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Dienstag, 31. August 2010

St. Margarethen

Der Schlussbeifall bei der Zauberflöte hielt sich in Grenzen (oder verlor sich im Rund des Römersteinbruchs). Erst das sich anschließende Feuerwerk versetzte das Publikum in unüberhörbares Entzücken.

Donnerstag, 19. August 2010

Hildegard Knef - In dieser Stadt

Louis Armstrong - Mack The Knife - 1959




1959 in Stuttgart, anscheinend in der damals drei Jahre alten Liederhalle.

Ein Stück Erinnerung: Marlene Dietrich - Sag mir, wo die Blumen sind



Kommentar eines Users auf youtube: "that smokey velveted voice , so Sexy, who said the German language is not hot..."


Diese wunderbare Aufnahme ist eine der großen und schönen Erinnerungen an meine Jugendtage, als wir noch an die Veränderlichkeit der Welt glaubten.

Mittwoch, 11. August 2010

Nicht nur "Göttingen"



BARBARA

Die Einsamkeit

(La Solitude)

Ich sah sie vor der Türe stehen,
als ich nach Haus' kam, gestern Nacht.
Froh war ich gar nicht, sie zu sehen.
"Nun fand sie mich", hab' ich gedacht.

Sie schleicht herbei auf leisen Sohlen.
Sie wittert, wenn ein Glück zerbrach,
und nun, der Teufel soll sie holen,
nun kam sie zu mir, sie schlich mir nach!

Nur sie, mit ihren hohlen Wangen,
den großen Augen, schwarz umringt,
sie ist es, die ins Herz das Bangen
und uns die vielen Tränen bringt.

Sie schenkt uns jene leeren Nächte,
wo alles seinen Sinn verliert.
Ich glaub', daß sie es fertigbrächte,
daß man sogar im Sommer friert.

Dein Kleid ist ein Trauerkleid!
Das Haar hängt wild dir ins Gesicht -
hoffnungslos! Fast tust du mir leid.
Ein schöner Anblick bist du nicht!

Komm, sei so gut, geh' fort von hier
Halt andern deine Fratze hin.
Ich brauch kein Unglück, glaub es mir.
Nein, geh dorthin, wo ich nicht bin.

Es gibt so viel noch, was ich möchte,
den Sonnenschein, den Frühlingswind
und Herz an Herz verbrachte Nächte,
die für den Schlaf zu schade sind.

Zwar wird einst meine Stunde schlagen,
doch vorher muß noch viel gescheh'n:
ich will noch oft "Je t'aime" sagen,
und oft vor Liebe noch vergeh'n.

Doch sie sprach: "Öffne mir die Türe,
und tut es dir auch noch so weh...
Ich kam zu dir, weil ich es spüre:
Die Zeit der Liebe ist passé

Verblaßt der Reigen der Gesichter,
verstummt ist nun der Phrasenchor
der feinen Herrn, der falschen Dichter,
der Traum ist aus, mach dir nichts vor!"

Sie wird mir jeden Tag vergiften,
den Schlaf mir rauben jede Nacht.
Sie klammert sich um meine Hüften,
sie hält zu meinen Füßen Wacht!

Wohin ich geh', wird sie dabei sein.
Sie schafft, daß ich mich nie mehr freu'.
Ich weiß: jetzt werd' ich nie mehr frei sein.
Sie ist wieder da, und sie ist treu:
die Einsamkeit,
die Einsamkeit!



Quelle: http://www.mcgee.de/paroles/solitall.html

Die französische Chansonsängerin Barbara hat einige Titel auch in deutscher Fassung aufgenommen. Früher kannte ich immer nur das Lied über "Göttingen" (und als ich dort studierte, musste ich mitunter daran denken), aber es gibt noch einige andere wie dieses hier. Die Kraft des französischen Textes bleibt in einer guten deutschen Übersetzung durchaus spürbar.

Montag, 3. Mai 2010

Querassoziation zur "Winterreise"

Beginn des Wonnemonats



Am Samstag Schuberts "Winterreise" in einer hochdramatischen Interpretation mit dem Bariton Florian Boesch im Konzerthaus (begleitet von Malcolm Martineau), gestern Paula Modersohn-Becker in der Kunsthalle Krems. Was für ein Beginn des Monats Mai - so viel Kultur, so viel Schwermut!

