Montag, 25. August 2008

Klare Linien

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Damals und heute

Einst zerschlug mich die Einsamkeit

Einst zerschlug mich die Einsamkeit wie dumm Holz Scheit um Scheit,
Unter deiner Hand wurden die Wunden ein Traum,
Im gesunden Baum singen mit jungem Flaum deine Vögel.

Dein Herz hat das Wort "Weh" sterben gemacht,
Du hast warme Ähren auf die Felder gestellt,
Du wirst süße Trauben bescheren
Und endlich den Schnee, der den Winter erhellt.
Das Jahr wächst freundlich aus deinem Schoß,
Ich sehe staunend zu, wie reich du bist,
Und wie dein Reichtum nie ruht.

Max Dauthendey

Wo sich Himmel und Erde berühren

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Hüte deine Augen

Geh einfach einmal mit offenen Augen in der Stadt umher, wage es dann sogar, entgegenkommende Menschen fröhlich und direkt anzublicken - schon sind sie peinich berührt, fühlen sich angegriffen, beleidigt, provoziert, schauen irritiert weg.
Der schöne erste Satz von Martin Walsers Roman "Ehen in Philippsburg" lautet: "In einem überfüllten Aufzug schauen alle Leute aneinander vorbei." Über fünfzig Jahre alt ist dieser Satz, und er hat nichts von seiner Gültigkeit verloren. Öffentliche Verkehrsmittel, aber zunehmend die ganze Großstadt gleichen so einem überfüllten Aufzug.
Die Privatsphäre des Auges will gewahrt sein: Kein Fremder schaue mir hinein, blicke mich an. Gesenkten Blickes geht der Großstadtmensch durch die Straßen. Erst vor den Auslagen, vor Fahrplänen oder Sehenswürdigkeiten ist das Heben des Blickes legitim und akzeptiert.