Sonntag, 15. Februar 2009

Ich will es

Der Herr macht täglich neu die Seele eines jeden Menschen rein, der ihn anruft, ihn inständig anbetet und gläubig diese Worte spricht: „Herr, wenn Du es willst, kannst Du mich rein machen“, egal wie groß die Zahl der Sünden ist. „Wer mit dem Herzen glaubt..., wird Gerechtigkeit ... erlangen.“ (Röm 10,10). Wir müssen also Gott unsere Bitten voller Vertrauen vortragen, ohne irgendwie seine Macht in Zweifel zu ziehen... Das ist der Grund, warum der Herr sofort dem Aussätzigen, der ihn bittet, antwortet: „Ich will es.“ Denn wo der Sünder gerade beginnt gläubig zu bitten, da beginnt die Hand des Herrn, den Aussatz seiner Seele zu heilen...
Dieser Aussätzige gibt uns einen sehr guten Rat, wie wir beten sollen. Er zweifelt nicht am Willen des Herrn, als würde er es zurückweisen, an seine Güte zu glauben. Doch da er sich der Schwere seiner Sünden bewusst ist, wagt er es nicht, diesen Willen vorauszusetzen. Indem er sagt, dass der Herr, wenn er nur will, ihn rein machen kann, bekräftigt er, dass diese Macht dem Herrn eigen ist, und zugleich bekräftigt er seinen Glauben... Wenn der Glaube schwach ist, muß er zuerst gestärkt werden. Erst dann wird er seine ganze Kraft enthüllen, die Seele und den Leib zu heilen.
Der Apostel Petrus spricht zweifelsohne über diesen Glauben, wenn er sagt: „... er hat ihre Herzen durch den Gauben gereinigt.“ (Apg 15,9)... Der reine Glaube, gelebt in Liebe, aufrechterhalten durch die Ausdauer, geduldig in der Erwartung, demütig in seiner Festigkeit, fest in seinem Vertrauen, respektvoll in seinem Gebet und weise in dem, was er erbittet, er ist sich sicher, in jeder Situation dieses Wort des Herrn zu hören: „Ich will es.“

Paschasius Radbertus (+ um 849) in seinem Kommentar zu Matth. 5,8

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