Sonntag, 29. August 2010
Lueger-Kirche am Zentralfriedhof
Kuppel der Dr.-Karl-Lueger-Gedächtnis-Kirche (Karl Borromäus-Kirche) auf dem Zentralfriedhof. Die nach dem berühmten (und als Antisemit berüchtigten) früheren Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger benannte Kirche (sie ist zugleich sein Mausoleum) ist wunderschön anzusehen, aber die Akustik ist sehr problematisch. Vor einigen Tagen hatte ich zum ersten Mal dort eine Einsegnung zu halten, und aus irgendwelchen Gründen waren die Mikrophone der Beschallungsanlage nicht auffindbar. So war es ein wahrer Kampf mit dem Nachhall, der mehrere Sekunden währt.
Montag, 16. August 2010
Montag, 9. August 2010
Wechsel der Zeiten
"Während des ersten Weltkrieges, als viele Frauen in jungen Jahren zu Kriegswitwen wurden, kam es in Verbindung mit der Ausbildung eines neuen, von Existenzangst und Überlebenskampf geprägten Selbstverständnisses der Frau zum abrupten Ende der Produktion allegorischer weiblicher Friedhofsfiguren in passiver Trauerhaltung."
Gefunden in einem Informationsblatt zu einer Steinfigur von W. Lovrek auf der Empore der Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus am Wiener Zentralfriedhof.
Sonntag, 8. August 2010
Dienstag, 22. Juni 2010
Anleitung zum Totenkult
An die Toten denken
Wie ein Grab Ihnen beim Leben helfen kann
1. Besuchen Sie das Grab eines „Schwarzen Schafs“
Wenn Sie gemerkt haben, dass ein bestimmter verstorbener Verwandter ausgeschlossen oder nicht gewürdigt wird, dann sollten Sie sein Grab besuchen. Davon kann eine heilende Wirkung für Sie und Ihre gesamte Familie ausgehen. Aber auch jeder andere Besuch am Grab eines Verwandten tut gut.
2. Gehen Sie möglichst allein hin
Die größte Kraft hat ein Besuch am Grab, wenn Sie es ohne Begleitung tun. Wenn Sie mit anderen hingehen, etwa anlässlich eines Verwandtenbesuchs, dann unterhalten Sie sich während des Wegs zum Grab nicht über Belanglosigkeiten. Bringen Sie das Gespräch auf den Toten, und erinnern Sie sich gemeinsam vor allem an das Gute, was er Ihnen allen hinterlassen hat.
3. Nutzen Sie den Weg zum Grab
Meist ist es ein bewusster Entschluss, zum Friedhof zu gehen, dem vom Alltagsleben abgeschiedenen Ort. Lassen Sie auf diesem Weg die Alltagssorgen hinter sich. Gewinnen Sie Abstand, und lernen Sie, auf die Ruhe und den Frieden der Toten zu hören. Achten Sie den Friedhof als einen besonderen Ort, eine Art räumliche Auszeit.
4. Bringen Sie etwas mit
Nehmen Sie eine Blume, ein Gesteck, eine Kerze oder sonst etwas mit, was Sie am Grab lassen können. Das schafft eine Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Sagen Sie beim Niederlegen der Blumen oder beim Anzünden der Kerze: „Ich gebe dir einen guten Platz in meinem Herzen. Bitte segne meine Familie.“
5. Zünden Sie ein Licht an
Die einfachste und wirksamste Meditationshilfe ist eine Grabkerze.„Katholische“ Gräber haben für diesen Zweck meist eine Laterne (warum sollten Sie so etwas nicht auch auf einem „evangelischen“ Grab aufstellen?!). Es tut aber auch ein einfaches Grablicht mit Windschutz.
