"Schon als kleiner Bub hatte ich den Traum genährt, Doktor zu werden wie der Papa. Da hatte man nämlich nicht nur die Möglichkeit, den ganzen Tag im Wagen herumzufahren, sondern, wenn es einem beliebte, konnte man bei jedem Zuckerbäckerladen halten lassen und das köstlichste Naschwerk kaufen, noch viel besseres, als es uns Kindern die gute Frau Walz an jedem Ersten und Fünfzehnten mitbrachte, wenn sie kam, um den Mietbetrag für den Monatsfiaker einzukassieren. In ernsterem Sinne freilich wirkten das Vorbild meines Vaters, mehr noch die ganze Atmosphäre unseres Hauses von frühester Jugend auf mich ein, und da ein anderes Studium während meiner Gymnasialzeit überhaupt nicht in Frage gekommen war, ergab es sich als ganz selbstverständlich, daß ich mich im Herbst 1879 an der medizinischen Fakultät der Wiener Universität immatrikulieren ließ."
Arthur Schnitzler, Jugend in Wien, Drittes Buch: September 1879 - Juli 1882
Ist das nicht meistens so, dass die wichtigen Entscheidungen durch ganz bescheidene Umstände und Faktoren ausgelöst werden?
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