Sonntag, 30. Mai 2010

Verena Stefans "Häutungen" - nach 35 Jahren

Auch mehr als drei Jahrzehnte nach Erscheinen dieses Buches hat sich an den von Verena Stefan geschilderten Mann-Frau-Beziehungen leider nur wenig geändert. Obwohl auf politischer und juristischer Ebene die Gleichstellung der Frau mittlerweile fest geschrieben ist und ebenso auf gesellschaftlicher Ebene ein gewisser öffentlicher Konsens darüber besteht, dass die Frau gleichwertig ist und ihr eben solches Ansehen und eine adäquate Behandlung zustehen, haben sich das Miteinander und Verständnis der Geschlechter bis auf wenige Ausnahmen nicht verbessert. Im Gegenteil erfahren Frauen heute verstärkt Diskriminierungen und Sexismen, die sich jedoch desöfteren unter subtilen Vertuschungsmechanismen zu verbergen suchen. So können Frauen gegenwärtig relativ selbstbestimmt über ihr Leben verfügen, ökonomisch unabhängig sein und sind nicht mehr angewiesen, Teil eines Paares zu sein. Auf der symbolischen Ebene - und diese wirkt logischerweise auf die reale Wirklichkeit - erweisen sie sich nach wie vor als nachrangig gedachte Geschlechtsklasse, was sich speziell in den so genannten "privaten" Beziehungen zu Männern, in Liebe und Sexualität auswirkt. Denn in der Porno-Gesellschaft ist das Wollen der Männer nur zu oft auf Sex und weniger auf Verstehen fixiert. Ein einander Erkennen ist bis dato nicht möglich.

Dagmar Buchta: "Ich beherberge keinen Mann mehr“ dieStandard.at, 16.05.2010

Samstag, 29. Mai 2010

Blick aus meinem Schlafzimmer am Spätnachmittag


Gestern wurden, rechtzeitig vor der "Langen Nacht der Kirchen", weitere Teile des Gerüsts abgebaut. In drei Wochen wollen wir den Abschluss der Außenrenovierung feiern, aber es werden gewiss Restarbeiten übrig bleiben. Wir freuen uns trotzdem über jeden sichtbaren Fortschritt.

Kleiner Gedanke großer Ehrfurcht

"Wüßte ich genau, wie dieses Blatt aus seinem Zweig herauskam, schwieg ich auf alle Zeiten still, denn ich wüßte genug."

Hugo von Hofmannsthal

Mittwoch, 26. Mai 2010

Bologna? Nichts Neues - Studieren will gelernt sein!

derStandard.at: Allerdings wird doch die verstärkte Anwesenheitspflicht von Studierenden kritisiert, die es immer schwieriger machen würde, das Studium frei zu gestalten.

Reinmann: Ich führe nie Anwesenheitslisten, weil Studierende erwachsene Personen sind, die selber entscheiden können, ob sie für die nachfolgende Prüfung und ihren Kompetenzerwerb anwesend sein müssen oder nicht. Wenn es natürlich Gruppenarbeiten gibt, versteht es sich von selbst, allein schon aus Rücksicht untereinander, dass man sich zu einer Anwesenheit verpflichtet. Es steht aber nirgendwo geschrieben, dass man aufgrund der Bologna-Reform permanent die Studierenden kontrollieren muss.

derStandard.at: Gibt es eine zu starke Einengung der Wahlmöglichkeiten und Freiheiten während eines Studiums, oder ist das Gegenteil der Fall?

Reinmann: Meine aktuelle Erfahrung ist, dass viele Studierende mit dem Selbststudiumsanteil - der ja auch mitgerechnet wird - große Probleme haben und nicht so recht wissen, wie sie das angehen sollen. Studierbarkeit wurde bisher immer an den Angeboten festgemacht - also ob sie zeitlich und inhaltlich zusammenpassen. Ich würde die Frage der Studierbarkeit zusätzlich aus einem anderen Blickpunkt stellen, nämlich: wie gut bereiten wir die Studierenden in ihren überfachlichen Kompetenzen vor mit unseren Angeboten umzugehen? Die Studierenden können das aufgrund ihrer schulischen Vorerfahrung oft nicht. Viele Fragen bleiben offen: wozu ist eine Vorlesung da? Wie höre ich richtig zu, wie mach ich mir Notizen? Wie lerne ich vor und nach einer Veranstaltung? Das sind Dinge, die schieben wir als Lehrende gern auf Tutoren ab. Dann führen eben die Einäugigen die Blinden.


Aus einem Interview des "Standard" mit der Wiener Medienpsychologin Gabi Reinmann

Blick in die Blumengasse am Abend

Dienstag, 25. Mai 2010

Neuigkeiten

"Wärest du nicht hinausgegangen und hättest dir von den Neuigkeiten den Kopf verwirren lassen, so wäre dein Herz nicht so schnell um seine Ruhe gekommen. Seitdem du jeden Tag Neues hören willst, schleicht sich fast immer mit den Neuigkeiten neuer Unfriede in dein Herz."

Thomas von Kempen, Nachfolge Christi I, 20, 8

Wie wahr, wie weise! Ach, damals lebte es sich doch noch einfacher, durch unsere Medien sind die verderblichen, unruhestiftenden Neuigkeiten ja nicht nur draußen auf dem Markt im leibhaften Geschwätz und Getratsche, sondern immer schon drinnen bei uns...