6. Denken Sie an den Toten
Denken Sie zurück an die Zeit, als er noch Lebte. Rufen Sie sich Begegnungen mit ihm ins Gedächtnis zurück. Falls Sie dabei weinen, hat das eine hilfreiche Wirkung auf Sie. Wünschen Sie dem Toten Gutes. Stellen Sie sich auch umgekehrt vor, wie er jetzt gütig auf Sie sieht und sich freut, dass Sie leben. Sagen Sie sich: „Mit mir soll es gut weitergehen.“
7. Nehmen Sie Abschied
Ein Besuch auf dem Friedhof muss nicht lange dauern, denn es zählt nicht die Zeit, die Sie am Grab verbringen, sondern vor allem die gute Wirkung danach. Sprechen Sie ein Gebet - eines mit Worten oder einfach durch Stille. Stellen Sie sich vor, dass auch die Pflanzen auf dem Grab oder der Grabstein ein Gebet sind.
8. Lassen Sie die Toten zurück
Gehen Sie bewusst vom Grab weg. Machen Sie sich klar, dass die Toten auf dem Friedhof bleiben dürfen und nicht mehr in Ihrem Leben herumspuken müssen. Genießen Sie es, langsam wieder in den Alltag zurückkehren zu können. Freuen Sie sich über Ihr Leben. So kann der Besuch an einem Grab von einer lästigen Pflicht zu einer guten Kraftquelle werden.
© www.simplify.de
Familie: An die Toten denken, Download auf Gefunden auf orgenda.de
Sonntag, 6. Juni 2010
Rätselhafte Inschrift

Dienstag, 11. Mai 2010
Sonntag, 31. Januar 2010
Katholische Neuerungen bei der Bestattungsfeier
Beerdigungen zweiter Klasse?
Bei rund 6500 Katholiken habe ich im Jahr mehr als 100 Beerdigungen. Wie die Exequien gefeiert werden, ist daher von großer Bedeutung, vor allem da sich bei solchen Anlässen – zumindest im dörflichen und kleinstädtischen Milieu – viele Menschen in der Kirche einfinden, die sonst nicht kommen.
Seit Beginn des neuen Kirchenjahres ist nun in der katholischen Kirche ein neues liturgisches Buch (Rituale) für die kirchliche Bestattung in Kraft getreten. Positiv fällt auf, daß der Begriff der Seele wieder auftaucht, der im Vorgänger-Buch fehlte, was der irrtümlichen Auffassung einer Auferstehung im Tode Vorschub leistete. Nach christlichem Glauben muß aber die vom Leib getrennte Seele bis zum jüngsten Tag warten, um mit dem Auferstehungsleib wieder vereinigt zu werden.
Grundsätzlich trägt das Buch der Tatsache Rechnung, daß es heute unterschiedliche Formen von Beerdigungen gibt. Es geht auf viele Spezialfälle ein, erfreulicherweise auch auf die Totgeburt, womit die christliche Auffassung unterstrichen wird, daß auch dem ungeborenen Kind personale Würde zukommt. Da die Zahl der Urnenbeisetzungen stark zunimmt und in städtischen Gebieten sogar die der Erdbestattungen übersteigt, ist auch hierfür ein eigenes Kapitel vorhanden.
Bestattung durch Laien befördert Verweltlichung der Kirche
Wer jedoch das Bestattungsrituale etwas genauer liest, dem fällt auf, daß fast durchgängig vom „Leiter der Feier“ die Rede ist. Zwischen den Zeilen wird damit auch der beauftragte Laie für einen Dienst legitimiert, der bisher dem geweihten Priester oder Diakon vorbehalten war. Die kirchliche Bestattung durch Laien verdunkelt aber nicht nur das kirchliche Amtsverständnis, sondern leistet in der Praxis auch einer Verweltlichung der Kirche Vorschub, die nach rein irdischen Maßstäben Menschen in unterschiedliche Klassen einteilt.
Man darf annehmen, daß bei angesehenen Personen des öffentlichen Lebens nach wie vor der Priester die Feier hält; für den Normalbürger scheint ein Laie zu genügen.
