Mittwoch, 14. Juli 2010
Die Frage nach dem Gebet unter dem Gesichtspunkt von Zeit und Ewigkeit
Dienstag, 22. Juni 2010
Anleitung zum Totenkult
An die Toten denken
Wie ein Grab Ihnen beim Leben helfen kann
1. Besuchen Sie das Grab eines „Schwarzen Schafs“
Wenn Sie gemerkt haben, dass ein bestimmter verstorbener Verwandter ausgeschlossen oder nicht gewürdigt wird, dann sollten Sie sein Grab besuchen. Davon kann eine heilende Wirkung für Sie und Ihre gesamte Familie ausgehen. Aber auch jeder andere Besuch am Grab eines Verwandten tut gut.
2. Gehen Sie möglichst allein hin
Die größte Kraft hat ein Besuch am Grab, wenn Sie es ohne Begleitung tun. Wenn Sie mit anderen hingehen, etwa anlässlich eines Verwandtenbesuchs, dann unterhalten Sie sich während des Wegs zum Grab nicht über Belanglosigkeiten. Bringen Sie das Gespräch auf den Toten, und erinnern Sie sich gemeinsam vor allem an das Gute, was er Ihnen allen hinterlassen hat.
3. Nutzen Sie den Weg zum Grab
Meist ist es ein bewusster Entschluss, zum Friedhof zu gehen, dem vom Alltagsleben abgeschiedenen Ort. Lassen Sie auf diesem Weg die Alltagssorgen hinter sich. Gewinnen Sie Abstand, und lernen Sie, auf die Ruhe und den Frieden der Toten zu hören. Achten Sie den Friedhof als einen besonderen Ort, eine Art räumliche Auszeit.
4. Bringen Sie etwas mit
Nehmen Sie eine Blume, ein Gesteck, eine Kerze oder sonst etwas mit, was Sie am Grab lassen können. Das schafft eine Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Sagen Sie beim Niederlegen der Blumen oder beim Anzünden der Kerze: „Ich gebe dir einen guten Platz in meinem Herzen. Bitte segne meine Familie.“
5. Zünden Sie ein Licht an
Die einfachste und wirksamste Meditationshilfe ist eine Grabkerze.„Katholische“ Gräber haben für diesen Zweck meist eine Laterne (warum sollten Sie so etwas nicht auch auf einem „evangelischen“ Grab aufstellen?!). Es tut aber auch ein einfaches Grablicht mit Windschutz.
6. Denken Sie an den Toten
Denken Sie zurück an die Zeit, als er noch Lebte. Rufen Sie sich Begegnungen mit ihm ins Gedächtnis zurück. Falls Sie dabei weinen, hat das eine hilfreiche Wirkung auf Sie. Wünschen Sie dem Toten Gutes. Stellen Sie sich auch umgekehrt vor, wie er jetzt gütig auf Sie sieht und sich freut, dass Sie leben. Sagen Sie sich: „Mit mir soll es gut weitergehen.“
7. Nehmen Sie Abschied
Ein Besuch auf dem Friedhof muss nicht lange dauern, denn es zählt nicht die Zeit, die Sie am Grab verbringen, sondern vor allem die gute Wirkung danach. Sprechen Sie ein Gebet - eines mit Worten oder einfach durch Stille. Stellen Sie sich vor, dass auch die Pflanzen auf dem Grab oder der Grabstein ein Gebet sind.
8. Lassen Sie die Toten zurück
Gehen Sie bewusst vom Grab weg. Machen Sie sich klar, dass die Toten auf dem Friedhof bleiben dürfen und nicht mehr in Ihrem Leben herumspuken müssen. Genießen Sie es, langsam wieder in den Alltag zurückkehren zu können. Freuen Sie sich über Ihr Leben. So kann der Besuch an einem Grab von einer lästigen Pflicht zu einer guten Kraftquelle werden.
