Montag, 31. Dezember 2007
Schicksal, Zufall...
Elke Hosch-Kock (Astrologin)
"Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt, wenn er inkognito bleiben will."
Albert Schweitzer
Oh, die arme Sonne!
Manchmal sehr poetisch die Wettervorhersagen auf www.wetter.at. Hoffentlich hat die arme Sonne wenigstens nachts eine gewisse Entschädigung...
Oh weh...
Der emeritierte Heidelberger Neutestamentler Klaus Berger in einem Kommentar „Wider die „oben ohne“-Theologie“ für die katholische Zeitung ‘Tagespost’.
[kreuz.net]
Österreich und Deutschland
"Deutschland hinkt Österreich wirtschaftlich laut einer aktuellen Untersuchung weiterhin deutlich hinterher. 'In den vergangenen Jahren hatte Österreich mit einer einzigen Ausnahme im Jahr 2001 stets ein höheres Wirtschaftswachstum als Deutschland', berichtete die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) am Donnerstag in München.
Auch in diesem und im nächsten Jahr werde Österreich wohl die Nase vorn haben. Ähnlich sehe es bei Arbeitsmarkt und Wohlstand aus. Österreich habe offensiver und reformfreudiger auf die Herausforderungen durch die Globalisierung reagiert.
Höheres Wohlstandsniveau in Österreich
Der deutsche Aufschwung der vergangenen beiden Jahre sei zwar erfreulich, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. 'Wir dürfen uns aber nicht damit zufriedengeben. In anderen Staaten läuft es wesentlich besser', sagte Brossardt unter Verweis auf das österreichische Vorbild. Deutschland und Österreich seien bei den Voraussetzungen und dem Entwicklungsstand gut vergleichbar. Daher gebe es keinen Grund, warum sich Deutschland vom Nachbarn wirtschaftlich abhängen lassen sollte.
Allein die Arbeitslosenquote lag in den vergangenen Jahren in Österreich durchwegs mindestens drei Prozentpunkte unter dem deutschen Niveau. Dies sei sowohl Ursache als auch Folge des höheren Wachstums, sagte Brossardt. Als Folge der Entwicklung habe Österreich inzwischen ein höheres Wohlstandsniveau. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner habe in Österreich 2006 bei gut 31.030 Euro gelegen, knapp zehn Prozent mehr als in Deutschland. In den vergangenen zehn Jahren legte Österreich um über 40 Prozent zu, Deutschland nur um gut 24 Prozent."
[Die Presse 27.12.2007]
Das höhere Brottoinlandsprodukt in Österreich steht freilich in einem krassen Missverhältnis zum Gehaltsniveau.
Durchlässig
Die Wände zwischen der Weltder sichtbaren Dinge,
der Farben und Gestalten,
und jener größeren,
die sie umgibt und durchdringt,
sind durchscheinend.
Nichts ist verschlossen.
Wenn mir die Augen aufgehen,
einmal,
nach dem Gang
durch die Zone des Todes,
sehe ich,
was mir ein Geheimnis war,
und ich erkenne so klar,
wie ich jetzt schon erkannt bin.
Jörg Zink
Sonntag, 30. Dezember 2007
Wieder Pfarrer sein
Inhalt, Mittelpunkt, Ziel und Grund
ist der Inhalt von allem
und der Mittelpunkt,
wohin alles zielt.
Wer ihn kennt, kennt den
Grund aller Dinge.
Blaise Pascal
Mittwoch, 26. Dezember 2007
Diese Mexikaner...

Unsterblich in den Tod verliebt... Die Thanatophilie macht in Mexiko auch vor dem Weihnachtsmann nicht Halt.
Gefunden auf stern.de
Glaubensnetto - ein interessantes Gedankenspiel
Führen wir zur Klärung einen Begriff ein, der die Niedergangsthese erschüttern kann und der im Übrigen zu sonst nichts zu gebrauchen ist, aber dazu immerhin. Dieser heuristische Begriff heißt: Glaubensnetto.
Wenn man vom Glauben der Menschen alles abzieht, was nicht wirklich dazugehört, dann erhält man das Glaubensnetto, also das, was als unverfälschter Glaube bezeichnet werden kann.
Was sicher abgezogen werden muss: der Zwang, sich gläubig zu geben; der soziale Druck, in der Kirche zu sein; keine Alternative zu haben oder sie sich nicht vorstellen zu können; die Abwesenheit glaubenskritischen Denkens; schlagende Eltern oder Pfarrer; schreiende oder sonstwie drohende Eltern oder Pfarrer; materielle Belohnung für konformes Verhalten; Messen, die zum Zwecke der Einschüchterung des durchschnittlich gebildeten Publikums in Latein gehalten werden.
Dass all dies zum Glaubensbrutto gehört, wird kaum ein Christ im demokratischen Deutschland bestreiten. Natürlich konnten 1960 mehr Kinder das Glaubensbekenntnis auswendig als heute: Aber es wurden auch viel mehr Kinder geschlagen, unter anderem vom Pfarrer, unter anderem damit sie, verdammt noch mal, endlich sagen »und sitzet zur Rechten Gottes«. Nicht zur Linken. Selbstverständlich gab es vor 40 Jahren weniger Scheidungen, aber war das Verhalten der Männer gegenüber jenen Frauen, die nicht weglaufen konnten, wirklich durchgängig christlicher, als es das heute in einer atheistisch geprägten, wilden, aber gleichberechtigten Ehe ist? Nein, da ist vieles schlicht menschlicher geworden, nicht unchristlicher.