Neulich las ich, dass es in der Nordelbischen Evangelischen Kirche einen eigenen Burnout-Beauftragten gibt. Wie sinn voll! Aber das ist ja auch eine große Kirche.

Montag, 29. März 2010

Entsorgungsgedanken

ALTPAPIERCONTAINER

Es gibt viel zu viele

Altpapiercontainer

es schreibt doch heutzutage

keiner Liebesbriefe mehr

Ich schmeiß Deine Briefe rein

von Juni bis September


Dass Du mich mal geliebt hast

ist schon viel zu lange her.

Dann bringe ich all die Flaschen

zum Container nebenan

die ich geleert hab

wegen Dir.


Das ist recht überschaubar,

weil ich nicht viel vertragen kann

aber Du fehlst

mir

so sehr.


Es gibt viel zu viele

Altpapiercontainer

wo ich doch gar niemandem jemals

wieder Briefe schreiben will

Ich seufze leis und hole Luft

damit mein Herz nicht stehen bleibt

und schmeiße Deine Briefe ein

von Januar bis April


Dann bring ich Deine alten Hemden

zum Sammelstelle nebenan

sie riechen viel zu sehr

nach Dir

Du kommst ja nicht zurück,

Du ziehst sie eh nie wieder an

aber es fällt

mir

so schwer.


Du gingst fort und suchtest die Liebe

denn bei Dir war sie plötzlich

abhanden gekommen

Einfach so verpufft, wie kann das sein?

Und warum hast Du meine nicht gleich

mitgenommen?


Denn jetzt steh ich hier und weiß nicht wohin mit der Liebe

sie ist zu schade für den ganz normalen Müll,

auch wenn man ihn trennt.

Ich frag mich, was

von der Liebe wohl bliebe

wenn man alle

Antworten schon kennt.


Es gibt viel zu viele

ungestellte Fragen

wann wird hier der Müll geleert,

warum ist das mit uns vorbei

allen Mut, den ich noch finden kann

raff ich irgendwie zusammen

und schmeiße Deine Briefe rein

von Februar bis letzten Mai


Christiane Weber (von ihrem im Mai erscheinenden Solo-Album "Das Honolulu-Proinzip")

Dienstag, 9. Februar 2010

Missbrauch von Musik

Wiederholung ist der Feind alles Erhabenen. Manches schöne Musikstück ist durch unzähliges Abspielen unerträglich geworden. So geht es mir mit Mozarts "Kleiner Nachtmusik" und leider auch mit manch anderem klassischen Stück oder Thema. "Abgenudelt" ist ein Ausdruck für dieses Phänomen. "Es kommt mir zu den Ohren heraus. Ich kann es nicht mehr hören."

Dann gibt es Stücke, die durch Missbrauch in Verruf geraten sind, durch ständigen Gebrauch in fremden Zusammenhängen. Das gilt etwa für jene bekannte Sequenz aus „Les Préludes“ von Franz Liszt, die der deutschen Wochenschau 1940 bis 1945 als Erkennungsmelodie für die Meldungen aus "Oberkommando der Wehrmacht" diente. Für eine bestimmte Generation stellen sich die Erinnerungen wohl fast unausweichlich ein. Und wer kann noch Charpentiers Te Deum hören, ohne gleich an die "Eurovision" zu denken und (unbewusst) eine internationale Fernsehübertragung zu erwarten?

Noch schlimmer ist es, wenn wir durch den Einsatz von bestimmten Musikstücken in Werbespots so konditioniert werden, dass unsere Assoziationen beim Hören einer Melodie auf ein bestimmtes Produkt ausgerichtet werden. Georg Kordick notiert anlässlich eines Opernbesuchs treffend im Blog zone-g: "Der Zauber der Arie (sc. Puccinis 'Nessun Dorma') ist für immer dahin. Das gleiche passierte damals mit 'La donna è mobile', die mittlerweile unterbewusst immer noch Appetit auf Schokochrossies oder Tiefkühlpizza macht."