© www.simplify.de
Familie: An die Toten denken, Download auf Gefunden auf orgenda.de
Mittwoch, 14. April 2010
Die "Urchristen" aus Unterfranken nutzen ihre Stunde
Die Aktion wird der EZW zufolge von der Vereinigung «Universelles Leben» getragen, die die Zentralstelle als Sekte einstuft. Stil und Inhalt der Plakate offenbarten in drastischer Weise den Kirchenhass der Sekte. Als Urheber nennt das Plakat «Freie Bürger für Anstand und ethische Werte». Für die deutschlandweit verbreiteten Plakate zeichnet die Initiative «Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche» verantwortlich. Sie betreibt auch die im Text genannte Internetseite www.spart-euch-die-kirche.de und ist der EZW zufolge dem Umfeld der Sekte «Universelles Leben» zuzurechnen.
Das Universelle Leben ist eine Neureligion mit Sitz in Unterfranken, so die EZW. Sie folge in Lehre und Praxis ausschließlich den neuen Offenbarungen ihrer «Lehrprophetin» Gabriele Wittek. Im Umfeld der Glaubensgemeinschaft gebe es ein von außen nur schwer durchschaubares Geflecht von Initiativen und Aktivitäten. Wiederholt hätten Anhänger dieser Gruppierung, die sich «Urchristen» nennen, mit skurrilen Aktionen und Prozessen für Aufsehen gesorgt. Hierzu zähle der vor kurzem unternommene Versuch, der katholischen und der evangelischen Kirche gerichtlich untersagen zu lassen, sich christlich zu nennen. Bereits im Jahr 2000 hatten einzelne «Urchristen» beim Bundesjugendministerium den Antrag gestellt, die Bibel auf den Index jugendgefährdender Schriften setzen zu lassen.
jesus.de
Montag, 5. April 2010
Sünden: weibliche und männliche
Aus einem Artikel des Osservatore Romano, zit. nach welt.de
Donnerstag, 1. April 2010
Scientology
Tiefe Karfreitagsgedanken
Für evangelische Christen ist der morgige Karfreitag, der Tag der Erlösung, der höchste aller religiösen Feiertage, für katholische Christen aber ist es der Ostersonntag, der Tag der Auferstehung. Doch eigentlich sollte man den Karsamstag als den wirklich höchsten, zumindest als den ernstesten aller Tage feiern. Denn er gemahnt an das unergründliche Schweigen der in fernster Tiefe unerreichbar verborgenen Gottheit.Ein Meister der Sprache wie Hofmannsthals Lord Chandos wusste, wie aussichtslos es ist, das wahrhaft Wichtige, das entscheidend Bewegende in stimmige Worte zu fassen. Man sucht verzweifelt die richtigen Begriffe und endet bei armselig unbeholfenen Worthülsen. Und man weiß: Das Gegenüber wird das, was man sagt oder schreibt, niemals wirklich so verstehen, wie man es zum Ausdruck bringen wollte.
Die Bibel ist voll solcher Missverständnisse. Sie entstehen, weil in den Religionen des Buches Gott nicht aus der Natur erfahren wird, nicht aus dem Glanz des nächtlichen Sternenhimmels oder aus der Strahlkraft der Sonne; er ist kein sich in Flüssen oder Bäumen verbergendes Wesen. Der biblische Gott wird erfahren, weil jene, die von ihm berichten, überzeugt sind, sein Wort gehört zu haben. Doch sicher haben sie ihn nicht immer verstanden. Abraham nicht, der sein eigenes Kind zu opfern bereit war. Moses nicht, der sich einmal Gottes Wort sogar widersetzte. Das Volk nicht, das sich seinen Propheten gegenüber taub stellte. Auch Jesu Jünger nicht, die mit den Gleichnissen und dem Wort vom hereinbrechenden Gottesreich nichts anzufangen wussten. Am allerwenigsten Petrus, von dem die Evangelien mehrfach von peinlichem Unverständnis und Irrtum berichten.
Obwohl man der Gefahr des Missverständnisses nicht entrinnen kann, mag der Wunsch, Gottes Stimme zu hören, zuweilen übermächtig gewesen sein. Denn Gottes Schweigen ist schwer zu ertragen. Eine Mutter blickt verzweifelt in das dunkle Grab, das den Sarg ihres einzigen Kindes umfängt, keiner vermag ihre Tränen zu trocknen, sie betet inständig um Trost – Gott schweigt. In Sekundenschnelle vernichtet eine brutale Sturzflut hunderte Leben – Gott schweigt. Von brennenden Schmerzen zerfressen fleht ein Kranker um ein gnädiges Sterben – Gott schweigt.