Im Lainzer Tiergarten

Wie wahr!

"Ein Kind ist die einzige Entscheidung, die sich nicht rückgängig machen lässt. Der Nachwuchs verpflichtet ein Leben lang. "

Bettina Weiguny in der FAZ

Samstag, 22. Mai 2010

Sonne?

Gestern schien für kurze Zeit die Sonne. Ich sah es aus dem Fenster - und hielt es für Blendwerk des Teufels.

Versunken in Musik - Vorstudie für eine Totenmaske


Alte Sehnsucht, in Worte gebracht von einem meiner Lieblingsdichter

Der Ausflug

(Kurt Lubasch gewidmet zum 15. 7. 1912)

Du, ich halte diese festen
Stuben und die dürren Straßen
Und die rote Häusersonne,
Die verruchte Unlust aller
Längst schon abgeblickten Bücher
Nicht mehr aus.

Komm, wir müssen von der Stadt
Weit hinweg.
Wollen uns in eine sanfte
Wiese legen.
Werden drohend und so hilflos
Gegen den unsinnig großen,
Tödlich blauen, blanken Himmel
Die entfleischten, dumpfen Augen,
Die verwunschnen,
Und verheulte Hände heben.


Alfred Lichtenstein (1889-1914)

Auffahrt zur Albertina


Mystische Neugnosis im Urantia-Buch

"Die Wahrheit kann nicht mit Worten definiert werden, sondern nur, indem man sie lebt. Wahrheit ist immer mehr als Kenntnis. Die Kenntnis bezieht sich auf beobachtete Dinge, aber die Wahrheit überschreitet solche rein materiellen Ebenen, indem sie sich der Weisheit zugesellt und so unwägbare Dinge wie menschliche Erfahrung und sogar geistige und lebendige Realitäten umfasst. Das Wissen entstammt der Wissenschaft; die Weisheit wahrer Philosophie; die Wahrheit der religiösen Erfahrung geistigen Lebens. Das Wissen beschäftigt sich mit Tatsachen; die Weisheit mit Beziehungen, die Wahrheit mit Werten der Realität.
Der Mensch neigt dazu, die Wissenschaft zu konkretisieren, die Philosophie zu formulieren und die Wahrheit in Dogmen zu fassen, weil sein Denken träge ist in der Anpassung an die fortgesetzten Existenzkämpfe und auch, weil er fürchterliche Angst vor dem Unbekannten hat. Nur langsam ändert der natürliche Mensch seine Denkgewohnheiten und Lebenstechniken.
Offenbarte Wahrheit, persönlich entdeckte Wahrheit ist das höchste Entzücken der menschlichen Seele; sie ist die gemeinsame Schöpfung des materiellen Verstandes und des innewohnenden Geistes. Das ewige Heil der die Wahrheit erkennenden und die Schönheit liebenden Seele wird durch dieses Hungern und Dürsten nach dem Guten gewährleistet, welches den Sterblichen dahin bringt, mehr und mehr dem einzigen Ziel zu leben, den Willen des Vaters zu tun, Gott zu finden und ihm ähnlich zu werden. Nie gibt es einen Konflikt zwischen wahrem Wissen und Wahrheit. Konflikte kann es geben zwischen Wissen und dem, woran der Mensch glaubt – seinen Anschauungen, die, von Vorurteilen getönt und durch Angst verzerrt, von der großen Furcht beherrscht werden, mit neuen Tatsachen materieller Entdeckungen oder geistigen Fortschritts konfrontiert zu werden.
Aber ohne die Ausübung des Glaubens kann Wahrheit nie menschlicher Besitz werden. Das ist wahr, weil die Gedanken des Menschen, seine Weisheit, Ethik und Ideale nie höher reichen werden als sein Glaube, seine erhabenste Hoffnung. Und ein solcher wahrer Glaube fußt ganz und gar auf tiefem Nachdenken, aufrichtiger Selbstkritik und kompromisslosem sittlichem Bewusstsein. Glaube ist die Inspiration der vergeistigten schöpferischen Vorstellungskraft.
Der Glaube bewirkt die Befreiung der übermenschlichen Tätigkeiten des göttlichen Funkens, des unsterblichen Keims, der dem menschlichen Verstand innewohnt und das Potential des ewigen Lebens darstellt. Die Pflanzen und die Tiere überleben in der Zeit durch die Technik der Weitergabe identischer Partikel ihrer selbst von einer Generation zur anderen. Die menschliche Seele (die Persönlichkeit des Menschen) überlebt den irdischen Tod durch die enge Verbindung ihrer Identität mit dem ihr innewohnenden Funken der Göttlichkeit, der unsterblich ist und die Aufgabe hat, die menschliche Persönlichkeit auf einer folgenden, höheren Ebene progressiven Daseins im Universum fortbestehen zu lassen. Der verborgene Keim in der menschlichen Seele ist ein unsterblicher Geist. Die zweite Generation der Seele ist die erste einer Abfolge von Erscheinungsformen der Persönlichkeit in geistigen und immer höheren Existenzen, die erst dann ihren Abschluss findet, wenn diese göttliche Wesenheit die Quelle ihrer Existenz, die persönliche Quelle aller Existenz, Gott, den Universalen Vater, erreicht."
Urantia Book IV 132, 3
Das neugnostische Urantia Book, dessen Ideen auch Karlheinz Stockhausen beeinflusst haben, liegt seit einigen Jahren auch in deutscher Übersetzung vor. Erstaunlicherweise sucht man in einen Verweis auf dieses Buch und die sich darum scharende Bewegung in deutschen Handbüchern über religiöse Sondergemeinschaft bislang vergeblich.
Der zitierte Abschnitt stammt übrigens aus der Lehrunterweisung Jesu in Rom, das er nach dem Urantia-Buch im Rahmen einer Mittelmeerrundreise in den frühen 20er Jahren, also vor seiner öffentlichen Wirksamkeit in Palästina bereits besuchte, um der späteren Ausbreitung seiner Gemeinschaft den Boden zu bereiten.
Manche der vorgetragenen Gedanken entbehren nicht einer gewissen Tiefe.

