Freitag, 8. Februar 2008
Wo Magie noch etwas zählt
Der Sonntag könnte in Accra ein tödlicher Tag für Hühner und Schafe werden. Diese Tiere stehen bei den Voodoo-Priestern, die besonders beim Afrika-Cup Saison haben, besonders hoch im Kurs, wenn es darum geht, ein geeignetes Opfer für die Götter zu finden. Entweder werden sie dem Ritual zufolge in der Kabine geschlachtet oder lange vor Spielanpfiff im Rasen vergraben. Der Glaube an Voodoo und seinen magischen Zauber ist in Afrika weiterhin ein nicht zu unterschätzendes Element.
Die Beschwörung des Übernatürlichen und das Erwirken eines Wunders ist die Aufgabe der „Witch-Doctors“. Ihre Dienste sind für 2000 Dollar zu erwerben, und ziemlich jedes Team hatte beim 26. Afrika-Cup seinen eigenen Hexenmeister dabei. Gelingt es ihm nicht, die eigenen Spieler zu stärken, soll er zumindest die Gegner schwächen. Ob es mit Flüchen, Räucherstäbchen und Hühnerblut tatsächlich gelingt?
„Voodoo-Priester gibt es so, wie es bei jedem Klub in Europa einen Masseur gibt“, erklärt Anthony Baffoe, Ghanas ehemaliger Team-Star und heutiger Mitorganisator des Afrika-Cups. Baffoe weiß, wovon er spricht. Schließlich hatte er den entscheidenden Elfmeter im Finale von 1992 verschossen. Warum?
Beim Turnier 2002 wurde Kameruns Torwart-Legende Thomas Nkono vor dem Halbfinale gegen Mali verhaftet. Es wurde behauptet, er habe ein Elixier auf dem Rasen verschüttet. Seit damals dürfen laut Verbands-Regulativ Hexenmeister offiziell nicht mehr zu den Mannschaften gehören. Dennoch dürfte am Sonntag in so mancher Hexenküche vermutlich ein ganz großer Kessel brodeln.
Aus der Vorbericht der Presse zum Endspiel des Afrika-Cups am Sonntag in Accra
Befremdlich
Neulich bei einer Beerdigung: Die Enkelin der Verstorbenen trug zum schwarzen Mantel ein Halstuch mit einem Totenkopfmotiv und den bekannten gekreuzten Knochen.Piraten sind Mode, das Tuch war schwarz - sie hatte sich offenbar nichts dabei gedacht, und es schien auch niemanden zu stören.
Ich war befremdet. Als ich gelegentlich meinen Schülern dies Erlebnis erzählte, waren sie erstaunt - über mein Befremden...
Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Die Lehre, also das tiefer gehende Studium der Heiligen Schrift, sei vergleichbar mit dem Essen von Schwarzbrot. „Ich liebe Predigten, die witzig sind und gute Geschichten erzählen, aber unsere Predigten brauchen auch Tiefgang und müssen den Glauben unserer Gemeinden formen können“, sagte Herbst, der auch Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung in Greifswald ist. Es gehe nicht nur darum zu wissen, dass Jesus einen liebt, sondern „wir müssen tiefer eindringen in die Wahrheit des Evangeliums“, so Herbst. Dies betreffe Fragen wie „Was ist die Rechtfertigung aus Glauben? Was bedeutet es, dass die Wiederkunft des Herrn auf sich warten lässt? Und was ist gemeint, wenn wir bekennen, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist?“ Für diese Fragen reichten ein „Gospeltainment“ und die Kurz-Bibellese in der täglichen Losung nicht aus. [jesus.de 08.02.2008]
Sehr wahr, aber wie glücklich könnten wir sein, wenn auch nur eine erhebliche Minderheit unserer Gemeindeglieder die Losungen lesen oder überhaupt kennen würde... Faktisch ist die Bibel selbst in der Kerngemeinde inzwischen ein fast ganz unbekanntes Buch.
Schatten, fast verblasst

Die Weltreihen
Was ist unser tuhn auff Erden?
An die Welt geboren werden:
Sprach- und ganglos in der wiegen
Sonder eigne hülffe liegen:
Kriechen / lauffen / stehen/ sizen /
Hungern/ dürsten / frieren / schwizen:
Eitle müh und arbeit tragen:
Sich mit vielen sorgen plagen:
Stets in todsgefahren schweben:
Und zu letst den geist aufgeben:
Wiedrum staub' und asche werden /
Das ist unser thun auff Erden.
Johann Grob (1643-1697)




