
Schlagzeile eines Artikels in der Wiener Zeitung (Wirtschaftsteil) vom 21. März 2009
Im Verlauf dieses Artikels ist u.a. folgendes zu lesen: "Nicht gespart wird hingegen bei allem, was den eigenen Körper schmückt." (...) Der Jugendforscher Philipp Ikrath kennt für das jugendliche Konsumverhalten einen simplem Grund: In ungewissen und immer komplexer werdenden Zeiten sei der Körper das einzige Kapital der Teenager (...).
Parallel zur ökonomischen Krise zeichnen sich bei den Jugendlichen auch Sinnkrisen ab: Viele hätte Angst, dass sie den Lebensstandard ihrer Eltern nicht halten werden können, heißt es. Gefühle würden dann etwa durch Rebellion oder neue Lebensstile - wie etwa als "'Emo' oder 'Krocha' - ausgedrückt."
Mit meinen Schülern spreche ich oft über die Fragen ihres Freizeitverhaltens, ihre Interessen und auch ihre finanziellen Möglichkeiten. Dabei tritt sehr oft eine nicht die sprichwörtliche "Wohlstandsverwahrlosung" zu Tage: "Meine Eltern kümmern sich nicht um mich. Sie geben mir aber 200 Euro Taschengeld." "Und was musst du davon kaufen?" "Nicht weiter, damit kann ich tun, was ich will. Das ist für Zigaretten und zum Weggehen." Es können auch mehr als 200 Euro sein, das kommt auf die Verhältnisse im Einzelfall an.
Mein Eindruck ist: Eltern kaufen sich davon frei, sich um ihre Kinder noch kümmern zu müssen. Viel Freiheit und viel Geld - damit vermeidet man alle Konflikte und stiehlt sich aus der Erziehung und der Verantwortung einfach hinaus.

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