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Sonntag, 29. August 2010

Zum Nachdenken

In Nord- und Mitteldeutschland ist "Einsegnung" ein anderer Ausdruck für die Konfirmation, in Österreich ein Synonym für die kirchliche Bestattung. Eine Beobachtung zum Nachdenken.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Immer weniger Weiße...

Die katholische Kirche hat zwar ihre Wurzeln in Europa, aber ihre Zukunft liegt eindeutig im Süden, in Südamerika und Afrika. Unter den christlichen Kirchen ist die römisch-katholische Kirche (zumindest zahlenmäßig) die Globalisierungsgewinnerin. 

Überdeutlich

Fresko an der Außenmauer von Schloss Parz in Oberösterreich. Die evangelischen Herren schauten vor einer deutlich antikatholischen Positionierung nicht zurück: Die Israeliten haben das Rote Meer durchschritten, in den Fluten versinken die ägyptischen Truppen, aber der Pharao ist hier der Papst, an der Tiara deutlich zu erkennen. Diese Fresken von Schloss Parz waren Jahrhunderte lang übertüncht und wurden erst vor wenigen Jahren wieder freigelegt.

Dienstag, 13. Juli 2010

Das wichtige Abendmahl


Gerster: Gab es ein Ergebnis, mit dem Sie absolut nicht gerechnet hatten?
Prof. Herbst: Wir hatten nicht damit gerechnet, dass in so unterschiedlichen Gegenden Deutschlands bei unterschiedlichen Menschen so viele ausgerechnet auf das Abendmahl zu sprechen kommen. Das ist ein echter Knaller! Wir hätten uns manches denken können. Dass Glaubenskurse wichtig sind oder andere evangelistische Formate, die man so kennt. Aber so viele Leute haben gesagt: „Es war für mich eine Art Durchbruchserfahrung, da mal wieder aus der Bank zu treten und nach vorne zu gehen. Es sagte jemand zu mir ‚Christi Leib für dich gegeben.’ und ich konnte innerlich ‚Ja und Amen.’ dazu sagen.“ Das ist wirklich erstaunlich.
Gerster: Theologisch eigentlich nicht, weil mit der Zusage des Glaubens der Glaube erst beginnen kann.
Prof. Herbst: Ja, aber es ist deshalb erstaunlich, weil das Abendmahl eine recht anspruchsvolle kirchliche Veranstaltung ist. Sie ist nicht niedrigschwellig, sie ist für manche sogar ästhetisch problematisch, nach dem Motto: Will ich mir da gleich die nächsten Bazillen holen und muss ich denn ausgerechnet mit dem neben mir aus einem Kelch trinken? Ich finde die Hürden sind ziemlich hoch, auch die Verstehenshürden. Ist das jetzt irgendetwas Mysteriöses oder ist das nur ein Stück Brot?
Ich hatte in der Gemeinde in Münster mal einen Küstervertreter, der mit all diesen Dingen nicht viel anfangen konnte. Wir hatten zur Einsetzung des Abendmahls eine große Oblate und er sagte dann immer: "Den großen Keks habe ich auch mit auf den Teller gelegt." Da habe ich immer gemerkt, wie esoterisch für manchen Außenstehenden unsere Glaubensvorstellungen sind – gerade was das Abendmahl betrifft. Deshalb war ich einfach sehr überrascht.
Quelle: erf.de

Gut evangelisch: Der Friedhof als Schlafhaus


Inschrift des Pastorenturmes auf dem Friedhof zu Steyr. Abguss in der Oberösterreichischen Landesausstellung "Renaissance und Reformation" in Schloss Parz.

Sonntag, 11. Juli 2010

Forscher Kardinal, ziemlich unverfroren

Welt am Sonntag: Ist es schon zu früh für eine Bilanz des von Benedikt ausgerufenen Priesterjahres? Ist die Rolle der Geistlichen gestärkt worden?

Meisner: Die Wichtigkeit des priesterlichen Dienstes ist für die Träger und für das Volk tiefer erkannt worden. Und eben auch: wie wichtig die Gabe des Zölibates ist. Denn darin liegt ja der Stachel für unsere Gesellschaft. Darum wundert es gar nicht, wie sehr sie dagegen anrennt. Bei einem Zölibatär muss man immer sagen: Entweder ist der verrückt, oder es gibt Gott. Eine andere Alternative gibt es nicht. Und wenn die Menschen feststellen, der ist nicht verrückt, dann muss es Gott geben. Überzeugend gelebt ist der Zölibat immer noch der schlagendste Gottesbeweis.