Wird hier die Beerdigung zweiter Klasse wieder eingeführt? Immerhin kommt doch allen Menschen die gleiche Würde zu. Vor dem Angesicht Gottes zählt allein der in Werken bezeugte Glaube, nicht aber die gesellschaftliche Stellung.
Widerspruch in sich
Völlig kurios mutet nun der Anhang an. Für Menschen, denen wegen Kirchenaustritt oder aus sonstigem Grund, eine kirchliche Bestattung verwehrt werden muß, wird ein Ritus angeboten, bei dem der Priester oder Diakon mitwirkt, aber sein Amt hierbei nicht ausüben darf. Also eine nichtliturgische Liturgie – ein Widerspruch in sich!
Während das ganze Buch im gesamten deutschen Sprachraum Gültigkeit hat, ist dieser Anhang nicht zugelassen für das Erzbistum Vaduz (Liechtenstein). Der konservative Erzbischof Wolfgang Haas konnte eine solche Praxis offensichtlich nicht verantworten und hat sich mutig gegen den Rest des deutschsprachigen Episkopats gestellt.
Kolumne des Priesters Georg Alois Oblinger in der "Jungen Freiheit" (31.01.2010)
Freitag, 22. Januar 2010
Ein Ort der Begegnung?
Mittwoch, 20. Januar 2010
Feuerhalle Simmering
Mittwoch, 26. August 2009
Beilegung
Aus einer Parte
Sonntag, 23. August 2009
Bestattung? Bitte billig!
Günstige Sammelgräber werden immer beliebter, Grabsteine im Internet bestellt, Trauerfeiern immer seltener.
Im Leben gibt es kaum etwas geschenkt. Und auch der Tod ist nicht gratis. Bestattung, Grabstelle, Trauerfeier - da können schnell 10 000 Euro zusammenkommen. Aber das kommt für viele Hinterbliebene nicht in Frage. Selbst beim Abschied von einem geliebten Menschen machen sie da offenbar keine Ausnahme. "Die Leute sparen am Tod", sagt Joachim Gersch, Friedhofsverwalter in Ahrensburg.
Er berichtet von einem Trend, der nicht erst seit der Wirtschaftskrise erkennbar sei, sondern schon seit fünf, sechs Jahren. "Viele haben das Geld einfach nicht. Die Frage 'Was kostet mich das?' ist gang und gäbe." Das bekomme die ganze Branche zu spüren. "Es werden zum Beispiel Preise von Bestattungsinstituten verglichen, und örtliche Steinmetze stehen im Wettbewerb mit Anbietern aus dem Internet", sagt Gersch, "die Pietät auf diesem Sektor verändert sich."
Olaf Falke vom Ahrensburger Beerdigungsinstitut Falke bestätigt, dass bei der letzten Ruhe zunehmend aufs Geld geachtet wird: "Etwa die Hälfte der Kunden interessiert sich für günstige Bestattungsvarianten." Einen Grund dafür sieht Falke im Wegfall des Sterbegeldes. Früher übernahm die Krankenversicherung einen Teil der Bestattungskosten, umgerechnet 2000 Euro wurden gezahlt, seit 2004 müssen die Angehörigen alles selbst bezahlen.
Auf dem Ahrensburger Friedhof ist die günstigste Bestattungsform der Kieferngarten, ein Urnengemeinschaftsgrab ohne Namensnennungen. "Die Grabkosten betragen 290 Euro", sagt Joachim Gersch. Zum Vergleich: Ein Einzelgrab kostet etwa 810 Euro. "Hinzu kommen noch die Kosten für Grabpflege, Grabstein und Bepflanzung."
