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Mittwoch, 26. Mai 2010

Bologna? Nichts Neues - Studieren will gelernt sein!

derStandard.at: Allerdings wird doch die verstärkte Anwesenheitspflicht von Studierenden kritisiert, die es immer schwieriger machen würde, das Studium frei zu gestalten.

Reinmann: Ich führe nie Anwesenheitslisten, weil Studierende erwachsene Personen sind, die selber entscheiden können, ob sie für die nachfolgende Prüfung und ihren Kompetenzerwerb anwesend sein müssen oder nicht. Wenn es natürlich Gruppenarbeiten gibt, versteht es sich von selbst, allein schon aus Rücksicht untereinander, dass man sich zu einer Anwesenheit verpflichtet. Es steht aber nirgendwo geschrieben, dass man aufgrund der Bologna-Reform permanent die Studierenden kontrollieren muss.

derStandard.at: Gibt es eine zu starke Einengung der Wahlmöglichkeiten und Freiheiten während eines Studiums, oder ist das Gegenteil der Fall?

Reinmann: Meine aktuelle Erfahrung ist, dass viele Studierende mit dem Selbststudiumsanteil - der ja auch mitgerechnet wird - große Probleme haben und nicht so recht wissen, wie sie das angehen sollen. Studierbarkeit wurde bisher immer an den Angeboten festgemacht - also ob sie zeitlich und inhaltlich zusammenpassen. Ich würde die Frage der Studierbarkeit zusätzlich aus einem anderen Blickpunkt stellen, nämlich: wie gut bereiten wir die Studierenden in ihren überfachlichen Kompetenzen vor mit unseren Angeboten umzugehen? Die Studierenden können das aufgrund ihrer schulischen Vorerfahrung oft nicht. Viele Fragen bleiben offen: wozu ist eine Vorlesung da? Wie höre ich richtig zu, wie mach ich mir Notizen? Wie lerne ich vor und nach einer Veranstaltung? Das sind Dinge, die schieben wir als Lehrende gern auf Tutoren ab. Dann führen eben die Einäugigen die Blinden.


Aus einem Interview des "Standard" mit der Wiener Medienpsychologin Gabi Reinmann

Dienstag, 2. März 2010

Jetzigkeit

Das Internet, wie wir es heute kennen, ist eine Maschine zur Verstärkung von Vorurteilen. Dabei wissen wir angeblich mehr als je zuvor.

Doch was wissen unsere Kinder, was unsere Eltern nicht wussten? Sie wissen ums Jetzt. Aber mit der Jetzigkeit ist es wie mit der Lichtverschmutzung in Großstädten, die es unmöglich macht, die Sterne zu sehen.

David Gelernter in der FAZ

Samstag, 23. Januar 2010

Safer Abi

Ein Deutschabitur ist kein Zuckerschlecken. Hier rollen die Köpfe gleich reihenweise, so dass als übergeordnetes Lernziel festzuhalten wäre: Das Leben ist eher ein Schlachthaus als ein Ponyhof, und für das Leben, nicht für die Schule lernen wir ja bekanntlich. Büchners Danton – Rübe ab. Fausts Gretchen – wegen Mord ihres unehelichen Kindes zum Schafott verurteilt. Michael Kohlhaas kommt aufs Rad, Josef K. wird am Ende „wie ein Hund“ erstochen, Gregor Samsa stirbt in einem eklatanten Fall von domestic violence an unterlassener Hilfeleistung. Amalia in Schillers „Räubern“ will exklusiv von ihrem geliebten Karl getötet werden, was der dann auch tut; Effi Briest geht an gebrochenem Herzen zugrunde, ihr früherer Liebhaber allerdings zuvor an einer Kugel im Duell.

Und dann die diversen Selbstmörder: Nathanael in E. T. A. Hoffmanns „Sandmann“ stürzt sich im Wahnsinn vom Kirchturm; Georg aus Kafkas „Urteil“ springt auf dringenden Wunsch des Vaters in den Fluss; Schnitzlers Fräulein Else nimmt eine Überdosis Schlafmittel (bei Redaktionsschluss war noch nicht geklärt, ob sie durchkommt). Wie können wir unsere Jugendlichen vor solchen Gewaltexzessen schützen, die man heutzutage in jeder Buchhandlung einfach aus dem Regal herunterziehen und für ein paar Euro mit nach Hause nehmen kann?