Welt am Sonntag: Braucht die katholische Kirche eine Reformation?

Meisner: Ja! Aber keine Revolution wie 1517. Doch eine Reformation, die braucht sie! Die Kirche versteht sich ja selbst als „ecclesia semper reformanda“, also als Kirche, die immer reformiert werden muss. Diese Umformung brauchen wir immer, als ständige Ausrichtung auf den Ursprung. Wenn Sie das Rheinwasser in Köln trinken, wird Ihnen schlecht. Sie müssen den Strom hinauf. An der Quelle, da schmeckt der Rhein. So auch bei der Kirche: zurück zur Quelle!


Aus einem Interview mit der Welt am Sonntag (veröffentlicht auf welt-online.de schon am 10. Juli 2010)

Um forsche Worte ist Kardinal Meisner nie verlegen. Das ur-evangelische Motto von der Kirche, die immer der Reformation bedarf, nimmt er kühn für die Kirche schlechthin, und das heißt in seiner Sicht doch wohl: für die römisch-katholische Kirche in Anspruch. Und das Problem der Tradition wird gar mit der Rheinverschmutzung (die ja vor allem auf Industrieabwässern beruht) verglichen. Um in diesem Bild zu bleiben: Am Rheinfall von Schaffhausen weiß man noch nichts vom Zölibat, den er unverfroren geradezu als den "schlagendsten Gottesbeweis" bezeichnet. Auch die Gottesbeweise sind ja bekanntlich eine Frucht der Tradition; die Bibel kennt und braucht keine Gottesbeweise.

Freitag, 9. Juli 2010

Das Verschwinden des Christentums

"Kommt man als Priester ins Klassenzimmer und sagt zu den siebenjährigen Kindern freundlich lächelnd 'Grüß Gott', kann man damit rechnen, daß – wie geschehen – der Gruß zurückkommt: 'Fick dich ins Knie, Du Arsch!'.


Die zur Rede gestellten Eltern verbünden sich dann mit der Klassenlehrerin, die den siebenjährigen Flegeln bescheinigt, die bravsten Kinder der Welt zu sein.


Der betreffende Bursche sei eben schon ein 'kleiner gestandener Mann'.


Folglich muß der Fehler bei Hochwürden liegen.


Dahinter steckt System – nämlich das seit 1968 einsetzende Großexperiment der Verdummung und Verrohung der Völker – nicht nur – des deutschen Sprachgebietes."

So beschreibt ein katholischer Religionslehrer seine Arbeit in Deutschland auf kreuz.net Weiterhin ist da zu lesen:

"Meine Aufgabe besteht darin, sogenannten Erstkommunion-Kindern, die sich im angeblichen Unterricht gegenseitig fast totschlagen und beschimpfen, 'Unterricht' zu erteilen, der nur zum allerkleinsten Teil Deckung durch praktizierende katholische Eltern erfährt.


Am Ende dieser Tragödie steht die sakramentale Zwangsbeglückung namens 'Erstkommunion'.


Manche der Achtjährigen weigern sich ausdrücklich, die Heilige Messe zu besuchen.


Fragt man sie, warum sie überhaupt die Erstkommunion wünschen, dann geht es ihnen um teure Rolex-Uhren (sic!) oder sonstige irdische Kostbarkeiten."

Schon vor zwanzig Jahren waren die Geschenke in meinen nordhessischen Gemeinden die wichtigste Motivation für die Konfirmation. Ich erinnere mich, wie mir ein Konfirmand vorrechnete, was er bei den zu erwartenden Geldgeschenken (er kalkulierte, wahrscheinlich ganz realistisch, mit einer vierstelligen Summe) für einen "Stundenlohn" pro Konfirmandenstunde habe.

"Wenn man aber nach der Heiligen Schrift oder nach einem Gebet- oder Gesangbuch fragt, bekommt man oftmals keine Antwort.


Solche Dinge besitzen in der Regel nicht einmal mehr die Eltern, die ihrerseits meist schon Opfer der liberalen antiautoritären Erziehung sind.


Die Kirche wird das in dieser Form nicht mehr lange praktizieren können."

