Montag, 27. Juli 2009

Gott ist schön

Ein Greis mit rauschigem Bart: Viele denken, dass Gott so aussieht. Dies dokumentieren zahlreiche Gemälde, die den Schöpfer darstellen sollen. Biblisch gesehen dürfte das Unsinn sein, Gott dürfte auch äusserlich mit einer atemberaubenden Schönheit überzeugen.

Gott, der Schöpfer, ist ewig und deshalb das älteste Wesen im Universum. Das heisst aber noch lange nicht, dass er alt aussieht. Dem zum Trotz wird er auf vielen Bildern als uralt dargestellt. Möglich, dass man im Mittelalter ausdrücken wollte, dass er weise ist. Doch damit dürfte man Gott optisch gesehen wesentlich älter gemacht haben, als er ist.

Denn bereits auf den ersten Seiten der Bibel hinterlässt Gott einen Hinweis, wie er aussieht. Er schuf den Menschen zu seinem «Ebenbild».* Damals war die Schöpfung noch intakt und der Tod existierte nicht. Eine Zeit, in der der Körper nicht alterte. Adam und Eva, die ersten Menschen, würden heute rein durch ihr Äusseres wohl alle blenden. Denn damals war die Natur, zu der ja auch der Mensch gehört, perfekt.
Adam wird deshalb besser ausgesehen haben als Enrique Iglesias, Brad Bitt und Cristiano Ronaldo zusammen. Und das Ganze, ohne zu altern. Und Eva muss ihm in nichts nachgestanden haben – schliesslich hatte sie den gleichen Schöpfer.

* Die Bibel, 1. Mose, Kapitel 1, Vers 27

Der schöne Gott

Es gibt also keinen Grund anzunehmen, dass der Erfinder des Schönen nicht selbst schön ist. Zumal die menschliche Schönheit gemäss diesem Bibeltext sein Abbild ist.

Gott plant eine neue Erde, die so ist, wie er die jetzige gedacht hat. Eine Welt ohne Leid und Tod. «Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klage und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei.»
Gott in Natura

Die Bibel liefert verschiedene Hinweise auf diese zukünftige Welt. Diese hat nichts zu tun mit gängigen Darstellungen eines langweiligen Himmels. Im Gegenteil: pulsierendes Leben in einer «geheilten» Welt.

Der Gedanke ist abwegig, dass da mittendrin ein Gott sitzt, der nichts anderes als ein Tattergreis ist. Da liefert das «Buch der Bücher» handfesteres: «Die Stadt erstrahlte im Glanz der Herrlichkeit Gottes. Sie leuchtete wie ein Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.» Diesen Gott in Natura sehen zu dürfen, das muss eine Wucht sein, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Daniel Gerber


Ein vielleicht zunächst sehr ungewohnt und hergeholt klingender, aber andererseits auch überzeugender Gedankengang. Nur, dass die Schönheit Gottes natürlich alle Schönheit dieser Welt blass aussehen lässt. Wir sind nur Ebenbild, Abglanz, Widerschein. Aber das Bild des alten Mannes mit Bart, der irgendwo auf den Wolken thront und auf die Pension zu warten scheint, das sollte wirklich ausgedient haben.

Hereinspaziert!

Hell und dunkel

Wer in die grenzenlose Intimität mit Gott eintaucht, stürzt - um noch auf die beunruhigendsten Passagen in den Bekenntnissen von Bruder Ephraim hinzuweisen - oft auch in die Intimität mit dem Teufel. Er erlebt, dass manchmal sogar Maria sich seiner Nähe entzieht und dass in mondloser Nacht sich nur noch eine Hilfe anbietet, ein magisches Brauchtum aus der reformierten biblizistischen Vergangenheit des Gemeinschaftsgründers: das Bibelorakel, das Sich-Führen-Lassen durch eine blind aufgeschlagene Bibelstelle. Die Seele, ins Grenzenlose gestossen oder selber ins Unendliche treibend, rächt sich an ihrem eigenen, sie überfordernden Glauben und stürzt sich in eine perverse Intimität mit dem Teufel. Arbeitet Gott gar mit dem Teufel zusammen, dass er diese Nächte zulässt? Wir brauchen anders als Bruder Ephraim in unserer Erklärung dieser Höllen nicht in den Himmel hinaufzugreifen und an eine Verschwörung von Licht und Nacht zu denken. Der helle und der dunkle Teil unserer Seele verschwören sich gegen uns, wenn wir sie auseinanderreissen wollen. Wer Heiliger werden will, wer ins Vollkommene drängt, der wird fast zwangsläufig von Dämonen heimgesucht. Er überfordert sich in seinem Drang nach Vollkommenheit, in seinem Nein zu seinen eigenen Schatten. Seine Schatten werden ihn heimsuchen, sobald seine neue religiöse Begeiserung erlahmt. Er stürmte himmelwärts. Bevor er zur Erde zurückfindet, wirft der Dunkle ihn in seine Hölle. Vielleicht, dass ihm anschliessend ein Leben als begrenzter Mensch in einer begrenzten Welt gelingt.

Kreuzgang im Stift Klosterneuburg

Bitte schütteln

Bibel Orakel

Zuerst dachte ich, was ist denn das für ein merkwürdiges Programm? Orakeln mit der Bibel, das kann doch nichts sein? Nach dem Aufruf des Programmes, stellt man sich eine wichtige Frage auf die man eine Antwort oder einen Rat benötigt und schüttelt nachfolgend das Gerät. Danach erhält man eine Antwort, mit einem Zitat aus der Bibel und einer Erklärung. Ich war skeptisch und probierte es aus. Doch die Antwort passte genau. Reiner Zufall? Also, noch einmal probiert, mit einer anderen Frage. Die Antwort passte wieder ganz genau. Ein drittes Mal probiert und wieder passte die Antwort. Ich war erstaunt. Ein aussergewöhnliches Programm.

skaldenland.net