Wenn das alles jedoch so ist, wie lässt sich dann begründen, dass der Glaube – netto – in den letzten Jahrzehnten weniger geworden sei? Spricht nicht eher alles dafür, dass das Glaubensnetto immer ungefähr gleich war?
Selbstverständlich wissen weder die Bertelsmann Stiftung noch die innerkirchlichen Pessimisten, noch der Autor, wie groß das Glaubensnetto unserer Gesellschaft ist oder war. Doch genau deshalb, weil man es nicht weiß, legt die depressive Selbstgewissheit vieler Christen ein ganz anderes Problem frei – das Problem, das sie mit der Freiheit haben. Denn der entscheidende Unterschied zwischen, sagen wir, 1960 und 2007 ist nicht der zwischen viel und wenig Glauben, sondern der zwischen wenig und viel Freiheit.
Heute erleben wir, wie sich der Glaube entwickelt, wenn er von jedem äußeren Zwang befreit ist, wenn man nicht glauben muss, sondern darf. Glaube in völliger Freiheit – man könnte das auch als ein beglückendes Erlebnis empfinden.
Drei Quellen sind für diesen Glauben in Demokratie und kultureller Freiheit, jenseits von Obrigkeit und Kanzeltyrannei, verantwortlich. Zum einen die rechtsstaatliche und politische Demokratisierung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Damit wurde das äußere Band zwischen einer überwiegend autoritären Kirche und autoritären Regimen allmählich immer lockerer. Zum anderen das Zweite Vatikanische Konzil, das zwischen 1962 und 1965 stattfand und die innere Liberalisierung, ja Humanisierung der katholischen Kirche einleitete. Ein Prozess, der freilich sehr lange dauerte und erst durch – dritte Quelle – die studentische 68er-Bewegung beschleunigt wurde. (Natürlich ist das Verhältnis zwischen dem »68« der Kirche, also dem Vatikanum, und dem »68« der Linken dialektischer und widersprüchlicher als hier geschildert. Doch im Ergebnis trugen beide dazu bei, dass jeder Christ heute freier ist als jemals zuvor.)
An dieser Stelle kann man den Begriff des Glaubensnetto auch wieder beiseite legen. Vor allem, damit er nicht wie ein religiöser Energieerhaltungssatz verstanden wird. Nein, die Summe des Glaubens ist nicht immer gleich, auch wenn man nie genau sehen kann, wie groß sie gerade ist.
Darum hört auch der Kampf um die Köpfe, die Herzen und die Seelen nicht auf. Nein, es ist auch nicht egal, ob man sich irgendwie human verhält oder ob man sich als Christ bekennt und davon auch etwas weiß.
Der Begriff des Glaubensnetto soll nicht zur Zufriedenheit mit dem jeweiligen Zustand der Religionen führen, nicht zur Bejahung von Kenntnislosigkeit, Laschheit und Beliebigkeit, sondern nur zur Bejahung der freiheitlichen Umstände, unter denen die kulturellen Auseinandersetzungen um den Glauben geführt werden.
Der Christ kennt immer zwei Freiheiten. Die eine kann ihm keiner nehmen, denn sie kommt aus dem Glauben selbst. Wer sich Gott überantwortet, der ist frei von allen weltlichen Mächten, er kann sich ihnen unterwerfen müssen, aber sie werden seine Seele nicht erreichen. Diese Freiheit kann ein Christ in jedem politischen System leben, wenn er stark ist, also stark glaubt.
Die andere Freiheit ist die politische, die man zum Christsein nicht braucht, die jedoch die einzige ist, die zum Christentum passt. Denn die Gleichheit des Menschen vor Gott verlangt nach der Gleichheit vor dem Gesetz, die individuelle Verantwortung vor Gott bringt den freien Bürger mit sich.
Damit einher geht allerdings auch der Pluralismus. Um das Paradox auf die Spitze zu treiben: Eine Gesellschaft, in der alle Menschen Christen sind, müsste auch und gerade Christen sehr verdächtig vorkommen."
Bernd Ulrich: Der Glaube wird frei, DIE ZEIT, 19.12.2007 Nr. 52
Alter
Robert Pinget, Tintenkleckse. Monsieur Traums letztes Notizheft
Dienstag, 25. Dezember 2007
Ein Friedensgruß zum Weihnachtsfest
Wertschätzung des Lebens
In ihrem Brief wiesen die Unterzeichner darauf hin, dass Weihnachten in diesem Jahr kurz nach dem islamischen Opferfest gefeiert wird. Dabei erinnern die Muslime an die biblische und koranische Überlieferung, derzufolge Abraham beinahe seinen Sohn als Opfer dargebracht hätte. "Gottes Weigerung, Abraham seinen Sohn opfern zu lassen, ist bis heute eine göttliche Garantie und eine äußerst kraftvolle Lektion für alle Anhänger der abrahamitischen Religionen - das sind Juden, Christen und Muslime - stets das äußerste zu geben, um jedes menschliche Leben und besonders das Leben jedes einzelnen Kindes zu bewahren und hochzuschätzen", heißt es in dem Schreiben.
"Möge das kommende Jahr eines sein, in dem die Heiligkeit und Würde des menschlichen Lebens von allen bewahrt wird", schrieben die Verfasser weiter. "Möge es ein Jahr der demütigen Reue vor Gott und der gegenseitigen Vergebung innerhalb der Gemeinschaften und unter ihnen sein."
