Freitag, 4. Juli 2008

Selbst die Toten brauchen Luft - zum Verwesen

Auf jedem vierten Friedhof: "Wachsleichen" verwesen einfach nicht

Rund 25 bis 40 Prozent aller Friedhöfe haben ein "Wachsleichen"-Problem. In Ostrhauderfehn sind sogar 80 Prozent aller Toten betroffen. Jetzt sollen belüftete Grabhüllen helfen.
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Ostrhauderfehn - "Von der Erde bist Du genommen, und zur Erde kehrst Du zurück", sagt die Bibel. Rein praktisch gesehen gibt es damit auf dem kirchlichen Friedhof im ostfriesischen Ostrhauderfehn Probleme. Der Gottesacker im Ortsteil Untenende ist viel zu nass und lässt keinen Sauerstoff an die Särge. Daher können die Toten nicht verwesen. Sie werden zu sogenannten Wachsleichen und überstehen die Jahrzehnte vollständig konserviert. Experten meinen, dass es Wachsleichen auf mindestens jedem vierten deutschen Friedhof gibt. In Untenende betrifft es aber vermutlich 80 Prozent der Toten. Belüftete Grabhüllen sollen jetzt Abhilfe schaffen.

"Nicht als Friedhof geeignet"

Ein Sprecher des Landkreises Leer, wo die Gemeinde um Hilfe gebeten hatte, fasste das Ergebnis von Untersuchungen zusammen: "Wir mussten feststellen, dass der Friedhof nicht mehr als Friedhof geeignet ist." Für viele Einwohner in dem beschaulichen Ort war das ein Schock - ihre Ahnen ruhen seit 1834 in Untenende.

"Staunässe, Haftnässe und Grundwasser" versiegelten die Särge luftdicht. Teilweise stünden die Gräber komplett unter Wasser, fand Michael Carl Albrecht, Sachverständiger für Friedhofsbodenkunde aus Hannover, heraus. In diesem Dauerbad ohne Sauerstoff wandele sich das Körperfett zu einer beständigen Schutzschicht um. Albrecht begutachtete das Gräberfeld und öffnete drei abgelaufene Gräber, die 30, 31 und 48 Jahre alt waren. In allen Fällen fand er Wachsleichen. "Ich schätze das Risiko in Untenende auf 80 Prozent", berichtet er. Unter dem für Ostfriesland typischen Torfboden finde sich eine "verhärtete Schicht", die das Wasser nicht ablaufen lasse. Schon vor mehr als 150 Jahren sei das Problem erkannt und der Friedhof deshalb mit feinem Sand präpariert worden. Der verstärkte das Problem noch. "Das wirkt heute wie ein Schwamm", sagt Albrecht.

"Ein heißes Eisen"

Bodenkundler Heiner Fleige von der Universität Kiel bestätigte, dass das Problem bei "25 bis 40 Prozent" aller deutschen Friedhöfe besteht. Das habe eine groß angelegte Umfrage seines Instituts gezeigt, aus der auch hervorging, dass das Thema oft verleugnet wird. "Das ist ein heißes Eisen."

In Untenende sollen jetzt Plastikmäntel für die Särge das Wasser fernhalten. Über eine Art Schnorchel soll Luft herangeführt werden. Neue Grabflächen sind vorerst nicht denkbar, aber Verwandte ersten Grades können zusammen mit den längst gestorbenen Angehörigen in bestehenden Gräbern beigesetzt werden. Allerdings werden die Grabhüllen die Beerdigung teurer machen, um mehrere hundert Euro, wie Gutachter Albrecht vermutet. Urnenbestattungen bleiben möglich, haben in Ostfriesland aber keine Tradition, wie Pastor Jens Pröve erklärt.

Tagesspiegel 4. Juli 2008


Man sollte vielleicht den Einlass des Belüftungs-"Schnorchels" gut sichtbar machen. Dann könnten die Angehörigen pusten, damit ihre Toten besser verwesen. Oder Luftpumpen ansetzen.

Am späten Abend im Wohnzimmer

9,5 Jahre unbedingte Haft für Elsner, 2,5 teilweise bedingt für Flöttl

Helmut Elsner ist der Untreue und Bilanzfälschung für schuldig befunden: 9,5 Jahre Haft. Wolfgang Flöttl bekommt 2,5 Jahre Haft, davon 20 Monate bedingt.

Im Bawag-Strafprozess sind heute Freitag alle neun Angeklagten schuldig gesprochen worden. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Claudia Bandion-Ortner hat den ehemaligen Bawag-Chef Helmut Elsner, den Spekulanten Wolfgang Flöttl und sieben weitere Angeklagte verurteilt.

