Die Beichte sollte nach Ansicht des Leipziger evangelischen Theologen Peter Zimmerling auch im Protestantismus wieder wichtiger werden.
Der Gang zum Therapeuten bietet für Zimmerling keinen wirklichen Ersatz, denn «Therapien stoßen an eine Grenze, wenn es um reale Schuld geht.» Das Schuldigwerden gehöre jedoch zum Menschen. Wenn ein Mensch in der Beichte zu seiner Schuld stehe, erhalte er dadurch seine Verantwortlichkeit zurück.
Der Reformator Martin Luther (1483-1546) habe den Angebotscharakter der Beichte wiederentdeckt und sie auf zwei Aspekte reduziert: Das Bekenntnis und den Zuspruch der Vergebung. In der Beichte «wird mir zugesprochen, dass ich trotz meines Versagens, trotz meiner Schuld, trotz meiner Unzulänglichkeiten ein von Gott geliebter Mensch bin, der umkehren darf», sagte der Autor eines neu erschienenen «Studienbuchs Beichte».
Um die Beichte unter Protestanten bekannter zu machen, schlug Zimmerling vor, sie im Konfirmandenunterricht zu behandeln und zumindest in Großstadtkirchen regelmäßige Beichtzeiten einzuführen. Nur wenn das Beichtgeheimnis wirklich geschützt sei, würden Menschen Vertrauen gewinnen.
Für unerlässlich hält der Professor für praktische Theologie, dass derjenige, der Beichte hört, selbst bei jemandem beichtet. Der 1945 von den Nazis ermordete evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, einer der Pioniere der Beichte im 20. Jahrhundert, habe das regelmäßig bei einem seiner Vikare getan.
Quelle: epd, zit. n. jesus.de
Zum Glück spricht es sich langsam herum: Ich habe im Monat durchschnittlich zwei bis drei Beichten.
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