Montag, 24. Dezember 2007

Heiligabend

Merkwürdige Erziehungsfolgen: Zu Mittag am Heiligen Abend alles erledigt zu haben, erzeugt in mir ein schlechtes Gewissen: Das kann doch nicht wahr sein, da stimmt doch etwas nicht?

Erinnerungen an die Jugendzeit: Den Nachmittag bis zur unvermeidlichen familiären Bescherung überbrücken mit der Lektüre von Salingers "Fänger im Roggen" (nicht nur in einem Jahr, sondern ritualartig immer wieder).

Die Panikkäufe, die ich letzte Woche beobachten konnte (eine Frau vor mir im Supermarkt kaufte ca. 160 Tafeln Schokolade verschiedenster Sorten), sind vorbei; Stadt, U-Bahn und Geschäfte waren heute früh sogar leerer als an gewöhnlichen Montagen, die Stadt wirkt schon wie verlassen. Wo immer ich gewohnt habe, hatte ich Weihnachten diesen Eindruck: Die Menschen sind verschwunden, geflohen - aber wohin?

Und die anderen, die noch da sind? Wirken merkwürdig abgespannt. Immerhin hört man auch so etwas: "Frohe Weihnachten und ein braves Christkind!" Ein sehr österreichischer Wunsch an der Kasse.

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