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Freitag, 13. Mai 2011

Oh weh, zwei Monate...

Zwei Monate kein  Eintrag im Blog. Das sagt alles über meine gegenwärtige Arbeitsbelastung. Möge es besser werden. Ich gelobe Besserung. Aber es ist nicht immer einfach, nein zu sagen. Das fiel mir noch nie leicht.
Im nächsten Jahr immerhin drei Schulstunden weniger. Und es kommt für ein Jahr eine Pfarramtskandidatin, das wird doch hoffentlich eine gewisse Entlastung bringen.

Dienstag, 31. August 2010

Morgen vor drei Jahren jährt sich mein Dienstantritt in Wien zum dritten Mal. Zeit, dieses Blog zu schließen und eine Fortsetzung zu eröffnen. Hier geht es dann weiter: http://neue-wiener-notizen.blogspot.com.

Vergebliches Bemühen

Ich versuche mich zu erinnern, gehe meinen Tag durch: Da war doch irgendwo ein Splitter eines eigenen Gedankens. Aber er will mir einfach nicht mehr einfallen.

Donnerstag, 19. August 2010

Ein Stück Erinnerung: Marlene Dietrich - Sag mir, wo die Blumen sind



Kommentar eines Users auf youtube: "that smokey velveted voice , so Sexy, who said the German language is not hot..."


Diese wunderbare Aufnahme ist eine der großen und schönen Erinnerungen an meine Jugendtage, als wir noch an die Veränderlichkeit der Welt glaubten.

Montag, 16. August 2010

Gedanken über die Berufswahl

"Begleiten wir die 'Orion' und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit!"


So sprach die Off-Stimme am Anfang jeder der Folgen der deutschen Kultserie "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes ORION". Diese siebenteilige Serie war eines der prägenden Erlebnisse meiner Kindheit. 


Manchmal denke ich, dass ich meinen Beruf nicht zuletzt wegen dieser Formulierung gewählt habe. Denn ist nicht das Dasein eines Pfarrers auch so etwas wie "Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit"?

Dienstag, 13. Juli 2010

Im memoriam (1): Meine Omi Irmgard Sies, geb. Lemme (1910 - 1993)

Heute wäre sie 100 Jahre alt geworden, meine liebe Omi Irmgard, die Mutter meiner Mutter. Dass sie zugleich auch meine Patentante war, begriff ich erst im Zusammenhang mit meiner Konfirmation. Die wichtigsten Zeiten meiner Kindheit verbrachte ich bei ihr und ihrem Mann Willy in Peine bei Hannover. Für meine Erziehung waren die Großeltern wahrscheinlich wenigstens ebenso wichtig wie meine Eltern.
Meine beiden Großelternpaare waren innerprotestantisch gemischtkonfessionell. Omi Irmgard, die von sich immer sagte, sie sei lútherisch (auf der ersten Selbe betont), nicht luthērisch (was für sie offenbar ein streng konfessonsgebundenes Luthertum etwa im Sinne der "Altlutheraner" meinte), heiratete eine Reformierten vom Niederrhein, - und das ging ganz gut. Sie selbst ging selten zur Kirche, ihr Mann sehr viel öfter. Und er bewahrte sich bis zu einem Tode seine konfessionelle Identität und las die Reformierte Kirchenzeitung.
Omi Lebensmotto war ein vulgariserter Kant: "Du kannst, denn du sollst." Für mich selbst habe ich das später umgedreht: "Du sollst, denn du kannst." (Will sagen: Nütze deine Gaben.)
Die enge Verbundenheit blieb zeitlebens bestehen. 1993 ist sie gestorben.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Berufskrankheit eines Pfarrers

Dieses habituelle Grauen beim Klingeln des Weckers: Das schlechte Gewissen fährt auf mich ein wie ein Kugelblitz: Was habe ich alles vergessen und versäumt?

Sonntag, 6. Juni 2010

Heil aus Hannover?

Wenn ich gefragt werde, woher ich stamme, gerate ich in Verlegenheit: "Geboren in Essen, dann mit 10 Jahren nach Stuttgart verpflanzt, dort Gymnasium und Zivildienst, dann Studium in Marburg und Göttingen, schließlich verschiedene Orte in Nord-, Mittel- und Südosthessen." - "Aber Ihre Sprache, woher kommt die?" - "Meine Mutter stammt aus der Nähe von Hannover, und da soll man das beste Deutsch sprechen."
Diese Auskunft gebe ich regelmäßig. Hannover gilt in Deutschland als Inbegriff der Provinz, trotz Hannovermesse und EXPO 2000. In diesen Tagen ergibt sich eine neue Perspektive: Nachdem die Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest gewonnen hat, soll nun auch noch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff das höchste deutsche Staatsamt übernehmen. Da spreche ich doch über die Herkunft meiner Mutter gleich mit mehr Gewicht. Und vielleicht sagt meinen österreichischen Gesprächspartnern der Name "Hannover" in Zukunft mehr.
Ach ja: Die zurückgetretene EKD-Ratsvorsitzende Margot Kässmann war Bischöfin der hannoverschen Landeskirche. Und ihre verhängnisvolle Trunkenheitsfahrt ereignete sich in der Stadt Hannover. Von dort ging heuer wirklich schon viel aus, was Schlagzeilen machte.
Der Name dieser Stadt wird in Österreich übrigens fast wie in England ausgesprochen, mit einem sehr sanften "v" wie in in "Hoover". Dann klingt es auch gleich viel geheimnis- und verheißungsvoller als bei der in Deutschland üblichen Aussprache, die das "v" fast wie ein "f" artikuliert.

Freitag, 4. Juni 2010

Botschaft von tief unten

"Der fiel fast in Ohnmacht", wollte ich sagen. Heraus kam: "Der fiel fast in Urlaub." Da sprach wohl die Seele.

Samstag, 22. Mai 2010

Sonne?

Gestern schien für kurze Zeit die Sonne. Ich sah es aus dem Fenster - und hielt es für Blendwerk des Teufels.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Was soll mir das sagen?

Diese Metallpostkarte (auch als Schild zu verwenden) schenkte mir kürzlich ein lieber Freund aus der Gemeinde. Was soll mir das sagen?

Dienstag, 4. Mai 2010

Wunderbar!

Neulich wusste meine Freundin für einen Moment nicht mehr, welchen Beruf ich habe. Welche Beruhigung!

Montag, 26. April 2010

Amtsführung

Seit 1. März bin ich amtsführender Pfarrer der Gemeinde. Das bedeutet zwar keinen finanziellen Unterschied, wohl aber einen an Arbeit, Ärger und Verantwortung. Darum werde ich wohl in Zukunft nur noch seltener dazu kommen, hier etwas zu veröffentlichen.

Montag, 22. Februar 2010

Das Choralorakel

Seit meiner Kindheit singe ich Kirchenlieder, beim Spazierengehen und beim Abwasch, unter der Dusche und im Auto. Das kommt wie von selbst, ich brauche mir keine Gedanken darüber zu machen. Wenn ich wissen will, wie es mir geht, muss ich mich nur darauf konzentrieren, welches Lied ich eben vor mich hin summe: "Herz und Herz vereint zusammen"? "Erleuchte mich, o ewigs Licht"? Oder doch "Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens hier auf Erden bin"?

Montag, 8. Februar 2010

Semesterferien

Eine menschenfreundliche Einrichtung sind die österreichischen einwöchigen Schulferien nach Ende des ersten Halbjahres, "Semesterferien" genannt, wie ja auch die Schulhalbjahre hierzulande "Semester" heißen (und die Lehrer an höheren Schulen schon "Professoren" genannt werden). Natürlich ist das für alle Wintersportbegeisterten eine Gelegenheit, ihrem Hobby nachzugehen. Die Autobahnen sind entsprechend voll. Aber man kann ja auch wegfahren, ohne sich auf Skier zu stellen oder dergleichen.
Ältere Leute sprechen auch noch von den "Energieferien". Dabei war wohl in erster Linie an Energieeinsparung gedacht - so hat man ja auch die Einführung der Sommerzeit einmal begründet, ohne dass nennenswerte Einsparungen die Folge gewesen wären. Man kann das Wort aber auch anders deuten: Ferien, um neue Energie zu sammeln für die Zeit bis zu den Osterferien, bis zum Frühjahr. Und im heurigen Winter braucht man die wirklich.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Zu mir

Ja, ich weiß, mein Blog leidet zur Zeit an einer gewissen Auszehrung. Das liegt zum einen an meinem "Beziehungsstatus", zum anderen am sich weiter entwickelnden Gemeindeleben.
Nun hat sich mein lieber Kollege entschlossen, doch bei uns zu bleiben. Aber er hat darum angesucht, mir die Amtsführung zu übertragen. So wird die Arbeit sicher zunehmen. Aber das schreckt mich bekanntlich nicht. Und über die Entscheidung des Kollegen bin ich sehr froh. Wäre er wirklich in eine andere Gemeinde gegangen, wäre ich sicher eine längere Zeit alleine für die Gemeinde Währing zuständig gewesen. Erfreulicherweise werden wir aber in nächster Zeit einen weiteren Lektor in sein Amt einführen, so dass die Gemeinde dann vier Lektoren hat. Das ist eine große Entlastung.
Seit langer Zeit habe ich zum ersten Mal ein gutes Gefühl der Entsprechung von Anforderungen und eigenen Möglichkeiten, fühle mich weder unter- noch überfordert. Kurzum: Es geht mir gut.

Sonntag, 10. Januar 2010

Aus dem Wiener Winter

Ein neues Jahr - auch schon wieder zehn Tage alt. Die Zeit vergeht immer schneller mit den Jahren. Vielleicht liegt das einfach am zunehmenden Alter.
Beruflich viel Tod: Einsegnungen fast alle Tage. Die kalte Jahreszeit fordert ihren Tribut, so scheint es. Der angekündigte große Schnee ist einfach ausgeblieben, ist woanders gefallen. Aber die Wolken drohen weiter Schneefall an. Und nicht nur ich habe so etwas wie "Schneepressionen".

Montag, 30. November 2009

Alles in Ordnung?

Montag soll und darf mein freier Tag sein. Manchmal kommt es auch annähernd dazu. Heute war so ein glücklicher Tag. Abends im Konzert mit einigen Kolleginnen aus der Straßergasse. Prompt die Frage. "Was ist los? Alles in Ordnung?" - "Warum?" - "Du schaust so ernst..." Ach so, natürlich, ich bin ja privat und entspannt, habe mein dienstliches Gesicht zu Hause vergessen.

Freitag, 13. November 2009

Sonne

Nach Tagen unter der Hochnebelglocke schien heute ein paar Stunden die Sonne, gerade auch noch, als ich eine Einsegnung auf dem Neustifter Friedhof hatte. Eine Wohltat für das Leben der Seele.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Herbstzeit


In ein altes Stammbuch

Immer wiederkehrst du, Melancholie,
O Sanftmut der einsamen Seele.
Zu Ende glüht ein goldener Tag.

Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der Geduldige
Tönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn.
Siehe! es dämmert schon.

Wiederkehrt die Nacht und klagt ein Sterbliches,
Und es leidet ein anderes mit.

Schauernd unter herbstlichen Sternen
Neigt sich jährlich tiefer das Haupt.


Georg Trakl

Der gute alte Georg Trakl. Ich schätzte ihn schon als Jugendlicher sehr.