"Islamische Ökumene"
Zu den 138 Unterzeichnern der Grußbotschaft gehören neben Vertretern der größten islamischen Glaubensrichtungen Sunna und Schia auch Angehörige des Sufismus (der mystischen Richtung des Islam) sowie anderer religiöser Strömungen.Die gleiche Gruppe hatte im Oktober bereits einen Aufruf zu einem ernsthaften Dialog zwischen Muslimen und Christen veröffentlicht, um ein besseres gegenseitiges Verständnis zu fördern. Die Gelehrten hatten sich erstmals als Reaktion auf die umstrittene Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. im vergangenen Jahr zusammengefunden, in der der Islam nach Ansicht vieler Muslime fälschlich als gewalttätig und irrational beschrieben worden war.
Gefunden auf kurier.at
Ende der Säkularisierung? - Was beweist der "Religionsmonitor"?
„(…) Schließlich, auf diese Erkenntnis sind die Bertelsmänner besonders stolz, bezeichnet sich jeder fünfte Deutsche als »hochreligiös«. Nun ist zweifelhaft, ob man Lust hätte, mit jemandem, der sich freiwillig selbst als »hochreligiös« bezeichnet, ein Bier trinken zu gehen oder gar einen Gottesdienst zu besuchen. Aber immerhin: Die Zahlen dieser Studie eigneten sich ganz gut für eine kleine Offensive der Gläubigen. Seht her, ihr Anhänger der Säkularisierungsthese, ihr Atheisten und Anti-Papisten, wir werden gar nicht weniger, fürchtet Euch!
Diese Offensive wird es jedoch nicht geben. Denn die innigsten Anhänger der These, dass es mit dem Glauben in Deutschland bergab gehe, sitzen gar nicht bei der FDP, bei der Linkspartei oder bei antiklerikalen Wochenmagazinen, sondern in den Kirchen selbst. Wer nicht auf die offiziellen, dem rhetorischen Optimismus verpflichteten Verlautbarungen von kirchlicher Seite hört, wer direkt hineinhorcht ins Innenleben der beiden deutschen Kirchen, der wird auf einen Pessimismus treffen, der so tief sitzt, dass ihm mit Zahlen so wenig beizukommen ist wie mit guten Worten oder Gebeten.
Der Glaube in Deutschland, so denken diese Christen, befindet sich auf Talfahrt, quantitativ mit Blick auf die Mitglieder, die Geistlichen, die Kirchengebäude, die Kirchensteuereinnahmen und, und, und. Erst recht qualitativ, also mit Blick darauf, was denn da so alles geglaubt wird.
Wenn das Thema in Gesprächen diesen Punkt erreicht, dann kommt in den innerkirchlichen Kreisen so richtig herzhafte Untergangsstimmung auf. Denn, so geht die Klage, die meisten Leute, auch die Sonntags- und Karteichristen, haben doch überhaupt keine Ahnung mehr, woran sie eigentlich glauben. Pfingsten? Fronleichnam? Geheimnis des Glaubens? Keinen Schimmer haben die Leute, also die anderen Leute. Und wenn das Qualitative mit dem Quantitativen zusammengelegt wird, was bleibt dann noch übrig vom christlichen Abendland?
Wer wollte bestreiten, dass an diesen Fragen etwas dran ist. Aber was beweisen sie eigentlich? (…)“
Bernd Ulrich: Der Glaube wird frei, DIE ZEIT, 19.12.2007
In der Tat zeigt der "Religionsmonitor" einen sehr merkwürdigen, weiten Begriff von Religion. Wenn offenbar schon die Fragen nach dem Stellenwert von Familie und Beruf oder das schiere Interesse für bestimmte Fragen der Religion hier bedeutsam sind, stehen natürlich der die Familienehre verteidigende Patriarch, der Workaholic und der aggressive Religionskritiker schon in der Gefahr, als "religiös" eingestuft zu werden.
Eine GfK-Studie zum Glauben in Österreich kommt mit wenigen, anders formulierten Fragestellungen zu einem anderen Ergebnis (und das dürfte nicht an den Unterschieden zwischen Österreich und Deutschland liegen):
Der Vergleich mit den älteren Antworten zeigt hier einen deutlichen Trend, aber der betrifft bemerkenswerterweise auch die Esoterik."Esoterik und Astrologie dürften aber nicht wirklich ein Ersatz für die Religiosität sein. Denn deren Bedeutung hat sich in den - von den Umfragen erfassten - vergangenen zehn Jahren deutlich verringert. Nicht nur der Anteil derer, die in Esoterik und altem Wissen viel Wahres sehen, hat sich halbiert.
Auch der Anteil der Astrologie-Gläubigen hat sich in diesem Zeitraum mehr als halbiert. 1997 waren sich noch 37 Prozent sicher, dass die Astrologie zum Teil wissenschaftliche Wahrheiten enthält, 2007 nur mehr 15 Prozent." (orf.at)
Selig
seh' ich den kleinen, grauen Pfarrer mit dem Fahrrad fahr'n.
Zwei Plastiktüten mit leeren Weinflaschen voll
am Lenker schlenkernd zum Glascontainer karr'n.
Und da nimmt er die Flaschen, doch er wirft sie nicht rein,
Er legt sie einzeln, behutsam und liebevoIl hinein.
Denn am Montag ist der Glascontainer immer fast voll,
Dann geht das lautlos und keiner hört, was er nicht soll.
Und er faltet die Tüten in der Dunkelheit.
Und dann schaukelt er zurück in seine Grabeseinsamkeit.
Selig, die Abgebrochenen,
Die Verwirrten, die in sich Verkrochenen.
Die Ausgegrenzten, die Gebückten,
Die an die Wand Gedrückten,
Selig sind die Verrückten!"
Reinhard Mey: Selig sind die Verrückten
Montag, 24. Dezember 2007
Heiligabend
Erinnerungen an die Jugendzeit: Den Nachmittag bis zur unvermeidlichen familiären Bescherung überbrücken mit der Lektüre von Salingers "Fänger im Roggen" (nicht nur in einem Jahr, sondern ritualartig immer wieder).
Die Panikkäufe, die ich letzte Woche beobachten konnte (eine Frau vor mir im Supermarkt kaufte ca. 160 Tafeln Schokolade verschiedenster Sorten), sind vorbei; Stadt, U-Bahn und Geschäfte waren heute früh sogar leerer als an gewöhnlichen Montagen, die Stadt wirkt schon wie verlassen. Wo immer ich gewohnt habe, hatte ich Weihnachten diesen Eindruck: Die Menschen sind verschwunden, geflohen - aber wohin?
Und die anderen, die noch da sind? Wirken merkwürdig abgespannt. Immerhin hört man auch so etwas: "Frohe Weihnachten und ein braves Christkind!" Ein sehr österreichischer Wunsch an der Kasse.
Mathematisch-religiös
Liebt doch Gott die leeren Hände,
Und der Mangel wird Gewinn.
Immerdar enthüllt das Ende
Sich als strahlender Beginn.
Werner Bergengruen
Zum Bertelsmann Religionsmonitor 2008
"Huch, ich bin ja religiös
Der "Religionsmonitor" von Bertelsmann zeigt Erschreckendes: So mancher bekennende Atheist ist anscheinend doch religiös. Kein Wunder – bei den Fragen
Sollen sich Ausländer anpassen?
Doch vor die Erkenntnis hat der liebe Gott... pardon, Bertelsmann, natürlich ein paar Hürden geschaffen. Denn zunächst heißt es, der lieben Statistik zur Hand zu gehen, welch Glück, dass die Umfrage immerhin anonym ist. Gehört man einer Religionsgemeinschaft an und wie wichtig sind mir der Partner, Politik oder Familie? Hat man diese Hürde geschafft, wird es schon ein wenig intimer: Waren denn Vater und Mutter präsent, als man sich durch die schwere Zeit zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr hangelte? Schon kurz danach begegnet man dem ersten Mix aus Spiritualität und Religion, aber wer wird denn hier so genau sein? Eine Frage wie "Nehmen Sie an religiösen Handlungen oder spirituellen Handlungen teil?" lässt eben einfach mehr Bandbreite zu.
Auch andere Fragen lassen einen manchmal verwirrt den Kopf schütteln – hier wäre dann wohl göttliche oder spirituelle Hilfe gefragt. Was die Frage, ob man der Meinung ist, Ausländer sollten sich an den vorherrschenden Lebensstil im Gastland anpassen, mit Religion zu tun hat, wird wohl manchem ähnlich verborgen bleiben wie die Frage, inwiefern man sich über Religion informieren möchte. Und ob man sich irgendwann mit allem eins fühlte, lässt manche spöttisch kommentieren, dass dies der Fall wäre, allerdings durch Zuhilfenahme anderer Drogen als Religion.
Hat man sich also durch manche verzwickte Frage gequält (und vielleicht in dem Moment dann die Ansicht über Gott geändert und ihn gefragt, warum eine solche Umfrage überhaupt gemacht wird und was die Fragen eigentlich bedeuten sollen), wird zum zweiten Mal Statistik: Alter, Geschlecht, Kinder oder nicht, Personenstand... abgefragt, um dann zum Endergebnis, presented by Bertelsmann, zu kommen. Dieses Endergebnis erreicht man, obgleich der Fortschrittsbalken irritierenderweise bei 97% stehen bleibt. Das lässt einen überlegen, ob hier vielleicht durch Einwirkung von Dämonen oder Engeln (denn auch der Glaube an diese wurde abgefragt) 3% der Fragen fehlen.
Gelebte Religiosität 2,5
Aber vielleicht sind eben diese 97% ganz beruhigend, lassen sie mich doch noch darauf hoffen, dass sich durch die fehlenden Fragen mein Ergebnis verändert hätte und ich nicht plötzlich, trotz der Tatsache, dass ich weder bete, an religiösen Handlungen teilnehme, an Gottes Einfluss auf mein Leben glaube und sonst, abgesehen vom allgemeinen Interesse an Informationen über Religion, irgendeinen Anschein erweckte, dass mir diese wichtig ist, plötzlich vor einem Wert bezüglich der gelebten Religiosität von fast 2,5 stehe (Durchschnitt in der Schweiz: etwas über 3). Die Skala reicht bis zum Wert 5, besonders wichtig. Aber etwas erleichtert mich: Wenn ich die Sache mit den spirituellen Handlungen einfach streiche, sinkt der Wert. Das lässt hoffen. Und siehe da – noch einmal das Interesse an der Religion etwas abgesenkt und ich bin bei einer gelebten Religiosität von ca. 1 (eher unwichtig). Übrigens bedeutet gelebte Religiosität nicht etwa, dass die Religion beim Leben allgemein eine große Rolle spielt, sondern sie setzt sich aus den 7 Kernbereichen von Bereich 1 zusammen:
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Meditation bildet also eine Kerndimension der Religiosität des Menschen. Hier werden Meditation, Gebet und Spiritualität munter miteinander verquirlt, und wenn man ein paar Mal diese Umfrage macht hat und nur kleine Dinge verändert, kann man belustigt betrachten, wie sich dann Werte verändern, mit denen man gar nicht gerechnet hat."