Natürlich ein zugespitzter, drastischer Bericht, aber sehr ehrlich. Und es geht evangelischen Religionslehrern und -lehrerinnen in der Schule sowie Pfarrern und Pfarrerinnen im Konfirmandenunterricht kaum besser, in Deutschland wie in Österreich.

Beim Aufräumen wiedergefunden...


Diesen Prospekt finde ich jetzt wieder, als ich während meines Urlaubs das Arbeitszimmer in Ordnung bringe und viel räume (und wegwerfe). Das Motiv mit dem ostdeutschen Ampelmännchen ist einfach gut. Leider konnte ich nicht hinfahren. Ach ja: Österreich ist natürlich auch ein Missionsgebiet, vielleicht noch in viel höherem Maße als Deutschland ist dieses Land säkularisiert. Wenigstens in Wien kommt mir das so vor. In den Bundesländern spielt der traditionelle Katholizismus natürlich noch immer eine größere Rolle; in Wien aber ist Religion eine Privatangelegenheit, über die man am liebsten nicht spricht.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Bitte um Verzeihung

Der vormalige Augsburger Bischof Walter Mixa hat ein Entschuldigungsschreiben verfasst, mit dem er hoffentlich für seine Person retten kann, was noch zu retten ist. Die Botschaft von der Vergebung und die Forderung der Versöhnung gilt natürlich auch in Bezug auf seine Person.

"Während der vergangenen Monate ist sehr viel in den Medien über die Verhältnisse in der Diözese Augsburg, auch über meine Person, geschrieben und gesagt worden.
In vielfältiger Hinsicht waren die Berichte in dieser oder jener Richtung tendenziös.

Über diese vergangenen Berichte will ich jetzt nicht sprechen, da sie weitgehend bekannt sind. Mir geht es mit meinem jetzigen Zeugnis nicht nur um eine Klarstellung, sondern darum, auch eine Versöhnung zu erbitten und alle dazu einzuladen.

14 Jahre lang bin ich sehr gern Diözesanbischof sowohl in Eichstätt als auch in Augsburg gewesen und habe meine bischöflichen Dienste mit großer Bereitschaft und Liebe getan.

Ebenso war ich in der Militärseelsorge mit unseren Soldaten in den verschiedenen Situationen immer gut verbunden und habe versucht, ihre Sorgen und Anliegen mitzutragen und auch den nötigen Trost zu geben.

Wie allgemein bekannt, bin ich durch die widrigen Umstände, die sich wegen der Mißhandlungsfälle in verschiedenen Internaten und Häusern ergeben haben, auch ins Gespräch gekommen. 20 Jahre hatte ich als Stadtpfarrer von Schrobenhausen eine Mitverantwortung für das dortige Kinder- und Jugendheim.
In den vielen Jahren meines Dienstes habe ich immer versucht, den richtigen Weg einzuschlagen und mich bemüht, die Erwartungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu erfüllen.

Ich will keineswegs verschweigen, daß mir nicht immer alle diese Vorsätze in der rechten Weise gelungen sind. Ich habe sicher auch viele Fehler gemacht, obwohl ich niemanden in irgendeiner Weise verletzen oder beschädigen wollte.

Es soll aber nicht irgendeine Beschönigung ausgesprochen werden, sondern ich bitte nicht nur um Entschuldigung, sondern vor allem um Verzeihung für alles, was ich nicht recht gemacht habe und vor allen Dingen um Verzeihung bei all den Menschen, die ich nicht in der rechten Weise behandelt habe, deren Erwartungen ich nicht erfüllt habe und die ich enttäuscht habe.

Dies tut mir von ganzem Herzen leid.

Ein großer Trost ist für mich, daß in der Botschaft Jesu immer wieder die Rede ist von der Barmherzigkeit, die Gott uns in der Liebe Jesu schenkt. Damit will ich sagen: ich bin in vieler Hinsicht schuldig geworden und bitte alle, die ich enttäuscht habe, nochmals nicht nur um Verständnis, sondern auch um Verzeihung.

Wegen der sich zusammenbrauenden Berichte in der unterschiedlichsten Weise sah ich mich in einer sehr schmerzlichen Situation veranlaßt, sehr schweren Herzens dem Papst meinen bischöflichen Dienst anzubieten, die sogenannte Resignation auf das Amt des Diözesanbischofs auszusprechen.