Den Kieferngarten gibt es seit November 2005. Die Standorte jeder Urne werden mit einem Ziergras gekennzeichnet. "Die Verstorbenen werden also namenlos, aber nicht ortlos bestattet." Das sei vor allem für die Hinterbliebenen wichtig. Gersch sagt: "Anders als bei anonymen Bestattungen, die wir bis 2005 hatten, können Angehörige bei der Beisetzung dabei sein und wissen genau, wo die sterblichen Überreste des Verstorbenen liegen. Sie haben einen Ort, an dem sie trauern, Blumen ablegen an den Verstorbenen denken können." Viele würden mit der seelischen Belastung nicht fertig, nicht zu wissen, wo der Verstorbene begraben liegt. "Dieser Anonymität wollten wir mit dem Kieferngarten entgegenwirken", sagt der Friedhofsverwalter. "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Verstorbene nicht mehr still und leise irgendwo auf der grünen Wiese zu beerdigen." Jemanden völlig anonym zu bestatten, müsse nicht sein - auch nicht aus Kostengründen. Und das Angebot sei sehr gefragt. "Bisher hat es dort 180 Urnenbeisetzungen gegeben. Von den durchschnittlich 330 Bestattungen im Jahr sind rund 25 Prozent im Kieferngarten", sagt Gersch. Zwei Drittel dieser Bestattungen seien ohne Trauerfeier. "Eine erschreckend hohe Zahl", meint er.
Auch Bestattungsunternehmer Olaf Falke vom Beerdigungsinstitut Falke sagt: "Ja, wir beobachten, dass immer häufiger keine Trauerfeiern gewünscht werden." Weil es den Hinterbliebenen zu teuer sei. Weil sie keine Trauerfeier wollten. Oder weil es keine Angehörigen oder Bekannten mehr gebe.
Der Ahrensburger Pastor Detlev Paschen nennt diese Menschen die "unbedacht Verstorbenen". Menschen, die ohne Verwandte oder Freunde beigesetzt werden. Die unbedacht Verstorbenen seien eines der seelsorglichen Themen, mit denen er sich dieses Jahr intensiver auseinandersetzen wolle. "Das ist ein Trend, der in letzter Zeit erheblich zunimmt", sagt Paschen. Ein Trend, dem er entgegenwirken will. "Bestattungsunternehmer melden sich bei mir, wenn sie einem Toten keine Angehörigen zuordnen können." Er begleite den Bestatter, wenn die Urne beigesetzt wird. "Weil es mir grundsätzlich wichtig ist, dass Verstorbene nicht unbedacht bleiben", sagt Paschen. Im Gottesdienst wird der Namen unter Gottes Wort und Gebet genannt, und die Gemeinde nimmt Anteil. Die Gründe dafür, dass Menschen versterben und kein Lebender davon Notiz nimmt oder nehmen will, seien vielfältig. "Auch ich kann nur Vermutungen anstellen, welche Faktoren eventuell dazu beitragen", sagt der Pastor. Die Familienverbunde seien beispielsweise kleiner geworden, und die soziale Bindung sei früher wesentlich höher gewesen. "Manchmal wollen sich die Angehörigen auch der Pflicht entziehen, die Bestattung zu übernehmen. Oder es sind keine Verwandten zu ermitteln." Andererseits hätten viele den Wunsch, nach dem Tod niemandem zur Last zu fallen. "Sie wollen anonym bestattet werden."
Joachim Gersch schätzt, dass in Deutschland ein Drittel der Toten anonym beigesetzt wird. Wenn sich die Eltern eine anonyme Bestattung wünschten, seien die Kinder jedoch häufig unglücklich damit. "Sie wollen den Willen der Verstorbenen respektieren, aber auch einen Ort zum Trauern auf dem Friedhof", sagt Pastor Paschen.
Der Kieferngarten kann beide Ansprüche er füllen. "Es kommt häufiger vor, dass mich eine Familie bittet, sie zur Beisetzung zu begleiten. "Ich halte an dem Urnengrab dann eine Ansprache, in der ich mit den Angehörigen in besonderer Weise den Dialog suche", sagt er. "Mein Ziel ist, die Lebensmelodie des Verstorbenen zum Klingen zu bringen." Mit Geld hat die seelsorgerliche Arbeit von Pastor Paschen nichts zu tun: "Einige denken jedoch, dass ein Pastor extra kostet, wenn er bei der Bestattung dabei ist."
