter Grabner)

Ansonsten pfiff der Sturm durch alle Ritzen, die Gottesdienste waren schwach besucht, aber der Turm der Lutherkirche hat wundersamerweise keinen weiteren Schaden genommen.