„Jesus Christ - Kabarettist“ heißt das neue Programm des Kabarettisten und Satirikers Markus von Hagen. Das Thema interessierte so sehr, dass das Bürgerhaus bis auf den letzten Platz besetzt war.
„Jesus hatte alles, was einen Kabarettisten ausmacht“, verkündete Markus von Hagen. „Er provozierte und polarisierte.“ Der Kabarettist Jesus von Nazareth zog mit seinem Programm durch Land. Seine Fangemeinde wurde stetig größer und einige folgten ihm sogar. Die Wüste bezeichnet von Hagen als Mehrzweckhalle, in der Jesus sein Kabarett- Programm zeigte. „Er hat bei seinen Open- Air- Auftritten ab zwei bis drei Personen ,unplugged gespielt. Es gibt Kabarettisten, denen ist die Botschaft wichtiger, als die eigene Person“, bemerkte von Hagen und die Sympathie für seinen „Kollegen“ war offensichtlich.
Im Übrigen habe Jesus sein Programm in der Bibel niedergeschrieben. Genau genommen nicht er selbst, sondern ein versierter Verleger, der vier Autoren dazu auserwählt habe. „Den Rest hat er rausgeschmissen.“ Das Buch der Bücher sei ein Bestseller geworden. Doch: „Ein Folgeband ,Jesus von Nazareth Teil II - die Rückkehr ist nie herausgekommen. Aber es gibt Bonusmaterial“, tröstete der Kabarettist mit Blick auf die Apokryphen. „Es gibt welche, die sagen, das sei alles ausgedacht“, meinte von Hagen. „Alles nur Redaktionsarbeit.“ Apropos: Bemerkenswerte Arbeit hat Markus von Hagen bei der Recherche zu seinem Programm geleistet. Jede seiner aufgestellten Theorien sind zwar frech und bringen unser religiöses Weltbild tüchtig durcheinander, aber er kann Satire, Polemik und Fehldeutungen anhand der passenden Bibelstellen untermauern. Je mehr Geschichten Markus von Hagen über seinen „Kollegen“ erzählte, umso mehr sah man Jesus als Menschen und Satiriker vor sich. Genau wie sein „Kollege“ wetterte auch von Hagen gegen die „frommen Herren“, die sich die Bibel für ihre Zwecke zunutze machten und Weltbild und Moral der Menschen damit beeinflussten, die Religion als Fundament der Ordnung sehen.
Markus von Hagens Programm „Jesus Christ - Kabarettist“ ist nicht nur witzig und frech, es bietet neue Ansatzpunkte über Ordnung und Moral nachzudenken und Geschichte, Religion und vielleicht sich selbst in einem neuen Licht zu sehen.
„Jesus war nur ein Kabarettist! Habe ich das gesagt“, fragte von Hagen schließlich rhetorisch und ging.
Bericht der Ahlener Zeitung über einen Abend im Bürgerhaus Freckenhorst