Doch das ist - Gott sei Dank - nicht so. Wenigstens den Beistand der Kirche in den schweren Stunden des Abschieds von einem geliebten Menschen gibt es weiterhin gratis.
Franziska Behring: Jetzt sparen die Menschen sogar am Tod, Hamburger Abendblatt
Mittwoch, 19. August 2009
Donnerstag, 13. August 2009
Von Alten und Jungen, Lebenden und Toten
Bestatter klagt über zunehmend schlechtes Benehmen bei Beerdigungen
Für manche scheint es bei einer Beerdigung kein passenderes Thema als die Wettervorhersage zu geben, klagt ein Bestatter.
Ein Beispiel von vielen, denn stille Trauer scheint bei heutigen Beerdigungen und Trauerfeiern nicht mehr hoch im Kurs zu stehen. Da klingelt schon mal das Handy und eine Gruppe Trauernder wird durch kreuzende Fahrradfahrer unsanft zur Seite gedrängt.
Kurios ist die Beobachtung, dass fehlende Rücksicht auf Beerdigungen kein jugendliches Phänomen ist, sondern in erster Linie ältere Menschen damit auffallen.
Die ältere Generation benimmt sich zunehmend asozialer. Ihnen steht alles zu und es soll alles verziehen werden, sie wollen mit Respekt behandelt werden und das alles nur, weil sie ihr Leben lang gearbeitet haben und alt sind.
Kurios finde ich dabei viel mehr, das Senioren durch solche Negativbespiele nicht pauschal als ungezogen und asozial abgestempelt werden, während bei Jugendlichen schon ein einziger Vorfall ausreicht um die ganze Generation zu verurteilen.
..da ist jemand tot ,, alles was mit diesem Körper gut war, ist weg . Also Haut , Knochen ..???.alles muss entsorgt werden .
Das einzige was bleibt ist die Erinnerung an meist schöne Zeiten. das andere lässt man ja weg ,..., erledigt.
Aber nur weil da so´n paar Verwandte rumlaufen ,muss da keiner mit gesenktem Kopf in Demut vor dem Pfarrer rumlaufen,
.. der gefälligst seine Pflicht für das kassierte Geld zu tun hat, fall´s da noch irgendwo ein "Geist" rumschwebt,.!!
Der Geist meiner Oma schwebte bei uns ( 10 Enkel) auch noch in der Luft und wir haben an "Oma" gedacht und viel gelacht weil sie immer im Mittelpunkt als "die" Seele von allen Angehörigen zwischen Heidelberg, Darmstadt, Bremen(Nähe) und Hamburg, als Lehrersfrau, also wirklich der Mittelpunkt überhaupt war.
Die Frau hätte sich geschämt wenn da so´n Pfaffe statt lauter Lieder, ein Trauerlied verordnet hätte.
Also übertriebene, manipulierte (kirchliche ) Trauer ist eigentlich viel respektloser als ein natürliches ehrliches Wort ,
Weswegen ich bestimmt eine Grabrede von einem ehrlichen "Mitmenschen" ,.... einem bestellten "Dummgelaber" eines Pfaffen vorziehe .
Die Müllentsorgung meines toten Körpers würde ich gerne z:B. als mineralienreiche Asche im Garten verteilt wissen
( nützlich aber verboten )
Da hätte wenigstens etwas einen Sinn.. {[:-))-
Also ist eine Beerdigung keine Besonderheit sondern ein notwendiges Übel, welches jedem passieren muss.
Warum nicht das Leben,leben lassen ..???
Beerdigungen haben immer einen "Störfaktor" in der Gesellschaft ,
weswegen sie ja auch abseits stattfinden.