Montag, 30. November 2009

Meine Berge...

Manche Aussagen hört man so oft, dass man sie vielleicht kaum noch wahrnimmt: "Ich finde meinen Gott im Wald; Natur ist mir mehr als jeder Gottesdienst; ich brauche die Berge, da habe ich religiöses Empfinden." Und so weiter und so ähnlich. Es gibt viele Gründe, nicht in die Kirche zu gehen. Und das sind einige.
Ich habe solche Äußerungen immer sehr ernst genommen. Meine Berge sind freilich die Konzertsäle, mein Wald ist das Opernhaus.
Mein Onkel sagte immer: "Wenn ich ein Problem habe und intensiv nachdenken muss, dann gehe ich ins Konzert." Vielleicht ging es ihm wirklich nur um die Konzentration. Aber möglicherweise doch auch um viel mehr. Und dann wäre ich ganz auf seiner Seite.
Wenn es keine Kirchen mehr gäbe, dann gibt es doch hoffentlich immer noch Aufführungen von klassischer Musik. Wenn ich ehrlich bin, habe ich von solchen Aufführungen meistens mehr als von einem Gottesdienst.
Auf dem Land, in der hessischen Einschicht, war ich natürlich nicht verwöhnt. Aber hier in Wien, in der Kulturhauptstadt der Welt, hat es die Kirche wirklich schwer, sich angesichts des allgemeinen Angebots zu behaupten.

Freitag, 11. September 2009

Henry Purcell

"Die Partitur der 'Fairy Queen', gesetzt vom verstorbenen Mr. Henry Purcell und Eigentum der Anteilseigner des Royal Theatre in Covent Garden, wurde bei seinem Tod verlegt. Wer immer die genannte Partitur oder eine wahrhaftige Kopie davon Mr. Zachary Baggs, dem Geschäftsführer des oben genannten Theaters, überbringt, erhält 20 Guineas Belohnung oder einen Anteil davon pro Akt."

Anzeige in der London Gazette aus dem Oktober 1701

Mit einiger Wahrscheinlichkeit wurde er gestern vor 350 Jahren geboren, der große Komponist Henry Purcell, dessen Musik mir mein Leben lang schon lieb und wert ist.

Sonntag, 23. August 2009

Der Erforschung wert, wahrhaftig...


Black Metal Theory Symposium
Metal. Theory. Mutual Blackening.

December 12, 2009, 1:00-7:00 p.m
Public Assembly
70 North 6th St.
Brooklyn, NY
Cover charge: $10.00

PAPERS

Erik Butler, “The Counter-Reformation in Stone and Metal: Spiritual Substances”

Hunter Hunt-Hendrix
, TBA

Nicola Masciandaro, “Anti-Cosmosis: Black Mahapralaya”

Benjamin Noys, “‘Remain true to the earth!’: Remarks on the Politics of Black Metal” (in absentia)

Joseph Russo, TBA

Anthony Sciscione, TBA

Niall Scott, “Black Confessions and Absu-lution”

Steven Shakespeare, “The light that illuminates itself, the dark that soils itself: blackened notes from Schelling’s underground”

Aspasia Stephanou, “Black Metal and Evil”

Brandon Stosuy, TBA

Evan Calder Williams, “The Headless Horsemen of the Apocalypse”

Scott Wilson, “BAsileus philosoPHOrum METaloricum”



ART

Lionel Maunz, sculpture

Nader Sadek, Baptism in Black (Phase II)

Montag, 20. Juli 2009

Zum Weinen, Glauben, Sterben schön



Es gibt Musik, die direkt vom Geist Gottes inspiriert sein muss. Ich bin sicher, dass selbst die Engel im Himmel weinen müssen, wenn sie dies singen.

Sonntag, 12. Juli 2009

Ein Sehnsuchtslied von The Beautiful South

Ein schönes Lied

Dieses leicht einprägsame Lied aus einem "Kreuzweg der Jugend" hat sich in unseren OASE-Gottesdiensten fest etabliert, ich habe es auch bei mehreren Schulschluss-Gottesdiensten singen lassen. Eine schöne Entdeckung.