Dienstag, 30. März 2010

Kleine Länder

Es ist eine Leidenschaft kleiner Länder, prominent gewordene Persönlichkeiten mit einem nationalen Copyright zu versehen. Der Grund dafür mag im übersteigerten Gefühl eigener kultureller Größe liegen, aber auch in der Angst, von der Welt übersehen zu werden. Am weitesten haben es in dieser Praxis zweifellos unsere magyarischen Freunde gebracht. Glaubt man Peter Hammerschlag („Der Mond schlug grad halb acht“), dann ist nicht nur Hollywood, sondern die ganze Welt eine „Ungarische Schöpfungsgeschichte“: „Im Ånfang wår – dås ist bestimmt – / DER WORT. Auf Griechisch LOGOSCH. / Im Weltmeer ist herumgeschwimmt / Dås Urgetier, dås Fogosch...“

Vor einigen Jahren wurde ein Bekannter von mir, ein polyglotter Weltbürger mit österreichischen Wurzeln und einer schweizerisch-britischen Lebensgeschichte, gefragt, welcher Staatsbürger er denn sei. Er antwortete: „I was born in Austria, but I try to be a human being now.“

Aus einem Kommentar in der "Presse" (Kurt Scholz: Die Österreich-Macher).

Kunst auch das



Graffiti auf Toilettentüren im art / brut center gugging.