Angst vor dem letzten Konsequenz

Rat weiß der Reclam-Verlag, dessen preiswerte Bücher schon viele Schülergenerationen erfreuten. Sein neues Programm verheißt „Rettungs-Tüten“ für das Abitur, die zu jedem der obengenannten Killer-Bücher „zum Sonderpreis“ und in praktischer Folienverpackung auch noch einen „Lektüreschlüssel“ sowie „Erläuterungen und Dokumente“ bieten. Darin werden die fatalen Ereignisse nach gängiger Interpretenart motivgeschichtlich entschärft und allegorisch aufgehoben, so dass am Ende nichts als jugendgerechte Psychoanalyse und Tragödientheorie ohne Altersbeschränkung übrig bleiben.

Zwei Dinge aber irritieren: Da wäre einmal das immerhin für die Zielgruppe Deutsch-LK entworfene Motto „Safer Abi“. Und dazu die grafische Gestaltung des „Dreier-Packs“ mit einem grünen, gelben und blauen Ring, die ebenfalls an Anti-Aids-Kampagnen erinnert. Kondome schützen offenbar nicht nur vor Sturm und Drang, sondern auch vor zu viel Realismus. Vielleicht denkt Reclam an die Praxis von Dantes Leseratten Francesca und Paolo, die irgendwann die Bücher Bücher sein ließen: „An jenem Tage lasen wir nicht weiter“? Doch schreckte die pfiffige Marketingabteilung vor der letzten Konsequenz zurück. Warum nicht gleich den Büchern Kondome – vulgo Lümmeltüten – beilegen? Das mit Gretchen und Faust wäre dann immerhin nicht passiert.

Richard Kämmerlings: Reclams Lümmel, FAZ 23.01.2010

Samstag, 19. Dezember 2009

Von den wahren Werten

Deutsche Kinder haben Schwierigkeiten mit dem Lesen. In Schulbüchern erscheinen vereinfachte Fassungen bekannter Texte, weil Astrid Lindgren für einen durchschnittlichen Achtjährigen zu hoch ist. Auch die Studenten, die seit Monaten für bessere Studienbedingungen demonstrieren, sind ihres Lesens nicht mehr sicher. Laut einer Untersuchung der Universität Dortmund können nur noch die wenigsten einen komplexen und abstrakten Text durchdringen, weshalb nicht mehr von Lesefaulheit, sondern von "intellektueller Legasthenie" zu sprechen sei. In der Gesamtbevölkerung gelten inzwischen vier Millionen Bundesbürger als funktionale Analphabeten. Sie kennen zwar die Buchstaben, sind aber schon mit dem Lesen eines einfachen Hinweisschilds hoffnungslos überfordert.

Vor diesem Hintergrund ein Zitat von Angela Merkel, nachzulesen, wenn Sie können, in der deutschen "Le monde diplomatique" vom November 2009:

"Stellen Sie sich nur kurz einmal vor, wir würden zehn Jahre lang, vier Stunden in der Woche, genauso viel über unsere Körper lernen wie über die deutsche Sprache und Geschichte. Medizin als Hauptfach - warum eigentlich nicht, meine Damen und Herren, soll das Lesenlernen eine öffentliche Angelegenheit sein, aber das Gesund-leben-Lernen nicht? Warum soll der Körper nur im Sportunterricht vorkommen, warum könnte nicht im Lehrplan stehen, wie man Kopfschmerzen vermeidet, wie man Zuckerkrankheit gar nicht erst entstehen lässt, wie man gesund kocht oder einen Wadenwickel anlegt?"

Ja, zum Teufel, warum eigentlich nicht? Jetzt ganz scharf nachdenken. Vielleicht weil ein Wadenwickel weniger wichtig ist als Sprache und Geschichte? Weil das Vermeiden von Kopfschmerzen im Gegensatz zur Alphabetisierung tatsächlich keine öffentliche Angelegenheit darstellt? Falsch? Falsch. Wer derartige Zweifel hegt, muss in spießigen bildungsbürgerlichen Ideen aus dem vorletzten Jahrhundert gefangen sein. Immerhin ist auch die Schweinegrippe eindeutig wichtiger als der Notstand im deutschen Schul- und Hochschulsystem. Wir leben schließlich nicht in einer Bildungsnation, sondern in einer öffentlichen Krankenstation.