Der Gekreuzigte brüllt in barer Hilf- und Hoffnungslosigkeit zu seinem Gott, den er einst, in guten Tagen, liebevoll Abba, Väterchen, gerufen hat. Der Sterbende hört ihn nicht mehr. Hat Gott den Schrei vernommen? Gottes Schweigen lastet über dem Karsamstag.
Laut Schöpfungserzählung entstand der Kosmos durch göttliches Wort, mehrfach gesprochen an sechs Tagen. Am siebenten Tag aber, am Samstag, schweigt Gott. So gesehen symbolisiert der Karsamstag den schon überlangen siebenten Tag, an dem wir hier auf Erden unser Dasein fristen. Wird Gott ewig weiterschweigen? Oder wird es den achten Tag der Vollendung geben, an dem er sein Schweigen bricht?
Rudolf Taschner: Der höchste Tag. Das Schweigen feiern, Die Presse 1. April 2010
Der Autor dieses Beitrages ist Mathematiker und Betreiber des math.space, im quartier21, MQ Wien. Schon seit vielen Jahren fällt mir auf, dass in manchen Zeitungen zu den großen Festen der Christenheit Klügeres und Tieferes zu lesen ist als man von vielen Kanzeln hören kann.
Ein Schild, das zum Nachdenken anregt
Samstag, 27. März 2010
Religiosität und Wohlstand als bestimmende Faktoren der Bevölkerungsentwicklung

Bei aller Verschiedenheit ihrer Religionen eint es gläubige Katholiken, Protestanten, Juden oder Moslems, dass sie mehr Kinder als ihre nichtgläubigen Mitmenschen haben. Traditionell propagieren alle großen monotheistischen Religionen patriarchalische Familienwerte. Frauen haben diesen zufolge die vorrangige Verpflichtung, Kinder zu bekommen und zu erziehen, Männer sind angehalten, Frau und Kinder zu schützen und materiell zu versorgen. Fortpflanzungsfeindliches Verhalten wie Scheidung, Abtreibung oder Homosexualität sind in allen großen Religionen geächtet. Historisch haben sich Glaubensgemeinschaften mit solchen Familienwerten durchgesetzt, weil die Weitergabe einer Religion an möglichst viele Nachkommen eine effektivere Form ihres Verbreitens ist als die mühsame Missionierung Andersgläubiger. Tatsächlich nimmt auch heute weltweit die Zahl religiöser Menschen zu. Das liegt unter anderem daran, dass vor allem islamische Länder, in denen Religion eine große Bedeutung hat, ein starkes Bevölkerungswachstum aufweisen.
Doch mit Blick auf wenig entwickelte Länder erweist sich der Zusammenhang zwischen wachsendem Wohlstand und sinkender Kinderzahl als stärker als jener zwischen starker Religiosität und hoher Kinderzahl. Je geringer Wohlstand und soziale Sicherheit sind, desto unentbehrlicher erscheint den Menschen offenbar der Glaube an eine höhere Macht - folglich glauben viele Menschen in den armen Ländern an Gott. Doch weil sich immer mehr Länder wirtschaftlich entwickeln, sinken dort überall die Kinderzahlen, auch in stark religiösen Gesellschaften. So liegen in klassisch islamischen Staaten wie Algerien, Marokko und der Türkei die durchschnittlichen Fertilitätsraten nur noch bei wenig über zwei Kindern je Frau und im Iran sogar darunter - und das, obwohl etwa in der Türkei 75 Prozent der Befragten angeben, dass Religion in ihrem Leben sehr wichtig sei. In Deutschland sagen das nur elf Prozent. Die Bevölkerungen der meisten islamisch geprägten Staaten wachsen nicht mehr, weil die Familien so kinderreich sind, sondern weil die Altersstruktur in diesen Ländern noch immer eine große Zahl junger Menschen aufweist, die erst ins Elternalter eintreten. Insgesamt wird das Bevölkerungswachstum in diesen Ländern aber auf absehbare Zeit zum Erliegen kommen.