Freitag, 21. Mai 2010

Plakataktion in Deutschland

"Für Empörung sorgt derzeit ein großflächiges Plakat mit der Aufschrift 'Kirchenskandale ohne Ende: Jetzt reicht?s! Kirchenaustritt jetzt!'. Darin wird auf die aktuellen Missbrauchsskandale Bezug genommen. Doch es werden noch weitere Vorwürfe gegen die Kirchen laut: Schwelgen im Luxus und Praktizieren heidnischer Kulte. Als Urheber nennt das Plakat lediglich „Freie Bürger für Anstand und ethische Werte“. Für weitere Informationen wird auf eine Telefonnummer und eine Internetadresse verwiesen. Für die deutschlandweit angeblich 300 bis 400 verbreiteten Plakate zeichnet die Initiative 'Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche' verantwortlich, die dem Umfeld des Universellen Lebens (UL) zuzurechnen ist. Bei der Plakataktion handelt es sich um einen Missbrauch der zweifelsohne skandalösen Missbrauchsfälle zur pauschalen Stimmungsmache gegen die Kirchen. Stil und Inhalt offenbaren in drastischer Weise den Kirchenhass der Sekte und auch den inneren Druck, dem 'Urchristen' durch die Ideologie des UL ausgesetzt sind."

Matthias Pöhlmann im EZW-Materialdienst 5/2010

Ein neuer Luther

"Das zum Befehlen statt zum Dienen verkommene absolutistische Papstregime liegt in der Hand eines weltfremden und überforderten Theologen alten Zuschnitts, der die fatale Verfälschung des Christentums seit der Antike verkörpert. Spitzfindige Konstruktionen, Mythen und Legenden sind ihm unumstößliche Wahrheit. Das bewirkt uninspirierte Verengung, Leib- und Frauenfeindlichkeit und Misstrauen gegen alles Neue, vor allem aber Arroganz gegenüber Gottes Volk."

Herbert Kohlmaier von der österreichischen katholischen "Laieninitiative" über den Papst in einem Gastkommentar in der Wiener Zeitung.

Sonntag, 16. Mai 2010

Offene Himmelsschleusen am Himmelfahrtstag

An Christi Himmelfahrt war Konfirmation. Der Vormittag war noch ungetrübt, aber am späten Nachmittag ging ein Sturzregen über Wien nieder, wobei Währing noch nicht zu den am schlimmsten betroffenen Bezirken gehörte.

Der Lutherhof ist abschüssig zur Martinstraße hin, was uns sonst manchmal Probleme bereitet, aber in einem solchen Fall kann man nur dankbar sein, dass die Wassermassen gleich abfließen.





Nachdenklich

Wesentlich unwesentlich

Ich denke Unwesentliches,
ich tue Unwesentliches.
Das erschöpft mich
nicht unwesentlich.

Ich gehe schlafen
und weiß,
dass morgen
nichts Wesentliches
auf mich wartet.

Was bin ich für ein Wesen?

Zweierlei Farben und Formen - ein gutes Team

In der Straßergasse

Seele als Friedhof: Alles da

"Unsere Seele ist der Friedhof von Eindrücken, Traumata, Begierden und Archetypen, die dem Gesetz des Veraltens Hohn sprechen."

Kalt und regnerisch

Düsterer Tag: Die kalte Sophie. An solchen Tagen bewirkt der Sonnenuntergang bei mir wirklich ein Aufatmen: Mag es draußen sein, wie es will, nachts sieht man es wenigstens nicht.

Freitag, 14. Mai 2010

Was für ein Wort!

"Der scheidende Linken-Chef Oskar Lafontaine ist 'empört' darüber, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wegen seiner Erkrankung in Frage gestellt wird. Schäuble selbst würde erkennen, wenn seine Gesundheit das Amt nicht mehr zulasse, sagte Lafontaine. Die beiden Politiker verbindet eine Attentats-Erfahrung."

welt.de

Von Opfer zu Opfer - oder: "Haben Sie denn auch eine Attentats-Erfahrung?" Was für eine Wortschöpfung!

Die arme Zeit

Zifferblatt einer alten Kirchturmuhr als Schmuckelement im Garten des Restaurants "Tuttendörfl" in Korneuburg.