Twister (Bettina Winsemann) 23.12.2007
Hier kann jeder den Test online machen, das Ergebnis (persönliches Religiositätsprofil im Vergleich mit den Durchschnittswerten des Wohnlandes wird zum Download angeboten.
Von Askese
10 Gebote, Neufassung für Partnersuchende
Die 10 Gebote
1. Gebot: Du sollst keine bestimmte Augen- od. Haarfarbe haben.
2. Gebot: Du sollst kein bestimmtes Alter haben.
3. Gebot: Du sollst keine bestimmte Größe haben.
4. Gebot: Du sollst keine bestimmte Nasenlänge haben.
5. Gebot: Du sollst auch keinen bestimmten Charakter haben.
6. Gebot: Du sollst keinen bestimmten Beruf haben.
7. Gebot: Du sollst über keinen bestimmten Wohlstand verfügen.
8. Gebot: Du sollst keiner bestimmten Rasse sein.
9. Gebot: Du sollst keine bestimmte Gesinnung oder Ausbildung haben.
10. Gebot: DU SOLLST EINFACH NUR DU SEIN (weil Du einzigartig bist).
Sehnsucht?

Ob ich noch manchmal Sehnsucht nach Gelnhausen und den Beruflichen Schulen habe, fragt ein ehemaliger Schüler in einer e-mail mit Weihnachtsgrüßen. Nein, habe ich nicht. Nur wenn ich von der Theatergruppe höre oder lese, kommt ein wenig Wehmut auf. Aber vielleicht lässt sich so etwas ja auch in der Evangelischen Pfarre A.B. Wien-Währing beginnen?
Sonntag, 23. Dezember 2007
Glaube und Zweifel - zum Ankreuzen
Ihre Mitteilung wird vertraulich behandelt.
Antwortformular:
| Ich möchte eine Frage stellen. | ||
| Ich habe vorhin Gott als meinen Vater in mein Leben eingeladen. | ||
| Ich möchte herausfinden, wie ich eine Beziehung mit Jesus Christus beginnen kann. | ||
| Ich weiss noch nicht viel über den christlichen Glauben und möchte mehr darüber lernen, wie ich als Christ wachsen kann. | ||
| Ich möchte eine Gemeinde, Kirche, Bibelgruppe, einen Alphalive-Kurs o.ä. in meiner Region besuchen. Informieren Sie mich bitte über die Möglichkeiten. | ||
| Lebenshilfe: Ich interessiere mich für professionelle Seelsorge und Beratung. |
Auf der christlichen Webseite jesus.ch findet sich dieses Formular. Es folgt dann noch ein Freitextkasten zur Eingabe von ausformulierten, expliziten Fragen.
Durchblick
Samstag, 22. Dezember 2007
Anstößiger Asienurlaub
Gusenbauer ist den Medien schon früher negativ aufgefallen, weil er Urlaube auf Korsika und in Marbella verbrachte. Das gilt in diesem Land, für das der Tourismus ein so wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist, offenbar schon als eine Art Sakrileg.
Wien, sichere Stadt

In diesem Jahr gab es nach Zeitungsberichten bislang 21 Morde in Wien, im gesamten vorigen Jahr waren es gar nur 19. Das entspricht einer Mordrate von gut 1,1 pro 100.000 Einwohner.
Zum Vergleich: Deutschland hat eine Mordrate von gut 3,0. Und in deutschen Großstädten lebt es sich deutlich gefährlicher als in der österreichischen Bundeshauptstadt (Zahlen aus dem Jahr 2002):
"Die (...) deutsche Hauptstadt des Mordes und Totschlags ist Hannover mit einer Rate von 9,9 - gefolgt von Mannheim (7,5), Mainz und Stuttgart (je 7,0), Frankfurt/M. und Saarbrücken (je 6,6), Bremen (6,5) und Hamburg (5,8/das entsprach genau 100 erfassten Fällen von Mord und Totschlag)." (Hamburger Abendblatt 24.3.2004)
Bemerkenswert ist auch die Aufklärungsquote: Von den 19 Morden des vergangenen Jahres blieben nur 2 ungelöst, von den 21 heurigen Morden konnten immerhin schon 18 aufgeklärt werden.
Mal kein Hochnebel
Oh weh...
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.
Der Seufzer einer viel beschäftigten Person, sicher nicht wenigen gestressten Zeitgenossen aus dem Herzen gesprochen. Und trotzdem: Aus dem Munde einer CDU-Politikerin ist das schon sehr mager - und provoziert die Nachfrage, ob denn da an Weihnachten nicht noch etwas anderes war.
Dienstag, 18. Dezember 2007
Charaktere, denen man die Hand schütteln möchte
Aus einer Buchbesprechung von Silke Meier auf jesus.de
Neues vom österreichischen Recht
Bis heute müssen sich Unternehmen mit der Frage quälen, ob zwei gleichzeitig angebotene Waren im unzulässigen Verhältnis von Haupt- und Nebenware stehen, bei denen die Nebenware einen unzulässigen Kaufanreiz bietet, oder die Waren sinnvollerweise gemeinsam zu einem bestimmten Preis verkauft werden dürfen, weil sie beispielsweise eine Funktionseinheit aufweisen.
Als zulässige Warenkombination beurteilte der OGH beispielsweise das Angebot eines TV-Abonnements in Verbindung mit einem digitalen Sat-TV-Receiver um € 1,– (4 Ob 162/06m). Es sei dem Verbraucher klar, dass zum Empfang des TV-Programms ein spezieller Receiver benötigt werde, der für sich genommen nicht € 1,- kosten könne, sondern in den Preis des Abonnements einkalkuliert sei. Denselben Sachverhalt, bei welchem ein Receiver zusätzlich zum TV-Abonnement jedoch mit „€ 0“, „gratis“ oder „geschenkt“ angeboten würden, beurteilte der Exekutionssenat des OGH jedoch als unzulässige Zugabe (3 Ob 54/07y).
