Der Herr hat die Hand, die Adam ausgestreckt hatte, um die Früchte des verbotenen Baumes zu pflücken, mit der heilbringenden Kraft guter Werke ausgestattet, damit die Hand, die durch die Sünde verdorrt war, durch gute Werke geheilt werde. Darauf bezieht sich Christus, wenn er seine Gegner angreift, die mit ihren falschen Auslegungen gegen die Vorschriften des Gesetzes verstoßen haben. Sie waren der Ansicht, man dürfe am Sabbat keine Werke verrichten, auch keine guten Werke. Dabei entwirft des Gesetz ein Bild der Zukunft, in der mit Sicherheit das Böse es ist, das nicht mehr am Werk sein wird, und nicht das Gute...
Du hast die Worte des Herrn vernommen: „Streck deine Hand aus!“ Das ist das Heilmittel für alle! Und wenn du glaubst, dass deine Hand heil ist, dann sieh dich vor, dass sie der Geiz, der Frevel nicht verdorren lässt! Streck sie oft aus: dem Armen entgegen, der dich anfleht; streck sie dem Nächsten entgegen, um ihm zu helfen; streck sie aus, um der Witwe Hilfe zu leisten, und streck sie aus, um den vor ungerechter Behandlung zu schützen, der offensichtlich Unrecht leidet. Streck sie Gott entgegen- wegen deiner Sünden. So streckt man seine Hand aus, und so heilt sie.
Ambrosius von Mailand (um 340 – 397), Kommentar zu Luk. 6, 6 - 11