Die arme Zeit. Wir wollten gern,
sie stünde still. Mitunter.

Wie unbarmherzig wir doch sind.
Wie Kinder garstig, kalt.

Dass wir sie nicht einmal auch nur
ein wenig sitzen ließen.

Wir wünschen mancherlei. Die Zeit
muss laufen immerfort.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Geld

"Bevor Sie sich etwas kaufen, fragen Sie sich: Wenn mir jemand den Gegenwert in Geld geben würde, würde ich das Geld nehmen? Wenn ja, lassen Sie den Kauf bleiben." Diesen Rat fand ich im Blog "Die andere Seite. Nützliche Gedanken für Andersdenkende" (von Martina Lasar
und Ewald Brunmüller). Ein sehr radikaler Gedanke, keine Frage. Wenn man sich wirklich diese Frage stellte, würde man allen nicht zum Überleben nötigen Konsum wohl einstellen. So mein erster Gedanke.
Aber weiter gedacht: Natürlich würde ich das Geld nehmen. Wozu? Vielleicht um genau dies Etwas zu kaufen. Geschenkt nähme ich es also gern. Vielleicht wäre dann die Conclusio, dass ich diesen Gegenstand wirklich gern haben möchte. Und dann kaufe ich ihn mit noch mehr Überzeugung.
Es hilft alles nichts: Wir kaufen einfach gerne, weil uns das Kaufen als solches ein Beweis eigener Lebendigkeit ist. Consumo, ergo sum. Der Erwerb von Dingen steht dabei oft gar nicht im Vordergrund, so kommt es mir vor. "Ich kauf mir was" - wer mit diesem Gedanken loszieht, der hat ja gar nicht ein bestimmtes Etwas im Sinn, sondern frönt einfach der Lust am Geldausgeben.
Dokumentarfilme im Religionsunterricht stoßen bei den Schülerinnen und Schülern nicht immer auf Begeisterung, aber ich habe es (immer wieder erlebt), dass es bestimmte Beiträge gibt, die einfach aufgrund ihres Inhalts bzw. Themas massiven Widerstand und Widerspruch auslösen. Das ist so bei einer Dokumentation mit dem Titel "Leben ohne Geld", in dem es um Tauschringe und dergleichen geht. Dieser Film löst geradezu Aggressionen aus. Geld ist für uns moderne Menschen kein Tauschmittel, sondern einfach der Inbegriff von Lebendigkeit und Möglichkeiten. Schon im Jahre 1900 nannte Georg Simmel ja die psychologische Bedeutung des Geldes in der Neuzeit "das größte und vollendetste Beispiel für die psychologische Steigerung der Mittel zu Zwecken" (Philosophie des Geldes, ein in diesen Tagen des Leidens an der hochblühenden Spekulation äußerst lesenswertes Buch).

Offenes WLAN

"Wer einen Internet-Zugang über WLAN nutzt, ist nach einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofes dazu verpflichtet, diesen mit einem individuellen Passwort zu sichern (Aktenzeichen: BGH I ZR 121/08). Bei Zuwiderhandlung droht dem Anschluss-Inhaber eine Abmahnung in Höhe von 100 Euro, wenn sich jemand ohne Erlaubnis mit dem ungesicherten WLAN verbindet und anschließend illegal Daten aus dem Internet herunterlädt.

In einem Prozess klagte eine Musikerin (Inhaberin der Rechte an einem Musiktitel), dass deren Musiktitel über einem privaten Internet-Anschluss von einer Tauschbörse heruntergeladen wurde. Der Anschluss-Inhaber konnte jedoch zweifelsfrei belegen, diesen Download nicht getätigt zu haben, der er zu der Zeit im Urlaub war.

Die Karlsruher Richter haben im konkreten Fall beschlossen, dass sich daraus jedoch kein Anspruch auf Schadensersatz ableiten lässt, sondern lediglich ein Anspruch auf Unterlassung besteht."


Aus einem Newsletter des Software-Anbieters O&O

Schutzsuche

Aufgepickt an einer Klassenzimmertür in der Strassergasse. Manchmal geht's mir auch so.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Ökumene von unten

Ökumene beginnt vor Ort in konkreten Situationen, nicht an den Schreibtischen der Theologen oder bei den Kirchenleitungen. Das gilt für das gemeinsame Abendmahl in Strafanstalten und Spitälern und auch für den Religionsunterricht. In deutschen Berufsschulen wird seit Jahren schon gemeinsam konfessions-. ja religionsübergreifender Religionsunterricht erteilt; und im Beruflichen Gymnasium in Hessen gibt es zwar konfessionell getrennten Unterricht, aber die Schüler können frei wählen, ob sie in evangelischen oder katholischen RU oder in Ethik gehen möchten. So hatte ich in Gelnhausen mal eine Muslima im evangelischen Unterricht, Katholiken sowieso, und einige haben sogar in evangelischer Religionslehre Abitur gemacht (schriftlich oder mündlich), ohne dafür einer Sondergenehmigung zu bedürfen. Auf den Abiturzeugnissen stand freilich nur "Religion" - ohne konfessionelle Präzisierung...

Am Währinger Gürtel

Dienstag, 11. Mai 2010

Bitte keine falsche Scham!

