Dienstag, 15. Januar 2008

Das depressive Tier

"Das Paradox des Menschen ist, dass seine Intelligenz, der schönste Erfolg seines Lebens, ihn dem Leben auch entfremdet. Die Intelligenz ist ihrem Wesen nach depressiv, weil sie sich die Risiken vergegenwärtigt, den Tod... Der Mensch ist daher ein depressives Tier. Nicht zufällig ist die Depression, ebenso wie die freudsche Neurose, die Krankheit des Jahrhunderts. Zum Leben zurückzukehren heißt gleichermaßen, dessen Zwängen und Ungewissheiten, aber auch seinen Neuerungen, seiner Kreativität und seinen Freuden zu wiederzubegegnen. Gerade diese Polarität unseres Lebens und Denkens ist aktuell. Man findet sie bei Freud wieder. Freud ermöglicht uns, die inneren Konflikte zu verstehen, Bergson dagegen hilft uns, uns selbst wiederzuerlangen."

Frederic Worms in Le Point (10.01.2008)

Blauer Winterabend im Lutherhof


Weltanschauungskampf - Der Pantheismus droht

"Eine Handreichung zum Thema Friedwälder und Ruheforste im Bistum Würzburg hat Bischof Dr. Friedhelm Hofmann an alle Seelsorger im Bistum Würzburg herausgegeben. "Mit großer Sorgfalt beobachten wir die Bestrebungen, an unterschiedlichen Orten und mit unterschiedlichen Intentionen Urnenbegräbnisfelder in freier Natur, so genannte ‚Friedwälder’oder ‚Ruheforste’ innerhalb der Würzburger Diözesangrenzen entstehen zu lassen", schreibt der Bischof.

Ausdrücklich betont die Handreichung, die Diözese Würzburg könne keine kirchliche Bestattung in einem Friedwald erlauben, wo von den Betreibern die Rückkehr des menschlichen Lebens in den Kreislauf der Natur, pantheistische Vorstellungen oder das Verschwinden des Lebens in die Anonymität ideologisch verkündet werden. "Selbst bei ideologie- und weltanschauungsfreien Friedwäldern und Ruheforsten findet eine katholisch-kirchliche Segnung einer solchen Grünfläche nicht statt, weil auch hier nichtkirchliche Bestattungen nach pantheistischen Vorstellungen möglich und wahrscheinlich sind", betont Bischof Hofmann. Einzelne Gräber könnten aber gesegnet werden.

Es gelte allerdings, die Sorge vieler älterer Menschen ernst zu nehmen, die die spätere Grabpflege fürchteten, da die Angehörigen nicht vor Ort seien.
Auch gebe es Christen, die sich vor hohen Begräbniskosten scheuten. Damit ein kirchliches Begräbnis auf solchen Urnenfeldern möglich sei, müsse unter anderem eine dauerhafte Kennzeichnung der Grabstätte mit Namen und christlichem Symbol möglich und darüber hinaus sichergestellt sein, dass der Verstorbene keine pantheistischen Vorstellungen mit der Begräbnisfeier verbinden will."

www.christentv.de

Auf kommunalen und kirchlichen Friedhöfen fragt doch auch niemand danach, ob im Nachbargrab etwa ein Mensch mit pantheistischen Vorstellungen begraben liegt...

In der Martinstraße

Peinlichkeiten - dort wie hier

Fast 29 Jahre habe ich in Hessen gelebt und mich um die Landespolitik insgesamt wenig geschert, am ehesten noch hat mich die Hochschul-und die Schulpolitik interessiert, so weit ich davon selbst betroffen war. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch war mir immer schon nur peinlich. Angesichts seiner jüngsten Äußerungen im hessischen Landtagswahlkampf bin ich nur noch froh, nicht mehr in Hessen, nicht mehr in Deutschland zu leben. Andererseits ist Österreich auch kein Land, in dem wirklich Vernunft in der Politik regiert: Die Äußerungen der FPÖ-Politikerin Susanne Winter gegenüber dem Islam (im Grazer Lokalwahlkampf) sind natürlich nicht weniger peinlich als Kochs Idee einer Ausweitung des Jugendstrafrechts auf unter 14-Jährige. Man fragt sich wirklich, ob in Zeiten des Wahlkampfes der gesunde Menschenverstand tatsächlich ins Exil gehen muss.