In Großbritannien können Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Tieren für die Forschung geschaffen werden. Das Parlament in London beschloss dies am späten Montagabend - Kritiker sind schockiert.
Das Unterhaus in London stimmte am Montagabend mit 336 zu 176 Stimmen gegen einen Antrag, generell die Produktion von solchen Chimären zu verbieten. (...)Britische Forscher hoffen, mit den aus diesen Mischwesen gewonnenen Stammzellen Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson besser behandeln zu können. Nach Angaben der Universität Newcastle von Anfang April wurden bereits Embryonen aus menschlichem Erbgut, das aus Hautzellen gewonnen wurde, und Eizellen von Kühen geschaffen. Ein Argument der Forscher ist, dass tierische Eizellen im Gegensatz zu menschlichen unbegrenzt zur Verfügung stünden. Die Embryonen seien nach drei Tagen wieder zerstört worden, hieß es.
Die katholische Kirche nannte die Erzeugung solcher Embryonen "monströs". In dieser Weise dürfe nicht mit Leben herumgepfuscht werden. Ähnliche Experimente wie in Großbritannien wurden nach Auskunft der jeweiligen Wissenschaftler bereits 1998 in den USA und 2002 in Südkorea vorgenommen. 2003 veröffentlichten chinesische Forscher eine Arbeit über das Herstellen eines Embryonen aus Kaninchen-Eizellen und menschlichem Erbgut im Fachjournal "Cell Research".
FTD.de 19.05.2008, 21.40 UhrDer Mensch kennt seine Grenzen nicht, und Wissenschaft wird sich auch durch Verbote nicht abhalten lassen, immer wieder das zu versuchen, was doch möglich ist.
Babel ist überall, die Turmbaumeister warten in jedem Labor. Verantwortung ist ein leeres Wort - jedenfalls wenn ein Blick gefordert wäre, der über den Tellerrand der eigenen Karriere und Konkurrenzfähigkeit hinaus reichen müsste.