"Wer im Antrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung Fragen nach Depressionen, Angstzuständen, chronischer Müdigkeit, einem Nervenzusammenbruch oder anderen psychischen Beschwerden verneint, während er tatsächlich wegen Depression in ärztlicher Behandlung war, handelt arglistig.

Das Landgericht Saarbrücken (AZ: 12 O 193/08) macht damit klar, dass die Versicherung in diesem Fall nicht zahlen muss, weil die Arglist zur Anfechtung des Vertrages berechtigt. In dem Fall hatte der Betroffene nach dem Tod seines Vaters zur Bewältigung der Trauer einen Arzt aufgesucht, diesen Umstand aber nicht für erheblich gehalten. Das sei jedoch nicht angebracht gewesen, entschied das Gericht. Es handele sich bei derartigen Behandlungen eben nicht um alltägliche und vor allen Dingen völlig unwichtige gesundheitliche Einschränkungen, wenn deshalb sogar eine Behandlung stattfindet."

Quelle: http://www.optimal-absichern.de

Klingt banal, ist aber ein weiser Rat

"Betrachten Sie all Ihre Sorgen, Schwierigkeiten und Ängste – finanziell, beruflich, gesundheitlich, in der Partnerschaft usw. Schreiben Sie am besten alles, was Sie belastet, auf eine Liste. Dann schreiben Sie in großen Buchstaben darüber: All das habe ich geschaffen. Ihr Leben ist das Resultat von Entscheidungen, die Sie getroffen haben. Sie können es auf niemand anderen abschieben.

Viele Menschen werden gegen eine solche Sichtweise protestieren: Ob ich mich in meinem Beruf wohl fühle, hängt doch auch von meinen Kollegen und meinem Chef ab. Damit eine Ehe gelingt, braucht es doch 2 Menschen. Dass meine Steuerlast wächst, liegt doch an der Regierung. Das stimmt. Aber machen Sie sich klar: Wie Sie die anderen Menschen und die Situation um sich herum in Ihrem Inneren wahrnehmen, hängt einzig und allein von Ihnen ab."


Aus einem Newsletter von simplify.aktuell unter der Überschrift "Für das Plus an Zufriedenheit: Vereinfachen Sie Ihre Ansprüche" unter dem Zwischentitel "Übernehmen Sie Verantwortung"

Ein spannender Ratschlag. Wenn man so alles über das eigene Leben notiert (oder aufzeichnet, in einem Diagramm einträgt oder wie auch immer), kommt man vielleicht darauf,wie unwesentlich, unbedeutend, verschwindend dieses eigene Leben ist - und noch mikroskopischer sind unsere eigenen Nöte und Sorgen. Unterstützend empfiehlt sich ein Blick in die Zeitung oder ein einfacher Stadtspaziergang. Der wache Blick in die Welt macht uns bescheiden auch in unserem Sorgen.

Aus dem Jahreslauf des Bäckers

Gesehen in Grinzing.

Wie war das mit der stabilen Währungspolitik?

"Das Bundeskabinett will heute einen Gesetzentwurf zum deutschen Anteil am Rettungsschirm für die Euro-Länder auf den Weg bringen. Deutschland haftet mit bis zu 123 Milliarden Euro, allerdings befürchtet die Opposition, dass sich diese Zahl noch erhöhen könnte. Alle beteiligten Staaten zusammen sollen insgesamt Kreditgarantien über 750 Milliarden Euro aufbringen. Wenn andere Länder aber nicht zahlten, werde der deutsche Beitrag weiter steigen, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Oppermann. Er warf Bundeskanzlerin Merkel vor, das wahre Ausmaß der Krise verschleiert zu haben. Bei Wirtschaftsexperten stößt das Rettungsprogramm auf Kritik.Der Wirtschaftsweise Schmidt sagte der 'Bild'-Zeitung, es passiere nun das Gegenteil von dem, was Deutschland sich bei der Einführung des Euro unter stabiler Währungspolitik und einer unabhängigen Notenbank vorgestellt habe. Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung warf den Regierungen vor, sie hätten sich nur Zeit gekauft. Bundesbankpräsident Weber kritisierte den Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank. Dies berge erhebliche stabilitätspolitische Risiken, sagte er der 'Börsen-Zeitung'."

Aus den Morgennachrichten des Deutschlandfunks

So geht Europa also unter. Unsere armen Kinder. Vermutlich sollte alles noch einmal neu beginnen. Alle zurück an den Start, aber das geht eben nur im Spiel. Neustart des Programms, so einfach wäre das am Computer. Der Ruf nach einem allgemeinen Schuldenerlass wurde bislang immer nur für Staaten der früher so genannten "Dritten Welt" laut. Inzwischen täte ein solcher Schuldenerlass auch der Euro-Zone gut, wenigstens in ihrem südlichen Abschnitt. Kinder, wie die Zeit vergeht und die Welt sich verändert! Das wahre Ausmaß dieser Krise wird von den meisten Menschen wohl gar nicht wahrgenommen. Die machen sich Sorgen um Vulkanausbrüche, fiebern der Fußball-Weltmeisterschaft entgegen oder fragen sich ganz schlicht, wie sie die nächste Stromrechnung bezahlen sollen. Es ist die alte Vogel-Strauß-Politik: Uns wird es schon nicht treffen - oder jedenfalls nicht so schlimm. Andere werden es bezahlen müssen - vermutlich unsere Kinder und Enkel.

