Promi-Mütter verderben die Preise. Wenn alles gerecht zugegangen wäre, als die Emanzipationsrevolution ihre Kinder entließ, stünde die Vollzeitberufstätige Spontan-Spätgebärende, die sich nach zwei Monaten Schonfrist im Job zurückmeldet, als Heldin der Geschichte da. Es kam anders. Die neuen Glamour-Mamas haben ihr den Mütterpokal vor der Nase weggeschnappt. Jüngstes Beispiel: Frankreichs Justizministerin Rachida Dati nahm fünf Tage nach der Entbindung, die terminkalenderkompatibel per Kaiserschnitt erledigt wurde, ihre Amtsgeschäfte wieder auf. Selbstredend schlüpfte sie für die Kabinettssitzung in ein Kostümchen Größe zero.
Auch Angelina Jolie lässt alle sich emanzipiert wähnenden weiblichen Erziehungsberechtigten wie Versagerinnen aussehen: Während sie ihre Zwillinge austrug, adoptierte sie drei Kinder aus fünf Kontinenten. Oder waren es fünf aus drei? Jedenfalls jettete sie, kaum dem Kreißsaal entkommen, mit ihrem Clan um die Welt. Mühelos schließt sie den Fläschchenwärmer mit den Hot-Spots des Kinos kurz. Star-Kollegin Heidi Klum macht den demografischen Durchschnittsdamen mit 1,4 Kindern vor, dass auch 3,0 locker in eine 60-Zentimeter-Taille passen. Zudem beweist die Blondine verbissenen Akademikerinnen, dass man nicht den Unterschied zwischen Nettoreproduktionsrate und Einschaltquote kennen muss, um eine TV-Show zu moderieren. „Die Veteranen der häuslichen Kleinkriege, postfeministische Mütter von maximal zwei Kindern im täglichen Kampf um ihre Life-Work-Balance, glorifiziert jetzt niemand mehr“, bilanzierte ein Magazin. Alles Schlampen außer Mutti Heidi.
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