In den entwickelten Ländern der westlichen Welt könnte hingegen die Religiosität der Bevölkerung auf demografischem Wege zunehmen. Wie Untersuchungen zeigen, liegen die Kinderzahlen von Menschen, die sich als religiös bezeichnen, deutlich über jenen von nichtreligiösen Menschen. Geht man davon aus, dass eine klare Mehrheit von Menschen die Religiosität ihrer Eltern beibehält, so könnte dies bei den derzeit sehr geringen Fertilitätsraten in westlichen Ländern dazu beitragen, dass der Trend zur Säkularisierung endet, beziehungsweise in das Gegenteil umschlägt. Auch die höhere Religiosität von Zuwanderern und deren Nachkommen könnte zu dieser Entwicklung beitragen. Der Trend scheint dies zu bestätigen: In zahlreichen europäischen Ländern hat der Anteil von Menschen, die an Gott oder an ein Leben nach dem Tod glauben, seit den 1990er Jahren nicht mehr weiter abgenommen oder ist sogar gestiegen.
Ende der Unvollkommenheit
Gefunden in einem Forum
Montag, 8. März 2010
Nicht spekulieren!
Montag, 8. Februar 2010
"Esos für Jesus" - Jesus für Esos
'Esos für Jesus'
Esoterikern das Evangelium bringen - „Esos für Jesus“ gehen auf Esoterik-Messen - Vor allem Frauen zwischen 30 und 40 Jahren fühlten sich von der Esoterik angezogen.
Esoterik ist in Deutschland zu einer breiten Bewegung mit Millionen Anhängern geworden. Wie kann man sie mit der christlichen Botschaft erreichen? Die „Esos für Jesus“ versuchen unter anderem, auf Esoterik-Messen Kontakte zu knüpfen. Leiter der vor etwa fünf Jahren im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) gegründeten Gruppe ist Pastor Wilhelm Trienen (Steinburg bei Hamburg).
Wie er gegenüber idea erläuterte, sei man mit einem Stand auf Messen vor allem in Hamburg und Lübeck, aber auch in Köln vertreten. Dabei versuchten die Mitglieder nach biblischem Vorbild, „Esoterikern ein Esoteriker zu werden“, soweit es geistlich vertretbar sei.
Auf solchen Messen begegne man vielen suchenden Menschen, die christlichen Gemeinden distanziert gegenüber stünden. Esoterik sei zu einer Massenbewegung geworden, wie ein Blick in Volkshochschulprogramme oder in das Angebot von Buchhandlungen zeige.
Die „Esos für Jesus“ suchten Anknüpfungspunkte, etwa in Gesprächen über Heilung. Resonanz finde oft ihr Angebot, für Interessierte zu beten. Die Kontakte mündeten in weiterführende Abende und Treffen, in denen man biblische Texte betrachte. Die „Esos für Jesus“ kämen nicht nur aus dem BFP, sondern auch aus anderen Gemeinden. Man biete auch Schulungen über die Begegnung mit Esoterikern an, so Trienen, der ferner die Gefangenen-Mission „Licht im Dunkel“ im BFP leitet.
EZW: „Esoterisierung“ der Gesellschaft
Nach Angaben der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) umfasst die Esoterik ein breites Spektrum okkulter Praktiken, etwa Pendeln, Tarot, Heilsteine, Bachblüten, Reiki bis hin zu Kontakten zu außermenschlichen Wesen. Gefragt seien vor allem Heilungspraktiken und Techniken zur Lebensbewältigung. Vor allem Frauen zwischen 30 und 40 Jahren fühlten sich von der Esoterik angezogen. Kritische Beobachter sprächen von einer „Esoterisierung“ der Gesellschaft und einem wachsenden Markt. Allein die Astrologie-Branche setze jährlich etwa 150 Millionen Euro um. Geistheiler und esoterische Lebensberater erwirtschafteten schätzungsweise eine Viertel Milliarde Euro pro Jahr.
Den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche - den Esoterikern ein Esoteriker, den Atheisten ein Atheist. Nein, Spaß beiseite: Mission unter esoterisch interessierten Menschen ist tatsächlich wichtig und vielleicht auch erfolgversprechend, denn Esoteriker sind ja zumindest schon einmal keine platten Materialisten, sie wissen um die Transzendenz und sie sind auf der Suche.
Samstag, 23. Januar 2010
Samstag, 19. Dezember 2009
Nun auch in Österreich
Erstmals geht ein Vater aus Niederösterreich vor den Österreichischen Verfassungsgerichtshof (VfGH), um das christliche Kreuz in Kindergärten anzufechten. Anlass ist nicht zuletzt das Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Der Antragsteller - bekennender Atheist - sieht das konfessionslose Aufwachsen seiner Tochter durch die Veranstaltung religiöser Feiern und die Anbringung von Kruzifixen von Seiten des Kindergartens gestört und das Recht auf Glaubensfreiheit - und damit das Recht auch ohne religiöses Bekenntnis aufzuwachsen - verletzt. Das berichtete der "derStandard.at" am Freitag.
Die Tochter habe in diesem Schuljahr an vier religiösen Festen (Erntedank, Martinsfest, zwei Nikolausfeiern) inklusive Kirchenbesuch teilnehmen müssen. Außerdem hänge im Aufenthaltsraum des Kindergartens ein Kreuz in Augenhöhe der Kinder. Der Kindergarten teilte dem Vater mit, dass bei der Vorbereitung auf die religiösen Feste nicht auf andere Religionen und Weltanschauungen eingegangen werde. Einen privaten Kindergarten ohne religiöse Feste gebe es in der näheren Umgebung nicht, heißt es im Antrag.
Konkret will der niederösterreichische Vater zwei Passagen aus dem niederösterreichischen Kindergartengesetz geändert bzw. aufgehoben haben: Jenen, in dem steht, dass das Kindergartenpersonal einen grundlegenden Beitrag "zu einer religiösen und ethischen Bildung zu leisten" habe und jenen, wonach in Kindergärten, in denen die Mehrzahl der Kinder ein christliches Religionsbekenntnis haben, ein Kreuz anzubringen sei.
Das war nur eine Frage der Zeit, bis ein solcher Prozess auch in Österreich angestrengt wird. Man darf gespannt sein. Die Kindergartengesetze der einzelnen Bundesländer sind vermutlich auch noch unterschiedlich. In Wien gibt es bestimmt keine "Kreuzpflicht", wenn in den städtischen Kindergärten aus Gründen religiöser Korrektheit schon der Nikolo nicht mehr kommen darf.
Gibt es ein Kinderrecht auf religions- und konfessionsloses Aufwachsen? Noch nicht, aber wer weiß, worauf man noch verfällt. Aber wenn man dann schon dabei ist: Wie wäre es mit dem Recht auf die Freiheit von Werbung, Konsumterror und Gewaltdarstellungen in den Medien? Müssen Eltern nicht immer in Kauf nehmen, dass ihre Kinder mancherlei Einflüssen ausgesetzt sind, mit denen man in der familiären Erziehung dann kritisch umgehen muss?
Dienstag, 1. Dezember 2009
"... gesetzlich geschützt." Wenigstens in der Regel
So schützt man die christliche Religion. Nicht, indem man wie in der Schweiz der muslimischen Minderheit verbietet, ihre Gotteshäuser entsprechend ihren Glaubenstraditionen zu bauen – nämlich mit Minarett! – sondern indem man sicherstellt, dass die christliche Mehrheit den prägenden Einfluss auf Grundordnungen des gesellschaftlichen Lebens behält. Also nicht durchs Beschneiden der Religionsfreiheit bei einer Minderheit, sondern durchs Bewahren der religiösen Mehrheitskultur.