Unterwegs zum Grab, zum Leben

Tafeln auf den Friedhof in Bisamberg

50 Jahre Antibabypille - Überlegungen eines Kommentators in der WELT

"Die Verhütungspille kennt jeder, ihren Erfinder nicht. Das könnte sich ändern, wenn unsere Nachfahren eines Tages mit mehr historischem Abstand, als wir ihn heute aufbringen, auf das 20.Jahrhundert blicken. Von den großen technischen Revolutionen des Industriezeitalters, Auto, Flugzeug, Antibiotika, Kunstdünger, Telefon, Radio, Computer, Internet, erschütterte Carl Djerassis Erfindung die Gesellschaften wohl am heftigsten – weltweit und bis in die intimsten und persönlichsten menschlichen Gefühle und Entscheidungen. Sie veränderte die Demografie ebenso wie die Sexualmoral.

Was wäre, wenn heute ein 28-jähriger Chemiker in Mexico City auf eine biochemische Substanz stieße, die die Befruchtung von Eizellen verhindert? Wie nähme die Gesellschaft das widernatürliche Mittel auf, das den weiblichen Körper manipuliert? Wie würden die Pharmakritiker, die Anhänger der Naturheiler, die Feministinnen, die Verbraucherschützer und vor allem die Anwälte, die von Sammelklagen leben, reagieren?

(...)

Die Zeiten haben sich geändert, seit Djerassi einen Abkömmling des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron zum Patent anmeldete. Wissenschaftler sind nicht mehr die Hoffnungsträger der Gesellschaft, sondern sie sind ihre Buhmänner geworden.

Große Teile der Öffentlichkeit unterstellen ihnen, wie Frankenstein das menschliche Leben als Verfügungsmasse ihres akademischen Ehrgeizes und ihrer perversen Visionen zu betrachten. Störenfriede im Paradiesgarten von Mutter Natur. 'Viele Menschen haben eine geradezu antiwissenschaftliche Haltung“, sagt Carl Djerassi über den heutigen Zeitgeist, „das ist fast schon eine Wissenschafts-Phobie.'

(...)

Das Zeitfenster für die Einführung des ersten sicheren Verhütungsmittels in der Hand von Frauen war sehr eng. Wie sich die Grundstimmung gewandelt hat, kann man schon daran erkennen, dass die Pille für den Mann seit Jahrzehnten nicht auf den Markt kommt. Pharmafirmen schrecken vor der Entwicklung eines neuen Kontrazeptivums zurück. Die postmoderne Ängstlichkeit und besonders die ruinöse Prozesskultur bremsen Innovationen, bevor sie sich bewähren können.

(...)

Djerassis Weltrevolution wurde durch die Sehnsucht nach Freiheit entfacht. Es ist, frei nach Marx, die Gesellschaft, die Technologien vorantreibt – und nicht umgekehrt. Als ein Jahr nach der Einführung in Amerika die „Sex-Bombe“ („Bild“-Zeitung) in Deutschland auf den Markt kam, ließ sich die Gesellschaft der Adenauer-Ära anfangs nur recht zögerlich auf das neue Mittel ein.

Doch dann ging es plötzlich sehr schnell. Die 60er-Jahre waren die Zeit des Rock'n'Roll, einer nach Freiheit und Abenteuer gierenden Jugendkultur. Und die weibliche Hälfte der Jugend forderte die gleichen Freiheiten, die zuvor nur jungen Männern augenzwinkernd zugestanden worden waren.

Alte Leute kennen noch die Formulierung: „Sie ist ins Wasser gegangen.“ Das sagte man, wenn ungewollt schwangere und mittellose junge Frauen sich aus Verzweiflung das Leben nahmen. Diese Redensart ist ausgestorben. Ein Glück."


Michael Miersch im
Leitartikel der WELT vom 10.05.2010

Montag, 10. Mai 2010

Am Tag, als der Regen kam

Willst du fleißige Handwerker sehn, musst du in diesen Tagen
nur zur Lutherkirche gehn...

Und nicht einmal Regel und Hagelschlag
hielten die Dackdecker ab.

Pfarrers Spiegel und Mahnwort

1 Ich beschwöre dich bei Gott
und bei Christus Jesus,
der Gericht halten wird über Lebende und Tote –
und angesichts seines Erscheinens
und seines Herrschens als König:
2 Verkünde den Menschen das Wort Gottes.
Tritt dafür ein,
ob es ihnen gelegen kommt oder ungelegen.
Ziehe sie zur Rechenschaft,
weise sie zurecht
und ermutige sie.
Tu das mit aller Geduld
und wie die Lehre es fordert.
3 Denn es wird eine Zeit kommen,
in der sie die unverfälschte Lehre
nicht mehr ertragen wollen.
Vielmehr werden sie sich immer neue Lehrer suchen,
die ihren Bedürfnissen entgegenkommen
und ihren Ohren schmeicheln.
4 Aber vor der Wahrheit werden sie ihr Ohr verschließen
und sich erfundenen Geschichten zuwenden.