Ein Blick in die Schlagzeilen der letzten Monate beweist das. Während sich Studenten und Schüler gegen die Auswirkungen der Bologna-Umstellung wehren, kämpfen Presse und Politik lautstark gegen H1N1. Die Bundesländer haben 600 Millionen Euro, also einen Betrag, der in etwa dem geschätzten Gesamtaufkommen der Erststudiengebühren im Wintersemester 09/10 entspricht, für einen Impfstoff ausgegeben, der von der Bevölkerung nicht angenommen wird und deshalb zur Kostendeckung ins Ausland verscherbelt werden muss. Bislang hat Deutschland 94 Schweinegrippe-Opfer zu verzeichnen. Auf "normale" Influenza sind, je nach Statistik, 6000 bis 20 000 Todesfälle pro Jahr zurückzuführen.

Angesichts solcher Vergleichszahlen muss man den Schweinegrippen-Hype wohl als gesundheitspolitische Hysterie bezeichnen. Die Schweinebedingungen im Bildungssystem hingegen sind äußerst konkret. Was haben diese beiden Dinge nun miteinander zu tun? Ganz einfach: In einer Demokratie sind politische Entscheidungen auf eine gesamtgesellschaftliche Prioritätensetzung zurückzuführen. Wenn für Bildung auf politischer Ebene notorisch das Geld und auf privater Ebene notorisch die Zeit fehlt, dann stellt dieser Zusammenhang keinen Zufall dar. Im Gegenteil: Er ist ein Ausdruck von wechselseitiger Kausalität. Anders gesagt: Wer keine Zeit hat, ein Buch zu lesen, während es für die tägliche Stunde Fitnesscenter oder Yoga durchaus reicht; wem ein Theaterbesuch zu teuer ist, die neue Anti-Falten-Creme mit dreifachem Wirkstoffkomplex aber nicht; wer politische Demonstrationen sinnlos findet und am Wochenende mit Tausenden von Gleichgesinnten in bunten Wurstpellen durch die Innenstadt joggt - der muss sich nicht wundern, wenn sein Kind in der Schule Lindgren light zu lesen bekommt.

Einst gab es den schönen Satz: "Es kommt auf die inneren Werte an." Gemeint waren nicht die Blut- oder Leberwerte. Stark, schön und gesund sein kann auch ein Tier; lesen und schreiben kann nur der Mensch, vorausgesetzt, man bringt es ihm bei. Homo sapiens definierte sich über seine Vernunft, über Sprachbegabung, Intelligenz, Bewusstsein oder Seele, mithin über geistige Eigenschaften. Selbst die immer wieder aufs Neue missverstandene Mens-sana-in-corpore-sano-Formel begründete die Notwendigkeit von körperlicher Ertüchtigung mit dem Erhalt der Geisteskraft und betrachtete somit das Herumschrauben an der Physis als Mittel zu einem höheren Zweck. Es bereitet mir kaum noch Mühe, diese Sätze in der Vergangenheitsform zu formulieren. Würde man heute jungen Eltern die Frage stellen: "Was hättet ihr lieber, ein schlankes Kind oder ein fettes, das den Dreisatz kann?" - ich würde für die Antwort keine Hand ins Feuer legen.

Wer wissen will, wie es um unsere Präferenzen bestellt ist, muss nur die Gehirnwaschmaschine namens Werbung einschalten. Ob Fernsehen, Radio oder Plakate - gezeigt werden nicht Menschen, die 23 mal 7 im Kopf multiplizieren, "Satellit" buchstabieren oder das deutsche Wahlsystem erklären können. Sondern solche, die jung, schön und leistungsfähig sind, weil sie das Richtige essen, die richtige Kosmetik benutzen und mehr Vitamin-Präparate als Bücher im Schrank haben. Auch der Spam in meinem E-Mail-Postfach bietet keine Goethe-Gesamtausgaben, sondern Schwanzverlängerungen und Diätprogramme an. Es lebe der Körper. Bildung ist unsexy. (...)

