Montag, 9. Juni 2008

Altern - wie buchstabiert man das?

Es ist noch nicht lange her, da luden Clubs in größeren Städten zu Ü-30-Parties ein, für Menschen über 30. Die Ü-30-Parties heißen jetzt Ü-40-Parties. Es geht darum, abends zeitig mit der Party anzufangen, zur Musik der Achtziger zu tanzen, zeitig wieder aufzuhören und zurückzukehren in den Alltag, der inzwischen einige berufliche und familiäre Zwänge mit sich bringt.
Das Nachtleben ist nicht mehr selbstverständlich, aber noch nicht ausgeschlossen. Kulturell und Biologisch ist man heute erst als Pflegefall tatsächlich alt. Bis dahin streckt sich eine irgendwie nicht enden wollende Adoleszenz. Bald werden die Ü-40-„Älternabende“ verschwunden sein, weil 40-jährigen noch keine Universitätsabschlüsse, Festanstellungen und Kinder zuzumuten sind. Weil 40-jährige dann selbstverständlich bis zum Morgengrauen feiern und nachmittags frühstücken. Dann werden überall Plakate hängen für Ü-50-Parties. Die Musik wird weiterhin von Michael Jackson und Madonna stammen. Und von Prince und seiner Band, die immer noch „New Power Generation“ heißt.

Michael Pilz: Madonna, Prince & Michael, glücklich mit 50?
welt-online 07.06.2008

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