Aber sind sie neben der Entsorgung der "Reste", ...ausser für Kirchen wichtig..??? ... "meine Menschen" sind bei mir im Kopf und da kann ich sie verehren oder hassen je nach dem.
Mittwoch, 12. August 2009
Samstag, 13. Juni 2009
Sparen beim Begräbnis
Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS-Emnid, die der Bundesverband Deutscher Bestatter 2008 in Auftrag gegeben hatte, suchen immer mehr Kunden nach billigen Beisetzungsformen. Ein Drittel der Hinterbliebenen kann sich sogar vorstellen, den nächsten Angehörigen anonym zu beerdigen.
Die günstigen Bestattungsvarianten sind nicht nur das Ergebnis der Finanzkrise, sondern eine Folge des augenblicklichen Zeitgeistes. Das findet Claus-Dieter Wulf, Präsident des Bundesverbands Deutscher Bestatter. Er bedauert: "Bestattungskultur hat in unserer Gesellschaft nicht mehr den Stellenwert wie früher". Trotzdem: Unabhängig von dem Wandel zur Discountmentalität registriert auch Wulf, dass die Finanzkrise die Kundschaft beeinflusst. "Man investiert vorsichtiger, wenn die Zukunft des Arbeitsplatzes ungewiss ist." Diese Vorsicht schreibt sich ohne Umweg bei den Bestattern in die Bücher und drückt die Umsätze.
Weg von Prunk und Mahagoni
Geldnot, Finanzkrise, Geiz-ist-geil-Haltung - die sonst krisenfeste Branche - gestorben wird ja immer - stöhnt, wenn die Menschen für den letzen Abschied immer weniger ausgeben.
Jeder schaut jetzt kritischer auf die Bestattungskosten", sagt Ruth Garvens, die Vorsitzende des Bestatterverbandes Niedersachsen. Schuld an der Misere seien aber auch politische Entscheidungen und strukturelle Veränderungen. Vor allem durch den Wegfall des Sterbegelds sind die Umsätze gesunken. "Das zahlen die Krankenkassen seit 2004 nicht mehr - wer nicht privat vorgesorgt hat, muss seitdem in voller Höhe für die Bestattungskosten selbst aufkommen und tief in die Tasche greifen", erklärt Garvens.
Die Spannbreite reicht von 250 Euro für einen einfachen Kiefernsarg bis über 5000 Euro. Bekanntlich sind die Grenzen nach oben hin offen - so auch im Sarggeschäft. Ein einfaches Holzkreuz kostet 50 Euro, ein handgearbeiteter Grabstein samt Umrandung kann schnell mit 12.000 Euro und mehr zu Buche schlagen. Auch bei den Bestatterkosten sind die Unterschiede immens: Für einfache Beerdigungen ohne Schnickschnack reichen mancherorts 600 Euro. Wer mehr will, sollte 5000 bis 10.000 Euro liquide haben. Dazu addieren sich Friedhofs- und Bestattungsgebühren.
Wenn es ums Geld geht, geben sich die Pressesprecher der Bestatterverbände verschlossen. Zu konkreten Umsatzzahlen könne man nichts genaues sagen, heißt es überall. Die Sprecher verweisen dann auf die Statistiker. Weil das Statistische Bundesamt Umsatzzahlen aber erst dann einholt, wenn ein Betrieb mehr als zehn Beschäftigte hat, ergibt sich nur im Umkehrschluss, dass die Umsätze der Bestatter schrumpfen, wenn die Kundschaft immer weniger ausgeben kann. Die rund 4000 Bestattungsunternehmen in Deutschland sind meist Familien- und Kleinbetriebe.
Immerhin: Die Branche reagiert auf den Erlösrückgang und balanciert zwischen Pietät und Profit. "Die Kundschaft will weniger Prunk und Mahagoni und bevorzugt schlichte Beerdigungen", sagt Kerstin Gernig, Sprecherin des Bundesverbandes der Bestatter. Um den Umsatz wieder nach oben zu treiben setzen viele Institute deshalb verstärkt auf ein umfangreiches Serviceangebot.