Juli Zeh: Selbstgewählte Dummheit, in der "Welt"

Mittwoch, 19. August 2009

Gendergerechter Kindergarten

Ein Spielzeug sorgt für kurze Irritation: "Das hat ein Kind mitgebracht. Aber das ist ja in Ordnung" , rechtfertigt eine Kindergärtnerin das Corpus Delicti. Das kleine Einhorn aus Plastik steht am Fensterbrett, mit wallender Mähne - und vor allem ganz in Rosa. Es ist ein Fremdkörper in dieser Umgebung, in einem der wenigen öffentlich-städtischen Kindergärten, die ganz auf genderbewusste Pädagogik ausgerichtet sind.

Seit die Ergebnisse der jüngsten Aufnahmetests für angehende Medizinstudenten bekanntgegeben wurden, wird wieder über festgefahrene Rollenbilder debattiert: Denn die Tests haben gezeigt, dass deutlich mehr Frauen zu dieser Prüfung antreten, aber proportional auffallend viele weibliche Bewerberinnen scheitern. Zu viele. Rufe nach Quoten werden laut. Ein Erklärungsversuch: Mädchen würden in der Schule in den Naturwissenschaften zu wenig gefördert.

"Das wird aber schon im Kindergarten begründet" , ist sich Inge Kugler, Leiterin dieser kleinen städtischen Betreuungseinrichtung, sicher.

Von der Straße aus ist ihr Kindergarten kaum zu sehen. Ein flacher Bau, völlig umschlossen vom Max-Opravil-Hof, einem Gemeindebau in Wien-Meidling. Außen endlos scheinende Häuserfluchten, innen ein kleines Haus mit großem Garten, ein richtiges Kinderparadies. Es ist der einzig öffentliche Kindergarten dieser Art in der Bundeshauptstadt: Erstmals wurde - beim Umbau 2005 - auch baulich versucht, die Handlungsspielräume für Jungs und Mädels zu erweitern.

Die Wände sind neutral gehalten, Türkis und Gelb sind die Farben, die herausstechen. Und das Glas, das die Räume durchlässig erscheinen lässt. Derzeit gibt es drei Kindergartengruppen mit Drei- bis Sechsjährigen und eine Krippe für die ganz Kleinen. Es sind viele Migrantenkinder hier, viele aus armen Haushalten. Probleme mit dem Bildungskonzept gebe es nicht, versichert Kugler. "Das hat mich anfangs auch gewundert. Ich war vorher in Wien-Liesing, da gab es schon Väter, die sagten: Mein Bub backt keinen Kuchen!" Hier stechen auch die türkischen Papas (manchmal) Kekse aus - die Mütter oder Großmütter werken dafür mit der Laubsäge. Was nicht zu finden ist: Puppen- wie Bauecken.

Dafür gibt es Bücher, in denen etwa die beschriebenen Berufsbilder nicht Stereotypen (Feuerwehr-Mann, Haus-Frau) entsprechen. Eine Werkbank steht für alle Kinder bereit, und es kann mit Playmobilfiguren gespielt werden, "die auch umbenannt werden können" (Kugler), wenn das Geschlecht gerade nicht passt. "Wir bieten nicht nur den Buben an, dass sie etwas nähen können, wir begleiten und ermutigen sie dazu" , beschreibt die Kindergartenleiterin das pädagogische Konzept an einem Beispiel. Es gehe darum, "unabhängig vom Geschlecht Stärken und Interessen zu fördern und das Selbstbewusstsein zu steigern" , heißt es in den Zielen der geschlechtssensiblen Pädagogik. "Nur so kann ein Mädchen später auch den Wunsch haben, Technikerin zu werden, oder ein Bub Säuglingspfleger" , glaubt Kugler.

Ein Herzenswunsch blieb Inge Kugler und ihren Kolleginnen bisher allerdings verwehrt: männliche Kollegen. Ein fehlendes Stück Gendergerechtigkeit vor Ort sozusagen.

standard.at (Druckausgabe vom 17.08.2009)

Spannend und wichtig wäre eine wissenschaftliche Begleitung der weiteren Bildunslebensläufe der Kinder eines solchen Kindergartens.

Freitag, 14. August 2009

Keine Frauenquote für Medizin

NACH MEDIZINER-TESTS

Hahn lehnt Frauenquote an Med-Uni ab

Minister Hahn: "Quoten würden nur das Symptom verdecken."