Für mich ist es jetzt von einer ganz großen Bedeutung, daß in unserer Diözese gegenseitige Streitereien und gegenseitige schwerwiegende Vorwürfe abgebaut werden und daß wir alle zu einem guten Einverständnis und zum Frieden in der Gemeinschaft der Kirche finden.

Der Heilige Vater hat mir in seinem sehr liebevollen Brief geschrieben, daß ich nach meinem Rücktritt von meinem Bischofsamt in Augsburg immer Bischof bleibe und daß ich die geistlichen Dienste wie die Feier der Eucharistie, die Spendung der Sakramente, auch der Firmung, wahrnehmen sollte und in unterschiedlicher Weise auch geistlich für viele Menschen da sein kann.

Gleichzeitig sage ich allen unseren Priestern, Diakonen, hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre verantwortungsvollen Dienste ein aufrichtiges Vergelt’s Gott!

Wichtig ist für mich jetzt vor allen Dingen, daß wir uns alle durch Taufe und Firmung als Gemeinschaft innerhalb der katholischen Kirche verstehen, daß wir füreinander eintreten, aber auch füreinander beten und besonders auch mit Überzeugung die Eucharistie als Zeichen der Einheit feiern.

Mit diesem Wunsch bitte ich alle in der Diözese nochmals um Verzeihung für das, was ich nicht richtig gemacht habe und bitte gleichzeitig um die Bereitschaft zur gegenseitigen Versöhnung und auch wieder zu gegenseitigem Vertrauen.

Das ist mein ganz großer Wunsch, und ich hoffe und bete darum, daß uns dies in der kommenden Zeit mit dem Segen Gottes, mit der Fürsprache der Gottesmutter, nicht zuletzt auch durch das Beispiel der Heiligen gelingen möge.
"
Das ist immerhin einmal Klartext. Vermutlich ist Mixa so oder so ein gebrochener Mann. Mancher wird ihm nicht verzeihen können oder wollen. Immerhin hat er jetzt das bischöfliche Palais geräumt. Anders als bei Frau Kässmann wird man von Walter Mixa wohl nicht mehr viel hören. Mögen ihm friedliche Altersjahre beschert sein.

Freitag, 21. Mai 2010

Ein neuer Luther

"Das zum Befehlen statt zum Dienen verkommene absolutistische Papstregime liegt in der Hand eines weltfremden und überforderten Theologen alten Zuschnitts, der die fatale Verfälschung des Christentums seit der Antike verkörpert. Spitzfindige Konstruktionen, Mythen und Legenden sind ihm unumstößliche Wahrheit. Das bewirkt uninspirierte Verengung, Leib- und Frauenfeindlichkeit und Misstrauen gegen alles Neue, vor allem aber Arroganz gegenüber Gottes Volk."

Herbert Kohlmaier von der österreichischen katholischen "Laieninitiative" über den Papst in einem Gastkommentar in der Wiener Zeitung.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Ökumene von unten

Ökumene beginnt vor Ort in konkreten Situationen, nicht an den Schreibtischen der Theologen oder bei den Kirchenleitungen. Das gilt für das gemeinsame Abendmahl in Strafanstalten und Spitälern und auch für den Religionsunterricht. In deutschen Berufsschulen wird seit Jahren schon gemeinsam konfessions-. ja religionsübergreifender Religionsunterricht erteilt; und im Beruflichen Gymnasium in Hessen gibt es zwar konfessionell getrennten Unterricht, aber die Schüler können frei wählen, ob sie in evangelischen oder katholischen RU oder in Ethik gehen möchten. So hatte ich in Gelnhausen mal eine Muslima im evangelischen Unterricht, Katholiken sowieso, und einige haben sogar in evangelischer Religionslehre Abitur gemacht (schriftlich oder mündlich), ohne dafür einer Sondergenehmigung zu bedürfen. Auf den Abiturzeugnissen stand freilich nur "Religion" - ohne konfessionelle Präzisierung...

Montag, 3. Mai 2010

Beginn des Wonnemonats



Am Samstag Schuberts "Winterreise" in einer hochdramatischen Interpretation mit dem Bariton Florian Boesch im Konzerthaus (begleitet von Malcolm Martineau), gestern Paula Modersohn-Becker in der Kunsthalle Krems. Was für ein Beginn des Monats Mai - so viel Kultur, so viel Schwermut!

Neulich las ich, dass es in der Nordelbischen Evangelischen Kirche einen eigenen Burnout-Beauftragten gibt. Wie sinn voll! Aber das ist ja auch eine große Kirche.