5 Du aber bewahre einen klaren Kopf.
Sei auch bereit zu leiden.
Komm deiner Aufgabe nach,
die Gute Nachricht zu verkünden.
Erfülle deinen Dienst mit ganzer Hingabe.

2. Timotheus 4, 1 - 5 nach der Übersetzung der Basisbibel

Verschlossen ist der Eingang

Der üblicherweise benutzte Nebeneingang der Lutherkirche an der Nordostecke ist zur Zeit aus Staubschutzgründen vernagelt. So gewöhnen wir uns ganz gut daran, wieder den Haupteingang zu benutzen, was ohnehin viel schöner ist.

Neues für die Trauer

Trauer darf sich wieder sehen lassen

Gewinnerin des wichtigsten niederländischen Bestattungspreises präsentiert auf der BEFA den parlAmore-Trauerknopf

Nach langer Abwesenheit gibt es wieder ein Trauersymbol: den parlAmore Trauerknopf, entworfen von Marian van Essen. Auf einem runden Edelstein aus Onyx oder Jaspis trägt man einen Knopf eines Kleidungsstücks von einem lieben Verstorbenen. Marian van Essen hat so ein erkennbares und sehr persönliches Trauersymbol geschaffen.

Ein normaler Blusenknopf inspirierte die Amsterdamer Künstlerin Marian van Essen parlAmore zu entwerfen. 'Wenn man sich bewusst macht, wie oft ein Hemdknopf vom Verstorbenen zu Lebzeiten berührt wurde, wird dieser normale Knopf plötzlich sehr vertraut und intim.' Des Weiteren war sie von der Idee angetan, dass jeder Verwandte des Verstorbenen einen Knopf erhalten kann.

Am Samstag, den 27. März hat Marian van Essen den Yarden Stimulans entgegengenommen. Dieser alle zwei Jahre für innovative Ideen für Lebensende und Bestattung verliehene Preis ist mit 5.000€ dotiert. In der Jury waren u.A. vertreten die niederländische Theologin und Fernsehmoderatorin Jacobine Geel und Manu Keirse, Professor und Trauer-Experte an der Medizinischen Fakultät der belgischen KU Leuven.

Aus der Begründung der Jury:

Eine gut ausgeführte, ausgereifte Idee. parlAmore ist ein Impuls, alte Traditionen zu modernisieren. Die Kombination des universellen Designs mit dem persönlichen Akzent ist wunderbar. Der Knopf ist sehr kommunikativ, das lädt zum Gespräch ein. Dieses Projekt berücksichtigt in hohem Maße die individuelle Gestaltung und ist einem großen Publikum zugänglich. Alles ist mit Sorgfalt, Aufmerksamkeit und Respekt gefertigt. Ein qualitativ hochwertiges Produkt, das mit etwas Unterstützung für eine landesweite Ausarbeitung bereit ist.

Neues Konzept

Das Konzept von parlAmore, mit einem Knopf als Andenken, spricht offenbar viele Menschen an, ungeachtet des Alters und des Glaubens, auch Menschen mit einem streng-protestantischen oder islamischen Hintergrund. Das kommt daher, dass in diesem neuen Trauersymbol nichts vom Körper des Verstorbenen verarbeitet wird, auch keine Asche. Damit ist es ein Trauersymbol, das für alle geeignet und erkennbar ist und das verbindend wirken kann.

Trauer kann krank machen

Trauer findet oft im Verborgenen statt, aber immer mehr Trauernde zeigen sich. In der Wissenschaft befasst man sich momentan viel mit der Zeit nach der Bestattung, der Trauerarbeit. Vor allem, seitdem man festgestellt hat, dass Trauer krank machen kann. Aus etwa zehn Studien, die vor einigen Jahren in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ zusammengefasst wurden, geht hervor, dass Menschen, die gerade Witwe oder Witwer geworden sind, ein größeres Risiko haben, selber frühzeitig zu sterben. Bei Eltern, die ein Kind verlieren, haben Mütter das größte Risiko. Man kann also buchstäblich an einem gebrochenen Herzen sterben. Also ist es gut, der Trauer mehr Aufmerksamkeit zu schenken, konkludiert „The Lancet“.

Donau bei Korneuburg

Donnerstag, 6. Mai 2010

Die Macht der Freude wider den Teufel und seine Scharen

Der hl. Franziskus sagt: „Gegen alle Machenschaften und Listen des Feindes verteidigt mich immer noch am besten der Geist der Freude. Der Teufel freut sich dann am meisten, wenn er einem Diener Gottes die Freude seiner Seele geraubt hat. Er hält immer einen Vorrat an Staub bereit, den er, durch irgendein Kellerloch, ins Gewissen bläst, um eine helle Seele dunkel zu machen. Aber einer von Freude geschwellten Seele versucht er vergeblich, sein tödliches Gift einzuflößen. Die Dämonen richten nichts aus gegen einen Diener Christi, der, wenn sie ihm begegnen, voll heiliger Heiterkeit ist. Dagegen lässt sich eine verdrossene, mürrische und bedrückte Seele leicht von der Traurigkeit überwältigen oder von falschen Vergnügungen in Beschlag nehmen.

Thomas von Celano, Vita secunda des hl. Franziskus § 125

Auch in der Provinz...