Zu dieser Mehrheitskultur gehört die Einteilung der Woche in sechs Arbeitstage und einen freien Tag, den christlichen Sonntag, laut Bibel der Tag der Auferstehung. Dem folgt auch das Grundgesetz, das hierbei den Artikel 139 der Weimarer Reichsverfassung übernimmt, wo es klipp und klar heißt: „Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.“
Angesichts dieser Bestimmung blieb den Karlsruher Richtern gar nichts anderes übrig, als das Berliner Ladenöffnungsgesetz zu kippen. Denn das sieht verkaufsoffene Sonntage nicht etwa als Ausnahme vor, sondern macht sie im Advent zur Regel, weil da nämlich in der Hauptstadt durchgehend verkauft werden kann, vom 1. Advent bis zum Mittag des 24. Dezembers in einer Tour, ohne einen einzigen Tag der Unterbrechung. In einer christlich bedeutsamen Zeit, dem Advent als Vorbereitung auf die Geburt Christi, wurde da der Sonntagsschutz komplett abgeräumt.
Dadurch aber, so haben die Kirchen mit Recht argumentiert, wird zahlreichen Beschäftigten im Handel die Möglichkeit genommen, Adventsonntage frei zu gestalten und sie so einzurichten, wie es christlichem Lebensprinzip entspricht: Kirchgang am Morgen, am Nachmittag Zeit für Gemeinschaft in der Familie oder in der Gemeinde, für Singen, Vorlesen, Nachdenken. Es ist ein Stück Religionsfreiheit, solches tun zu können. Diesem Recht gegenüber sind Einschränkungen begründungspflichtig. Es muss also ein besonderer, zusätzlicher Anlass, ein höheres Interesse bestehen, um jenes Recht einzuschränken. Ein solches höheres Interesse aber ist nicht erkennbar, wenn wie in Berlin der gesamte Advent zur verkaufsoffenen Zeit wird.
Montag, 12. Oktober 2009
Findige Chinesen
Verschleierte Frauen in Kairo. Ägypterinnen haben laut Verfassung die gleichen Rechte wie Männer, doch die Realität sieht oft anders aus. (Foto: AFP)
Chinesische Firmen machen in Afrika blendende Geschäfte. Doch ein Produkt aus Fernost sorgt nun für extrem viel Ärger in Ägypten: Es geht um ein künstliches Jungfernhäutchen. Das Kunststoff-Hymen soll frisch verheirateten Frauen ermöglichen, dem Ehemann zur Not die eigene Jungfräulichkeit vorzutäuschen.
Konservative ägyptische Politiker sind empört und fordern das Verbot des Produktes. Scheich Sajed Askar, Mitglied der einflussreichen Muslimbruderschaft, sagte, das künstliche Jungfernhäutchen würde ägyptische Frauen in Versuchung führen. "Es wäre eine Schande, wenn die Regierung dieses Produkt zuließe", heißt es auf der Website der islamisch-fundamentalistischen Bewegung, die 88 Sitze im Parlament hält.
Montag, 7. September 2009
Sonntag, 23. August 2009
Der Erforschung wert, wahrhaftig...

December 12, 2009, 1:00-7:00 p.m
Public Assembly
70 North 6th St.
Brooklyn, NY
Cover charge: $10.00
Erik Butler, “The Counter-Reformation in Stone and Metal: Spiritual Substances”
Hunter Hunt-Hendrix, TBA
Nicola Masciandaro, “Anti-Cosmosis: Black Mahapralaya”
Benjamin Noys, “‘Remain true to the earth!’: Remarks on the Politics of Black Metal” (in absentia)
Joseph Russo, TBA
Anthony Sciscione, TBA
Niall Scott, “Black Confessions and Absu-lution”
Steven Shakespeare, “The light that illuminates itself, the dark that soils itself: blackened notes from Schelling’s underground”
Aspasia Stephanou, “Black Metal and Evil”
Brandon Stosuy, TBA
Evan Calder Williams, “The Headless Horsemen of the Apocalypse”
Scott Wilson, “BAsileus philosoPHOrum METaloricum”
Lionel Maunz, sculpture
Nader Sadek, Baptism in Black (Phase II)
Mittwoch, 12. August 2009
Dienstag, 11. August 2009
Glaube und Politik in Berlin
Evangelikale – das Wort hört jemand wie der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Volker Kauder, über sich selbst nicht so gern. Es klingt zu sehr nach gefährlichem Irrsinn, nach Fernsehpredigern, die im Keller eingelegte Gurken für das Jüngste Gericht deponieren.
