und Ewald Brunmüller). Ein sehr radikaler Gedanke, keine Frage. Wenn man sich wirklich diese Frage stellte, würde man allen nicht zum Überleben nötigen Konsum wohl einstellen. So mein erster Gedanke.
Aber weiter gedacht: Natürlich würde ich das Geld nehmen. Wozu? Vielleicht um genau dies Etwas zu kaufen. Geschenkt nähme ich es also gern. Vielleicht wäre dann die Conclusio, dass ich diesen Gegenstand wirklich gern haben möchte. Und dann kaufe ich ihn mit noch mehr Überzeugung.
Es hilft alles nichts: Wir kaufen einfach gerne, weil uns das Kaufen als solches ein Beweis eigener Lebendigkeit ist. Consumo, ergo sum. Der Erwerb von Dingen steht dabei oft gar nicht im Vordergrund, so kommt es mir vor. "Ich kauf mir was" - wer mit diesem Gedanken loszieht, der hat ja gar nicht ein bestimmtes Etwas im Sinn, sondern frönt einfach der Lust am Geldausgeben.
Dokumentarfilme im Religionsunterricht stoßen bei den Schülerinnen und Schülern nicht immer auf Begeisterung, aber ich habe es (immer wieder erlebt), dass es bestimmte Beiträge gibt, die einfach aufgrund ihres Inhalts bzw. Themas massiven Widerstand und Widerspruch auslösen. Das ist so bei einer Dokumentation mit dem Titel "Leben ohne Geld", in dem es um Tauschringe und dergleichen geht. Dieser Film löst geradezu Aggressionen aus. Geld ist für uns moderne Menschen kein Tauschmittel, sondern einfach der Inbegriff von Lebendigkeit und Möglichkeiten. Schon im Jahre 1900 nannte Georg Simmel ja die psychologische Bedeutung des Geldes in der Neuzeit "das größte und vollendetste Beispiel für die psychologische Steigerung der Mittel zu Zwecken" (Philosophie des Geldes, ein in diesen Tagen des Leidens an der hochblühenden Spekulation äußerst lesenswertes Buch).
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