Freitag, 13. März 2009

Junge Männer

"Es ist unübersehbar, dass die Gesellschaft ein Problem mit vielen jungen Männern hat - und jene wiederum mit unserer Gesellschaft. Zum Täter werden nur äußerst wenige. Erfolgsdruck, mangelnde Perspektiven und teils fehlende, teils falsche Rollenvorbilder ergeben aber im Extremfall eine brandgefährliche Mischung. Es bleibt eine Chance: Nicht nur Eltern und Lehrer - wir alle müssen nun darüber reden, wie wir für jene Jungen neue Orientierung stiften können, die sich in unserer Mitte als Verlorene empfinden", fordert der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER.

"Was wissen Eltern denn wirklich, was die Kinder im Internet treiben? In welchen Chatrooms sie sind, welche Communities sie besuchen? Im Internet schaffen sich viele eine zweite, eine virtuelle Welt, bei der die Erwachsenen oft genug draußen bleiben. Wissen wir wirklich, in welchen Freundeskreisen und Cliquen die Kinder verkehren? Wollen wir das wirklich wissen? Oder verdrängen wir das Ganze nicht immer öfter? Nach dem Motto: Es wird schon alles gutgehen. Aufeinander acht geben heißt auch einander achten, für die Probleme des anderen ein offenes Ohr zu haben, auch schwache Signale und kleine Hilferufe nicht zu überhören, ehe sie sich so ballen, dass sie unbeherrschbar sind, wie im Fall Winnenden. Jugendkulturen bleiben vielen Erwachsenen verschlossen, weil sie davon nichts wissen wollen, weil sie sich dem Internet verweigern. Das können wir uns nicht leisten. Denn dann lassen wir unsere Kinder allein", warnt die in Weimar erscheinende THÜRINGISCHE LANDESZEITUNG.

Aus der Presseschau des Deutschlandfunks vom 13.3.2009

Nur ein Fake



Was der baden-württembergische Innenminister präsentierte, war aber nichts als eine plumpe Fälschung. Allein schon der Text hatte mich stutzig gemacht. Auch wenn Baden-Württemberg ein Land mit hohem Schulbildungsniveau ist, - so schreibt kein 17-Jähriger - schon gar nicht im Internet mitten in der Nacht.
In welcher Erklärungsnot müssen sich die Behörden befunden haben, dass sie zu einem solchen Mittel bzw. Strohhalm greifen, um die Bevölkerung zu "beruhigen", denn darum geht es ja: Der Täter hat immerhin die Tat angekündigt, damit passt sie besser ins Raster, der Schrecken des Unerklärlichen ist etwas gemindert... 
Und in Wahrheit hat sich nur jemand einen Spaß erlaubt und diese Ankündigung fingiert. 

Alles klar?

Einen Tag nach dem Amoklauf von Winnenden kommen zunehmend Details der Tat ans Licht. Auch gibt es Hinweise auf ein mögliches Motiv des 17-jährigen Tim K. Demnach war der Amokläufer seit dem vergangenen Jahr wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung. Zeitweise wurde er auch stationär behandelt. Die Therapie sollte er in einer Klinik in Winnenden fortsetzen, er brach sie aber selbst ab.

Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) teilte zudem mit, dass Tim K. in der Nacht vor der Tat im Internet einen Hinweis auf sein Verbrechen gegeben habe. Gegen 2.45 Uhr habe es in einem Internetforum geheißen: "Ich meine es ernst, Bernd - ich habe Waffen hier, und ich werde morgen früh an meine frühere Schule gehen und mal so richtig gepflegt grillen. Merkt Euch nur den Namen des Orts: Winnenden".

Tim K. hat nach Angaben der Ermittler viel Zeit vor seinem Computer verbracht. Die Beamten fanden "typische Computerspiele" wie Counterstrike und Pornobilder. Außerdem wurden im Zimmer des 17-Jährigen neben Horrorfilmen auch handschriftliche Aufzeichnungen mit Titeln  wie "Tod aus Spaß" entdeckt.

zeit.de

Also ist alles wieder gut. Doch ein typischer Amokläufer: Verschlossen, ein Computerspieler - und Horrorvideos hatte er auch. Und vielleicht sogar Pornos. Da lehnt sich die Seele beruhigt zurück in ihren Lehnstuhl. Aber wie viele Jugendliche kenne ich, auf die das alles ebenso zutrifft? Hoffentlich sind deren Väter nicht im Schützenverein...

Als Theologe fühle ich mich nur bestätigt in der Auffassung: Es gibt nichts, wozu ein Mensch nicht fähig wäre. 

Lutherkirche (Detail)

Islam contra Darwin

In der Türkei ist eine Titelgeschichte über Darwin vom Cover eines Magazins verbannt worden. Die Gründe dafür vermuten Kritiker im muslimischen Glauben. Viele Moslems sehen einen Widerspruch zwischen Evolution und Schöpfungsgeschichte - ebenso wie zahlreiche Christen.

"Unglaubliche Zensur" nannte der TV-Sender "CNN Turk" die Verbannung einer Charles-Darwin-Titelgeschichte vom Cover einer Zeitschrift des türkischen Wissenschafts- und Forschungsrats. Zum 200. Geburtstag des Forschers sollte ein 15-Seitiger Bericht im monatlich erscheinenden Heft "Wissenschaft und Technik" abgedruckt werden. Die Änderung der Ausgabe soll laut Berichten der "Deutschen Presseagentur" (dpa) vor allem religiöse Gründe haben. 

Ausgabe erschien später – Chefredakteurin entlassen 

Die Ausgabe erschien eine Woche später als geplant und mit geändertem Titel. Die für den Darwin-Titel verantwortliche Chefredakteurin Cigdem Atakuman ist mittlerweile entlassen worden. Chemie-Professor Ömer Cebeci, Vizevorsitzender des türkischen Wissenschafts- und Forschungsrats, wurde laut dpa mit den Worten zitiert: "Ich kann Darwin nicht auf dem Titel sehen." Auf sein Betreiben war das Thema "Globale Klimaveränderung" zur Coverstory der März-Ausgabe geworden. (...)

pro-medienmagazin.de

Mensch - und auch noch Deutscher?

Ich bin mit meinem bisschen Menschsein schon derart ausgelastet, zum Deutschsein komm’ ich ganz selten.

Volker Pispers (deutscher Kabarettist)

Winnenden

Morbider Humor

Geunden im Internet

Zurück...

Mich jedoch an die deutsche Schule zu gewöhnen, war nicht leicht. Ich war zurück im Land der fehlenden Schulmittel und kranken Lehrer! Während auf der anderen Seite des Erdballs die Lehrer nie gefehlt hatten, hing hier wieder der fünfseitige Vertretungsplan am Schwarzen Brett.