Wissenschaftsminister gegen Rasingers Vorschlag

Wien - "Man kann nicht an der Oberfläche operieren, wenn eine Wurzelbehandlung nötig ist" : Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) lehnt eine Frauenquote an den Medizin-Unis ab. VP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger, hatte via Standard gefordert, 50 Prozent der Studienplätze verpflichtend an Anwärterinnen zu vergeben. Grund: Bei den Aufnahmetests zum Studium ergattern Frauen regelmäßig weniger Plätze als Männer. Weil die gestellten Fragen, wie Rasinger glaubt, Letztere bevorzugen würden.

Hahn glaubt das nicht, schließlich würden an den Unis in Wien und Graz unterschiedliche Tests verwendet, die aber zum selben Problem führten. "Es liegt vor allem an der unterschiedlichen Kultur bei der Benotung in den naturwissenschaftlichen Fächern in der Schule, wo junge Frauen weniger gefordert werden als männliche Schulkollegen" , meint der Minister: "Zusätzliche Kategorien von Quoten würden nur das Symptom verdecken, nicht aber die Ursache für das unterschiedliche Abschneiden behandeln. Ich bin dafür, dass die Ursache behoben wird." Und da sei das Bildungsministerium gefordert, "die Lehrkräfte für eine gleiche Kultur in der Benotung zu sensibilisieren."

Den Universitäten macht die Schieflage zwischen Männern und Frauen auch Sorgen. Wien kündigt ein Forschungsprojekt an, in Graz soll der Test weiterentwickelt werden, um auch Fähigkeiten wie soziale Kompetenz zu belohnen. Erste Erkenntnis: Auch der Altersunterschied - Männer treten oft nach Bundesheer oder Zivildienst an - spielt eine Rolle. Gleichaltrige Männer und Frauen schnitten in Graz jedenfalls gleich gut ab.

Nein der Frauenministerin

Auch von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bekommt Rasinger keine Schützenhilfe. "Die Idee klingt verlockend, und ich bin auch eine Pro-Quo-Frau" , sagt die Sozialdemokratin. Im Fall der Medizin-Unis hält Heinisch-Hosek eine Quote aber nicht für klug, weil sie sich den Rückstand der Frauen ebenso wie Hahn mit den eingefahrenen "Rollenbildern im Bildungsbereich" - Mädchen werden in Naturwissenschaften weniger gefördert - erklärt. Außerdem verweist sie auf die knappen Studienplätze: "Ich will niemanden, der besser qualifiziert ist, benachteiligen. Keinen Mann und keine Frau." (Gerald John/DER STANDARD-Printausgabe, 14.8.2009)

Die Ergebnisse der Aufnahmetests hatten ein unerwünschtes Ergebnis gebracht: Die Männer schnitten besser ab...

Donnerstag, 9. Juli 2009

Wie Armut weitergereicht wird an die nächste Generation

„In Essen gibt es zwar die freie Grundschulwahl, aber die Schulen werden in A-, B- und C-Gruppen eingeteilt. Im Essener Norden fällt jedes zweite Kind unter die Armutsgrenze, also gibt’s dort keine A-Schule. Da werden Kinder benachteiligt, nur weil sie arme Eltern haben“, sagt Bettina Dzwonkowsky-Eveleit (43).

bild.de

Donnerstag, 25. Juni 2009

Englisch

Glaubt man den Statistiken, ist es schlecht bestellt um die Qualität der österreichischen Reifeprüfungen: In Englisch etwa sind 40 Prozent aller Schulabgänger nicht auf dem im Lehrplan geforderten Sprachniveau, so das Ergebnis von Eingangstests an den Fachhochschulen. Und selbst bei jenen AHS-Absolventen, die in den vergangenen drei Jahren ein Anglistik-Studium beginnen wollten, war ein Drittel in Englisch unter Maturaniveau. In den Jahren 2007 und 2008 wiesen 15 Prozent bei den Tests an den Unis Wien und Innsbruck gar nur die Fremdsprachkenntnisse eines Unterstufenschülers auf.

Die Presse (Druckausgabe 24. Juni 2009)

So schlimm? Die Maturanten, die ich in diversen Prüfungen heuer habe Englisch reden, verstanden sich jedenfalls wesentlich sicherer und gewandter auszudrücken als deutsche Abiturienten.