Eindeutig unzulässig ist das Angebot einer Kinokarte mit der Zugabe eines Gastronomiegutscheins im Wert von € 5,- (4 Ob 240/06g). Hingegen ist das Ankündigen der Zugabe eines Eislutschers in Verbindung mit einer Kinokarte zu einem Gesamtpreis dann kein Zugabenverstoß, wenn kein Unterpreis vorliegt, also sowohl die Selbstkosten für die Kinokarte, als auch der Einkaufspreis für die Zugabe (Eis) darin Deckung finden (zuletzt 4 Ob 33/07t). Im ersten Fall lag somit in der Zugabe eines Warengutscheins ein unsachlicher Kaufanreiz, im zweiten Fall nicht, obwohl dem Verbraucher die Kalkulation des Gesamtpreises für Kinokarte und Eis selbstverständlich verborgen bleiben musste.
Handy-Gebühr als „Geschenk“
Während im Regelfall nur Bar-Rabatte in Geld oder in Ware selbst nicht unter das generelle Zugabenverbot fallen, beurteilte der OGH kürzlich ein Handy-Gesprächsguthaben beim Besuch einer Fahrschule als zulässig, weil praktisch jedermann über ein Mobiltelefon verfügt und das mit den Telefongebühren zu verrechnende Guthaben einem Rabatt in bar gleichstehe.
Auch wenn manchen dieser höchstgerichtlichen Entscheidungen die begrüßenswerte Tendenz zu entnehmen ist, den Zugabendschungel im Sinne einer toleranteren Handhabung zu lichten, spricht sehr viel für eine völlige Abschaffung des Zugabenrechts.
•Auch nach 78 Jahren ist es weder dem Gesetzgeber noch den Gerichten gelungen, ein einheitliches System des Zugabenrechts zu schaffen, das den Unternehmen eine eindeutige Ex-ante-Beurteilung geplanter Werbemaßnahmen ermöglicht.
•Das Verbraucherleitbild der EU ist das des mündigen, aufgeklärten Kunden. In keinem der genannten Fälle bestand auch nur im Ansatz die Gefahr der Übervorteilung, des unsachlichen Kaufanreizes oder der Preisverschleierung.
•In Deutschland wurde das Zugabenregime schon vor Jahren ersatzlos beseitigt. Zur Beurteilung krasser Ausnahmesituationen reichten die allgemeinen Bestimmungen über das Verbot des Verstoßes gegen die guten Sitten oder der Irreführung (jetzt: unlautere Geschäftspraktiken).
•Zugabenrecht ist zum Teil auch bloße Anlassgesetzgebung. Man denke nur an die Einschränkung der Veranstaltung von Gewinnspielen in der Zeitung. Weshalb, wenn überhaupt, ein unsachlicher Kaufanreiz zum Erwerb einer Tageszeitung bestehen soll, wenn der Wert der ausgespielten Preise € 21.600,– übersteigt, wissen heute wahrscheinlich nur noch die Besitzer der „Krone“ und der seligen „Täglich Alles“.
•Die Planung grenzüberschreitender werblicher Aktivitäten, insbesondere im deutschsprachigen Raum, wird durch die unterschiedliche Rechtslage in Deutschland und in Österreich erschwert. Der österreichische Verbraucher ist aber sicher nicht schutzbedürftiger als der deutsche."
Dr. Egon Engin-Deniz: Und wann fällt das Zugabeverbot?, in der Presse vom 17.12.2007
Am Stephansplatz
Oh, diese Umfragen
Ich kenne sie nicht einmal alle, nicht mal dem Namen nach...
Wie eine solche Liste wohl für Österreich aussähe?
Samstag, 15. Dezember 2007
Falls
FALLS
Falls man verlassen wird
Soll man erst einmal ein Steak essen
oder als Vegetarier eine Schüssel Kopfsalat
damit man wieder klar denken kann.
Weil man zum Heulen eine Grundlage braucht
Ich habe rausgefunden, Heulen schlaucht
Falls man verlassen wird
Soll man ganz schnell das Laken wechseln
oder gleich das ganze Bett frisch beziehn
Damit man nicht mehr dran riechen kann
Weil dann die Tränen in die Augen schießen und
ich möchte hier betonen, das ist ungesund
Falls man verlassen wird
Soll man nicht nach dem WARUM fragen
Es ist doch eigentlich egal warum einer geht
Feststeht dass er Dich nicht mehr lieben kann
Wie soll er das erklären ohne Dir weh zu tun?
Gegen so was sind selbst Felsen nicht immun.
Falls man verlassen wird
Soll man eine Handvoll Kresse säen
Und die soll man sorgsam gießen, Tag für Tag
Damit man Grün auf Weiß sehen kann
Wie langsam schon Gras über die Sache wächst und dann
wird s auch bestimmt nicht mehr so wehtun irgendwann
Falls man verlassen wird
Soll man schnell am Passbildautomaten
überprüfen ob man noch existiert
damit man weiß es ist genügend übrig
und man sich nicht nur fühlt wie eine Hälfte ohne Sinn
Vielleicht kriegt man den Rest dann leichter hin
Falls man verlassen wird
Soll man sich keinesfalls den Tag merken
Es ist doch eigentlich egal wann es Dich eiskalt erwischt
Es knallt immer wie ne Abrissbirne
mitten in Dein Leben hinein
Das war und ist und wird immer so sein
Falls man wen verlassen muss
Sollte man sich sicher sein
Man sollte sich mit so was nicht vertun
Damit nicht unnötig Tränen fließen
und nicht umsonst ein Herz mit Ach und Krach zerbricht
Denn leicht ist auch das Weggehn leider nicht.
