Montag, 23. März 2009

Baumzier im Garten des Lutherhofes





Erstaunlich, wie die Bälle, die irgendwann einmal im Geäst gelandet sind, allen Wiener Stürmen widerstehen...

Damals und noch heute...

Die Gemeinde Fambach bei Schmalkalden gilt als einer der historisch am besten erforschten Orte in Deutschland. Mit dazu beigetragen hat das Kirchenbuch der evangelischen Kirchengemeinde, dass das älteste, noch erhaltene Kirchenbuch in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist. Darin haben die Pfarrer der Kirchengemeinde im Zeitraum von 1559 bis 1703 alles eingetragen, was ihnen im Gemeindeleben  wichtig erschien. Und dazu gehören nicht nur Hochzeiten, Geburten oder Todesfälle, sondern auch Berichte über Krankheiten und Seuchen, das Wetter und die damalige Lebensweise der Menschen.

Wie das Leben im 16. und 17. Jahrhundert in Fambach ausgesehen hat, können jetzt Interessierte in einem Buch des Fambacher Historikers Dr. Kai Lehmann nachlesen. Lehmann hat anhand des Kirchbuches und anderer  historischer Quellen eine kurzweilige Kulturgeschichte des Thüringer Ortes zusammengestellt, in der man manch Kurioses finden kann. So erfährt der Leser, dass der Februar des Jahres 1638 so warm war, dass man Schwimmen gehen konnte oder dass die Schulpflicht für Mädchen in Fambach schon 1604 eingeführt worden war. Außerdem wurden die Fambacher von einem Massenmörder in Angst und Schrecken versetzt und konnten schon vor dem 30jährigen Krieg Lotto spielen.

Menschen, die durch Alkohol zu Tode gekommen waren, durften laut Friedhofsordnung, nicht in geweihter Erde bestattet werden. Und trotzdem bestattet der Pfarrer eine Frau, die im Vollrausch die Treppe hinuntergestürzt und zu Tode gekommen war, auf dem Friedhof. Der Alkoholmissbrauch der damaligen Zeit sei daran schuld gewesen, dass es heute nur zwei Feiertage zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten gibt. Den jeweiligen dritten Feiertag schaffte Landgraf Carl von Hessen-Cassel im Jahr 1701 ab, da diese Tage «von dem gemeinen Volk fast zu anders nicht als Saufen, Schwelgen und anderer Üppigkeit missbrauchet worden» seien, zitiert Lehmann den Landgrafen in seinem Buch.

Gefunden auf ekkw.de

Der Alkoholmissbrauch ist in der Tat kein Problem unserer Tage, das ist bekannt. Aber er ist ein Problem der christlichen Kultur. Hätte man je Ähnliches aus jüdischem, muslimischem oder buddhistischem Kontext gelesen? Das Judentum verbietet den Alkohol auch nicht, aber unter den großen Religionen hat allein das Christentum seinen zentralen Kultakt (Eucharistie / Abendmahl) mit dem Alkohol verbunden.  

An der Kirche bauen...

Umkehr aus dem Murren

Als das Volk in der Wüste gesündigt hatte (vgl. Num 21,5 ff.) befahl Mose der Prophet den Israeliten, eine Schlange an einer Kreuzesstange aufzurichten, das heißt die Sünde hinzurichten... Eine Schlange musste man ansehen, denn durch Schlangen wurden die Israeliten als Strafe geschlagen. Warum durch Schlangen? Weil sie das Verhalten unserer Stammeltern erneuert hatten. Adam und Eva hatten beide gesündigt, indem sie die Frucht des Baums aßen; die Israeliten hatten über die Nahrung gemurrt. Sich mit Worten beklagen, weil einem Gemüse fehlt, das ist wirklich die höchste Stufe des Murrens. Und das sagt der Psalm dazu: „Sie trotzten in der Wüste dem Höchsten.“ (Ps 77,17). Aber auch im Paradies war die Schlange Ursprung des Murrens...
Die Kinder Israels mussten auch lernen, dass dieselbe Schlange, die Adam den Tod gebracht hatte, ebenfalls ihnen den Tod brachte. Mose hat sie also am Holz aufgehängt, damit sie bei ihrem Anblick durch die Ähnlichkeit dahin gebracht würden, sich des Baumes zu erinnern. Jene nämlich, die zu ihr aufblickten, waren gerettet, nicht durch die Schlange, sondern durch ihre Umkehr. Sie blickten zur Schlange und erinnerten sich ihrer Sünden. Weil sie gebissen worden waren, bereuten sie, und waren einmal mehr gerettet worden. Ihre Umkehr wandelte die Wüste in die Wohnung Gottes. Das sündige Volk wurde durch die Buße zur einer kirchlichen Versammlung, und besser noch: Es betete das Kreuz an, wider besseres Wissen. 

Aus einer Ephräm dem Syrer zugeschriebenen Predigt "Über die Buße"