Das bedeutet für die Angehörigen, dass sie unter Zeitdruck abwägen müssen, welche Leistungen sie wirklich wollen. Besonders Hartgesottene können den Leichnam selber waschen und so einen Posten auf der Abrechnung einsparen. Etwas günstiger - 10 Euro - wird die Bestattung auch, wenn der Verstorbene persönliche Kleidungsstücke trägt statt Sterbewäsche, oder Behördengänge nicht in die Hand der Pietät gegeben werden.
Beerdigung bald per Vorkasse?
Weil momentan viele Menschen aus den Jahrgängen 1920/1930 sterben, die seit der Halbierung des Sterbegeldes 1989 teilweise schon zu alt waren, um noch ausreichend privat vorzusorgen, bleiben viele Angehörige auf der Abrechnung sitzen. Doch wer offen über seine Geldklemme spricht, kann mit dem Anbieter verhandeln und eine Ratenzahlung vereinbaren. "Der Bestatter sieht es den Menschen nicht an, ob sie nach der Beerdigung die Rechnung auch bezahlen können", so Garvens. Weil viele Bestattungsinstitute sehr lange auf ihren Forderungen sitzen bleiben, wurde in der Branche schon über Vorkasse nachgedacht.
Trotz makaberem Beigeschmack: Die Firmen der Branche dürfen sich auf einen Aufschwung freuen, den sie den sogenannten Babyboomern zu verdanken haben. Dazu zählen in Deutschland etwa 21 Millionen Menschen, die zwischen den 1950er und 1960er Jahren geboren sind; sie stellen fast ein Viertel der Bevölkerung. Allein 1964 kamen 1.357.000 Kinder auf die Welt. Zwar ist die Sterberate dank längerer Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gesunken, doch die Demografie wird diesen Trend ab 2020 umkehren. Ökonomisch betrachtet ein Wachstumsmarkt.
ftd.de
Sonntag, 31. Mai 2009
Trends beim Trauern
"Es wird nicht mehr hinter verschlossenen Türen und Mauern gestorben", beschreibt Koch die Veränderungen. Zunehmend beschäftigten sich Menschen mit dem Sterben, Angebote reichen von der Begleitung in die Friedhofshalle bis dahin, von den zuhause gestorbenen Angehöringen noch einige Stunden zuhause Abschied zu nehmen. "Viele berichten, wie schön das war."
Und noch einen Trend gibt es: Trauerfeiern ohne geistlichen Beistand. Dies werde sehr bewusst gewünscht, hat Koch beobachtet, die dann die Trauerreden - seit der Übernahme des Bestattungsinstituts Merkt vor einem Jahr schon 30 an der Zahl - übernimmt. Gründe lägen oft in Enttäuschung, etwa, wenn einst die Kirche einen anderskonfessionellen Partner nicht anerkannt habe. "Das tragen die Leute oft ihr ganzes Leben mit sich herum." Das Sterben "ins Leben zurück zu holen", ist unermüdliches Anliegen Kochs. Sie bietet dazu nicht nur ehrenamtlich Trauerbegleitung an, sondern hat jüngst auch einen ganzen Besuchstag zum Thema "Was passiert, wenn ich gestorben bin?" organisiert. Knapp 30 Interessierte trafen sich, um hinter die Kulissen dieses Ablaufes zu blicken. Jeder habe eine andere Vorstellung darüber, wie er sich sein Begräbnis vorstellt.
