Einige deutsche Schrottplätze bieten als Freizeitvergnügen die Möglichkeit, auf ausgediente Kraftfahrzeuge mit dem Hammer loszugehen.
Die Abwrackprämie der Bundesregierung ist mit derlei Firlefanz natürlich nicht vergleichbar. Immerhin soll durch die Vernichtung neun Jahre alter Autos die Wirtschaft angekurbelt werden. Auch hier gibt es reichhaltig Erfahrung. Im bisher größten Abwrackprogramm der deutschen Geschichte wurde zwischen 1939 und 1945 ein großer Teil des Bestands an Fahrzeugen, Häusern und anderen Gegenständen erfolgreich entsorgt - damals noch ohne Prämie.
Der ökonomische Effekt lässt sich im Nachhinein zwar als Erfolg lesen. Die unangenehmen Begleiterscheinungen allerdings gilt es diesmal zu vermeiden. Ziel muss daher eine geordnete Abwrackung des Altbestands sein, wie sie am Palast der Republik und dem TV-Entertainer Harald Schmidt bereits beispielhaft vollzogen wird (beide älter als neun Jahre).
Als weitere Objekte eignen sich: der Gesamtbestand deutscher Gartenzwerge, Monopoly-Spiele sowie die Stadt Bielefeld.
Financial Times Deutschland 19. 01. 2009
Es ist und bleibt mir rätselhaft, wieso gerade Bielefeld einen solchen schlechten Ruf unter den deutschen Städten erlangen konnte. Natürlich ist es eine nach den Kriegszerstörungen ausgesprochen lieblos wieder aufgebaute und höchst langweilige Verwaltungsstadt ohne besondere Sensationen. Aber als mögliche Objekte geplanter Zerstörung würden sich sicher auch noch Dutzende anderer deutscher Städte empfehlen.
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