Aber es gibt in der deutschen Politik quer durch das Parteienspektrum Menschen, die nicht einfach nur „evangelisch“ sind, sondern ein bisschen mehr als das. „Wenn es eine aufsteigende Linie gibt von ‚gläubig' bis ‚evangelikal'“, sagt der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke über sich, „dann bin ich da irgendwo am oberen Ende.“
Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt von den Grünen, kürzlich zur Präses der EKD-Synode gewählt, hält nichts von den „Evangelikalen“. Sie bezeichnet sich aber selbst als „fromm“. Auch die Kanzlerin ist gläubig, aber sie ist nicht „fromm“.
Niemand weiß genau, wie viele Evangelikale es in Deutschland gibt. Sie können lutherisch, reformiert oder baptistisch sein. Manche gehören zu den evangelischen Landeskirchen, andere zu Freikirchen. In der rund 160 Jahre alten „Deutschen Evangelischen Allianz“ sind angeblich 1,3 Millionen Menschen Mitglied.
Es ist keine Frage, dass die „Allianz“ der Union am nächsten steht. Bei Bundestagungen des Evangelischen Arbeitskreises der CDU stehen regelmäßig ihre Stände. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und der Vorsitzende der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Steffen Flath, gehören zum Kuratorium des Evangelisten-Netzwerks „Pro Christ“.
"ERBAUUNG, ERMAHNUNG, TROST"
Nur Passanten hat es gewundert, als im Sommer 2007 mitten auf der Berliner Prachtmeile Unter den Linden der CDU-Abgeordnete Hans-Joachim Fuchtel mit einer kompletten Schwarzwälder Trachtenkapelle und zahlreichen evangelikalen Organisationen für die Besserstellung von Familien demonstrierten. Die Vorsitzende der Frauen-Union, Maria Böhmer, und der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, schickten Grußworte, als christliche Lebensschützer mit tausend weißen Holzkreuzen in der Berliner Innenstadt gegen Abtreibungen protestierten.
Volker Kauder findet zwar, dass sein Glaube mit der Bezeichnung „Evangelikaler“ nicht ausreichend beschrieben ist. Aber er fühlt sich wohl bei der „Evangelischen Allianz“. Er spricht von „Erbauung, Ermahnung und Trost“ als Hauptsäulen des Evangelikalen. Die Bibel als Gottes unmittelbares Wort, der Auftrag zur Mission, die große Bedeutung des Lebens Jesu für den eigenen Alltag, die Sündhaftigkeit des Menschen, die nur durch einen Gnadenakt Gottes und durch den Opfertod Jesu erlöst werden kann – all das lässt Kauder für sich selbst gelten.
Es erfüllt ihn mit einem gewissen Stolz, wenn sein Freund und Fraktionskollege Georg Brunnhuber von ihm sagt: „Der Kauder ist der katholischste Protestant, den ich kenne. Wenn´s ums C geht, wird der zur Dampfwalze.“
ABTREIBUNG? "NUR NACH VERGEWALTIGUNG"
An der Wand hinter dem Schreibtisch hat der Fraktionschef ein großes Foto von der Privataudienz stehen, die ihm Benedikt XVI. zu Pfingsten gewährte. Für ihn, Sohn einer Vertriebenenfamilie aus dem ehemaligen Jugoslawien, die vom baden-württembergischen Pietismus geprägt ist, gehört die Verbindung von wirtschaftlichem Erfolg und Prädestinationslehre quasi zum Lokalkolorit.
Aber ganz leicht ist es mit dem Glauben und der Politik nicht immer. Scheidung, Abtreibung, Homosexualität – da kann Kauder oft nicht so reden, wie er vielleicht gern würde. „Der einzige Fall, wo ich Abtreibung akzeptiere, ist nach einer Vergewaltigung“ – findet Kauder. Aber er spricht es nur selten aus. Bei der Homo-Ehe traut er sich schon mehr Offenheit. Mit der Privilegierung der Ehe sei diejenige zwischen Mann und Frau gemeint – wobei man natürlich auch andere Formen von Partnerschaft toleriere. Nicht alles lässt sich mit einer Dampfwalze erledigen.