Wie sich die Gewohnheiten um die Bestattung in den letzten Jahrzehnten geändert haben, erläutert Hans-Jürgen Jäger, der Tuttlinger Friedhofsverwalter: "Das Verhältnis von Erdbestattungen und Feuerbestattung mit Bestattung einer Asche-Urne ist fast 30 Prozent zu 70 Prozent." Bei der Feuerbestattung braucht es neben einem Sarg auch eine Urne. Auf dem Spaichinger Friedhof sind nur Bio-Urnen erlaubt. Sie verwesen mit. Entweder kommt die Urne in die Urnenwand ins Kolumbarium oder sie wird in einem Erdgrab bestattet. "Kostengünstiger ist das Grab", sagt Hans-Jürgen Jäger. Aber dieses müsse gepflegt werden. Die Friedhofsverwaltung begutachte die Gräber regelmäßig und schreibe die Besitzer bei mangelnder Pflege auch an. "Ein Grab zu pflegen hilft über den Verlust eines Angehörigen hinweg", betont Ursula Koch. "Der Friedhof ist ein Ort für Lebende", kommentiert Hans-Jürgen Jäger.
Trauernde sind sehr sensibel
Es käme schon vor, dass sich die Trauernden an der Urnenwand nicht darüber einig werden könnten, wer nun eine Schale aufstellen könne. Trauernde seien so sensibel und interpretierten das "Wegschieben" der Blumen aus der Nähe ihres angehörigen als persönlichen Angriff. Der oft geäußerte Wunsch, den Hinterbliebenen keine Arbeit zu machen, hätte zum Angebot der Wiesengräber geführt. Der traditionelle Ablauf der Beerdigung mit Aussegnung, Verabschiedung und Sargniederlegung wird bei der Feuerbestattung unterbrochen. Ursula Koch bezeichnet dieses fehlende Teilstück als einen Filmriss. Nur im Ausnahmefall seien Angehörige dabei im Krematorium. (…)
Bestatterin Ursula Koch berichtet von Trends beim Trauern, Schwäbische Zeitung, 30. Mai 2009
Samstag, 30. Mai 2009
Es leben die Friedhofsgärtner!
„Friedhofsgärtner können mehr – wir wissen das und bald werden auch unsere potentiellen Kunden an dieser Botschaft nicht mehr vorbeikommen“, so erfolgssicher kommentiert Lüder Nobbmann, Vorsitzender des Bundes deutscher Friedhofsgärtner, den eindeutigen Vertrauensbeweis der Verbandsmitglieder. Diese Image-Kampagne komme zum richtigen Zeitpunkt, so Nobbmann: „Ich freue mich, dass die Friedhofsgärtner Deutschlands mehrheitlich erkannt haben, dass diese innovative Imagekampagne heute wichtiger denn je ist, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden!“
Für Agenturinhaber André Schwind war die Konzeption der Kampagne eine echte Herausforderung: „Kaum ein anderes Thema ist in unserer Gesellschaft mit einem solchen Tabu belegt wie der Tod. Die Kampagne will vor diesem Hintergrund deshalb ganz bewusst polarisieren und darauf aufbauend Aufmerksamkeit generieren.“
Die Kampagne wird in einem umfassenden Media-Mix auf allen Ebenen bespielt: lokal, regional und bundesweit. Auf der Lokalebene wird es Anzeigen in Tageszeitungen und Anzeigenblättern sowie die Außenwerbung auf Großflächen geben. Anzeigen erscheinen weiterhin deutschlandweit in großen Publikumszeitschriften. Im ZDF wird der TV-Spot zur Kampagne ausgestrahlt. Die Website www.es-lebe-der-friedhof.de dient dazu begleitend als Informationsportal für Interessenten, die die geeignete Friedhofsgärtnerei in ihrer Nähe und Ideen für die individuelle Grabpflege suchen. Die erste Kampagnenphase soll im Frühjahr 2010 beendet sein.
In Zeiten, da die anonyme Bestattung oder gar gleich die Naturbestattung in Friedwäldern u.dgl. immer populärer werden, bricht diesem Gewerbe natürlich die Kundschaft weg. Und auch auf Urnengräbern gibt es viel weniger zu bepflanzen...