Griechenland ist wo?

Das Schöne an Klischees ist, dass sie, entgegen weitverbreiteten Vorurteilen, letztlich dann doch meist zutreffen.

Von den Griechen gibt es etwa das Klischee, dass sie es gern ein wenig gemütlicher angehen, Vorschriften eher großzügig auslegen und nicht gerade durch übertriebenen Arbeitseifer auffallen. Die Schlüsse daraus zu ziehen bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen.

Und anderorts ist es auch nicht viel anders. Dass es um die englische Küche ähnlich schlecht bestellt ist wie um den deutschen Humor, wird jeder bestätigen können, der schon einmal in England gegessen beziehungsweise einen „Comedian“ im deutschen Fernsehen gesehen hat.

Von uns Österreichern gibt es übrigens das Klischee, dass wir es gern ein wenig gemütlicher angehen, Vorschriften eher großzügig auslegen und nicht gerade durch übertriebenen Arbeitseifer auffallen. Wie meinte schon der Ökonom Paul Krugman im Vorjahr: „Island und Irland geht es ziemlich schlecht, Österreich könnte sich dieser Liga anschließen.“ Da wollen wir mal hoffen, dass nicht jedes Klischee zutrifft.


oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2010)

Mittwoch, 5. Mai 2010

Hochbetrieb auf unserer Baustelle









Die Arbeiten an unserer Kirche gehen munter voran.
Mitunter sind vier Gewerke gleichzeitig zugange.
Am 20. Juni wollen wir die Vollendung der Arbeiten feiern,
und es sieht ganz gut aus...

Ein großes Lob an unseren Architekten DI Fürstl!

Jesus Sirach 40

1 Großes Elend ist jedem Menschen zugeteilt, und ein schweres Joch liegt auf den Menschenkindern von Mutterleib an, bis sie zur Erde zurückkehren, die unser aller Mutter ist. 2 Da sind immer Sorge, Furcht, Hoffnung und zuletzt der Tod 3 sowohl bei dem, der in hohen Ehren sitzt, wie bei dem, der im Staube liegt; 4 sowohl bei dem, der Purpur und Krone trägt, wie bei dem, der einen groben Kittel anhat. Da sind immer Zorn, Eifersucht, Kummer, Unfriede und Todesfurcht, Hass und Streit.

5 Und wenn einer des Nachts auf seinem Bett ruhen und schlafen soll, beunruhigen ihn allerlei Gedanken. 6 Wenn er schon ein wenig ruht, so ist's doch nichts damit; denn bald ist ihm im Schlaf, als wäre es Tag und er sähe die Feinde kommen, und er erschrickt im Traum, als fliehe er aus der Schlacht; 7 und im Augenblick der Not wacht er auf und ist heilfroh, dass die Furcht umsonst war.

8 Dies widerfährt allem Fleisch, sowohl Menschen wie Vieh, aber den Gottlosen siebenmal mehr: 9 Mord, Blutvergießen, Streit, Schwert, Unglück, Hunger, Verderben und Plage: 10 Das alles ist den Gottlosen zugeteilt; denn auch die Sintflut musste um ihretwillen kommen. 11 Alles, was aus der Erde kommt, muss wieder zu Erde werden, wie alle Wasser wieder ins Meer fließen.

Was soll mir das sagen?

Diese Metallpostkarte (auch als Schild zu verwenden) schenkte mir kürzlich ein lieber Freund aus der Gemeinde. Was soll mir das sagen?

Dienstag, 4. Mai 2010

Wunderbar!

Neulich wusste meine Freundin für einen Moment nicht mehr, welchen Beruf ich habe. Welche Beruhigung!

Lutherkirche, innen


Die Außenrenovierung der Lutherkirche nähert sich dem Ende. Aber im Inneren gibt es noch viel zu tun. Hoffentlich finden sich auch weiterhin Spender...

Lass den jugendlichen Übereifer! Ein Wort nicht nur für Pfarrer

22 Hüte dich vor jugendlichem Übereifer!
Bemühe dich vielmehr um Gerechtigkeit,
Glauben, Liebe und Frieden -
zusammen mit allen,
die mit reinem Herzen den Herrn anrufen.
23 Lass dich nicht auf die dummen
und kindischen Gedankenspiele ein.
Du weißt doch,
dass sie nur zu Streitereien führen.
24 Ein Diener des Herrn soll sich aber nicht streiten.
Er soll zu allen freundlich sein,
ein guter Lehrer,
der stets gelassen bleibt.

2. Timotheus 2, 22 - 24 (BasisBibel)

Ein guter Predigttext anlässlich einer Ordination wäre das...

Montag, 3. Mai 2010

Querassoziation zur "Winterreise"

Beginn des Wonnemonats



Am Samstag Schuberts "Winterreise" in einer hochdramatischen Interpretation mit dem Bariton Florian Boesch im Konzerthaus (begleitet von Malcolm Martineau), gestern Paula Modersohn-Becker in der Kunsthalle Krems. Was für ein Beginn des Monats Mai - so viel Kultur, so viel Schwermut!

Neulich las ich, dass es in der Nordelbischen Evangelischen Kirche einen eigenen Burnout-Beauftragten gibt. Wie sinn voll! Aber das ist ja auch eine große Kirche.