Das Frühstück, einst Instrument der familiären Disziplinierung, ist auch für die unter Marktliberalen beliebte Obsession, alles immer und überall tun zu wollen, deutlich anfälliger als z.B. das Abendessen.
Ich habe aus meiner Abneigung nie ein Hehl gemacht, auch nicht, als ich noch einsam war und die Frage „Willst du mit mir frühstücken?“, vor allem, wenn sie nach Mitternacht fiel, einen deutlich lasziven Beigeschmack hatte. Pärchen, die der Sturm der letzten Nacht frisch zusammengewürfelt hat, sind ja die klassischen Spätfrühstücker, die in den Frühstückslokalen einträchtig gähnen und einander zärtlich Wurstsorten vorlegen, die sie als Singles im Supermarkt keines Blickes wert befänden.
Solche sitzen wohl auch im „Breakfast Club“, den ich unlängst (von außen) entdeckt habe und der in der üblichen Flut von Frühstücksvarianten auch ein „Fünf Elemente Frühstück“ (sic!, Bindestriche werden in diesem Lokal offenbar nicht serviert) bietet. Es enthält, ich zitiere aus der Speisekarte, hauptsächlich eine „Eierspeise aus zwei Eiern (Element Erde), Ingwer, Pfeffer und Koriander (Element Metall), Salz (Element Wasser), Paradeiser (Element Holz), Rucola & Oregano (Element Feuer)“. Mir ist nicht ganz einsichtig, warum der Pfeffer unter „Metall“ läuft und nicht unter „Feuer“, aber ich habe ja auch in der Astrologie nie verstanden, warum gerade der Wassermann kein Wasserzeichen ist. (...)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen