Sonntag, 5. Juli 2009

High von Gott

Am (...) in der Göttinger Jugendherberge bin ich wiedergeboren. Meine Sünden wurden weiß wie Schnee, mein Herz war frei. Nach Hause lief ich zehn Zentimeter über dem Boden. Ich dachte, ich fliege. Unterwegs nach Hause hat es geschneit. Aber es störte mich nicht. Ich hatte plötzlich solch einen Glauben, dass ich dachte, ich könnte damit ganz Göttingen sprengen (Wegen des Spruches: Glaube kann Berge versetzen).

Danach war ich mehrere Tage lang so voll Heiligen Geistes, dass ich dachte, ich hätte ordentlich gekifft. (Ich weiß nicht, wie es einem geht, wenn man gekifft hat, aber diese Schwerelosigkeit kann man nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.). Ich habe aufgehört zu beten, ich hatte plötzlich keine Probleme mehr, ich war so frei. Ich konnte gar nicht beten, selbst wenn ich wollte, denn jedesmal wenn ich etwas sagen wollte, fand ich keine Worte. Ich machte nur den Mund auf und blieb stumm wie ein Fisch. Nicht mal vor dem Essen habe ich gebetet. Ich konnte auch die Bibel nicht mehr lesen, obwohl eigentlich jeder normale Christ, wenn er sich zu Gott bekehrt, anfängt, die Bibel zu lesen. Nein, das alles tat ich nicht. Ich war einfach nur „high". Ich lag auf dem Bett und genoß die Gegenwart Gottes.

Dieses Gefühl geht weg und alles „normalisiert" sich. Man betet wieder und man liest die Bibel. Aber nun bin ich echt wiedergeboren. Und die Ängste haben mich verlassen. Ich bin davon frei. Gott hat mich frei gemacht, so wie er es in der Bibel versprochen hat.


Zeugnis auf der Homepage der der deutschen Unterorganisation der Good News Mission

Dass über der Freude über die Wiedergeburt sogar Beten und Bibellesen ersterben, ist natürlich extrem und sicher nicht die Regel bei einer Wiedergeburtserfahrung. Sehr sympathisch aber ist die Ehrlichkeit dieses Berichts.

Gerüst an der Südseite der Kirche

Konsumreligion, alter Ritus

(...) Ihre Blütezeit ist lang vorbei: Vor 20, 30 oder mehr Jahren hat man noch auf die dicken Kataloge gewartet, die zweimal im Jahr schicke Mode oder billige Waschmaschinen bis ins abgelegenste Dorf gebracht haben.Eines der traditionsreichen Versandhäuser, Quelle, ringt nun ums Überleben. „Unsere kleinbürgerliche Hölle“, so nannte Hans Magnus Enzensberger die armdicken Bilderbücher 1960 in der „Zeit“; das deutsche Feuilleton bezeichnet sie heute als die „Enzyklopädien des Konsums“ oder „Bibeln des deutschen Wirtschaftswunders“. (...)

Christine Imlinger, Quelle-Katalog: Bibel der Kleinbürger droht das Aus, Die Presse 5.7.2009

Abendstimmung in Gersthof

Ein wichtiges Paradox

Täglich eine halbe Stunde auf Gott zu horchen ist wichtig - außer wenn man sehr viel zu tun hat - dann ist eine ganze Stunde nötig.

Franz von Sales