Ich habe rausgefunden
leicht ist auch das Weggehn leider nicht.
Christiane Weber / Timm Beckmann
Dieser Song ist auf der neuen CD des Essener Duos zwar nicht enthalten, wird aber hier ganz offiziell zum Download angeboten, ebenso wie ein weiterer Titel ("Knutschen im Kino").
Freitag, 7. Dezember 2007
Luftsteuer und andere Gebrauchsabgaben
Sowohl das Abgabenwesen wie die Sensibilität für die Grenze zwischen privatem Besitz und öffentlichem Eigentum sind in Österreich sehr ausgeprägt. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Luftsteuer, die für die Inanspruchnahme öffentlichen Luftraums zu entrichten ist. Hiermit ist nicht nur Werbung durch Leuchtschilder gemeint, sondern auch jede bauliche Hervorhebung eines Geschäftes, z.B. durch Geschäftsportale, Vordächer, oder Markisen. All das verdrängt öffentlichen Luftraum und ist abgabenpflichtig.
Die Luftsteuer ist eine Angelegenheit der Städte, z.B. in Salzburg, da fordert die ÖVP neuerdings freilich die Abschaffung:
„Wer in der Stadt Salzburg mit Schildern, Lichterketten oder Reklametafeln öffentlichen Luftraum in Anspruch nimmt, muss Luftsteuer zahlen. Die ÖVP-Gemeinderatsfraktion will die Bestimmungen drastisch vereinfachen. Teurer städtischer Luftraum
Claudia Schmidt, die Fraktionschefin der ÖVP im Salzburger Gemeinderat spricht sich für eine Entrümpelung der Luftsteuerbestimmungen in der Landeshauptstadt aus.
Geschäftsleute müssen diese Steuer entrichten, wenn sie auf öffentlichem Grund Lichterketten oder Werbeschilder aufhängen oder Blumentöpfe auf den Gehsteig stellen.“
Ähnliche Abgaben gibt es innerhalb Deutschlands zumindest in Bayern, sehr zum Ärger der Gewerbetreibenden.
In Wien sind die Regelungen des öffentlichen Lebens besonders fortgeschritten. Im Wiener Gebrauchabgabengesetz etwa ist vielerlei geregelt, und das ist durchaus kompliziert.
Aus einem Merkblatt der Wirtschaftskammern Österreichs:Nahezu alle Tätigkeiten auf Straßen (Fahrbahn, Gehsteig), die über die „normale“ Nutzung zu Verkehrszwecken hinausgehen, insbesondere gewerbliche Tätigkeiten, sind bewilligungspflichtig!
Die Gebrauchsabgabe ist eine Landessteuer, die für die Benützung von Straßenraum zu privaten Zwecken zu bezahlen ist. Dies betrifft etwa das Aufstellen von Kleiderständern vor dem Geschäft, die Errichtung eines Schanigartens, das Arbeiten an einem Fahrzeug vor einem Geschäft, das Aufstellen von Baucontainern, Schutt oder sonstigen Maschinen, das Aufstellen von Verkaufsständen oder Kiosken, die Anbringung von Werbeschildern an der Wand, das Verlegen von Kabeln in die Erde. Bis auf wenige Ausnahmen ist die zuständige Behörde, die derartige Benützungen bewilligt, die
Magistratsabteilung 46G
Niederhofstr. 23
1121 Wien
Tel: 811 14-92127
Fax: 811 14-99-92110
E-Mail: post.g@m46.magwien.gv.at
Für Anträge auf Schanigärten ist das örtliche Magistratische Bezirksamt zuständig.
Bei Straßenständen bis zu einer Größe von 12 m² und einer Höhe von 2,80 m (zB. Blumenstände,
Würstelstände – nicht aber Zeitungskioske → MA 46G) ist die MA 59 (Marktamt) die richtige Behörde
(3., Am Modenapark 1-2, Tel: 4000-59247). Größere Objekte benötigen eine Baubewilligung (MA 37).
Antrag, Unterlagen und Gebühren
Für einen Antrag reicht ein formloses Ansuchen an die zuständige Behörde mit einer Beschreibung.
Dem Antrag sind alle für die Beurteilung des Vorhabens und die zur Wahrung der Parteistellung notwendigen Unterlagen (zB. Pläne, Grundbuchsabschrift, Namen und Anschrift der Liegenschaftseigentümer) beizuschließen.
Neben der Gebrauchsabgabe werden auch noch Verwaltungsgebühren eingehoben:
Wenn es zu keiner Verhandlung vor Ort kommt, sind nur Verwaltungsgebühren zu bezahlen. Mit
Ortsverhandlung kommen auch Kommissionsgebühren dazu.
Es gibt drei Arten von Abgaben:
A. Einmalige Abgaben
(Auszug aus dem Abgabekatalog mit den für die Wirtschaft wichtigsten Tarifen)
• Lagerung von Baustoffen, Schuttcontainern (mindestens € 29,-):
-- je m² und begonnenen Monat € 2,90
HINWEIS: Die Lagerung von Containern bis zu 24 Stunden ist weder genehmigungs- noch abgabepflichtig.