Der CDU-Politiker Hermann Gröhe, als Staatsminister im Bundeskanzleramt zuständig für Bund-Länder-Beziehungen und Bürokratieabbau, kommt aus einer evangelischen Kirchengemeinde in Neuss. Am Niederrhein sind die Protestanten traditionell stark reformiert geprägt inmitten einer katholischen Mehrheitskultur.
"SCHON FAST KATHOLISCH"
Seine Eltern, Flüchtlinge aus Sachsen, sind lutherisch geprägt. Den Reformierten erschienen die lutherischen Flüchtlinge mit ihrer stärkeren liturgischen Prägung „schon fast katholisch“. Für einen heimlichen Katholiken hält er sich jedoch keineswegs. „Ich fühle mich sehr wohl in meiner Kirche, auch weil in ihr Frauen und Männer, ordinierte Theologen und Nicht-Theologen gemeinsam Leitungsverantwortung tragen.“
Herman Gröhe, der dem Rat und der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört, glaubt, dass man es sich in Deutschland mit den amerikanischen Evangelikalen zu leicht macht: „Zuerst wurden sie ignoriert, nun werden sie dämonisiert.“ Zu lange habe man bei uns „Gottvergessenheit für Aufgeklärtheit“ gehalten. „Natürlich ist es für uns befremdlich, wenn der Irak-Krieg in religiöser Sprache gerechtfertigt wird“, meint er, „aber bei Martin Luther King haben wir dann wieder gar nichts gegen die enge Verbindung von Religion und Politik.“
Gröhe ist nach Amerika gefahren, hat Gottesdienste in Chicago erlebt, in San Diego in einer afroamerikanischen Gemeinde mit über 2000 Menschen oder in einem Kino im Hauptbahnhof in Washington DC. Manches blieb ihm fremd. „Aber ich kann vielem meinen Respekt nicht versagen.“ Es gefällt Hermann Gröhe, dass sich die amerikanischen Evangelikalen in ihrem politischen Engagement nicht mehr nur auf Abtreibung und die Bekämpfung der Homo-Ehe beschränken, sondern inzwischen auch Armutsbekämpfung, Menschenrechte und der Klimaschutz auf ihrer Tagesordnung sind.
"RESPEKT VOR DER ÄLTEREN SCHWESTER-RELIGION"
Die Judenmission – für viele Evangelikale selbstverständlicher Teil ihres Glaubens – ist für Gröhe „kein Ziel“. Kürzlich hat er in Berlin beim Internationalen Rat der Christen und Juden vor Teilnehmern aus aller Welt gesprochen. „Ich habe großen Respekt vor der älteren Schwester-Religion. Und es macht mich froh zu sehen, dass in Deutschland das jüdische Gemeindeleben wächst. Das steht für mich an erster Stelle.“ Was Gröhe das „zum Christsein gehörende, einladende Glaubenszeugnis“ nennt, könne aber niemanden ausschließen. Explizit missionieren, nach allem was geschehen ist – das kommt ihm nicht über die Lippen.
Früher hat es in der EKD zwei Flügel gegeben: die sozial Engagierten und die missionarisch Aktiven. Durch den Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber, ebenfalls im Kuratorium von „Pro Christ“, sind die beiden Flügel enger zusammengerückt. Zwar gibt es im Kanzleramt keine Andachten, wie im Weißen Haus des George Bush. „Aber man spürt schon“, meint Gröhe, „dass hier Menschen zusammen arbeiten, deren Kompass der christliche Glaube ist.“
Kanzleramtschef Thomas de Maizière, im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags, würde unterschreiben, was Hermann Gröhe über sein Christsein sagt: „Der Glaube an Jesus Christus gibt mir Halt im Leben und – wie ich hoffe – auch im Sterben. Das würde ich von einem Parteiprogramm nie sagen.“
Mariam Lau: Evangelikale als eine Macht in der deutschen Politik, welt-online.de 11.08.2009