Helmut Elsner ist der Untreue und Bilanzfälschung für schuldig befunden: 9,5 Jahre Haft. Wolfgang Flöttl bekommt 2,5 Jahre Haft, davon 20 Monate bedingt.
Im Bawag-Strafprozess sind heute Freitag alle neun Angeklagten schuldig gesprochen worden. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Claudia Bandion-Ortner hat den ehemaligen Bawag-Chef Helmut Elsner, den Spekulanten Wolfgang Flöttl und sieben weitere Angeklagte verurteilt.
Der Hauptangeklagte Ex-Bank-Generaldirektor Helmut Elsner wird wegen Untreue und Betrug sowie Bilanzfälschung zu 9,5 Jahren Haft verurteilt: Er habe den Aufsichtsrat der Bank getäuscht und Kredite an Wolfgang Flöttl vergeben, bei denen die Bank sich an ihrem eigenen Risiko besichert habe. Er muss die vollen 9 1/2 Jahre im Gefängnis verbringen, die volle Haftstrafe ist unbedingt. Sein Verteidiger hatte im Schlussplädoyer noch gebeten, Elsners verbleibende Lebenszeit beim Urteil zu berücksichtigen.
(...)
Gegen die Entscheidung erster Instanz können die Angeklagten und der Staatsanwalt Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde einlegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Schadenssumme 1,4 Milliarden
Vor Gericht mussten sich Elsner, weitere Ex-Bawag-Vorstände, der Aufsichtsratspräsident der Bank und der Investmentbanker Wolfgang Flöttl wegen des Verdachtes der Untreue, des schweren Betruges und der Bilanzfälschung verantworten. Unter Elsners Führung waren in den 90er Jahren hochspekulative Geschäfte über karibische Firmen getätigt worden, die letztlich in einen Verlust von rund 1,4 Milliarden Euro mündeten und die ehemalige Gewerkschaftsbank an den Rand des Ruins brachten.
Die Presse, 04.07.2008, 10:20 Uhr
Würde in Deutschland auch ein so hartes Urteil gefällt? Die österreichische Justiz ist ein ganz eigenes und sehr spannendes Thema.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen