"Der Handel berichtet uns, dass die österliche Zeit bereits zum zweitwichtigsten Umsatzmotor gleich nach Weihnachten geworden ist. Gut, die Süßwarenerzeuger und die Legehennen waren seit jeher im Produktionsstress. Die Osterhasen sowieso. Aber dass jetzt auch Juweliere, Uhrenhändler, Antiquitätenläden, Reiseanbieter, Flachbildschirmproduzenten und Handyerzeuger jubeln – will das jemandem in den Sinn? Die selbstgebackene Osterpinze, das handbemalte Osterei – mein Gott, wie einfältig! Wie gestrig! Wie immer in diesen Dingen ersinnen die Reichen (oder jene, die halt nicht aufs Geld schauen) besonders aparte Geschenkideen. So hat der Fußballer Lothar M. seiner 20-jährigen Freundin einen neuen Busen geschenkt. Und Herr Worseg im Evangelischen Krankenhaus hat nicht lang gefackelt und nachgefragt. So haben alle was davon: Der Schönheitschirurg sowieso, der alternde Kicker im Johannistrieb evtl. Und das Mädel? Da können wir nur hoffen, dass die Freud' Ostern überdauern möge."
Die Presse 18.03.2008
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