Dienstag, 14. Juli 2009

Ein Hauch von Weltmusik

Straßenmusikant in Floridsdorf.

Warum Stachelschweine?

Am vergangenen Mittwoch ging ich kurz entschlossen mit einer Freundin in den Tierpark hier in Greifswald. Er zieht sich rund um einen kleinen Tümpel. Und ich liebe Wasser. Es war einfach genial dort spazieren zu gehen. Die Tiere waren genial.

Als wir bei den Stachelschweinen ankamen, stellte ich mir allerdings die Frage: Was hat Gott sich dabei gedacht? Hatte er keinen Zahnstocher dabei und dachte dann - "Naja mache ich mal ein Tier mit Stacheln, dann kann mir das nicht mehr passieren."

Natürlich nicht. Aber es war irgendwie schon cool mit diesem Gedanken dort durch zu laufen, warum es nun welches Tier geben könnte. klar fand ich keine Antwort darauf. Schließlich finde ich ja auch keine Antwort auf die Frage, warum nun ich so bin, wie ich eben bin. Nur, dass Gott sich mit Sicherheit etwas dabei gedacht haben muss.

Schnelle Füße, rascher Mut

Ehrfürchtige Annäherung an das Geheimnis der Beziehung zwischen Körper und Seele

Wenn ich mal irgendwas an Wehwehchen hatte, und meine Frau oder ein Freund sagte, ich solle doch mal zum Arzt gehen, gab es von mir immer diese halb im Ernst, halb im Spaß gemeinten Antworten wie "Was von alleine kommt, geht auch von allein wieder weg" oder "Ärzte sind für Frauen und Kinder da". Wobei ich letztere Antwort immer noch etwas dadurch entschärfte, dass dies ein Zitat meines Vaters sei, um vom eigenen Macho-Gehabe, welches dieser Satz impliziert, abzulenken.

Natürlich hat auch dieses Buch nicht dazu beigetragen, meine ungesunde Einstellung zu ändern, was ich aber mit dieser kleinen Vorrede sagen will, ist, dass ich jemand bin, der bei Psycho-Diagnose, Reformkost, Südost-Japanischen-Heil-Minz-Ölen und Ringel-Bach-Blüten-Rezepten als Skeptiker in der ersten Reihe steht. Gleichzeitig aber kannte und akzeptierte ich, zähneknirschend, diese Statistiken, bei denen Placebos nachweislich wirken und selbstbewusste, in der Hierarchie oben stehende Menschen (wäre wahrscheinlich gerne selbst so einer) seltener krank werden. Ohne dass es mir bewusst war, stellte ich mir also schon immer die Frage, ob es da irgendwas gibt zwischen Voodoo und Skalpell, was sich auch mit dem gesunden Menschenverstand erklären lässt und auch von einem Skeptiker wie mir wohlwollend akzeptiert werden kann.

Zwischen Ärztestreik und Gesundheitsreform fiel mir dann dieses Buch in die Hände und so wollte ich als zwar politisch interessierter, gebildeter und privatversicherter Mensch aber medizinischer Verweigerer mein Allgemeinwissen mit diesem gesellschaftlich Akut-Hype als Anlass erweitern.

Bernd Hontschik gibt in "Körper, Seele, Mensch" Antworten auf die Frage, was es denn da gibt zwischen Körper und Seele. Keine Pauschal-Phrasen, wie ich sie vielleicht gern hätte, aber das ist auch gut so. Was es zwischen Körper und Seele gibt, ist nicht fassbar und Hontschik widmet sich diesem Thema mit der angemessenen Erfurcht. Er spricht von individuellen und gemeinsamen Wirklichkeiten, von Bedeutungserteilung und geknechteten Emotionen, von Placebo-Chirugie und der Droge Arzt.

Während ich das hier schreibe, kommen mir diese Begriffe wieder mächtig esoterisch vor, sind sie aber nicht, nicht bei Hontschik.

Deshalb: Lieber das Buch lesen, als diese Rezension.

Amazon-Kundenrezension von Novonda

Schumanngasse