• Abstellen von Fahrzeugen ohne Kennzeichen:
-- je Monat € 90,80
• Verteilen von Flugzetteln durch Personen:
-- je Person und Tag € 4,70
• Herumfahren eines Fahrzeuges mit Lautsprecheranlage:
-- je Fahrzeug und Tag € 23,25
• Aufstellen von Tischen und Ständern zur Verteilung von Flugzetteln, Proben oder Werbeobjekten:
-- je m² und Tag € 7,25
B. Jahresabgaben je angefangenem Kalenderjahr
(Auszug aus dem Abgabekatalog mit den für die Wirtschaft wichtigsten Tarifen)
• Schanigärten je m² Fläche (mindestens € 43,60):
-- in Fußgängerzonen € 27,25
-- auf sonstigen Straßen € 3,63
HINWEIS: Zuständige Behörde: Magistratisches Bezirksamt!
• Abstellung von Fahrzeugen zur Vornahme geringfügiger Instandsetzungsarbeiten:
-- je Stellplatz € 319,75 (z.B. Autoelektriker, Reifenschuster)
• Für flach angebrachte Schilder, Schautafeln, Ankündigungen:
-- je m² Fläche € 0,43 (mindestens € 4,70)
HINWEIS: Die Schilder sind dann abgabenfrei, wenn sich in diesem Gebäude das angekündigte Unternehmen befindet und die Schilder weniger als 6 m² Fläche haben.
• Steckschilder
-- bis 1 m² Fläche € 4,70, über 1 m² Fläche je Quadratmeter € 9,-
HINWEIS: Abgabenfrei bis 60 cm Vorsprung und bis 0,25 m² Fläche, falls sich das beworbene
Unternehmen im Gebäude befindet, an dem das Schild angebracht ist.
• Für Warenausräumungen oder Warenaushängungen:
-- je 0,5 m² € 3,63 (mindestens aber € 6,90)
• Für Werbung durch Kfz mit besonderen Auf- oder Umbauten (Werbeobjekte am Dach):
-- je Fahrzeug € 90,80
C. Selbstbemessungsabgabe in Prozent
(Auszug aus dem Abgabekatalog mit den für die Wirtschaft wichtigsten Tarifen)
• Für Tankstellen 3 % der Einnahmen aus verkauften Betriebsmitteln und sonstigen dort verkauften Artikel
• Für Zeitungskioske 4 % der Einnahmen
• Für Freileitungen, unterirdische Einbauten wie Rohr- oder Kanalleitungen 6 % der Einnahmen
Dreieckständer/A-Ständer auf Gehsteigen
Laut einer Verordnung der Stadt Wien aus dem Jahre 1980 ist das Aufstellen von A-Ständern und Dreieckständern auf Gehsteigen in Wien verboten. Nur zu Wahlzeiten sind diverse Ständer für wahlwerbende Gruppen erlaubt.
Auf Grund einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes sind Speiseankündigungen bewilligungsfrei.
Darunter sind senkrecht zur Hauswand aufgestellte, gegen Umfallen gesicherte Schilder zu verstehen, die bei Gastronomiebetrieben auf die Tageskarte bzw. die Speisekarte hinweisen.
So weit, so gut. Aber natürlich ist das zu beantragen, und das verursacht weitere Kosten:
Lichtreklamen und Werbeanlagen - Bewilligung
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| Lichtreklamen, Werbeanlagen soferne keine Baubewilligung erforderlich ist Eine Genehmigung ist für jede Person möglich, soferne öffentliche Rücksichten, wie z. B. aus dem Gesichtspunkt des Stadtbildes etc., sowie die Auflagen der Verkehrssicherheit nicht entgegenstehen. |
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| Schriftlicher Antrag, der folgende Angaben enthält
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| Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46) Anträge können im Kundencenter, Montag bis Freitag 8-15 Uhr eingereicht werden. |
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Für die Einzahlung der Gebühren befindet sich im Kundencenter eine Kassa zur Barzahlung und eine Bankomatkassa. Rechnung und Zahlung |
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| Keine |
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| Für Lichtreklamen und Werbeanlagen ist eine Baubewilligung erforderlich, wenn Anlagen größer als drei Quadratmeter sind oder (unabhängig von der Größe) Anlagen an einem Haus in einer Schutzzone oder in einem Gebiet mit Bausperre angebracht werden. In diesen Fällen ist die Baupolizei Bewilligungsbehörde. |
Die Wirtschaftskammern fordern allerdings energisch die Abschaffung der Luftsteuer und nennt sie sogar einen „Wirtschafts-Blocker“:
„Wenn ein Gewerbetreibender durch Leuchtschilder, Geschäftsportale, Vordächer oder Markisen öffentliche Luft „verdrängt“, muss er in Oberösterreichs größeren Städten eine Luftsteuer zahlen. „Nachmessen“ nach Geschäftsübernahmen ist gängig und bescherte einem Linzer Jungunternehmer kürzlich eine Rechnung von 400 Euro. Eine neuerliche Tarifanhebung bringt der Stadt Linz weitere 65.800 Euro in die Steuerkasse.
Die WK fordert daher:
Streichung aller Positionen mit Bagatelleinnahmen bzw. Abschaffung einzelner Luftsteuer-Tatbestände etwa für Portal- und Hinweisschilder. Mittelfristig muss diese anachronistische Abgabe, die gerade Jungunternehmer und Kleingewerbetreibende empfindlich trifft, weg!“ (http://portal.wko.at/wk/sn_detail.wk?AngID=1&DocID=406132)



