Mittwoch, 14. April 2010

Die "Urchristen" aus Unterfranken nutzen ihre Stunde

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) hat eine Plakataktion zu den Missbrauchsfällen in den Kirchen scharf kritisiert. Die Plakate mit dem Slogan «Kirchenskandale ohne Ende: Jetzt reicht's! Kirchenaustritt jetzt!» instrumentalisierten die Missbrauchsfälle zur pauschalen Stimmungsmache gegen die christlichen Kirchen, teilte die EZW am Dienstag in Berlin mit.

Die Aktion wird der EZW zufolge von der Vereinigung «Universelles Leben» getragen, die die Zentralstelle als Sekte einstuft. Stil und Inhalt der Plakate offenbarten in drastischer Weise den Kirchenhass der Sekte. Als Urheber nennt das Plakat «Freie Bürger für Anstand und ethische Werte». Für die deutschlandweit verbreiteten Plakate zeichnet die Initiative «Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche» verantwortlich. Sie betreibt auch die im Text genannte Internetseite www.spart-euch-die-kirche.de und ist der EZW zufolge dem Umfeld der Sekte «Universelles Leben» zuzurechnen.

Das Universelle Leben ist eine Neureligion mit Sitz in Unterfranken, so die EZW. Sie folge in Lehre und Praxis ausschließlich den neuen Offenbarungen ihrer «Lehrprophetin» Gabriele Wittek. Im Umfeld der Glaubensgemeinschaft gebe es ein von außen nur schwer durchschaubares Geflecht von Initiativen und Aktivitäten. Wiederholt hätten Anhänger dieser Gruppierung, die sich «Urchristen» nennen, mit skurrilen Aktionen und Prozessen für Aufsehen gesorgt. Hierzu zähle der vor kurzem unternommene Versuch, der katholischen und der evangelischen Kirche gerichtlich untersagen zu lassen, sich christlich zu nennen. Bereits im Jahr 2000 hatten einzelne «Urchristen» beim Bundesjugendministerium den Antrag gestellt, die Bibel auf den Index jugendgefährdender Schriften setzen zu lassen.

jesus.de

Freitag, 9. April 2010

Einen weiten Weg gegangen, um endlich zu Jesus Christus zu finden

"Wenn wir als Christ Stille und Schweigen suchen, ist es immer an Jesus gebunden. Er bewirkt seinen Frieden und seine Stille in uns, nicht wie die Welt ihn gibt, sondern wie er ihn uns hinterlassen hat. Jede andere Form von Selbstentleerung führt zwangsweise zur Zerstörung der Persönlichkeit, weil sie uns blendet, so dass wir unseren wahren Zustand der Sünde nicht erkennen. In dem Moment, wo ich Jesus den Schlüssel gebe zu all meinen verborgenen und verschlossenen, inneren Räumen, wird er mich nicht in einen kosmischen Traum heben, auch nicht in Wohlgefallen auflösen; im Gegenteil: Er wird anfangen, das auszumisten, was mich auf der Erde knechtet und gefangenhält; nämlich die Leidenschaften. In Jesus Christus ist die Freiheit, von der jeder Mensch träumt. Durch ihn wird aus einem Sklaven ein freier Mensch."

So schreibt der Schweizer Pädagoge Klaus Kenneth in einem Erfahrungsbericht. Eine zwölfjährige Weltreise ließ ihn Islam, Hinduismus und Buddhismus näher kennen lernen. Am Ende dieser Reise, die zugleich eine innere Suchbewegung war, fand Kenneth zum Christentum zurück und wurde ein Missionar des Evangeliums. Auslöser war übrigens die Erfahrung sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen: "Die Heuchelei eines 'Geistlichen', der mich als Junge während sieben Jahren sexuell missbraucht hatte, öffnete mir auf abstossendste Weise die Augen und trieb mich während zwölf Jahren zur Flucht um den ganzen Erdball."

Aber die Lebensodyssee führte ihn am Ende wirklich zu Jesus Christus. "Enttäuscht und verzweifelt kam ich zurück nach Europa. Christen in meiner Umgebung fingen an, für mich zu beten und mir von Jesus Christus zu erzählen. Sie brachten mich mit Maurice Ray zusammen, der mir liebevoll begegnete. Während unserer Gespräche begriff ich plötzlich, dass ich ein Leben lang Marionette war. Gab es noch Rettung für mich? 'Ja', meinte Maurice Ray, 'du bist frei, zu entscheiden, unter welcher Herrschaft du leben willst.' Ich wollte nicht mehr Marionette sein, sondern frei werden und unter der Führung von Jesus Christus leben. Wir knieten nieder und beteten. Dies war der Anfang eines neuen Lebens!"