Der Hauptangeklagte Ex-Bank-Generaldirektor Helmut Elsner wird wegen Untreue und Betrug sowie Bilanzfälschung zu 9,5 Jahren Haft verurteilt: Er habe den Aufsichtsrat der Bank getäuscht und Kredite an Wolfgang Flöttl vergeben, bei denen die Bank sich an ihrem eigenen Risiko besichert habe. Er muss die vollen 9 1/2 Jahre im Gefängnis verbringen, die volle Haftstrafe ist unbedingt. Sein Verteidiger hatte im Schlussplädoyer noch gebeten, Elsners verbleibende Lebenszeit beim Urteil zu berücksichtigen.

(...)

Gegen die Entscheidung erster Instanz können die Angeklagten und der Staatsanwalt Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde einlegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Schadenssumme 1,4 Milliarden

Vor Gericht mussten sich Elsner, weitere Ex-Bawag-Vorstände, der Aufsichtsratspräsident der Bank und der Investmentbanker Wolfgang Flöttl wegen des Verdachtes der Untreue, des schweren Betruges und der Bilanzfälschung verantworten. Unter Elsners Führung waren in den 90er Jahren hochspekulative Geschäfte über karibische Firmen getätigt worden, die letztlich in einen Verlust von rund 1,4 Milliarden Euro mündeten und die ehemalige Gewerkschaftsbank an den Rand des Ruins brachten.

Die Presse, 04.07.2008, 10:20 Uhr

Würde in Deutschland auch ein so hartes Urteil gefällt? Die österreichische Justiz ist ein ganz eigenes und sehr spannendes Thema.

In der Bim

Frauen

Das Internet ist voll von Singlebörsen. Häufig ist da eine Pflichtanforderung, sich mit einem kurzen Satz (einem "Motto") zu charakterisieren. Hier eine Auswahl von dem, was Frauen so über sich und ihre Lebenseinstellung preisgeben.
  • Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst da eh nicht lebend raus.
  • "Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden."
  • Eine, die einem zusagt, ist noch lange keine, die einem zusagt!
  • Wenn du im Sarg liegst, hat man dich zum letzten Mal reingelegt!
  • Wenn dir jemand Steine in den Weg legt, bau damit was Schönes.
  • Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.
  • Es glänzt, es ist sinnlos – ich will es!
  • Geht ein Traum in Flammen auf, such dir einen neuen aus.
  • Lächeln ist die charmanteste Art, seinem Gegenüber die Zähne zu zeigen.
  • Und jagt ein Mensch der Liebe nach, wird er sie nie erreichen!
  • Lieber eine Frau als gar kein Ärger!
  • „Der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben.“
  • Woher soll ich wissen, was ich meine, bevor ich höre, was ich sage?
  • Träume sind das einzig Wahrhafte im Leben!

Frauen sind für Männer wirklich nicht leicht zu verstehen.


Martinstraße

Liebe

PAMINA:
Bei Männern, welche Liebe fühlen,
Fehlt auch ein gutes Herze nicht.

PAPAGENO:
Die süßen Triebe mitzufühlen,
Ist dann der Weiber erste Pflicht.

BEIDE:
Wir wollen uns der Liebe freun,
Wir leben durch die Lieb allein.

Mozart, Zauberflöte I/7

U-Bahn Alser Straße


Mails

Arme urlaubende Menschheit: Früher war es der Stau am Rückweg, der das Vergnügen zunichte machte, heute ist es die Erwartung einer überfüllten Mailbox am ersten Arbeitstag

Natürlich hat jede und jeder seine Mittelchen (oder wenn ich mich im Kollegen- und Freundeskreis umhöre: ist so gut wie hilflos), um mit E-Mail-Overload umzugehen. Aber die naheliegendste Abhilfe gegen den Mailschock am ersten Posturlaubsarbeitstag scheint kaum jemand zu praktizieren, darum diese Empfehlung: einfach alles wegschmeißen. Was wichtig ist (und wer wichtig ist), meldet sich ohnedies nochmals. Denn das ist umgekehrt das Schöne an überfüllten Mailboxen: Wer per Mail keine Antwort erhält, vermutet selten böse Absicht, sondern nimmt an, im Heuhaufen einfach untergegangen zu sein und schickt seine Mail nochmals oder greift möglich gar altmodisch zum Telefon.

Aus einem Standard-Artikel (
Helmut Spudich: E-mail macht Urlaub, DER STANDARD Printausgabe vom 3.7.2008)

Ein Anmachversuch

Diese Beiden diskutieren eben über die Länge seines Schwanzes. Ich hab es selbst gehört.