Quelle: livenet.ch

Montag, 5. April 2010

Sünden: weibliche und männliche

"Nonnen beneiden sich im Klosteralltag um kleine Dinge, aber beim Läuten der Glocken singen alle zusammen das Vespergebet. Mönchen fehlt oft das für Eifersucht nötige Interesse füreinander, am gemeinsamen Gebet nehmen sie selten teil."

Aus einem Artikel des Osservatore Romano, zit. nach welt.de

Donnerstag, 1. April 2010

Scientology

"Scientology ist eine gewinnorientierte Organisation, die das menschliche Bedürfnis nach Selbstkontrolle und Lebensorientierung durch ein geschicktes Kurssystem finanziell ausnutzt. Die scientologische Ideologie ist keine Religion. Die Selbstbezeichnung als "Kirche" ist irreführend und hat eine strategische Absicht. Problematisch ist vor allem der scientologische Traum vom Übermenschen. Er begreift den Menschen als eine Art Maschine. Durch das kostspielige Kurssystem soll der Mensch optimiert, in Wahrheit aber von der Organisation abhängig gemacht werden."

So heißt es heute (1. April 2010) in einer Presseaussendung der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen im Nachgang zu dem gestern in der ARD ausgestrahlten Film "Bis nichts mehr bleibt". In der Erklärung wird die weitere Beobachtung von Scientology durch den deutschen Verfassungsschutz befürwortet.

Tiefe Karfreitagsgedanken

Für evangelische Christen ist der morgige Karfreitag, der Tag der Erlösung, der höchste aller religiösen Feiertage, für katholische Christen aber ist es der Ostersonntag, der Tag der Auferstehung. Doch eigentlich sollte man den Karsamstag als den wirklich höchsten, zumindest als den ernstesten aller Tage feiern. Denn er gemahnt an das unergründliche Schweigen der in fernster Tiefe unerreichbar verborgenen Gottheit.

Ein Meister der Sprache wie Hofmannsthals Lord Chandos wusste, wie aussichtslos es ist, das wahrhaft Wichtige, das entscheidend Bewegende in stimmige Worte zu fassen. Man sucht verzweifelt die richtigen Begriffe und endet bei armselig unbeholfenen Worthülsen. Und man weiß: Das Gegenüber wird das, was man sagt oder schreibt, niemals wirklich so verstehen, wie man es zum Ausdruck bringen wollte.

Die Bibel ist voll solcher Missverständnisse. Sie entstehen, weil in den Religionen des Buches Gott nicht aus der Natur erfahren wird, nicht aus dem Glanz des nächtlichen Sternenhimmels oder aus der Strahlkraft der Sonne; er ist kein sich in Flüssen oder Bäumen verbergendes Wesen. Der biblische Gott wird erfahren, weil jene, die von ihm berichten, überzeugt sind, sein Wort gehört zu haben. Doch sicher haben sie ihn nicht immer verstanden. Abraham nicht, der sein eigenes Kind zu opfern bereit war. Moses nicht, der sich einmal Gottes Wort sogar widersetzte. Das Volk nicht, das sich seinen Propheten gegenüber taub stellte. Auch Jesu Jünger nicht, die mit den Gleichnissen und dem Wort vom hereinbrechenden Gottesreich nichts anzufangen wussten. Am allerwenigsten Petrus, von dem die Evangelien mehrfach von peinlichem Unverständnis und Irrtum berichten.

Obwohl man der Gefahr des Missverständnisses nicht entrinnen kann, mag der Wunsch, Gottes Stimme zu hören, zuweilen übermächtig gewesen sein. Denn Gottes Schweigen ist schwer zu ertragen. Eine Mutter blickt verzweifelt in das dunkle Grab, das den Sarg ihres einzigen Kindes umfängt, keiner vermag ihre Tränen zu trocknen, sie betet inständig um Trost – Gott schweigt. In Sekundenschnelle vernichtet eine brutale Sturzflut hunderte Leben – Gott schweigt. Von brennenden Schmerzen zerfressen fleht ein Kranker um ein gnädiges Sterben – Gott schweigt.

Der Gekreuzigte brüllt in barer Hilf- und Hoffnungslosigkeit zu seinem Gott, den er einst, in guten Tagen, liebevoll Abba, Väterchen, gerufen hat. Der Sterbende hört ihn nicht mehr. Hat Gott den Schrei vernommen? Gottes Schweigen lastet über dem Karsamstag.

Laut Schöpfungserzählung entstand der Kosmos durch göttliches Wort, mehrfach gesprochen an sechs Tagen. Am siebenten Tag aber, am Samstag, schweigt Gott. So gesehen symbolisiert der Karsamstag den schon überlangen siebenten Tag, an dem wir hier auf Erden unser Dasein fristen. Wird Gott ewig weiterschweigen? Oder wird es den achten Tag der Vollendung geben, an dem er sein Schweigen bricht?

Rudolf Taschner: Der höchste Tag. Das Schweigen feiern, Die Presse 1. April 2010

Der Autor dieses Beitrages ist Mathematiker und Betreiber des math.space, im quartier21, MQ Wien. Schon seit vielen Jahren fällt mir auf, dass in manchen Zeitungen zu den großen Festen der Christenheit Klügeres und Tieferes zu lesen ist als man von vielen Kanzeln hören kann.

Ein Schild, das zum Nachdenken anregt

Dieses "Warnschild" bekam ich neulich von einem Freund zugesandt. Katholische Geistliche sind leichter erkennbar, jedenfalls in einer scherenschnittartigen Darstellung. Für evangelische Pfarrer müsste man ein anderes Design wählen. Allen Diskussionen um den Zölibat zum Trotz - auch unter protestantischen Geistlichen gibt es natürlich schwarze Schafe - und auch sexuelle Übergriffe, vielleicht insgesamt seltener, aber es gibt keinen Anlass zur Häme gegenüber der Schwesterkonfession. Und zum Glück habe ich davon auch nichts bemerkt, weder in der Öffentlichkeit noch unter Gemeindegliedern. Es überwiegt nachdenkliche Betroffenheit. Und das ist auch gut und richtig so.

Samstag, 27. März 2010

Notwendige Selbstdistanzierung einer Gemeinde

























In der Pauluskirche im 3. Bezirk.
Die Kirche ist in den 60er Jahren gebaut worden.
Der Künstler, der die Fenster entwarf, war anscheinend noch in der Ikonografie des III. Reiches beheimatet.

Montag, 8. März 2010

Josephs Sicht der Dinge - blasphemisch?

Erst jetzt entdeckt: Ein witziges Werbeplakat einer katholischen Kirchengemeinde in Neuseeland, das viel Aufsehen erregt hat.

Eine provokante Darstellung von Josef und Maria spaltet Neuseelands Christen. Die progressive anglikanische Gemeinde „St Matthew-in-the-City“ in Auckland hat ein riesiges Poster vor der Kirche aufgestellt. Auf diesem sind Maria und Josef als unzufriedenes Paar im Bett zu sehen. Der Slogan zu dem Bild im Freskenstil lautet: „Poor Joseph. God is a hard act to follow.“ Oder auf Deutsch: „Armer Josef. Es ist nicht leicht, auf Gottes Wegen zu wandeln.“

Mit dem Bild wolle die Gemeinde die Menschen dazu bringen, über die Weihnachtsgeschichte zu sprechen, sagte Erzdiakon Glynn Cardy, Pfarrer der Gemeinde, neuseeländischen Medien. Er betonte, die „wirkliche Bedeutung von Weihnachten“ liege in der „radikalen Gastfreundlichkeit, die Jesus gegenüber den Armen, Verachteten, Frauen, Kindern und Kranken gezeigt hat“.

Die katholische Kirche reagierte mit Empörung auf die Aktion. Schon die Andeutung, dass Maria und Josef gerade Sex gehabt haben könnten, sei eine „Beleidigung der Christen“, sagte Lyndsey Freer, Pressesprecherin der katholischen Bischofskonferenz Neuseelands, und fügte hinzu: „.Unsere christliche Tradition bleibt, dass Maria eine Jungfrau war – und dass Jesus Gottes Sohn ist, nicht Josefs“, sagte Freer.“ Einige Demonstranten haben inzwischen die biblischen Figuren mit brauner Farbe zu übertüncht.

welt-online.de 18.12.2009